
Die “beste Band der Welt”, so sich die Ärzte nennen, lud Freunde (Mando Diao, Sportfreunde Stiller) nach Uelzen auf den Albrecht-Thear-Platz vor dem Hunderwasserbahnhof ein. Und 30.000 Fans folgten dem Ruf. Bei sonnigem Wetter (siehe unten bei “Das Wetter”) kamen die Köchin, D+T, K und ich in Uelzen an. Ausgiebiges Frühstück im Hamburger Mondo, Autofahrt auf´s Land und Cafe´und Kuchen im Coffé and More in Uelzen. Etwas spät, gerade noch, um die Sportis eine halbe Stunde zu verfolgen, kamen wir in Sichtweite der Bühne an. Die Stimmung ausgelassen, die Laune gut. Die Sportfreunde übergaben nach ihrem Auftritt an Mando Diao, die sich die ganze Zeit über in Hamburg glaubten. Offenbar hat ihnen ihr Manager Uelzen als Vorort der Millionenstadt verkauft, um nicht den Eindruck zu erwecken, mitten auf dem Land aufzutreten.
Die Stimmung war eher verhalten, selbst bei ihren Hits verhielt man sich norddeutsch reserviert. Es ist schön anzusehen, wie zu deutschen Bands mit weniger “Weltruhm” besser gefeiert wird, als zur ersten Rockliga. Der Musikbegeisterte erkennt Qualität, auch ohne Deutsch-Musikquote im Radio.
Halb Acht überließen Mando Diao den Bühnenbauern das Feld, um die Auftritt der Ärzte zu 8 Uhr vorzubereiten. Ob die “beste Band der Welt” diesen Titel wirklich verdient, galt es in den kommenden 3,5 Stunden herauszufinden. Punkt Acht fiel der Vorhang und Farin, Rod und Bela B. standen top gedresst (Farin: schwarzer Rollkragenpullover, Rod: Anzug, dunkles Hemd und Kravatte, Bela B.: Nadelstreifenhemd mit St. Pauli-Logo) im Scheinwerferspot. Ihnen eilte der Ruf vorraus, während der Auftritte in ausführlicher Interaktion mit dem Publikum zu stehen. Dieses für uns bisher einzigartige Entertainment hat den Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht: von Applausübungen, Laola-Wellen-Test, Rhytmusunterstützung oder Anbetung des Wettergottes – die Ärzte boten weit mehr als nur Abspielen ihrer besten Lieder. Selbst Textunsicherheiten von Farin hielten als Unterhaltungsvorlage her.
Fazit: Als Nichtpunker und Nichtrocker kann ich bestätigen, dass die “beste Band der Welt” auf jeden Fall die besten Konzerte der Welt veranstalten. Es war ein rundum gelungener Abend.
Ein Wort zum Wetter
Ey Petrus, wenn man morgens um 9 Uhr von grauer Suppe und heftigem Regen geweckt wird, verspricht der Tag eine einzige Farce zu werden – vor Allem, wenn man auf ein Open-Air möchte. Verstehste? . Als regengewöhnter Hamburger sind wir zwar von dieser Situation weit weniger geschockt, aber Not tut das ja echt nicht. Aber wir lassen uns von dir ja nicht den Spaß verderben: Polyesterjacken, Friesennerz, Gummihose und Gummistiefel herausgekramt und auf und davon.
Bereits nach Verlassen des Elbtunnels hellte sich die Wolkendecke auf und einige Kilometer weiter blitze blauer Himmel durch. In Uelzen angekommen schien die Sonne, weiße und grauweiße Wolken tupften den Himmel und die Regenkleidung musste den Rucksack nicht verlassen. Erst in der Dunkelheit, ca. 1 Stunde vor Konzertende schüttete es wieder aus vollen Eimern. Jedoch hatte der Regen keine Chance, das Klima zu verschlechtern.

Die Kampfausrüstung