Die elektronische Gesundheitskarte gehackt
Diesen Beitrag widmen wir all jenen, die ohne Nachzudenken glauben, nichts zu verbergen zu haben. Und all jenen die glauben, der digitale Fortschritt ist bedingungslos hinzunehmen und überall einsetzbar.
Jeder von uns hat mindestens 10 Karten, die auf unseren Namen ausgestellt sind. EC-Karte, Kreditkarte, Payback, Miles&More und selbst der trendige 1-Euro-Shop hat heute seine eigene Kundenkarte. Alle haben sie eines gemeinsam: sie sammeln Daten über uns, über unsere Kaufgewohnheiten und über unsere Reisetätigkeiten. Kreditkartenauszüge sind wie moderne Tagebücher: letzte Woche am Flughafen Barcelona bei Alfredo eingekauft, dann mit dem Taxi in Paris und gestern in Berlin bei Rewe an der Kasse. Jet-Set-Total! Total langweilig.
Richtig kickend wird es erst, wenn die gesammelten Daten an Brisanz zunehmen. Unsere Regierung hat dafür gesorgt, dass wir ab 2009 Russisch Roulette spielen dürfen. Mit der Einführung der elektronische Gesundheitskarte geht es nicht mehr um Einkaufsgewohnheiten, sondern um unsere Leistungsfähigkeit. Ich stelle mir schon vor, wie man abends am Stammtisch sitzt und wie beim Quartett seine Gesundheitskarte in die Mitte wirft: “Krebs sticht Inkontinenz” oder “Astma schlägt Alzheimer”. Die eigenen Gebrechen als Spieleinsatz. Halt, wird nun der ignorante Deutsche sagen, die Daten sind doch geschützt, auf der Karte.
Nein, sind sie nicht!
Es folgt ein ganz kurzer Exkurs in die Technik, mit buntem Video am Ende:
Die Daten werden, so die Pläne, mittels sog. RFID-Chip gespeichert. Damit ist es möglich, die Karte ohne unmittelbaren Kontakt auszulesen. Für den naiven Verbraucher scheint dies auf den ersten Gedanken kein alarmierendes Kriterium zu sein. Ob man die Karte nun irgendwo reinsteckt oder drauflegt -- egal!
Jedem Datensammler ist diese Speicherung aber nicht egal, lassen sich die geheimen, persönlichen Daten doch recht einfach von einem RFID-Chip auslesen, wie folgendes Video beweist. Ein HackerDatensammler fährt mit einer Ausrüstung im Wert von 250$ (ca. 150 EUR) durch die Gegend und sammelt fleißig die gespeicherten Daten von eben jenen RFID-Chips, die im Empfangsbereich sind.
So, und nun sage du leichtgläubiger, ignoranter Mensch mir, warum um alles in der Welt du nicht aufschreist, aus Angst, jemand Unbefugtes kommt so leicht an deine Krankendaten, die er gezielt dazu verwenden kann, die fertig zu machen?
(Videolink via Spitblog)



Das Netz der totalen Überwachung wird immer dichter. Neben Straßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden, macht die totale Überwachung nunmehr nicht einmal Halt vor dem intimsten Bereich. Eine dänische Firma hat sich darauf spezialisiert, kleine Kameras zu vertreiben, die für die Observierten in der Wohnung absolut unauffällig platziert werden können. Im DIY-Kit enthalten sind neben Kamera mit Infrarotbeleuchtung auch 10 Meter Kabel enthalten.













