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Das Italiener nicht nur gute Pasta hervorbringen, wissen wir, seit uns Maurizio Miceli zum ersten Mal begegnet ist. Seine Selektion erstklassiger Dub-Tunes brachte schon so manchen Tieftoner in verzückende Vibrationen.

Jetzt präsentiert der Italiener einen exklusiven DJ-Mix für das INQ-Magazin. 110 Minuten groovender Dub-Techno nimmt uns mit auf eine Reise zurück in die Zeit, als Dub willkommene Abwechslung zum schnellen und überladenen Ravesound darstellte. Mit seinem exzellenten Set verweist er nebenbei auf ein anderes Phänomen. Alle verwendeten Tracks sind unter Creative-Commons-Lizes frei lizensiert.  So entsteht eine beachtliche Werkschau von Künstlern, die unter CC-Lizens ihre beeindruckenden Arbeiten für jedermann zugänglich ins Netz stellen. Ein vertiefender Blick in die Playlist sei demnach empfohlen.

Playlist und Download-Link des Mixes.

Basic Channel CD #1 und #2

Folgender Dialog auf Skype beschreibt, welch seltenes Ereignis heute stattgefunden hat:

Ich: hab heute was Verrücktes gemacht.
Er: Deinen Hasen rasiert ?
Ich: nee
Er: sondern?
Ich: mir 2 cds gekauft
Er: Nein, Du Schuft. Von wem denn ?
Ich: bcd1 und bcd2, hörprobe
Ich: und? Geil, nicht!
Er: Ich überlege noch, ob sich die Lautsprecher meines Rechners gerade verabschiedet haben, oder ob das schon die Musik ist
Er: Nee, klingt voll nach deiner Musik.

Der Eine glaubt, seine Stereoanlage verabschiedet sich ins Nirvana, für andere bedeutet schon allein der Name “Basic Channel” Religion. Zwar besitze ich schon nahezu alle Platten aus dem Oswald/Ernestus-Umfeld, aber als ich in der aktuellen Groove #114 las, dass die Fortsetzung der ersten 95er Zusammenstellung erschienen ist, befahl ich Amazon, mir beide Katalognummern zukommen zu lassen.
Es gibt nicht mehr viel Musik, der man eine Ursprünglichkeit und Pionierbedeutung zuschreiben kann, wie den Produktionen aus dem Basic Channel-Umfeld. Maurizio konnte aufgrund seines 4-to-the-floor-sounds schnell ein breites Publikum ansprechen. Bei den Basic Channel-Produktionen ist das Feld weitaus breiter. Da kann man auch mal einen Track ohne Beat erwischen.
Unheimlich beeindruckend ist nach wie vor, wie ein Sound derartig minimalistisch und doch so massiv sein kann.

Wwwwwwwwwwww – aaaaaaaaaaaaaaa – hhhhhhhhhhhhhhh – nnnnnnnnnnnnnnn – ssssssssssssss – iiiiiiiiiiiiiiiii – nnnnnnnnnnnnnnn – nnnnnnnnnnnnn!!!!!!!!!!!!!!!
Ein schwach beleuchteter Tunnel führt dich in den Keller. Je weiter du durch den Tunnel läufst, desto hämmernder wird die Musik, die dir entgegen rast. Dein Puls steigt. Es ist dunkel. Du biegst um eine Ecke und wirst frontal von unmenschlich harten Frequenzen umgeblasen. Deine Haut vibriert, die Haare schwingen im Rythmus der Bässe. Blitze zucken. Die dunkeln Silhouetten tanzen in abgehackten Bewegungen. Am Ende des Raumes steht hinter dicken Stahlgittern, in diffus-rotem Licht der DJ. Willkommen im Tresor Berlin, Köpenicker Straße!

Dimitri Hegemann hat mit seinem Team Großes vollbracht. Techno lebt wieder, so wie es nur im Tresor möglich ist. Das Paradies ist wieder ein Ort auf Erden.
Tresor Berlin

18. Dezember 2006

Mit einem Schlag ist Weihnachten bei mir. Nicht wegen dem winterlichen Wetter. Auch nicht wegen der verlassenen Innenstädte am Samstagnachmittag. Nein, auch nicht wegen meinem Kontostand, der wegen nicht gekaufter Geschenke nicht weiß, wohin.
Nein, es ist wegen dem Tresor. Der war tot. Für mich bis heute. Bis ich das las und dann das. Der macht also wieder auf. Ick freu´ mich jetzt schon auf den Frühling. Nicht wegen dem warmen Wetter. Nicht wegen der bunten Blumen. Und auch nicht wegen der fliegenden Pollen…
Via Blogsen.
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Heute erreichte mich endlich mal wieder ein Highlight elektronischer Musik, gepresst auf schwarzes Gold. In einer der letzten Tresor-Nächte spielte K.Hand eine Platte, die ich auch auf meinem Tresor-Video (siehe Rubrik “Tresor”) gebannt habe. Der Globus kochte. Schnell stellte sich heraus, dass das Magdeburger Label KarateKlub dahinter steckt. Mein Tipp läuft auf den Track, der der Platte ihren Namen gibt. Ein trockener, aber unheimlich schiebender Beat lässt definitiv jeden ins Grooven geraten. Dazu fordert die soulige Stimme jedes Baby zum Umdrehen auf. Break. Weiter schiebt der Bass und die High-Hats flirren weiter. Eine Bombe auf dem Plattenteller. Genial, dass das Teil auch noch aus Sachsen-Anhalt die Welt erobert. Ihr könnt die Platte hier hören und kaufen:

Na wenn das mal keine Überraschung ist: Der Tagesspiegel meldet in seiner Ausgabe vom 29.04.2005, Nr. 18 819, auf Seite 23 im Bereich „Berlin Kultur“, dass für die Senatsverwaltung für Kultur der Tresor „aus kulturpolitischer Sicht ein wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil nicht nur der Berliner Musikszene“, ist und dass es „im Interesse der Stadt“ liege, dass er eine neue Heimstatt findet. Ich wiederum finde das auch sehr positiv, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass diese Erkenntnis schon früher gekommen wäre – man hatte ja schließlich mehr als 14 Jahre Zeit. Den kompletten Artikel gibt es auch hier: Tagesspiegel online

19. April 2005

15.04.2005 – DER LETZTE TAG. So, dass war´s nun. Eine Ära geht zu Ende und was bleibt…. Aber fangen wir vorne an.
Im Vorfeld habe ich mich schon mit meinen Berlinern Ray und Georg abgesprochen, dass wir uns nach Jahren zur letzten Party im Tresor wiedertreffen. Zuverlässige Quellen meldeten schon im Vorfeld, dass DJ Hell der Surprise-Guest wird und dass Richie Hawtin erst gegen 12 Uhr Mittags auflegt. Daher hielt ich es logistisch günstiger, erst gegen 6 Uhr morgens in Berlin aufzuschlagen. Doch in der nacht zum Sonnabend erreichte mich von Georg eine SMS, die auf riesige Schlangen und lange Wartezeiten vorbereiteten. Also verlegte ich meine Ankunft kurzerhand auf die später. Dies sollte 8 Uhr werden. Ich fand eine ca. 50 m lange Schlange vor einer geschlossenen Tür wieder. Als ich mich nach Zeitpunkt der Öffnung erkundigte, öffnete sich selbige und nach nur 5 Minuten war ich drin. Nachdem ich Ray und Georg den Lagebericht durchgegeben habe, genoss ich die aufgehende Sonne im Tresor-Garten und schaute mir die Besucher an, die die Nacht schon überstanden hatten. Es sollte ein herrlich sonniger Tag werden. Gegen 10 Uhr kam Ray und kurz danach auch Georg. Freudiges Umarmen und anschließende Fachgespräche über Menschen, Maschinen, Mutationen ließen die Zeit verfligen. Ray und ich stärkten uns im Sony-Center mit lecker Australischem Wrap und chinesischen Spezialitäten. Gegen halb eins setzte Richie Hawtin seinen 2 Macs und 3 Plattenspieler in Bewegung und begann die euphorisierte Masse zu rocken. Abgesehen von den Tücken der Computertechnik gelang ihm ein Hammerset, dass keine Wünsche offen ließ. Während seines Sets musste ein Ventilator beschafft werden, weil die Rechner offenbar nicht ausreichend Kühlung bekamen. Wie auch, bei über 40 Grad Raumtemperatur und 99% rel. Luftfeuchte? Unter den Tanzwütigen tauchten u.a. Monika Kruse und Hardy Hard auf, die ebenfalls mächtig Spaß hatten. Ist mir so auch noch nie passiert. Gegen 17 Uhr übernahm Ricardo Villalobos das Ruder. Ray und ich waren aufgrund exzessiver Tanzakrobatik ausserhalb der Normalform und so entschieden wir uns, ein Eis in den Arkaden zu beschaffen und so den Tag allmählig ausklingen zu lassen. Nach der Stärkung habe ich dann noch eine letzte Runde durch die Hallen gedreht, die für mich immer die Leidenschaft und den Geist von Techno verkörpert haben. Seit 1994 habe ich dort so manche Nacht verbracht und wurde nie enttäuscht. Ein mulmiges Gefühl überkam micht, ein tiefes Durchatmen und ein “bye bye” – das waren meine letzten Sekunden im Tresor. Ray fand ich mit Anika und Sirko im Café wieder. Wir redeten och ein wenig und dann ging es zu Ray, zum Chinesen und nach Hamburg. Dort kam ich gegen 11 Uhr abends an und hatte den Eindruck, dass ein Teil von mir für immer im Tresor geblieben ist.
Danke Tresor-Crew für alles, was Ihr getan habt. Nur die, die dort waren wissen, welch großartige Leistung Ihr seit 1991 vollbracht habt. Wir sehen uns im Tresor Vol. 2!

19. April 2005

15.04.2005 – Noch 2 Tage bis zum Ende. Nun war es also da – das letzte Tresor-Wochenende. Im Vorfeld hörte ich schon in Hamburg, die Schlangen vor der Tür seien unerträglich, und enttäuschte Fans wurden abgewiesen. Also hieß es rechtzeitig auf die Autobahn und ab nach Berlin. gegen halb zwölf fand ich mich vor dem Club ein und konnte sofort eintreten. Da der Laden zu dem Zeitpunkt noch ordentlich Raum bot, nutzte ich die Zeit mit Fotografieren und Filmen. In die “Tresor”-Rubrik finden sich die Bilder. Als Joey Beltram begann, den Tresor zu beschallen, füllte sich selbiger recht schnell und der Schweiß lagerte sich gewohnheitsbedingt an der Decke ab. Beltram spielte seinen gewohnten Stil und rockte den Keller. Der anschließende Live-Act von Scan 7 war für mich eher optisch interessant. Scan 7 Stand schwarz gekleidet und mit Ski-Maske verhüllt hinter seinen Geräten und spielte – für mich leider etwas zu hart. Gebeutelt von der Woche, überfiel mich plötzliche Müdigkeit. Kelli Hand konte mich mit ihrem z.T. sehr melodiösem Set nicht so recht überzeugen. Aber gegen 5 Uhr sollte Maral Salmassi die Regler übernehmen. Also wartete ich geduldig, schaute mir den Club nochmal in Ruhe an und genoss dieses permanente, aufgebrachte Treiben der Besucher. Nachdem Maral Ihr Set mit Acid-lastigen Tracks eröffnete, und mich zurück auf die Tanzfläche geholt hat, verließen mich aber gegen 6 Uhr entgültig die Kräft und so setzte ich mich völlig übermüdet ins Auto und jagte dem Schlafplatz entgegen – Kraft zu sammeln für den letzten Tag.

10. April 2005

09.04.2005 – Noch 7 Tage bis zum Ende! Der Countdown läuft und so verschlug es mich erneut in die heiligen Hallen der elektronischen Tanzmusik. Gegen halb ein parkte ich mein Auto in sicherer Distanz zum Club und holte mir erstmal einen Stempel. Der Laden war noch recht übersichtlich gefüllt. Also nochmal raus, Kamera geholt und wieder rein. Leider verhinderte die doch schon erstaunlich hohe Luftfeuchtigkeit ordentliche Fotos. Gegen halb zwei war ich dann so langsam bereit, mich den Sets der Nacht hinzugeben. Jonzon legte unerwarte klassisch und Jubelschreie-auslösend auf. Ich habe Jonzon noch nie zuvor spielen gesehen, werde nach dieser Nacht aber auf jeden Fall noch ein Auge auf den Jungen halten. Der ist echt gut! Nach Jonzon übernahm Wolle XDP der im Set mit bösen Sicherungsausfällen der Anlage zu kämpfen hatte. Die Masse reagierte gemischt aber erfreut, wenn´s wieder krachte. Nach Wolle übernahm dann DJ Shufflemaster aus Tokio. Trotz meiner Ohrenstöpsel hatte ich den Eindruck, mit platzt das Trommelfell und meine Atmung setzt aus. Solch derbe Bässe, die die Magengrube massieren habe ich selten erlebt. Sein Mix, der mittel Traktor perfektioniert wurde, hielt mich bis zu seinem Ende, gegen 6 Uhr auf der Tanzfläche. Leicht benommen bahnte ich mir den Weg in den Globus, wo ich Zeuge eines PingPongs zwischen Blake Baxter und Mike Grant wurde. Leider überschnitten sich die Sets von Shufflemaster und BB & MG. Ich hätte gerne noch mehr von den beiden gehört, aber gegen 6:15 Uhr übergaben sie an das folgende Live-Set. Ich folgte dem Licht, dass durch die Eingangstür in den Club lugte – aber wegen dem Neben/Schweißgemisch nicht weit kam. Ich genoss den schönen Sonnenaufgang am Sonntag Morgen und schoss noch einige Fotos, bevor ich mich wieder in Richtung Schlafstätte begab.

3. April 2005

02.04.2005 – Noch 14 Tage bis zum Ende! Nachdem ich einen sonnigen Samstag verschlafen hatte und meine Mom mir eine Tasse Kaffee gekocht hat, die Tote aufwecken hätte können, setzte ich mich wieder in mein Auto und fuhr erneut zum Tresor. Heute sollten u.a. D.Diggler, Gianni Vitiello und Alexander Kowalski die Crowd erfreuen. Nachdem Wartemanöver am Vorabend trudelte ich schon gegen halb eins im Tresor ein und hatte somit genug Zeit, durch die heiligen Hallen zu streifen und nochmals die Aura dieser aussergewöhnlichen Location in mich aufzusaugen. D.Diggler legte im Globus knackige, aber für meine Stimmung zu harmlose Tracks auf. Also gings ab in den Keller, wo Mr. Vitiello ein für meine Ohren eher mäßiges Set ablieferte. Seine Tracks auf Platte gefallen mir definitiv besser. Aber als dann in den frühen Morgenstunden Alexander Kowalski an seine Geräte trat, war die Masse nicht mehr zu halten. Großen Respekt an diesen Jungen! So gegen 6:30 Uhr habe ich mich dann langsam wieder an die frische Luft geschoben und mich in Richtung Schlafstätte begeben.

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