Dogs of Asia

--> Reise


Von einem indonesischen Mitbewohner im Gästehaus bekamen wir den Tipp, im Nachbarhaus „Gado-Gado“ zu bestellen. Was auch immer das sein sollte, wir taten es.

Während sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung im vergangenen Jahr aus Angst vor politisch angeordnetem Energiesparlampenzwang mit herkömmlichen 100-Watt-Glühbirnen eingedeckt hat, als wären es überlebensnotwendige Nahrungsmittel, haben die Menschen hier in Asiens Ortschaften (fast) nur eine Art von Leuchtmittel: Energiesparlampen
Das hat unserer Meinung nach drei Gründe:
Manchmal sind uns „ärmere“ Völker überlegen.

Da saßen wir nun, gefangen auf einer kleinen Insel. Eigentlich hatten wir andere Pläne, davon hielten die indonesischen Transportunternehmen jedoch nicht viel.
Doch erst einmal von vorne:
Wir wollten zwei Wochen auf den Banda-Inseln bleiben. Da dort jedoch auf mysteriöse Weise Regenzeit herrschte, galt es den Aufenthalt entsprechend zu verkürzen und die Zeit in regenärmeren Regionen zu verbringen. Dazu mussten wir von Bandaneira nach Ambon kommen. Zur Auswahl stand ein Flug mit Merpati Airlines bzw. eine 15stündige Bootsfahrt mit der kleinen Fähre „Gravida II“. Da wir schon beim Anblick der Fähre grün geworden sind, kam diese Möglichkeit nicht für uns in Frage. Also gaben wir uns dem Abenteuer Luftfahrt hin.

Aus Verantwortung zur Natur erwähnen wir in diesem Beitrag nicht, wo genau sich unser Erlebnis zugetragen hat. Aus Erfahrungen wissen wir, wie ein Korallenriff aussieht, wenn es von zu vielen Touristen und geldfixierten Geschäftsmenschen heimgesucht wurde und wir wollen nicht schuld sein, wenn diesem zu 100% intaktem Korallenriff selbiges widerfährt.

Auf Pulau Neira bekamen wir zum Frühstück einen Brotaufstrich aus Muskat. Damit verwandelte sich unser Brötchen nicht nur in ein kulinarisches Highlight, sondern auch in ein Investment, denn das malukkische Muskat ist wertvoller als pures Gold. Diese Aussage stimmt, würden wir uns noch im 16. Jahrhundert befinden, denn zu dieser Zeit boomte der Gewürzhandel zwischen den Molukken („Gewürz-Inseln“) und Europa. Die Jagd nach den edlen und unerschwinglich teuren Gewürzen, die nur hier wuchsen, war der Startschuß für die Kolonialisierung Südost-Asiens durch die europäischen Seemächte.

Till war der erste, der uns zum Essen eingeladen hat und mit Till haben wir damals in Bangkok das erste exotische Essen probiert. Nach 4 Monaten fanden wir in Kota Ambon ein kleines Restaurant, dass nach unserem (und sicher auch Till´s Geschmack) war.

Nein, Leonardo und Kate waren nicht wirklich mit der von der Partie und auch Eisberge gab es dank tropischer Temperaturen rund um die Molukken nicht. Auch hieß unser Kreuzer „Ciremai“.
Die Fähre sollte uns von Kota Ambon auf die weiter südlich gelegen Banda-Inseln bringen. Mit uns schienen gefühlte 40.000 weitere Menschen die gleiche Idee gehabt zu haben und so ließ sich beim Besteigen der Nachtfähre ein titaneskes Gefühl nicht vermeiden.

Zugegeben, wir waren in den letzten Wochen ein wenig neidisch auf die „Vulkan“-Mania, die dank des Kumpels in Island in Europa ausbrach. Da Indonesien in Vulkanangelegenheiten auch ganz weite vorne mitspielt, haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns auch zu den Vulkanen aufzumachen und sind auf die Molukken geflogen.
Gegen 22 Uhr versuchte plötzlich jemand unsere Zimmertür zu öffnen. Nicht etwa durch Anklopfen wurde versucht, unsere Aufmerksamkeit zu wecken, es wurde direkt die Klinke betätigt. Mehrfach. Draußen hörten wir Frauenstimmen.