Von Natur aus böse
Nach Jahren der Abstinenz erschienen Naughty by Nature wieder auf der Bühne. Der Abend im Hamburger Mandarin-Kasino startete spät und ganz weit unten. Ob die Veranstalter der besseren Dramaturgie wegen vor den Höhepunkt (Naughty by Nature) einen musikalischen Tiefpunkt setzten, bleibt unbeantwortet.
So offenbarten sich den Oldschool-Hip-Hop-Anhängern als Vorband “KWA”. Weil Amerikanisierung im Trend ist und die Namenpaten “N.W.A.” (Niggers with Attitude) für die amerikanische und internationale Hip-Hop-Bewegung eine enorme Bedeutung hatten, dachten sich die Hamburger Jungs, “KWA” klingt ähnlich. Fehlte nur noch die passende Übersetzung. Und die lautet “Kanacken wollen alles”. Kein Witz! Ehrlich! Und so wurde über so sozialkritische Themen Männerbärte und Hupen beim Autofahren gerappt. Ganz tiefer Sinn. Ganz weit unten und extrem peinlich!
Für Naughty by Nature war es daher ein Leichtes, das Haus zu rocken und die Leute zum springen zu bringen. Eckpunkte waren “OPP” und “HipHopHorray”. Dazwischen allerlei Adaptionen und Huldigungen anderer Künstler, bevorzugt tote, wie Biggy und 2Pac. Alkohol und Joint sowie das etappenweise Freilegen des Oberkörpers rückten das zuvor vermasselte Bild von Hip-Hop wieder gerade. Am Ende war der Anfang wieder vergessen und alles gut.
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