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13. Mai 2008

slices-logo

Gestern erreicht mich folgende Ankündigung, die mich mit den Füßen scharren ließ:

WE CALL IT TECHNO!

A documentary about Germany´s early Techno scene and culture.

A film by Maren Sextro & Holger Wick

Inspiriert durch neue Klänge, neue Technologien und die politischen Ereignisse der Zeit entsteht Anfang der 90er Jahre in Deutschland eine Szene, die euphorisch den Beginn einer neuen Ära feiert. In Berlin, Frankfurt und auch in vielen anderen Städten Deutschlands basteln die Aktivisten an einer neuen Musik- und Clubkultur rund um die Koordinaten Techno und House.
Auf der Berliner Loveparade 1991 treffen die lokalen Szenen erstmals aufeinander. Der Trend gerät zur Bewegung. Ein deutscher Summer of Love, der schlagartig Lebensläufe ändert und Karrieren loskickt. Das „Prinzip Techno“ steht für Experimentieren, Grenzüberschreitung und Selbermachen. Aus Fans werden DJs oder Party-Veranstalter. Labels werden gegründet, Plattenläden eröffnet. Die Szene wächst. Eine eigene Welt entsteht. Netzwerke abseits der etablierten Strukturen werden gespannt. Für einen Moment lang scheint alles möglich…
WE CALL IT TECHNO! erzählt von der heftigen Entstehungsphase der ersten Popkultur, die maßgeblich in Deutschland entstanden ist.
Mit exklusiven Interviews und umfangreichem, weitgehend unveröffentlichtem Film- und Fotomaterial aus den Jahren 1988-1993!

Inkl. Kommentaren von Alex Azary, Armin Johnert, Ata, Elsa for Toys, Hell, Jürgen Laarmann, Mark Reeder, Mike Ink., Mijk van Dijk, Ralf Niemczyk, Sven Väth, Talla 2XLC, Tanith, Triple R, Upstart, Wolle XDP und vielen anderen.

Das Machwerk gibt es am Mittwoch, den 28.05.08 in Offenbach zu sehen und schon jetzt vorzubestellen.

Nun wohne ich erstens) zu weit von Offenbach entfernt, um zu den Weltpremierern zu gehören und zweitens) kaufe ich nicht gerne etwas von dem ich nicht weiß, ob es sein Geld wert ist. Die aufgezählten Protagonisten versprechen auf jeden Fall tiefründige Einblicke in die Szene, die sich in IHrer Geburts- und Jugendphase befand.
Wer von Euch bei der Premiere dabei sein wird, kann hier ja gerne einen kurzen Bericht abliefern, ob sich der Kauf lohnt. Bisher bin ich mit den Produktionen aus dem SLICES-Umfeld stets sehr zufrieden.

Tresor - True Spirit

Anlässlich der im April 2005 bevorgestahenden Papstwahl sowie dem Schließen eines der Techno-Keimzellen machte ich mich auf, um dem musikalischen Abschiedszeremoniell beizuwohnen. Der Tresor schloß seine Pforten in der Leipziger Straße 126, um an anderer Stelle wiedergeboren zu werden. Über die letzten Tage und Wochen habe ich hier, hier und hier schon berichtet. Und weil mir gerade danach ist, hier noch einmal die audiovisuelle Aufbereitung eines der letzten Abende:


GoogleDirektTresor

Man kam Anfang und Mitte der 90er an ihm nicht vorbei. Jeff Mills hat mit seinen Veröffentlichungen auf Axis, Purpose-Maker und Tresor Musikgeschichte geschrieben.
Leider habe ich ihn nur im Hamburger Phonodrome erlebt und dort konnte man keinen Blick auf das werfen, was ihn so einzigartig gemacht hat: seine Mixtechnik. Wer sich ein Bild davon machen möchte, was der Mann mit drei Plattenspielern anstellen kann, der ersteigere sich entweder seine mittlerweile vergriffene DVD „Exhibitionist“ oder schaue sich das nun auf Google-Video veröffentlichte Video an:


GoogleDirektBells

(via Nerdcore)

20. April 2008

Was passiert, wenn ein finnischer Elektronikkünstler das Land nach einer alten Gerätschaft abgrast, die irgendwann zwischen 1982 und 1983 gebaut wurde und wegen fehlendem Zielgruppeninteresse eingestampft wurde?

Es entsteht Großartiges.

Jori Hulkkonen machte sich auf die Suche und fand zehn Roland TB-303. Dazu versammelte er neben einer TR-808 und einem Mischpult auch noch weitere Elektronikkünstler (Jesper Dahlbäck, Kalle Karvanen, Aku Raski, J-P Parikka, Janne Puurunen, Kimmo Oksanen, Petri Salonen, Tuomas Toivonen, Johannes Auvinen, Tatu Peltomäki), um im Stil eines klassischen Orchesters, eine Symphonie aufzuführen – nur mit den genannten Analogmonstern. Dieser Auftritt fand im Rahmen des Festivals für neue Musik (UMF) am 5. Oktober 2007 in Turku, Finnland statt und wurde “So Run The Tears Like Wine” – The Acid Symphony Orchestra getauft.

Sähkö Recordings hat das Ereignis aufgezeichnet. Und da es dieses einzigartige Setup nicht auf analogem oder digitalem Tonträger geben wird, sollte man sich beeilen und sich die Gänsehaut hier und hier abholen.

Aber Vorsicht! Es entstehen ähnliche Gefühlsregungen, wie bei Hardfloor´s “Lost in the Silver Box”.

Aciiiiid!

18. April 2008

Bisher hat das “U” in Verbindung mit der Buchstabenfolge “96″ eher positiv neuronale Vernetzungen beeinflußt. Als Alex Christensen 1992 mit seinem Projekt “U96″ die Titemusik zum Leinwandklassiker “Das Boot” in den damals neuen technoiden Mantel einhüllte und ein Monster schuf, da war man angefixt, tanzte nachts in Nebelblitzlichtgewitter und wirbelte mit den Armen durch die Luft. Der Mann öffnete mit seinem neuen Sound eine Tür, durch die viele gute und schlechte Künstler liefen, um ihre Berufung für Techno auszuleben.

Nun schreiben wir das Jahr 2008 und der Alex ist wieder am Start. Diesmal ist aber etwas anders. Er nennt sich Alex C. und irgendwann zwischen 92 und 08 scheint er sein Talent verloren zu haben. Wie sonst könnte man sein neues Machwerk “Du bist so Porno” erklären – vom Ertragen ganz zu schweigen. Überhaupt scheint er Probleme im zwischenmenschlichen Zusammensein zu haben. In seinem Album “Euphorie” verarbeitet er mit der Mehrheit der Titel sexuelle Themen: “Doktorspiele”, “So geil so”, “Sex an der Bar” und sein Anmach-Song “Du hast den schönsten Arsch der Welt” um nur einige zu nennen. Gemeinsam haben die Titel nicht nur den plumpen Inhalt sondern auch musikalische Inzucht zwischen Blümchen und Scooter (wobei ich Scooter noch besonderes Talent unterstelle).

Es ist traurig zu sehen, wie sich ein Künstler, der offenbar im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, selbst zugrunde richtet und seinen einstige Pionierrolle in den Müll wirft. Es scheint mal wieder das zwischen Daumen und Zeigefinger zu sein, was zu diesem Drama führte. Schade.

23. März 2008



Chris de Luca vs Phon.o feat Kovas – Homecourt

Ein visueller und akustischer Überflieger. Im Superpixel-Look wurde “Pong” reanimiert und mit diversen anormalen Verhaltensmustern ausgestattet. Fett!
Und der Endstand lautet: 33 zu 12

6. März 2008


YouTube DirektTheo

Wie hört sich Detroit an? Ich meine dabei jedoch nicht die Musik von Juan, Kevin, Jeff & Derrick sondern die Akkustik der Straße? Theo Parrish, seines Zeichens DJ und Producer, samplet Motorcity und verwendet die Klänge in seinen Tracks. In Zeiten digitaler Produktionsumgebungen a la Ableton Live und Emulationen analoger Klangerzeuger, stellt Fieldrecording eine Verbindung zwischen realer und digitaler Welt dar.
(gefunden bei: Tanith)

Drum&Bass-Pionier Grooverider hat die sehr strikten gesetzlichen Richtlinien der Vereinigten Arabischen Emirate unterschätzt und nun zu spühren bekommen. Am 23. November wurde er mit 2,16 Gramm Cannabis am Flughafen von Dubai festgenommen. Nun veruteilte ihn das Gericht zu einer 4jährigen Haftstrafe. Dabei haben die Richter offensichtlich Gnade walten lassen, denn ein britischer Tourist saß wegen dem Besitz von 0,002 Gramm Cannabis 4 Jahre hinter Gittern.

(Quelle: Times Online)

27. September 2007

Es ist beeindruckend, welche Kraft Musik besitzt. Jetzt zum Beispiel. Ich höre eine Aufzeichnung vom CrazyClubRadio aus dem Jahre 1996. Moderiert von Marcos Lopez. Ich habe die Sendung damals, vor gut 11 Jahren, gehört und war von der Auswahl der Tracks sehr beeindruckt. Leider ist der Mitschnitt kurz nach der Sendung verschwunden. Jetzt hab ich ihn wieder. Und nun sitze ich hier und fühle mich 11 Jahre jünger, empfinde die selben Gefühle, weiß welcher Track als nächstes kommt und kann die Moderation fast mitsprechen. Was ist nur vor 11 Jahren passiert? Was für eine Sendung! Was für tiefgehende Musik! Danke Marcos, danke Fritz!

Eigentlich wollte ich hier drüber schreiben. Hab´s dann fast verdrängt, bis mir Johnny den Beitrag heute in mein Gehirn zurückrief. Darum nun viel zu spät mein Beitrag.
Da hat die Berliner Polizei vermutet, im Technoclub werden Drogen konsumiert und ist offenbar brutal gegen Besucher vorgegagen. Ca. 10% der Angetroffenen waren tatsächlich mit Drogen bestückt. Es gibt 2 Aspekte, die mir bei den Schilderungen durch die Hirnrinden gingen:
1.) Nachdem die Loveparade trotz weltweitem Terrors genau das Gegenteil verstrahltversprüht hat, entschied man sich, diese Institution aus Berlin zu verbannen. Ernst Reuter sagte 9. September 1948 vor dem Reichstag:” Ich Völker der Welt… Schaut auf diese Stadt” (Quelle: berlin.de). Heute möchte man das also lieber nicht. Ebenso werden Anhänger der Musik wie Junk behandelt. Ich würd sagen: “Ihr Völker der Welt…. Schaut bitte weg!”
2.) “In einer großangelegten Razzia wurde am späten Samstagabend das Münchner Oktoberfest vom Sondereinsatzkommando des Drogendezernats x gestürmt. Der Einsatzleiter sagte gegenüber der Presse, man vermutet, dass Besucher Drogen konsumieren. Tatsächlich waren von den 100.000 Überprüften 99.950 Personen alkoholisiert. Bei 71.236 Personen konnte der Konsum von Tabak nachgewiesen werden. Den Festgenommenen drohen hohe Haftstrafen” (Quelle: Hirn, Ausgabe 10/2025)

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