--> TechnoTechno | HASENFARM

Großartig und soooo wahr:

Erst wenn der letzte Technics gefallen, der letzte Pioneer DJM 500 den Geist aufgegeben hat und Ortofon nur noch Baseball Caps herstellt, werdet ihr merken, dass man Controller nicht drehen kann… 

(via djmq)

17. September 2008

Masters of Dubtechno

Geblendet vom Namen “Maurizio” habe ich mir diesen Netlabel-Mix heruntergeladen. Der Maurizio in diesem Fall heißt jedoch Miceli mit Nachnahmen und kommt aus Italien. Hat also nichts mit dem gleichnamigen Projekt Oswalds & Ernestus´ aus Berlin zu tun. Dennoch hat er ein beachtliches Stück Musik zusammengedreht. Feinster Dub, verlesen von bekannten und unbekannten Netlabels. Besonders die letzte Hälfte hat es mir angetan. Da schieben die Bässe mächtig nach vorn. Auf jeden Fall ein legaler Download-Tipp für alle Freunde von den echten Maurizios, Basic Channel und Co.

Die Trackliste:

  • Hannelore Klinke vs Tobi Tobsucht – Schizophrenie – HHW-SP002 – haushaltsware.org
  • Hieronymus – Cyclus – Untitled – KY_D06 – Kyoto Digital
  • Hieronymus – Easy – Untitled – KYOTO04 – Kyoto Digital
  • Costa Gröhn – Feldaufnahme, Hamburg-St. Pauli, Deutschland, 25.03.2005 – Im Gehölz – Gr 08 – gruenrekorder.de
  • Mr. Cloudy – Long Wandering – Long Wandering – [cism_6] – cismsound.net
  • Dublicator – Chord Center – [did-022] – Perpendicular Networks – deepindub.org
  • Blamstrain – Reimari – Kavel Ep – THN013 – thinner.cc
  • B.keeper Syndrome, The – Untitled – Untitled – KY_D07 – Kyoto Digital
  • Daniel Stefanik – Dubplate – Panorama – DN005 – dreiton.net
  • Dublicator – Chordfield – [did-022] – Perpendicular Networks – deepindub.org
  • Mr. Cloudy – Corridor To The Chess Master – Kogda Net / Kogda Est – enp12 – enypnion.org
  • Laura Palmer – Evolve – Background – THN095 – thinner.cc
  • Kabana – Flux – 87.230.5.156 – instabil 10 – instabil.org
  • Daniel Stefanik – Microstruttura – Instabil Meets Kyoto – KY_D11 – Kyoto Digital
  • Grad_U – Gywenimo Atspindys – Galwoju Apie Ja – KY_D15 – Kyoto Digital
  • Bvdub – Forever’s End – Cismarine – [cism_5] – cismsound.net
  • Marko Fürstenberg – Rizzla Dub – Instabil EP – Instabil 07 – instabil.org

Und hier gibt es den Mix zum Download.


Richie Hawtin 2008 DJ Setup from Dean Koch on Vimeo.

Richie Hawtin, in Berlin lebender Kanadier und Pionier elektronischer Tanzmusik, hat schon früh eigene Wege jenseits des Konventionellen gesucht. Jetzt lässt er einen Blick zu auf seine DJ-Umgebung im technischen Sinn.

Während der plattenauflegende DJ im Grunde blind auflegen kann, da er sich beim Beatmixing und Scratchen auf seine Ohren verlassen muss und sein Mischpult im Schlaf beherrscht, sollte Hawtin stets bei gutem Sehvermögen sein, ist doch der Bildschirm seine digitale Schaltstelle und Plattenkiste. Es dürfte sogar nahezu überflüssig werden, sich auf sein Gehör zu verlassen, zeigt die Software doch alles wellenformgenau an. Selbst die Beeinflussung der Drehregler am Mischpult bildet die Software, Traktor übrigens, ab. Der Bildschirm wird zum zentralen Gestaltungselement des nächtlichen Auflegens.
Man fragt sich, welche Fähigkeiten in einer solchen Umgebung wichtiger sind: das Gefühl für Musik oder das Verstehen der Technik.

(via djmq)

Basic Channel CD #1 und #2

Folgender Dialog auf Skype beschreibt, welch seltenes Ereignis heute stattgefunden hat:

Ich: hab heute was Verrücktes gemacht.
Er: Deinen Hasen rasiert ?
Ich: nee
Er: sondern?
Ich: mir 2 cds gekauft
Er: Nein, Du Schuft. Von wem denn ?
Ich: bcd1 und bcd2, hörprobe
Ich: und? Geil, nicht!
Er: Ich überlege noch, ob sich die Lautsprecher meines Rechners gerade verabschiedet haben, oder ob das schon die Musik ist
Er: Nee, klingt voll nach deiner Musik.

Der Eine glaubt, seine Stereoanlage verabschiedet sich ins Nirvana, für andere bedeutet schon allein der Name “Basic Channel” Religion. Zwar besitze ich schon nahezu alle Platten aus dem Oswald/Ernestus-Umfeld, aber als ich in der aktuellen Groove #114 las, dass die Fortsetzung der ersten 95er Zusammenstellung erschienen ist, befahl ich Amazon, mir beide Katalognummern zukommen zu lassen.
Es gibt nicht mehr viel Musik, der man eine Ursprünglichkeit und Pionierbedeutung zuschreiben kann, wie den Produktionen aus dem Basic Channel-Umfeld. Maurizio konnte aufgrund seines 4-to-the-floor-sounds schnell ein breites Publikum ansprechen. Bei den Basic Channel-Produktionen ist das Feld weitaus breiter. Da kann man auch mal einen Track ohne Beat erwischen.
Unheimlich beeindruckend ist nach wie vor, wie ein Sound derartig minimalistisch und doch so massiv sein kann.

Portishead revisited

Als ich vor gut 14 Jahren in einem Musikmagazin die Bewertung eines Musikjournalisten über Portishead´s erstes Album “Dummy” las, reagierte ich irritiert. Er riet, vor dem Hören der CD die Fenster gut zu verschließen, um nicht herauszuspringen – in suizidaler Absicht. Er meinte es als Kompliment. Als mein Mitbewohner dann eben jene CD an schleppte, wusste ich worüber der Kritiker schrieb.
Inzwischen hat man sich an die Kompositionen aus düsteren Beats und wimmernd-klagende Stimme gewöhnt. Seit Tagen das neue Album “Third” bei mir rauf und runter. Was aber nicht in erster Linie der Verdienst von Portishead ist, sondern der der Noisefloorcrew. Denn die haben bis auf einige Fragmente die Tracks komplett zerlegt und in treibend-experimentelle Elektronikhämmer verwandelt. Und so metamorphiert die einst als selbstmordverursachend beschreibene Musik zu lebendsbejaendem TechnoLectro.

Wer sich überzeugen möchte, gehe zu noisefloorcrew.com und Lausche.

Grünanlage

Das war es nun. Mein erstes Festival, ein Technofestival, unter freiem Himmel und draußen. Gute 14 Jahre zeigte ich mich dem Tanzen unter freiem Himmel (Loveparade ausgenommen) gegenüber resistent. Als eingefleischter Anhänger der elektronischen Musik verschlug es mich vor 2 Jahren erstmal überhaupt auf eine mehrtägige Open-Air-Veranstaltung, dem SPLASH!. 3 Tage wachHip-Hop und keiner verstand, warum ich dort soviel Spaß hatte und dennoch die Nature Ones, Sonne Mond und Sterne und Fusions dieses Landes mied. Ich konnte mir nicht vorstellen, mehrere Stunden, ja vielleicht sogar Tage das monotone Bassschlagen zu ertragen und – was der eigentliche Grund ist – die anderen Besucher bei Tageslicht zu sehen. Mir hat damals der Anblick der Raver Morgens um 8 Uhr am vorletzten Tresor-Abend schon gereicht. From dusk till down sozusagen. Bei Hip-Hop war das anders. Jede volle Stunde neue Beatz und Rhymz, andere Typen und die Drogen der Besucher machen eher relaxt als aggresiv.

Gestern jedoch machte ich mich zum nahegelegenen Grünanlage-Festivalchen auf, um meine Theorie unter Realbedingungen zu verifizieren. Ein Zelt und eine Freilichtbühne wurden bespielt. Ich vermied es, im Hellen zu kommen, um nicht gleich die erste Dosis Abturn zu bekommen und das Experiment zu gefährden. Aber was soll ich sagen, nach nur 4 Stunden saß ich wieder in meinem Auto und fuhr nach Hause. Was war geschehen?

Das, was ich stets vorhergeahnt hatte. Techno – und darum geht es – kommt in meinem Verständnis aus der Dunkelheit eines Kellers. Die Musik ist schroff, laut und kompromisslos. Die akustische Ebene wird durch die Visuelle gestützt. So wie die Musik, sollte die Lichtlandschaft nur aus minimalen aber dennoch gehirnmanipulierenden Sequenzen bestehen. Beide Komponenten in einem geschlossenen Raum lassen die Wirkung der Musik entfalten und den Tänzer eins mit sich und der Musik werden. So meine philosophische Betrachtung der Musik.
Techno hat nichts mit Rasen, Wiesen, Bäumen und frischer Luft zu tun. Ein kleines Zelt im Dickicht am Rande einer Industrieanlage und mangelhafte Beleuchtung rauben der Musik die Seele. Die umgebenden Leute zu sehen und teilzuhaben an ihren Gesprächen geht auch nicht. Das Gefühl, jeden Moment einen Vogelschiss oder andere vom Himmel herabfallenden Dinge ab zu bekommen, machen mich nicht locker. Vom Wind wollen wir mal ganz schweigen.
Und so wachte ich heute Morgen zwar enttäuscht aber dennoch bestätigt auf, schloss meinen beiden 1210er wieder an, schloß Tür und Fenster, lauschte dem Kratzen der Nadel auf dem Vinyl bis die Bassdrum durch die Kupferleitungen meiner AKGs schossen. Die Musik kann so schön sein – wenn nur der Rahmen stimmt.

Hülsta-Werbung
“Was sind 20.000 Songs in weißem Plastik gegen 100.000 in edlem Nussbaum?”

Dass diese doppelseitige Anzeige von HÜLSTA für die Möbelserie Mega-Design genau meinen Geschmack treffen würde, war abzusehen. Auch wenn ich ohne meinen iPod nicht leben kann, hat die gezeigte Plattensammlung Suchtpotential. Ob das Drumherum nun aus Nußbaum ist, spielt keine Rolle, aber als Unternehmen mit einer eigentlich totgesagten Tonträgerspezies Werbung zu machen, verdient Respekt. Nicht zu übersehen ist die Frau im Vordergrund, die – analog Apple´s iPod-Werbung – tanzt.

Mehr zum Programm: www.huelsta.de

Kommendes Wochenende ruft die Stadt aus Eisen wieder Herscharen von Jüngern elektronischer Musik zu sich. Das Melt! Festival findet vom 18. bis 20. Juli auf dem Ferropolis-Gelände in Gräfenhainichen statt. Das Line-Up ist wie immer auserlesen:

Franz Ferdinand, Editors, Hot Chip, Kate Nash, Stereo MC’s, Booka Shade, Alter Ego, Ellen Allien, Miss Kittin & The Hacker, Modeselektor, Sascha Funke, Mathew Jonson, Steve Bug, M.A.N.D.Y., Cobblestone Jazz, Oliver Koletzki, Efdemin, Henrik Schwarz, Lützenkirchen – nur um meine Favoriten zu nennen.

Um den Künstlern den entsprechenden Respekt zu erweisen, sind Vorbereitungen der Besucher nötig. Neben korrektem Outfit sollte auch das motorische Auftreten überprüfen und ggf. verbessert werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen kurzen Auffrischungskurs in Sachen Tanzverhalten zu machen. Dank Matze´s Hilfe gibt es einen Chrashkurzs “Technotanzen”:


YouTubeDirektAbhotten

Wenn ihr euch die gezeigten Choreografien einprägt, beschehrt ihr euch, euren Mittänzern und den Künstlern sicher einen unvergesslichen Abend.
Und wem der im Video laufende Track gefällt, es handelt sich um Trentemoller “Serenetti (Hemmann & Kaden Remix)

6. Juli 2008

DVD - We call it TECHNO!

Das Angenehme am norddeutschen Sommer ist die Zuverlässigkeit des Wetters, nach herrlichem Sonnenschein eine derbe Regenfront inkl. Temperatursturz herbeizuführen (wobei dieses Schicksal dieser Tage ja ganz Deutschland ereilte). Manchmal ärgert man sich, weil man bei Regenwetter in der Wohnung festhängt, manchmal passt so was auch wie die Faust auf´s Auge. Prompt als Hamburg im Regen versank, schob der Postbote die DVD “WE CALL IT TECHNO!” in meinen Briefkasten.

Nun durfte ich mir endlich ein eigenes Urteil über die vielerorts besprochene Dokumentation über das Entstehen der ersten Musikrichtung auf deutschem Boden machen.

Neben dem 110minütigen Hauptfilm enthält die DVD weiterführende Kurzinterviews zu Spezialthemen wie Loveparade, Techno in der DDR, DJs als Stars und einige mehr. Grundsätzlich mag ich das gesprochene Wort, aber die Interviews, die z.T. nur 3 Minuten lang sind reißen das besprochene Thema gerade einmal an und mich nicht vom Hocker. Techno ist und bleibt eine musikalisch-visuelle Kultur, die mit Interviews nicht ansatzweise beschrieben werden kann. Ich hätte mir die Auflockerung der Themen mit Bild und Ton gewünscht.

Der Hauptfilm hingegen gefällt besonders durch die angenehme Mischung von interviewten Zeitzeugen sowie Bild- und Tondokumenten auf. Es beginnt eine Zeitreise von den aufkeimenden Acid-Zeiten, über den Niedergang dieser Kultur und dem gleichzeitigen Neuanfang des Technos Anfang der Neunziger. Ausgespart wird auch nicht die durchaus kritisch bewertete Mutation der Musik aufgrund kommerzieller Beweggründe und Profitstreben zum Mainstream-Hype. Besonders herausragend waren für mich die Interviews mit Jürgen Laarmann, der als Begründer der Frontpage anfangs szeneprägend, später äußerst kommerziell eine vieldiskutierte Person war. Ebenso kommen Leute wie Alex Azary, Dimitri Hegemann und Mark Reeder zu Wort, die die Szene hinter den Kulissen entwickelt haben. All jenen, die entweder erst später Anhänger der Musik wurden oder jene, die von Anfang an Teil der Szene waren, wird die DVD eine Art Zeitmaschine in eine längst vergangene Zeit sein. Die 110 Minuten verfliegen und am Ende fragt man sich, ob eine DVD nicht mehr Speicherkapazität hat. Viele Themen können leider nur angerissen oder erwähnt bleiben und besondere Protagonisten (Rok) fehlen im Interview.
Die DVD gehört in jede Sammlung all jener, die auf Franky Bones´ Ausruf “We call it Techno!” die Frage “Can you feel the Bass?” stellen können.

Beziehen kannst du die Dokumentation bei Sense Music. Dort gibt es übrigens auch das aktuelle und ebenfalls sehr sehenswerte Slices-DVD-Magazin zu erwerben.

Ich hätte nie gedacht, dass in meiner Plattensammlung eine Scheibe ihr neues zuhause findet, an der Hans-Peter Geerdes sein Zutun hat. Wem der Name nichts sagt, der kennt ihn vielleicht unter seinem Künstlerpseudonym H.P. Baxter. Er ist der Frontmann der seit gefühlten Dekaden erfolgreichen Kirmestechnoformation Scooter. Seit Wochen renne ich nun einer längst ausverkauften Scheibe hinterher an deren Entstehung Scooter maßgeblichen Einfluß hatten.

2007 haben Modeselektor auf ihrem Album “Happy Birthday” den ersten Megahit der Gröhletechnogruppe “Hyper Hyper” geremixt. Dank exkzelenter Beats und Otto von Schirachs nachgesprochenen Texten haben Modeselektor da ein Stück Dreck in eine Perle verwandelt. Nun dürfen meine Orthofon endlich dieses besondere Stück Musikgeschichte abtasten.


YoutubeDirektHyperHyper

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