Die größten Rave-Klassiker – Teil 1
Als ich diesen Beitrag vorbereitet habe, saß ich in meinen alten Tapes kramend vor dem Rechner und suchte meine MitschnitteSicherheitskopien von alten Rave-Compilations und plötzlich hielt ich eine Trance-Nation-Kassette in Händen, an die ich erstaunlich viele Erinnerungen habe. Es handelt sich um jene Ausgaben, die den Anfang der Happy-Melody-Zeiten bildeten. Kaum zu glauben, dass wir damals diese Musik als Grenzgänger zwischen Over- und Underground betrachteten. Heute werden viele den Kopf und die Geschmacksnerven schütteln, anno 1994 -- also vor 15 (!!!) Jahren war das der Sound, der den Weg für all das ebnete, was wir wenig später “Ausverkauf” nannten und weswegen wir uns in Looptechno und Minimal stürzten. Aber es lässt sich nicht verleugnen -- die Tracks entlocken mir noch heute Gänsehaut und ein breites Lächeln.
Und weil es so viele alte, emotional bedeutende und gute Tracks gibt, wird dieser erste Teil der Klassiker-Sammlung -- sei gewarnt -- sicher nicht der letzte sein. Beschäftigen wir uns an dieser Stelle mal mit den Jahren um 1993 und 1994. In diesem Sinne: Put ya hands in the air!!!
U96 -- “Das Boot”
Die Frage, ob dieser Track Rave ist, sollte unbeantwortet bleiben. U96 hat mit “Das Boot” sicher einen Meilenstein geschaffen, um elektronische Musik aus dem Underground in den Overground zu bewegen. Kritiker schreien “Ausverkauf”, dennoch ist der Track deutsche Musikgeschichte.
Microwave Prince -- “Trancemitter Online”
Ich glaube, dieser Track hat damals kurz nach seinem Erscheinen irgendwo in mir etwas substanziell verändert. Ich habe ihn gut 12 Jahre nicht mehr gehört, aber als sich jetzt die Frequenzen jetzt durch meine Köpfhörer borten, fand ich mich an einem Ort, lange vor dieser Zeit wieder. Riesenhit, den uns dieser Mikrowellenherd beschert hat.
Cherry Moon Trax 1 -- “The House of House”
Heisser Shit aus Holland -- so ging es damals durch das Feiervolk. Einer der großen Eckpfeiler des holländischen Rave-Engagements jenseits von Gabber.
Westbam -- “Celebration Generation”
Das waren noch Zeiten, da nahm man dem Westbam seine Pionierfunktion für die Techno-Szene noch ab. Es gab sogar Leute, die hielten ihn zum damaligen Zeitpunkt noch für Underground. Menschen können sich irren und ändern, aber ihre Musik vor der Persönlichkeitsänderung bleibt davon unberührt. Gut so.
Scooter -- “Rhapsody in E”
Ja, es ist nahezu unglaublich, die textbomenden Kirmestechnotiker haben ihre Ursprünge in astreinem Trance & Rave. Und obwohl dieser Style meilenweit von ihrem Krach des 21. Jahrhunderts entfernt ist, verdienen Scooter deswegen noch heute Respekt und der Sound ist nach wie vor großartig!
Sunbeam -- Outside World
Dank dieser hammerfetten Bassdrum, die unsere Autolautsprecher regelmäßig zum Bersten brachte, war das sicher eine der Hymnen der Rave-Zeit Anfang der 90er-Jahre. Wir existierten wirklich in einer Welt ausserhalb. Und was war das für ein Label: Suck me Plasma!!!
Alien Factory -- “Beta Music”
1993 auf Generator Music erschienen, hört man diesem Track seine technologischen Kinderschuhe noch förmlich an. Dan des Sequenzerlaufs jedoch testete er schon mal wunderbar die Dähnungsfähigkeit der Synapsen an.
Community feat. Fonda Rae -- “Parade (Waiting for Spring)”
The Jeyenne -- “Time Warp”
Infrequent Oscillation -- “Burning Phibes”
RMB -- “Redemption”
DJ Tom & Norman -- “Tales of Mystery”
Welche Tracks haben dich in deiner Jugend geprägt? Wann überströmt dich die Gänsehaut? Jetzt, wo wir “die Hosen runtergelassen” haben, sind wir wir auf deine Nennungen gespannt!































