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Ein Programm, welches mir beim Wechsel vom PC auf den Mac abhanden gekommen war, ist ein ordentliches Finanzverwaltungsprogramm a la WISO Mein Geld. Nach Fragen, Beraten und Vergleichen der sehr überschaubaren Angebote für Mac OS X habe ich mich für Bank X (sprich: bänk ten) entschieden. Heute hielt ich das 59 EUR teure Finanzverwaltungsprogramm in meinen Händen und freute mich. Das sollte aber nicht lange so bleiben.

Um zu verstehen, was mir den Tag vermasselte, hier eine Gegenüberstellung:

WISO Mein Geld Standard: 39,95 EUR
WISO Mein Geld Professional inkl. Depotverwaltung: 49,95 EUR
Bank X Standard: 59,00 EUR
Bank X Professional: 99,00 EUR

Wer nun denkt, was ich dachte – die Standardversionen haben den gleichen Funktionsumfang – der irrt sich gewaltig. Da ich mein Depot direkt verwalte, erwartete ich mit einer Standard-Edition eine bequeme Kontenverwaltung mit HBCI zu erwerben. Ich benötige die automatische und manuelle Zuordnung von Kategorien je Buchung, eine Übersicht meines Vermögens und ein Reporting, welches mir Ein- und Ausgabenverteilung je Kategorie und Zeitraum zeigt.

All dies fand ich zu PC-Zeiten bei WISO Mein Geld. Auch bei Bank X findet man laut Werbung all diese Features:

  • Sie können die Daten weitergehend auswerten.
  • Überweisungen lassen sich in aller Ruhe vorbereiten und Sie behalten den Überblick über verwendete Transaktionsnummern etc.
  • Bank X kennt auch oft eine Abkürzung zu den Daten, die Sie nicht nehmen können, wenn Sie sich manuell durch die Menüs der Bank “quälen” müssen.

Die Installation verlief problemlos und bereits nach wenigen Minuten hatte ich meine Umsatzdaten auf dem Rechner. Die Zuordnung der Kategorien verlief zwar nicht so leicht wie bei WISO, aber wer vom PC auf den Mac wechselt, hat Übung mit neuen Abläufen. Doch dann verfinsterte sich meine Laune als ich ein weiteres Konto hinzufügte, manuell den Kontostand eintrug und nirgends mein Gesamtvermögen ablesen konnte. Es fehlt schlicht die oberste Aggregationsebene in der Kontenverwaltung. Also F12 drücken und manuell ausrechnen. Dann wollte ich “Daten weitergehend auswerten”. Diese Menüpunkte sind gegraut und nicht verfügbar. Auch der Datenexport ist mir verschlossen. Der Blick in das Handbuch zeigt warum: “PRO” steht vor der Erläuterung dieser Features! 99,00 EUR sind fällig, wenn ich meine Daten in einem Reporting oder in Excel haben möchte.
Ich fasse kurz zusammen: Für 59 EUR erhält man ein Programm, welches den Umfang eines durchschnittlichen und kostenfreien Onlineangebotes einer x-beliebigen Bank kaum übersteigt. Für Standardleistungen, die über diesen Service hinweg gehen, soll man 99 EUR löhnen. Für 30 EUR mehr erhält man bei Apple ein komplettes Betriebssystem!

Fazit: Finger weg von Bank X. Lieber Parallels und Windows XP auf einer externen Platte mit dem WISO Mein Geld laufen lassen. Da hat man eine erstklassige Software.

Ich habe mich an den Hersteller von Bank X gewandt, um entweder ein kostenfreies Upgrade zu bekommen oder die Rückgabe zu erwirken. Update folgt.

20. Juli 2008

Rubel

Samstag Nachmittag, gegen 16 Uhr. Jeder normale Mensch sucht sich ein Café und genießt selbigen mit leckerem Kuchen. Die Anderen rennen zu IKEA. Wohlwissend, wie der Einkauf verlaufen wird. Man darf auch gerne zwischen Männer- und Frauenerwartungen unterscheiden. Während die Männer die Erwartung pflegen, direkt in die Abhol- und Lagerhalle zu gehen, um die bereits zu Hause im Katalog zusammengestellte Kollektion zu verladen, bittetfordert die Begleiterin den Gang durch die Ausstellung. “Nur mal schauen” hört man da und im Nachsatz die Bemerkung “Aber nimm mal eine Tragetasche mit.” Aha, nur mal schauen! Der Mann, genervt, trabt hinter der Begleiterin her und nickt gelangweilt zu ihren Fragen. Nachdem das Paar mit einer prall gefüllten Tasche endlich die Lagerhalle erreicht hat, trocknen auch endlich die Schweißtropfen auf der Stirn des Mannes, der die Pakete verlädt, um sich wenige Schritte später in einer ca. 2 km langen Warteschlange unter tausenden Gleichgesinnter wiederzufinden. Zwar sind 90% aller Kassen geöffnet, aber die aus Schweden importierte Entspannung der Verkäufer sorgt dafür, dass man in aller Ruhe neue Freundschaften mit Wartegenossen knüpfen kann.
Richtig lustig wird es, wenn dann auch das passiert, was mir gestern wiederfahren ist. Nach einer gefühlten Stunde Wartezeit (es waren in Wirklichkeit 59 Minuten) , als ich dem Ruhepol “Kassierer” endlich meine EC-Karte überreichen durfte, verweigerte das Karten-Lesegerät seinen Dienst. “Karte leider nicht lesbar” – 1a. Dumm nur, dass ich kein Bargeld bei mir hatte. Der Kassierer reagierte leicht irritiert, als ich die neue Garnitur Bettbezug für zusammen vierzig Euro mit finsterer Miene und liegen lies und ohne Antwort auf den gejodelten Wochenendsgruß abzog. Hätte er sich schenken können. Die Kunden nach mir standen dann sicher noch einige Minuten länger, da der Betrag ersteinmal von einer dafür legitimierten Person ausgebucht werden musste. Wenigstens etwas Spaß!
Summa summarum habe ich also ca. 2 Stunden damit verbracht, neues Bettzeug nicht zu kaufen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich all den Einzelhändlern mit elektronischen Zahlungmöglichkeiten auf den Weg geben: Wenn auch nur eine Karte nicht lesbar ist (die es Minuten zuvor im Laden nebenan noch war), dann schickt das bef*#*#e Gerät an den Hersteller zurück. Ich zahle Beträge ab 20 EUR stets mit Plastik und im Jahre 2008 erwarte ich, das im Rahmen von Servicedefinition zu können. Oder könnt ihr auf den Umsatz verzichten?

Mahnbescheid

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam – so sagt der Volksmund. Wo er das wohl her hat?

Ein Mahnbescheid, der Anfang 2008 erlassen wurde, wird gut 3 Monate später dem internationalen Rechtsverkehr übergeben. Nicht das der Bescheid nun in Timbuktu zugestellt werden muß, nein, er soll nur anderthalb Flugstunden von Hamburg seinen Empfänger finden. Das dauert dann aber trotzdem bis zu sechs Monaten. Hoffentlich braucht der Mahnende das Geld nicht all zu dringend und der Angemahnte ist inzwischen nicht umgezogen – ansonsten dürfte das Spiel sehr langwierig werden.

14. Mai 2008

An der Kreuzung Ludolfstraße/Kellinghusenstraße kann man allmorgentlich den Duft des Geldes riechen. Er kommt zumeist aus den Abgasanlagen der, aus ihrem Stadtteil flüchtendenden, Eppendorfer Oberklassewagen.

Ich fass´ es nicht, was ich da gestern lesen durftemusste. In einem offenen Brief heulen sich namhafte Künstler bei unserer Bundeskanzlerin aus. Der Brief wurde in taz, Süddeutsche und FAZ abgedruckt und ist hier in Gänze zu lesen (Update: gewesen!). Grundtenor ist, wie sollte es anders sein, die Raubkopierer sind Verbrecher, die Einnahmen gehen in den Keller, man fühlt sich bestohlen und helfen kann nur der “Chef” – die Kanzlerin.

Als Unterzeichner finden sich u.a. folgende Künstler wieder, denen ich eine solch eindimensionale Intelligenz nie zugetraut hätte: 2raumwohnung, Culcha Candela, Samy Deluxe, Joy Denalane, Herbert Grönemeyer, Max Herre, Toni Kater, Udo Lindenberg, MIA, Michael Mittermeyer, Rosenstolz, Atze Schröder, Til Schweiger, Seeed.
Vor allem vor dem Hintergrund der vor kurzem veröffentlichten Gewinnverteilung bei CD- und MP3-Verkäufen klingt das Schreiben wie das Heulen eines Kleinkindes, was im Sandkasten eine Schippe vor den Kopf geknallt bekam und auf den Boden der Realität geschmettert wurde. Sagenhafte 4% vom Verkaufspreis einer CD (15,99 EUR) landen in der Tasche des Künstlers. Label und Vetrieb hingegen greifen sagenhafte 50% ab. Nur noch Presswerk und Produzent verdienen mit 3% und 1% weniger. Da kann doch niemand diesen Brief als Künstler ernsthaft unterzeichnen. Oder ist Knechtschaft ein erstrebenswerter Zustand? Künstler verdienen ihr Geld bei Konzerten, Auftritten oder mit Merchandise. Also sollte es im Grundinteresse eines Künstlers sein, so schnell und billig wie nötig, so bekannt wie möglich zu werden. Das Internet, die Tauschbörsen sorgen – durchaus unter Mißachtung geltendem Rechts – für eine z.T. explosionsartige Verbreitung. Fans zahlen utopische Summen, um ihre Stars live zu sehen.

Für mich klingt das Schreiben mit den enthaltenen Forderungen, als ließen sich die Künstler vor den Wagen der Musikindustrie spannen. Der Karren steckt im Dreck, die Industrie kann ihn aufgrund der eigenen Inkompetenz nicht rausziehen, da die Entwicklung im Onlinesegment durch die Industrie gänzlich verpennt wurde. Und nun sollen die Sklaven den Karren ausdem Dreck ziehen. Neue, innovative Konzepte wie Napster wurden durch die Industrie bekämpft und plattgemacht. Selbst als Apple mit iTunes auf den Markt kam, waren die Stimmen der Kritiker laut. Wirklich leidtragend an der verschlafenen Entwicklung sind nicht die Künstler, sondern die Industrie selber (siehe oben).
Es ist traurig zu sehen, wie sich angesehene Künstler nun instrumentalisieren lassen, um die Interessen der Schmarozer und das Versagenen selbiger durchzusetzen. Frau Merkel mit diesem Thema zu belästigen empfinde ich in der derzeitigen politischen und sozialen Situation mehr als fragwürdig. Die Politik ist nicht dazu da, um Einzelinteressen zu fördern.
Schon Herbert Spencer erkante das Prinzip “Survival of the fittest“. Heute mag man sagen, die Schnellen überholen die Langsamen.

Das Thema wird u.a. auch bei Basic Thinking, Nerdcore und Tanith sehr detailliert und mit meiner Sichtweise beleuchtet. Lesen lohnt sich.

Dünnes Eis und heißes Eisen ist die Berichterstattung über einen Betreiber von Call-In-Shows. Immer wieder tappen Zuschauer in die Abzockfalle am TV, aber auch Schreiberlinge landen in Form von Unterlassungserklärungen auf des Anwalts Schreibtisch. Letztens traf wieder einen Schreiberling. Den Fall gibt es bei Stefan Niggemeier nachzulesen: Auf dem Schlauch mit Sandra Ahrabian.

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht zu dem Fall konkret äußern – aus Angst, der nächste Kandidat zu sein, der wegen freier Meinungsäußerung vorm Richter landet und sein hart verdientes Geld ausgeben muss. Ich möchte nur den Verdacht äußern, dass im o.g. Fall durchaus vom so genannten “Honeypot” gesprochen werden kann. Man lege bewußt ein Lockmittel aus, welches zu bestimmten Assoziationen führen kann. Kommt nun das, was kommen muß – die schriftliche Äußerung der Assoziation – schnappt die Falle zu. Das Opfer wird nun abgezogen, soweit es nur irgend geht.

Es wurde im letzten Jahr bekannt, dass das BKA mit Honeypots Daten von Nutzern abgefischt hat. Die Frage, ob das rechtmäßig ist, konnte noch nicht geklärt werden. Im Fall von Callactiv ging es so aus. Aua!

Verrückte Welt!

Es gibt Vergünstigungen für Mitarbeiter. Sei es ein Bonus für Fitnesscenter, die Subventionierung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Nutzung des hauseigenen Fuhrparks. Eines sei vorweg gesagt: diese Leistungen sind freiwillig und einmal angeboten, besteht kein Anspruch auf zukünftiges Angebot.
Was soll aber ein Mitarbeiter davon halten, wenn er für den selben Kleintransporter plötzlich satte 10% mehr ausgeben muss, obwohl seine letzte Gehaltsrunde im untersten einstelligen Bereich verlief? Wenn er als Begründung hört, dass die Freikilometer von 300 auf 500 angehoben wurden, scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Dumm nur, dass in Firmenwagen das Führen eines Fahrtenbuches vorgeschrieben ist. Und so erfährt der Mitarbeiter, dass in der Gesamtlaufzeit des Fahrzeuges gerade mal ein Mitarbeiter die ehemalige Freigrenze überschritten hat. Und da war es wieder – das Schlupfloch, den eigenen Angestellten auch noch den geldwerten Vorteil verdeckt abzudrehen.

Super Idee von der SPD, die Strafen zu verschärfen. Herr Koch hatte doch auch eine ähnlich gelagerte Idee bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Beide Ideen verfehlen die Realität.

In Kreisen, wo die Drahtzieher soviel Geld zur Verfügung haben, dass alles geschmiert werden kann, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, geht es nicht um Bestrafung. Es geht um Aufdecken. Was nützt die härteste Strafe, wenn niemand da ist, dem sie zu Teil werden müsste?

14. Januar 2008

Ich habe mich gestern Abend im Auto mächtig erschrocken. Da redet auf Energy Hamburg doch plötzlich so ein Moderator los, der mich an den Jürgen von 9live erinnert. Er suche Wörter, die auf “…haus” enden. Wie bitte? Kurz vor Mitternacht möchte ich im Autoradio Musik empfangen, mit mir und der Straße eins sein, wachgehalten von Künstlern und ihren Werken. Das der Call-In-Show-Virus jetzt auch schon im Radio angekommen ist mag daran liegen, dass ich hier in Hamburg “die größten Hits der 60er, 70er, 80er, 90er und den Dreck von heute” wegdrücke und meine eigene Unterhaltungsmusik mitbringe. Wenigstens passt der Schmutz ins hamburger Frequenzprogramm.

Mich würde sehr interessieren, wie sich das Konzentrationsvermögen und die nervliche Anspannung von Autofahrern verändert, wenn sie sich unverhofft einer Energy-Call-In-Show ausgesetzt sehen. Ein Arbeitsauftrag für den ADAC.

15. Januar 2007

Hach, ich finde es lobenswert, dass der Staat Geld spart: hier
Gleichzeitig verkürztz er u.U. auch noch die Laufzeiut der Rentenbezüge einiger Bürger.
Köstlich.

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