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Vor drei Stunden musste ich wieder Geld investieren – in Diesel, an der Tankstelle, nicht in der Parfümerie. Neben meinem Wagen stand auch ein VW Touareg V6 TDI aus “KLE” an der Station, tankte zwar nicht, ließ aber seinen Motor laufen. Da nur der Beifahrer im Auto saß, vermutete ich den Umweltschänder an der Kasse. Und siehe da, auf meine Frage hin, wem der Wagen gehöre, meldete sich der Besitzer mit gebrochenem Deutsch. Hingewiesen auf das Verbot, an Tankstellen den Motor laufen zu lassen sowie das ökologisch destruktive Verhalten, begann er sogleich mich anzumachensich zu empören. Ein sinngemäßer Dialog:
Er: Wer sagt das?
Ich: mein gesunder Menschenverstand.
Er: Aber der Beifahrer ist drin.
Ich: Aber er fährt nicht.
Ende der Diskussion.

Es gehört wohl zum Liefervertrag des fast 47.000 EUR teueren Wagen, seinen Verstand für ökologisches Handeln in Zahlung zu geben. Bei einem Verbrauch von 9,6 l/100km und einem CO2-Ausstoß von 250g/km braucht man das auch nicht.

Grönemeyer

Während manch ein junger, medial gehypter oder gecasteter Künstler beim Füllen von Arenen in der Größe der Dorfhalle von Kiehlehiele an die Kapazitätsgrenzen seiner Fangemeinde stößt, werden andere Musiktitanen erst bei Größenordnungen von 50.000 Menschen und mehr locker. Gestern Abends schien es Herbert Grönemeyer in der VeltinsArena AufSchalke so gegangen zu sein. Das Haus war brechend voll und bereit, sich dem Lokalhelden hinzugeben. Eine durchdachte Bühnengestaltung – weit in die Zuschauer hineinreichend, ein stimmiges Bühnenbild – Videos mit und ohne Grönemeyer aber stets passend zu den Titeln geschnitten und nicht zuletzt unerschöpfliche Sangeslust, ließen die Angereisten zu Hochform auflaufen. Wir wurden auf eine Reise von Bochum über Männer, Mensch, Alkohol und Currywurst bis Zeit, dass sich was dreht mitgenommen. Alle folgten euphorisch und bewegten Grönemeyer und Band zu fast 3 Stunden Bühnenpräsenz. Erlebnisse lassen sich schwer beschreiben, Worte schaffen es nicht, das Erlebte auszudrücken. So auch gestern. Es war ein Abend voller Adrenalin, Gänsehaut und feuchten Augen. Schön, dass es so etwas in Zeiten von Casting-Shows noch gibt. Menschen, die echte Musik so zelebrieren – auf beiden Seiten der Bühne.

1. Juni 2007

Herbert Grönemeyer Eintrittskarte
Elektroniker trifft Handwerker. Wir sind gespannt! Fazit demnächst hier.

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