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27. November 2007

Bei unserem Rückflug von Caracas nach Paris haben wir die internationale Luftsicherheit in einem Höchstmaß gefährdet. Das kam so: Um die in Europa wertlosen Bolivar in Venezuela auszugeben, investierte ich im Duty Free-Bereich das Geld in Parfüm (Hugo Green ltd. 150ml). Durch die zwei folgenden Personenkontrollen kam ich mit meinem Tütchen problemlos in die Boeing 747-400. Auf dem Transatlantikflug verursachte mein Parfüm keine Komplikationen. Erst in Paris, nachdem wir im Transit nochmals durchgecheckt wurden, entdeckte man die Brisanz meiner Fracht. So wurde mir der Zugang in den Sicherheitbereich verweigert. Das Parfüm musste in den Frachraum verbannt werden. Nachdem ich dann, mit sicherem Handgepäck in den Duty Free-Bereich gelassen wurde, lacht mich aus der nächsten Parfümerie – ratet! – Hugo Green ltd. 150 ml an.
Ja, haben die (die für diese Bestimmung verantwortlich sind) denn noch alle Tassen im Schrank?

El Yaque, 6:30pm
…heissa, dann ist Abreisetag.
Ja, wir koennen es auch kaum glauben, aber die 4 Wochen sind vorueber. Viele Eindruecke hat uns Venezuela geschenkt, viel Stress haben wir gehabt, viele Entscheidungen galt es zu treffen, nette Leute haben wir getroffen. Es war kein einfacher Urlaub, es war ein Abenteuer. Abenteuer haben gute und weniger gute Seiten. Die Guten ueberwiegen.

Wir danken allen, die in den letzten 4 Wochen an dieser Stelle ein Teil unserer Reise geworden sind und wuerden uns freuen, wenn ihr den Kommentaren noch euren Senf abgebt. Zum Dank verschicken wir in der kommenden Woche einen Link mit den besten Bildern dieser Reise.

Das wars. Letzter Beitrag aus Venezuela!

Adios amigos y amigas.

22. November 2007

Zu dieser Erkenntnis bin ich dann zum Glueck heute doch noch gelangt, die mein eher maessiges Abschneiden gestern beim Kiten erklaert. Heute hingegen hatten wir perfekte Bedingungen, die ein Kontrollieren des Kites und Umherziehen im Wasser ermoeglichten. Wir haben entsprechend Sonne getankt und freuen uns auf Morgen, wo es endlich auf das Brett gehen soll.

21. November 2007

El Yaque, 5:30pm
Es gibt Menschen, die koennen es und es gibt mich. Mag an den horizontalen Luftwirbeln gelegen haben oder an meiner mangelnden Faehigkeit, mehr als zwei Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Jedenfalls fand es mein Drachen viel lustiger, staendig auf das Wasser zu prallen und die Sicherheitsventile zu oeffnen. Hat uns allen aber viel Spass bereitet. Morgen soll es dann mit einhaendiger Steuerung weitergehen – als ob mir das irgendwie hilft. Vielleicht faellt der Drachen ja noch schneller zum Wasser zurueck. Sonnenbrand ist dank umfangreichen Verhuellungsmassnahmen ausgeblieben und die Kassen der hamburger Dermatologen bleiben vorerst leer.
Meine Idee, mich mit Haartoupet und Sonnencreme als Kiter zu tarnen, ist uebrigens fehlgeschlagen. Ich haette meinen Fokus auf Shorts mit Blumen- oder Herzmotiv sowie einem Koerperanzug mit Sixpackapplikation und Oberarmauspolsterung legen muessen. Einzig mit der Braunfaerbung der Haut konnte ich punkten. Unseren Damen hingegen, haetten wir gestern Abend noch schnell Silikon in explorierte Koerperregionen einbauen sowie – hier passt es – die Haare blondieren muessen.
Mehr von unserem Kreuzug gegen den Wind an dieser Stelle morgen.

21. November 2007

El Yaque, 7:00pm
Das schoene am Reisen ist, wir wissen nicht, was passiert. So hat sich unser Reiseverlauf heute um 180 Grad gedreht. Unsere beiden Freunde aus Hamburg haben wir dann ohne naehrer Abstimmung in der selben Posada getroffen und spontan den Plan fuer die letzte Woche geandert. Heute haben wir bekannte amerikanische Kinofilme nachgespielt. Mit einem geliehenen 70er Chrysler “New Yorker” sind wir ueber die Strassen der Insel gewippt. Die gefuelten 10 Meter Autolaenge einzuparken waere sicher eine Riesenfreude fuer jede Frau – und ein noch groesserer Spass fuer die zusehende Maennerwelt. So haben wir es auf jeden Fall geschafft, den ersten Sonnenuntergang ueber dem Meer zu erleben. Venezuela ist was die Himmelsrichtungen angeht nicht so optimal aufgestellt.
Morgen heisst es dann fuer uns, die blonden Langhaarperuecken aufzusetzen und dick 50er Sunblocker auf dem Koerper zu verschmieren. Wir wollen ja auf keinen Fall beim Kite-Surf-Kurs fuer Dummies neben den ganzen Szene-Cracks auffallen. Der Ort hier zaehlt zu einem der Top-Spots (so nennt man das, wenn viele Leute gerne hier deswegen herkommen) der Surf-Szene.
Ich muss jetzt beenden, da die Frauen sicher mit dem Zubereiten des Dinners in unserem Luxus-Appartement fertig sind. Morgen gibt es den Bericht zum Zustand des Sonnenbrandes und der Verletzungen (Wasser kann hart sein).

20. November 2007

El Yaque, 9:31pm
So, da sind wir wieder aufgetaucht. Unser letzter Aufenthaltsort, Playa Colorada, besass neben vorgelagerten Korallenriffen in tuerkisem, ein paar Palmen und netten Posadas keine Onlineverbindung. Und wir haben es trotzdem geschafft, die Zeit hinter uns zu lassen. Neben Rumgeschnorchel galt dem Sonnenbraeunen und in-Haengematten-rumschaukeln die Hauptaufmerksamkeit. Ebenso hatten wir das durchaus zweifelhafte Vergnuegen, Bekanntschaft mit einem Mitglied der MafiaSchattenwirtschaft zu machen. Nachdem er uns das ganze Wochenende mit haarstraeubenden Geschichten und lautstarken Streits mit seiner Frau unterhielt, hat er heute die Posada-Betreiberin um das Geld geprellt und ist in seinem super-dicken-Poser-Jeep abgehauen.
Inzwischen haben wir das Festland Venezuelas mit Hilfe der Faehre hinter uns gelassen und sind im Surferparadies auf Isla Magarita angekommen. Meine erste laut geausserte Einschaetzung: “Sieht aus wie auf Malle”. Ob ich mit dieser groben Beleidigung richtig liege, oder die Insel doch mehr zu bieten hat, werden wir in den letzten 4 Tagen unserer Reise erfahren.

14. November 2007

Ciudad Bolivar, 9:21pm
Da sind wir wieder zurueck vom Rio Caura. Nach 5 Tagen unter freiem Himmel, Schlafen in Haengematten und umgeben von toedlichen Lebewesen. Nennen wir an dieser Stelle nur mal den Skorpion, der durch unsere Freiluftkueche lief, die 2 Meter lange Schlange, die auf dem Baum sass sowie die bis handgrossen Vogelspinnen, die unsere Trekkingpfade kreuzten. Piranhas haben wir auch ohne Einsatz von Blut geangelt.
Aber es gab auch wesentlich ungefaehrlichere, dafuer umso schoenere Tiere zu sehen: Papageien in allen Farben und Formen, Schildkroeten, Affen und Schmetterlinge in Massen. Entlang der ca. 70 km langen Flussfahrt in die Abgeschiedenheit des Regenwaldes eroeffneten sich uns Einblicke in das Leben der Ureinwohner. Man stelle sich Indianer vor, die ihr Dorf noch nie verlassen haben, dafuer aber innerhalb von 4 Tagen mit einem Buschmesser, einer Axt und Feuer aus einem Eukalyptusbaum ein Boot bauen koennen.
Auf einem ca. 20 km langen Marsch quer durch dichten Dschungel, haben wir uns zu einem maechtigen Wasserfall durchgekaempft. Bei 32 Grad Celsius und 100% Luftfeuchtigkeit haben wir diese Uebung natuerlich mit Links gemeistert. Auch die 300 Meter Hoehendifferenz auf unbefestigten Pfaden waren kein Problem. Zu dumm nur, dass wir zur Halbzeit Haluzinationen von Klimaanlagen, Masseusen und Softeisautomaten hatten. Die harte Wirklichkeit bedeutete: 3 Liter aufgewaermtes Wasser im Rucksack. Nach rund 3 Stunden Wiederbelebung, machten wir uns auf den Rueckweg. Und weils so schoen war und wir uns fit wie Turnschuh fuehlten, machten wir uns in der Dunkelheit gleich nochmal los, um den Dschungel bei Nacht zu erkunden. Die Erkenntnis aus dieser Wanderung: dort ist es Nachts saudunkel und lebensbedrohlich (siehe oben).
Besonders hervorheben moechten wir an dieser Stelle die hervorragende Umsorgung durch unsere Gefaehrten aus Muenchen und Karlsruhe. Wir sind gespannt, wo wir uns wiedersehen.

Nun geht es weiter auf unserer Reise. Nur wissen wir noch nicht wohin. Also, lasst Euch ueberraschen.

8. November 2007

Ciudad Bolivar 10:15 am
Wer nach unserer gestrigen Ankuendigung dachte, er haette Ruhe vor uns, der hat sich taeuschen lassen. Das Einzige, was wir immer wissen: wir wissen nicht, was morgen sein wird. Und so sind wir noch einen Tag haegen geblieben, bevor wir uns fuer 5 Tage und 4 Naechte in die Wildniss des Rio Caura verabschieden. Angeblich sollen wir sogar Piranas fangen. Hab mir vorsichtshalber meine Rasierklingen eingepackt – soll ja mit Blut im Wasser besser funktionieren.
Gestern Abend waren wir standesgemaess essen: beim Tuerken um die Ecke. Falaffel und grosser gemischter Teller mit scharf. Ein kulinarischer Kulturschock. Spanisch sprechende Tuerken, die aus Deutschland bekanntes Essen servieren. Das Einzige, was wirklich anders war: ihre Freundlichkeit. Nicht dass uns bekannte Doenerbudenbetreiber unfreundlich sind, aber die Betreiberin hat uns direkt die Klimaanlage von “Schockfrosten” auf “Polarfruehling” gestellt, uns die Speisenkarte in eine uns verstandliche Form uebersetzt und und Minzbonbons geschenkt. Wir haben ihr auf Deutsch gedroht, heute Abend wieder dort aufzuschlagen.

So, gut fuer heute. Bis bald!

Ciudad Bolivar, 11:55am
Weg sind wir. Weg von der Kueste, mittem im Land. Wir haben es nicht mehr ausgehalten an karibischen Straenden und tuerkisem Meer. Die Suche nach den Flamingos haben wir ausfallen lassen und haben uns mit den Exemplaren begnuegt, die wir vom Bus aus gesehen haben. Das mit dem Schnorcheln und Sonnenbaden auf kleinen karibischen Inseln vor der Kueste Chichiriviches haben wir genossen.
Gestern als wir vor der Abfahrt des Nachtbusses quer durch das Land unsere geleerten Geldbeutel auffuellen wollten, mussten wir feststellen, dass ein gefuelles Girokonto, Kreditlimit auf der MasterCard und einer Hand voll Traveller Checkques keine Garantie fuer Bargeld sind. Kurz vor dem finanziellen Niedergang waehrend und der Allerwerteste bereits auf Grundeis lief, ist es uns dann in letzter Sekunde gelungen, eine Bank zu finden, die was mit TCs anfangen konnte. Der Wechselkurs war ein Trauerspiel.
Die Fahrt im 5-Sterne-Deluxe-Nightliner hat uns dank Schockfrostung gut konserviert. Mels Nase fands nicht so gut und will gerade weglaufen – und das bei 34 Grad und Sonnenschein. Heute Morgen gegen 6 Uhr sind wir in Ciudad Bolivar angekommen und haben eine fantastische Unterkunft gefunden. Eine Posada im Colonialstil. Eine gut versteckte Perle. Das mit dem Geldwechseln wird hier im Ort offenbar anders geloest. Bereits nach wenigen Metern hatten wir vom Schwarzmarkt Angebote zum Wechseln von TC und MasterCard. Die Kurse sind nahezu brilliant.
Jetzt planen wir unseren grossen Ausflug ueber mehrere Tage. Wohin es gehen wird, entscheiden wir gleich. Zur Auswahl stehen: Orinoco-Delta (3 Tage), Angel Falls (3 Tage) oder Rio Caura (5 Tage). Egal wie wir uns entscheiden, Ihr werdet einige Tage nichts von uns hoeren.
Auf ins Abenteuer!

1. November 2007

Chichiriviche, 06:53pm
Nachdem wir uns in den vergangenen Tagen der Sonne hingegeben haben, hat uns heute wieder das Reisefieber gepackt. Die grosse Suche nach den tausend Flamingos hat begonnen. Die einheimischen Buslinien haben uns unter zum Teil magenhaarstraeubenden Fahruebungen schliesslich ans Ziel gebracht. In den kommenden Tagen werden wir die Voegel und Fische der Umgebung mit uns bekannt machen. Direkt nach unserer Ankunft im Hotel badete sich ein Kolibri auf den Tautropfen einer Bananenpflanze.
Das Leben spielt sich hier wortwoertlich auf der Strasse ab. So stand z.B. heute der ganze Bus (ausser uns) Kopf, da es zu einem Streit zwischen Frau und Mann kam. Natuerlich hatte jeder Fahrgast etwas dazu beizusteuern. Bei einem Unfall ist der Verkehr lahmgelegt worden, da sich eine fuer uns riesige Menschentraube um das Opfer versammelt.
Gott sei Dank haben wir unseren Spanisch-Sprachfuehrer dabei, da hier so gut wie niemand auch nur ein Wort Englisch spricht.
An das Essen gewoehnen wir uns gerade noch – Reis, Bohnen, Kaese, Rindfleisch, Maisfladen – so kann ein Fruehstueck aussehen. Lecker sind auch die Empanadas und die frisch gepressten Saefte.

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