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6. Mai 2008

afri art award

Damit es zukünftig nicht mehr nur dem Gaumen, sondern auch den Augen schmeichelt, bietet der afri Art Award jungen Künstlern und Designern die Chance, ihr Talent zu zeigen. Die Aufgabe für die Teilnehmer besteht darin, die Marke afri künstlerisch zu interpretieren.

Jeder (Künstler) kann am afri Art Award teilnehmen. Einfach das Kunstwerk fotografieren und hier einreichen. Die Entscheidung über die besten Werke wird ganz demokratisch in einem Online-Voting von der afri.de Gemeinde gefällt. Neben 4stelligen Geldgewinnen werden die besten Werke als Originale auf der afri Art Award Vernissage im Herbst 2008 in Berlin ausgestellt.

Für alle, deren künstlerische Veranlagung nicht so stark ausgebildet ist und die keine Angst vor dem langen Arm des Gesetzes haben, steht die afri Sprühschablone zum Download bereit. Damit kann jeder selber kreativ tätig werden.

(via BIGOD:NET)

1. Mai 2008

Pop around the Clock
Wer heute versehentlich oder absichtlich bei 3Sat gelandet ist, der wurde 24 Stunden lang bei “Pop around the clock” mit hochkarätigen Konzertmitschnitten legendärer und aktueller Künstler belohnt. Mit von der Partie waren u.a. Die Toten Hosen, George Michael, Take That, Queen, Madonna, Herbert Grönemeyer, Westernhagen, Pet Shop Boys und Amy Winehouse. Leider gibt es keine Wiederholungen in Form der Mediathek. Bleibt also nur der Weg, sich regelmäßig auf den hinteren Plätzen der Fernsehprogramme zu tummeln.

Monomedial zum Nachlesen gibt es das Ganze aber bei 3sat.online

Zascha Moktan im Stage Club Hamburg

Gestern war Mädels-Abend und deswegen haben wir bei dieser äußerst musikalischen jungen Dame vorbeigeschaut. Was vom Abend hängen gebliebe ist? … eine Hammerstimme und großartige Songs! Diese Frau hat das Potential für die ganz großen Bühnen! Ich bin froh sie vor ein paar hundert Leuten im Stage Club gesehen zu haben. Zascha Moktan ist in Ami-Land im Vorprogramm von Alicia Keys aufgetreten und als Bewundererin selbiger kann ich sagen sie steht ihr in nichts nach. …Das Konzert fand ich sogar noch wesentlich besser als das letzte von Frau Keys, was sicher auch an der entspannten und intimeren Atmosphäre lag und es war nicht so amerikanisch durchgestylt. Der Club an sich ist nichts für ein volles Haus. Ab der dritten Reihe konnte man die Band leider nur als zwei-Meter-Hühne erkennnen. Trotzdem war die Stimmung gut, was nicht zuletzt auch mit an einem Song lag der laut Plattenfirma nicht auf das Album passt. “Feel me” hat Zascha nur nach Protesten live spielen dürfen. Der Song ist der Hammer – Latinorhythmen und Soul gemixt – perfekter Sommersound und nicht weit von ihrem ersten Hit “Ouch” entfernt! Gerade abwechslungsreiche Künstler versprechen Qualität und Potential, in Zukunft tolle Musik zu produzieren. Was für Deppen sitzen eigentlich in diesen Musikverlagen? Versteht denn keiner, dass dieser Einheitsbrei nie lange Erfolg haben kann? Oder ist dies gewollt? Es scheint den Firmen doch nur um´s schnelle Geld zu gehen!
Als Fazit bleibt zu sagen: Es war ein toller Abend, es ist eine großartige Sängerin und ich freu mich auf mehr!

Grandiose Antwort von Pavel auf die Wehklage der 100 Künstler an die Bundeskanzlerin:


Kulturschaffende waren bereits im vorigen Jahrhundert durch das Aufkommen von Kompaktkassetten, Videorecordern, Photokopiergeräten und CD-Brennern vom Ruin bedroht. Als plötzlich jedermann Kopien und Mitschnitte von Rundfunksendungen anfertigen konnte und diese an seine ganzen Freunde verschenkte, hat das die Kultur zwar beflügelt, aber das konnte ja niemand wissen. Das darf sich nicht wiederholen. Diesmal muss der Fortschritt aufgehalten werden.

Den kompletten Text gibt es bei “The Lunatic Fringe”

Da haben wir´s. Nachdem gestern die Künstlerbranche im Namen der Musikindustrie bei derKanzlerin vorgesprochenheult hat, wird heute von Frau Merkel Besserung gelobt:

Ich kann dieses Ansinnen sehr gut verstehen und werde versuchen, mich im nationalen und internationalen Rahmen besonders darum zu kümmern. Ich weiß, dass wir eine gesellschaftliche Diskussion brauchen, die deutlich macht: Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt….

Bestimmte Dinge können wir national alleine nicht lösen. Deshalb müssen wir dies im internationalen Rahmen machen, denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, vor der nationale Grenzen nicht schützen können. Deshalb haben wir während unserer G8-Präsidentschaft dieses Thema im vergangenen Jahr auf die Tagesordnung gesetzt, und auch in diesem Jahr werde ich dieses Thema wieder ansprechen.

Ich darf den Künstlerinnen und Künstlern also sagen: Die Bundesregierung kümmert sich um ihre Anliegen….

(Quelle: Bundeskanzlerin.de)

Den kompletten Text gibt es hier. Anhören kann man sich´s hier.

Wie vermutet, reagiert die Regierung auf das Wehklagen und plant die Verschwendung wertvoller Zeit, um Lösungen zu erarbeiten, wie der Musikindustrie die Taschen gefüllt werden können.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Ich fass´ es nicht, was ich da gestern lesen durftemusste. In einem offenen Brief heulen sich namhafte Künstler bei unserer Bundeskanzlerin aus. Der Brief wurde in taz, Süddeutsche und FAZ abgedruckt und ist hier in Gänze zu lesen (Update: gewesen!). Grundtenor ist, wie sollte es anders sein, die Raubkopierer sind Verbrecher, die Einnahmen gehen in den Keller, man fühlt sich bestohlen und helfen kann nur der “Chef” – die Kanzlerin.

Als Unterzeichner finden sich u.a. folgende Künstler wieder, denen ich eine solch eindimensionale Intelligenz nie zugetraut hätte: 2raumwohnung, Culcha Candela, Samy Deluxe, Joy Denalane, Herbert Grönemeyer, Max Herre, Toni Kater, Udo Lindenberg, MIA, Michael Mittermeyer, Rosenstolz, Atze Schröder, Til Schweiger, Seeed.
Vor allem vor dem Hintergrund der vor kurzem veröffentlichten Gewinnverteilung bei CD- und MP3-Verkäufen klingt das Schreiben wie das Heulen eines Kleinkindes, was im Sandkasten eine Schippe vor den Kopf geknallt bekam und auf den Boden der Realität geschmettert wurde. Sagenhafte 4% vom Verkaufspreis einer CD (15,99 EUR) landen in der Tasche des Künstlers. Label und Vetrieb hingegen greifen sagenhafte 50% ab. Nur noch Presswerk und Produzent verdienen mit 3% und 1% weniger. Da kann doch niemand diesen Brief als Künstler ernsthaft unterzeichnen. Oder ist Knechtschaft ein erstrebenswerter Zustand? Künstler verdienen ihr Geld bei Konzerten, Auftritten oder mit Merchandise. Also sollte es im Grundinteresse eines Künstlers sein, so schnell und billig wie nötig, so bekannt wie möglich zu werden. Das Internet, die Tauschbörsen sorgen – durchaus unter Mißachtung geltendem Rechts – für eine z.T. explosionsartige Verbreitung. Fans zahlen utopische Summen, um ihre Stars live zu sehen.

Für mich klingt das Schreiben mit den enthaltenen Forderungen, als ließen sich die Künstler vor den Wagen der Musikindustrie spannen. Der Karren steckt im Dreck, die Industrie kann ihn aufgrund der eigenen Inkompetenz nicht rausziehen, da die Entwicklung im Onlinesegment durch die Industrie gänzlich verpennt wurde. Und nun sollen die Sklaven den Karren ausdem Dreck ziehen. Neue, innovative Konzepte wie Napster wurden durch die Industrie bekämpft und plattgemacht. Selbst als Apple mit iTunes auf den Markt kam, waren die Stimmen der Kritiker laut. Wirklich leidtragend an der verschlafenen Entwicklung sind nicht die Künstler, sondern die Industrie selber (siehe oben).
Es ist traurig zu sehen, wie sich angesehene Künstler nun instrumentalisieren lassen, um die Interessen der Schmarozer und das Versagenen selbiger durchzusetzen. Frau Merkel mit diesem Thema zu belästigen empfinde ich in der derzeitigen politischen und sozialen Situation mehr als fragwürdig. Die Politik ist nicht dazu da, um Einzelinteressen zu fördern.
Schon Herbert Spencer erkante das Prinzip “Survival of the fittest“. Heute mag man sagen, die Schnellen überholen die Langsamen.

Das Thema wird u.a. auch bei Basic Thinking, Nerdcore und Tanith sehr detailliert und mit meiner Sichtweise beleuchtet. Lesen lohnt sich.

20. April 2008

Was passiert, wenn ein finnischer Elektronikkünstler das Land nach einer alten Gerätschaft abgrast, die irgendwann zwischen 1982 und 1983 gebaut wurde und wegen fehlendem Zielgruppeninteresse eingestampft wurde?

Es entsteht Großartiges.

Jori Hulkkonen machte sich auf die Suche und fand zehn Roland TB-303. Dazu versammelte er neben einer TR-808 und einem Mischpult auch noch weitere Elektronikkünstler (Jesper Dahlbäck, Kalle Karvanen, Aku Raski, J-P Parikka, Janne Puurunen, Kimmo Oksanen, Petri Salonen, Tuomas Toivonen, Johannes Auvinen, Tatu Peltomäki), um im Stil eines klassischen Orchesters, eine Symphonie aufzuführen – nur mit den genannten Analogmonstern. Dieser Auftritt fand im Rahmen des Festivals für neue Musik (UMF) am 5. Oktober 2007 in Turku, Finnland statt und wurde “So Run The Tears Like Wine” – The Acid Symphony Orchestra getauft.

Sähkö Recordings hat das Ereignis aufgezeichnet. Und da es dieses einzigartige Setup nicht auf analogem oder digitalem Tonträger geben wird, sollte man sich beeilen und sich die Gänsehaut hier und hier abholen.

Aber Vorsicht! Es entstehen ähnliche Gefühlsregungen, wie bei Hardfloor´s “Lost in the Silver Box”.

Aciiiiid!

18. April 2008

Bisher hat das “U” in Verbindung mit der Buchstabenfolge “96″ eher positiv neuronale Vernetzungen beeinflußt. Als Alex Christensen 1992 mit seinem Projekt “U96″ die Titemusik zum Leinwandklassiker “Das Boot” in den damals neuen technoiden Mantel einhüllte und ein Monster schuf, da war man angefixt, tanzte nachts in Nebelblitzlichtgewitter und wirbelte mit den Armen durch die Luft. Der Mann öffnete mit seinem neuen Sound eine Tür, durch die viele gute und schlechte Künstler liefen, um ihre Berufung für Techno auszuleben.

Nun schreiben wir das Jahr 2008 und der Alex ist wieder am Start. Diesmal ist aber etwas anders. Er nennt sich Alex C. und irgendwann zwischen 92 und 08 scheint er sein Talent verloren zu haben. Wie sonst könnte man sein neues Machwerk “Du bist so Porno” erklären – vom Ertragen ganz zu schweigen. Überhaupt scheint er Probleme im zwischenmenschlichen Zusammensein zu haben. In seinem Album “Euphorie” verarbeitet er mit der Mehrheit der Titel sexuelle Themen: “Doktorspiele”, “So geil so”, “Sex an der Bar” und sein Anmach-Song “Du hast den schönsten Arsch der Welt” um nur einige zu nennen. Gemeinsam haben die Titel nicht nur den plumpen Inhalt sondern auch musikalische Inzucht zwischen Blümchen und Scooter (wobei ich Scooter noch besonderes Talent unterstelle).

Es ist traurig zu sehen, wie sich ein Künstler, der offenbar im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, selbst zugrunde richtet und seinen einstige Pionierrolle in den Müll wirft. Es scheint mal wieder das zwischen Daumen und Zeigefinger zu sein, was zu diesem Drama führte. Schade.

Radio Energy MusicTour 2008

In der Fischauktionshalle versammelten sich heute Abend die unter-Zwanzigjährigen, um mit den Hitmonstern der aktuellen Charts zu feiern. Aufgrund eines gesundheitsbedingten Ausfalls fand ich mich plötzlich unter Kindern wieder und resümiere die Künstler subjektiv wie folgt:

  • Das Bo: Keine Ahnung. Trotz oder wegen seines Haarkleides auf dem Kopf haben wir ihn verpasst.
  • Maria Mena: Schlecht. Kam betrunkenangeheitert auf die Bühne, sang drei Songs auf Vollplayback und verschwand.
  • Dynamite Deluxe: Großartig. Ihr TNT zündete und die Hamburger feierten Samy und D-Flame.
  • Colbie Caillat: Oberes Untermaß. 18 Millionen YouTube-Nutzer können irren! Unvorteilhaft gekleidet, bewegte sich ihre musikalische Leistung irgendwo zwischen Morphium und Baldrian.
  • Kate Nash: Sehr gut. Beeindruckte mit wildem Pianospiel, Leidenschaft, Hingebung, Natürlichkeit, Freakness und einem simplen “bye” beim Verlassen der Bühne.
  • The Boss Hoss: Großartig. Kerle mit mehr Sex-Appeal als vorangegangene Frauen, mehr Power und ein mitgerissenes Publikum. YeeHa!
  • Culcha Candela: Sehr gut. Unbestritten die most-wanted Gruppe des Abends. Das Publikum lag ihnen im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen! Mit ihren südseeig Sounds ließen sie die Sonne scheinen, wärend Hamburg draußen wieder einmal im Regen ertrank.

Anlässlich Amy Winehouse´s Erfolg bei den diesjährigen Grammys bei denen sie dank des mit Drogen in Zusammenhang stehenden Einreiseverbots in die USA nicht persönlich vortreten konnte, stellt sich die Frage:

Nehmen Musiker Drogen weil sie erfolgreich sind oder nehmen Musiker Drogen um erfolgreich zu sein?

Robbie Williams, Elvis Presley, The Rolling Stones, Janis Joplin u.v.m. haben bzw. hatten Erfolg und einen intensiven Umgang mit Drogen diverser Couleur. In den Medien erhält man meistens nur eine Momentaufnahme aktuellen Datums. Es interessiert, wer wann was genommen hat und in welchem RauschzustandEntziehungsheim sich der Künstler wohl gerade befindet. Warum gibt es auf das Warum keine Antwort?

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