Nun mag die Aussage vom Kicker-Chefredakteur stimmen, wenn er im Kicker.de meint
Gerade der Sport kann politische Dogmen überspringen und die Menschen zusammenführen, wie Dutzende aktuelle Beispiele im Nahen Osten belegen…
und sich somit gegen einen Boykott der Olympischen Spiele ausspricht.
Allerdings beinhaltet diese Ansicht auch ein Eingeständnis, dass es sich bei der vorherrschenden politischen Ordnung in China um eine autoritäres Gesellschaftsform handelt, also eine diktatorische Form von Herrschaft. Alleine diese Erkenntnis müsste nun die Frage aufwerfen, ob eine Veranstaltung wie die Olympischen Spiele, die zwar den Grundgedanken beinhaltet “altius, citius, fortius” (höher, schneller, weiter) (und somit auch die Maxime des Kapitalismus verkörpert) aber immer noch als Sinnbild einer friedlichen Völkerverständigung steht, in diesem Land ausgetragen werden darf/sollte. Jedoch ist es auch diese gesamte Diskussion Sinnbild für die mediale Meinungsmache und das Gutmenschgehabe von Politikern. Denn wenn mein Lieblingsstaatsmann Nicolas Sarkozy sich gegen den Austragungsort ausspricht, so spiegelt dies meiner Meinung nach nicht etwa Mitgefühl oder Nächstenliebe wieder, sondern vielmehr eine Polarisation einer Volksmeinung und die Ablenkung von möglichen innenpolitischen Verfehlungen. Solange noch Hartholzmöbel, elektrische Rasierer oder Kinderspielzeug von uns, ach so liberalen, Europäern für zwei Markfünfzehn bezogen werden, ist ein Boykott der Spiele einfach nur eine Ausblendung der wirklichen Probleme. Erst ein Umdenken des Konsumverhaltens kann langfristig zu Verbesserung der weltweiten Lage mit beitragen. Denn die Olympiade hat eben nicht Unicef, Greenpeace oder sonstige Weltenverbesserer als Sponsoren, sondern Firmen die eben in China Ware herstellen und bereitwillig politische Regime unterstützen damit der Preis stimmt.
Ist der Begriff Olympiade somit nicht eher ein Apronym für „Over life you’re making profits in an dispiteful art”. Aber der Sport alleine kann und sollte hier nicht als Instrument gebraucht werden um auf die Missstände dieser Welt aufmerksam zumachen. Sport ist, mit Abstrichen, vielmehr Ausdruck von Freude und Spaß. Doch solange auch Sportmagazin Redakteure ihre Meinung zu weltpolitischen Geschehen äußern, verkommt der Sport zu einem Instrument der Meinungsmache.