--> KonzertKonzert | HASENFARM

Magic Mad

Die Hamburger Rock-Legende, Frontmann der inzwischen pausierenden Band “Kummerfield”, Magic Mad gab gestern im Headcrash auf dem Hamburger Berg das Konzert zu seinem Album “Visions”. Gut eine halbe Hundertschaft Freunde und Anhänger versammelten sich in der heißen Rockhöhle. Magic rockte trotz deutlichem Platzangebot in den Zuschauerreihen und drückenden Temperaturen die Anwesenden. Neben den Tracks seines Albums gab es als Belohnung für´s Durchhalten einige Klassiker im Doors-Stil. Unterstützung erhielt MagicMad von Musikern verschiedener Projekt aus dem Hamburger Raum.
Ein kleines aber feines Konzert von einem Künstler, dem bei MySpace bereits die Aufmerksamkeit von über 300.000 Personen zuteil wurde. Ich bin mir sicher, von Magic Mad hört man in Zukunft noch deutlich mehr.
Einen Einblick in das Schaffen von Magic Mad findet der Rock-Liebhaber auf seiner MySpace-Seite: www.myspace.com/magicmadmusic

1. Mai 2008

Pop around the Clock
Wer heute versehentlich oder absichtlich bei 3Sat gelandet ist, der wurde 24 Stunden lang bei “Pop around the clock” mit hochkarätigen Konzertmitschnitten legendärer und aktueller Künstler belohnt. Mit von der Partie waren u.a. Die Toten Hosen, George Michael, Take That, Queen, Madonna, Herbert Grönemeyer, Westernhagen, Pet Shop Boys und Amy Winehouse. Leider gibt es keine Wiederholungen in Form der Mediathek. Bleibt also nur der Weg, sich regelmäßig auf den hinteren Plätzen der Fernsehprogramme zu tummeln.

Monomedial zum Nachlesen gibt es das Ganze aber bei 3sat.online

Zascha Moktan im Stage Club Hamburg

Gestern war Mädels-Abend und deswegen haben wir bei dieser äußerst musikalischen jungen Dame vorbeigeschaut. Was vom Abend hängen gebliebe ist? … eine Hammerstimme und großartige Songs! Diese Frau hat das Potential für die ganz großen Bühnen! Ich bin froh sie vor ein paar hundert Leuten im Stage Club gesehen zu haben. Zascha Moktan ist in Ami-Land im Vorprogramm von Alicia Keys aufgetreten und als Bewundererin selbiger kann ich sagen sie steht ihr in nichts nach. …Das Konzert fand ich sogar noch wesentlich besser als das letzte von Frau Keys, was sicher auch an der entspannten und intimeren Atmosphäre lag und es war nicht so amerikanisch durchgestylt. Der Club an sich ist nichts für ein volles Haus. Ab der dritten Reihe konnte man die Band leider nur als zwei-Meter-Hühne erkennnen. Trotzdem war die Stimmung gut, was nicht zuletzt auch mit an einem Song lag der laut Plattenfirma nicht auf das Album passt. “Feel me” hat Zascha nur nach Protesten live spielen dürfen. Der Song ist der Hammer – Latinorhythmen und Soul gemixt – perfekter Sommersound und nicht weit von ihrem ersten Hit “Ouch” entfernt! Gerade abwechslungsreiche Künstler versprechen Qualität und Potential, in Zukunft tolle Musik zu produzieren. Was für Deppen sitzen eigentlich in diesen Musikverlagen? Versteht denn keiner, dass dieser Einheitsbrei nie lange Erfolg haben kann? Oder ist dies gewollt? Es scheint den Firmen doch nur um´s schnelle Geld zu gehen!
Als Fazit bleibt zu sagen: Es war ein toller Abend, es ist eine großartige Sängerin und ich freu mich auf mehr!

Ich fass´ es nicht, was ich da gestern lesen durftemusste. In einem offenen Brief heulen sich namhafte Künstler bei unserer Bundeskanzlerin aus. Der Brief wurde in taz, Süddeutsche und FAZ abgedruckt und ist hier in Gänze zu lesen (Update: gewesen!). Grundtenor ist, wie sollte es anders sein, die Raubkopierer sind Verbrecher, die Einnahmen gehen in den Keller, man fühlt sich bestohlen und helfen kann nur der “Chef” – die Kanzlerin.

Als Unterzeichner finden sich u.a. folgende Künstler wieder, denen ich eine solch eindimensionale Intelligenz nie zugetraut hätte: 2raumwohnung, Culcha Candela, Samy Deluxe, Joy Denalane, Herbert Grönemeyer, Max Herre, Toni Kater, Udo Lindenberg, MIA, Michael Mittermeyer, Rosenstolz, Atze Schröder, Til Schweiger, Seeed.
Vor allem vor dem Hintergrund der vor kurzem veröffentlichten Gewinnverteilung bei CD- und MP3-Verkäufen klingt das Schreiben wie das Heulen eines Kleinkindes, was im Sandkasten eine Schippe vor den Kopf geknallt bekam und auf den Boden der Realität geschmettert wurde. Sagenhafte 4% vom Verkaufspreis einer CD (15,99 EUR) landen in der Tasche des Künstlers. Label und Vetrieb hingegen greifen sagenhafte 50% ab. Nur noch Presswerk und Produzent verdienen mit 3% und 1% weniger. Da kann doch niemand diesen Brief als Künstler ernsthaft unterzeichnen. Oder ist Knechtschaft ein erstrebenswerter Zustand? Künstler verdienen ihr Geld bei Konzerten, Auftritten oder mit Merchandise. Also sollte es im Grundinteresse eines Künstlers sein, so schnell und billig wie nötig, so bekannt wie möglich zu werden. Das Internet, die Tauschbörsen sorgen – durchaus unter Mißachtung geltendem Rechts – für eine z.T. explosionsartige Verbreitung. Fans zahlen utopische Summen, um ihre Stars live zu sehen.

Für mich klingt das Schreiben mit den enthaltenen Forderungen, als ließen sich die Künstler vor den Wagen der Musikindustrie spannen. Der Karren steckt im Dreck, die Industrie kann ihn aufgrund der eigenen Inkompetenz nicht rausziehen, da die Entwicklung im Onlinesegment durch die Industrie gänzlich verpennt wurde. Und nun sollen die Sklaven den Karren ausdem Dreck ziehen. Neue, innovative Konzepte wie Napster wurden durch die Industrie bekämpft und plattgemacht. Selbst als Apple mit iTunes auf den Markt kam, waren die Stimmen der Kritiker laut. Wirklich leidtragend an der verschlafenen Entwicklung sind nicht die Künstler, sondern die Industrie selber (siehe oben).
Es ist traurig zu sehen, wie sich angesehene Künstler nun instrumentalisieren lassen, um die Interessen der Schmarozer und das Versagenen selbiger durchzusetzen. Frau Merkel mit diesem Thema zu belästigen empfinde ich in der derzeitigen politischen und sozialen Situation mehr als fragwürdig. Die Politik ist nicht dazu da, um Einzelinteressen zu fördern.
Schon Herbert Spencer erkante das Prinzip “Survival of the fittest“. Heute mag man sagen, die Schnellen überholen die Langsamen.

Das Thema wird u.a. auch bei Basic Thinking, Nerdcore und Tanith sehr detailliert und mit meiner Sichtweise beleuchtet. Lesen lohnt sich.

5. März 2008

Symbolfoto Dynamite Deluxe
Der Wickeda MC (a.k.a. Samy Deluxe) kam mit DJ Dynamite ins Hamburger Docks, um der TNT-Tour einen Abschluß in der Hip-Hop-Hochburg Deutschlands zu bescheren. Als Unterstützung begleiteten ihn der hessische Tieftoner (a.k.a. D-Flame) und der nasale Hanseat (a.k.a. Jan Delay). Das Vorprogramm bestritt DJ Haitian Star (a.k.a. Torch) mit einem Medley in bester Dieter-Thomas-Heck-Manier – mit zehn Platten quer durch die Hip-Hop-Historie. Das Publikum zeigte dabei unmißverständlich, wo der Hammer hängt und ließ die Stimmung bereits bei “Hammerhart” explodieren. Die Live-Performance startete mit “Dynamit!”.
Dynamite Deluxe glänzten mit ihren neuen Tracks, alten Klassikern wie z.B. “Grüne Brille” (mit Jan Delay), “Wie jetzt” und “Dreist” und Stilausflügen. So rappte Samy zu The Prodigy´s “Poison”, Aaliyah´s “Try again” und Alicia Keys´ “No one”. Das Publikum, dass trotz verhängtem Rauchverbot schätzungsweise zwei Hektar Cannabis verkonsumierte, hing Sam an den Reimen. Bei “Sneak Preview” hielt es dann selbst die Kopfnickerfraktion der letzten Reihen nicht mehr und der Saalinhalt sprang, als hätte das Betäubungsmittel seine Wirkung schlagartig verloren.
Wie immer performten Dynamite Deluxe in ihrer Heimatstadt auf Spitzenniveau. Die Stimmung, die Stimmen (Samy und D-Flame – einfach genial) und der Flow verdeutlichen eins: Hamburg geht steil und Samy wird mit jedem meiner besuchten Konzerte derber. Ich hoffe, noch eine Karte für das nachgeschobene zweite Abschlußkonzert zu ergattern, denn von guten Dingen kann man ja nie genug bekommen.

Grönemeyer

Während manch ein junger, medial gehypter oder gecasteter Künstler beim Füllen von Arenen in der Größe der Dorfhalle von Kiehlehiele an die Kapazitätsgrenzen seiner Fangemeinde stößt, werden andere Musiktitanen erst bei Größenordnungen von 50.000 Menschen und mehr locker. Gestern Abends schien es Herbert Grönemeyer in der VeltinsArena AufSchalke so gegangen zu sein. Das Haus war brechend voll und bereit, sich dem Lokalhelden hinzugeben. Eine durchdachte Bühnengestaltung – weit in die Zuschauer hineinreichend, ein stimmiges Bühnenbild – Videos mit und ohne Grönemeyer aber stets passend zu den Titeln geschnitten und nicht zuletzt unerschöpfliche Sangeslust, ließen die Angereisten zu Hochform auflaufen. Wir wurden auf eine Reise von Bochum über Männer, Mensch, Alkohol und Currywurst bis Zeit, dass sich was dreht mitgenommen. Alle folgten euphorisch und bewegten Grönemeyer und Band zu fast 3 Stunden Bühnenpräsenz. Erlebnisse lassen sich schwer beschreiben, Worte schaffen es nicht, das Erlebte auszudrücken. So auch gestern. Es war ein Abend voller Adrenalin, Gänsehaut und feuchten Augen. Schön, dass es so etwas in Zeiten von Casting-Shows noch gibt. Menschen, die echte Musik so zelebrieren – auf beiden Seiten der Bühne.

1. Juni 2007

Herbert Grönemeyer Eintrittskarte
Elektroniker trifft Handwerker. Wir sind gespannt! Fazit demnächst hier.

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