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11. Dezember 2009

Ich fordere hiermit “Kindergeld für alle”.
Jeder deutsche Bundesbürger soll mit dem vollendeten 16 Lebensjahr Kindergeld vom Staat erhalten.

Meine Forderung zieht gleich mit der derzeit geführten Diskusion der Ländern, die GEZ-Gebühren auf alle internetfähige Endgeräte auszuweiten und deren Gebühren um bis zu 200% anzuheben.

Damit wird eine Abgabe auf die theoretische Möglichkeit, öffentlich-rechtliche Inhalte abzurufen, erhoben.

Entsprechend verlange ich aufgrund der theoretischen Möglichkeit, Kinder zu zeugen (Frauen: zu gebähren) ebenfalls pauschal finanziell bevorteilt zu werden.

War mein Verständnis für eine Pauschalabgabe auf Radio- und Fernsehgeräte bisher schon stark eingeschränkt, entbehrt der neue Vorschlag jeglicher Vernunft. Ich begrüße ganz klar die finanzielle Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkt durch Abgaben, auch wenn ich nach Koch´s Einmischen in die Personalfragen des ZDF über “Unabhängigkeit” anders denke.

Wer jetzt aber Geld fordert, bloß weil ein Gerät theoretisch in der Lage ist, bestimmte Onlineangebote darzustellen, begeht Wegelagerei. Man stelle sich vor, das Model macht Schule: dann haben wir in 10 Jahren vielleicht folgende Abgabenmodelle:

  • Die Post fordert 45 Cent je verschickte E-Mail
  • Die Pornoindustrie erhält monatlich 99 EUR für das Videoarchiv
  • Das Kraftfahrzeugbundesamt bekommt 5 cent/km der berechneter Route in Online-Routenplanern
  • Ryanair erhebt 10 Eur Webseitenbenutzungsgebühr
  • u.s.w.


CAPITALISM: A LOVE STORY

Michael Moore ist zurück. Die Turbulenzen am Finanzmarkt, die Immobilienkrise haben ihn zurück auf den Plan gerufen. Ich hatte das Glück, seinen Film im Sneak Preview zu sehen.

Eines vorweg: Wer seine früheren Werke wie Fahrenheit 9/11 oder Bowling 4 Columbine nicht mag, den wird auch sein neues Werk kalt lassen. Moore ist wieder polemisch, sarkastisch, gespielt naiv, provokant und alles andere als objektiv. Aber genau desweg mag ich ihn und seinen Film.
Diesmal wird Moore zum Sprachrohr des von der amerikanischen Finanzkrise betroffenen Otto-Normal-Bürger an, der zum Obdachlosen oder entlassen wird. Moore legt klar und deutlich das Kernproblem der Gesellschaft frei: Geldgier.

  • Warum war es möglich, dass sich staatlich fitgespritzte Banken direkt nach dem Bail-Out Learjets und Prämien in Millionenhöhe leisteten? Weil das Finanzministerium von Banken geleitet wird.
  • Warum werden Menschen auf die Straße gesetzt, weil sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können und anschließend verfällt das Haus?
  • Warum werden einst staatliche Gefängnisse privatisiert und dann wieder teuer vom Staat angemietet?
  • Warum sind Strafgefangene Wirtschaftsgüter?

Unterhaltsam ist das cineastische Werk von Moore nicht, dafür wirkt es nach und beantwortet Fragen, die sich viele vielleicht noch nie gestellt haben.

Immer wieder sehe ich mich in Diskussionen Menschen gegenüber, die nicht begreifen, was die Basis unserer Gesellschaft ist. Da wird über Politik lamentiert, Umweltschutz diskutiert und Reichtum kritisiert. Ich halte es da stets mit einer etwas vereinfachten, aber deutlichen Einschätzung der Lage: es geht nur um Geld. Nahezu unser gesamtes Leben ist bestimmt von finanziellen Transaktionen. Das beginnt bei den Kosten unserer ersten Windel und endet mit dem Kaufen des Sarges.
Eben jenes Streben nach monetärem Reichtum sorgt dafür, dass Entscheidungen getroffen werden die egoistisch, destruktiv und suizidal auf den menschlichen Lebenserhaltungstriebs wirken.

Aktuelles und schockierendes Beispiel konnte man am 19.10. in der ARD sehen: “‘die story’: Heilung unerwünscht

Millionen Menschen leiden unter schweren Hauterkrankungen. Vielen könnte geholfen werden, wenn man sie mit einer neu erfundenen Spezial-Salbe behandeln würde. Das haben Wissenschaftler und Ärzte festgestellt. Doch die großen Pharmakonzerne weigern sich, die Erfindung auf den Markt zu bringen.

Die Salbe unterscheidet sich von den üblichen auf dem Markt befindlichen Produkten durch 2 frappierende Eigenschaften: 1.) günstig in der Produktion & 2.) sie heilt. Diese zwei Eigenschaften wirken nun aber leider entgegen der unternehmerischen Zielsetzung von Pharmaunternehmen. Die Aktionäre wollen Cash sehen und Cash gibt´s nun mal nicht, wenn man seine “Kunden” heilt. Chronische Kranke sind doch richtig dufte für die Pharmaindustrie, kann man doch recht sicher das kommende Geschäftsjahresergebnis planen. Und so versucht die Pharmaindustrie alles, um das “Aspirin für die Haut” ganz schnell verschwinden zu lassen.

Wenn man sich aufmerksam umschaut wird man feststellen, dass eben jenes Geschäftsgebaren an der Tagesordnung ist. Das 3-Liter-Auto und moderne Ölfilter werden durch die Mineralöl-Lobby verhindert, Regenwaldabholzung wird durch profitgierige Konzerne vorangetrieben, 100W-Glühlampen verschwinden nur durch Verbote von Regierungen. Ich könnte diese Liste noch fortsetzen.

Ich schiebe die Schuld nicht einzig auf die Konzerne, denn die reagieren weitestgehend auf das Verhalten ihrer Konsumenten. So wird der Regenwald gekillt, solange Tante Elfriede aus Castrop-Rauxel eine Möbelgruppe aus echtem Teak für nen Hunni haben möchte.

Wäre ich pessimistisch, würde ich sagen, die Welt inkl. Menschheit ist am ArschAllerwertesten, denn mit einer solchen finanz-fixierten Einstellung wird es uns nie gelingen, den Kurs zu verändern und aktiv den Klima- und Sozialhaushalt gerade rücken. Aber zum Glück bin ich nicht pessimistisch.

Und jetzt alle: mitsingen.

30. Juli 2009

Ich bin mal wieder dabei, meinen ungebrauchten Hausrat in Goldtaler umzuwandeln. Viel bekommt man ja bei der Online-Plattform eBay nicht mehr für seinen gebrauchten Kram – aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Und wie oft habe ich mich darüber gefreut, für wenig Geld ein dringend benötigtes Gadget von einem Käufer zu erwerben, der nichts mehr damit anfangen kann. Quasi “materielles Socializing”.

Was aber haben sich die Verantwortlichen bei eBay dabei gedacht, mir als Verkäufer in die Betriebswirtschaft zu pfuschen? Wenn ich 20 Minidiscs versteigere (die meiner Einschätzung nach keine 5 EUR Umsatz erbringen), muss ich kostenlosen Versand anbieten. Die Post nimmt ca. 3,60 EUR für ein Päckchen. Bleiben mir noch zwei Kugeln Eis übrig.

Warum sagt eBay nicht gleich, dass wir KrimsKrams-Verkäufer uns zum Teufel scheren sollen. Nach dem Lesen der Begründung, musste ich jedenfalls laut lachen.

Wichtig: Seit dem 15. Juni 2009 müssen Verkäufer in einigen Zubehör- und Accessoires-Unterkategorien kostenlosen Versand als erste nationale Versandart anbieten.

Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt. Wir haben uns dazu entschlossen, auch auf unserem Marktplatz in einigen Zubehör- und Accessoires-Kategorien kostenlosen Versand innerhalb Deutschlands einzuführen, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Handelsplatz bleiben.

(Quelle: eBay)

Was sagst du dazu?

Es klang wie ein Aprilscherz über den niemand lachen kann, nicht einmal die, die ihn inszenierten. Das Videoportal YouTube und die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, erlangten keine Einigung bei Verhandlungen über die Verlängerung des Lizenzvertrags.

Die GEMA wird von Künstlern beauftragt, für die öffentliche Aufführung von urheberrechtlich geschützten musikalischen Werken Lizenzvergütungen einzunehmen und diese nach einem komplexen Verteilerschlüssel an die Künstler auszuschütten.

Während in den zurückliegenden 18 Monaten anhand einer Pauschalvergütung abgerechnet wurde, erhebt die GEMA nun angeblich die Forderung von zwölf Cent je Stream. Wirft man einen Blick auf die Zugriffs- und Abspielzahlen mancher Videos, so kann man leicht überschlagen, dass es um richtig viel Geld geht.

Auch wenn YouTube, inzwischen von Google gekauft, derzeit an Modellen zur Refinanzierung arbeitet – z.B. das Einblenden von Werbebannern und Links zu Kaufmöglichkeiten der Songs – dürfte die geforderte Summe nur schwer einzutreiben sein. Als Konsequenz kündigte YouTube an, auf der deutschen YouTube Plattform – ähnlich der Vorgehensweise in Großbritannien vor zwei Wochen – Videos der Tonträgerfirmen zu sperren, obwohl die GEMA YouTube gegenüber ausdrücklich ihre Bereitschaft zur Fortführung der Vertragsverhandlungen signalisiert hat.

Dieses Säbelrasseln zeigt zwei Seiten einer noch neuen und glänzenden Medaille. Zum einen hat YouTube die Art und Weise des “Musikfernsehens” neu definiert. Jeder kann sich jeder Zeit nahezu jedes Video ansehen. Videos unbekannter Künstler werden dank Einbettungstechnologie und Social-Media-Verknüpfung in Windeseile weltweit bekannt. Alte, längst verschollene Klassiker, die kein Musik- oder Radiosender spielen würde, tauchen auf YouTube auf und erlangen neue Aufmerksamkeit. YouTube ist ein Archiv der Musik- und Videogeschichte. Jedoch, und so fair muss man sein, profitieren die jeweiligen Künstler nicht unmittelbar.

Die GEMA sieht sich dieser neuen und unkalkulierenbaren Plattform gegenüber. Ohne konkrete Vorstellungen über den Nutzen, die Wirkung und die Chancen, scheint es, als wolle man schnellstmöglich maximalen Ertrag generieren. Es scheint, als sehe die GEMA nur mit dem Auge, welches für die Monetarisierung verantwortlich ist. Das Chancen-Auge bleibt verschlossen. Auch wenn ein Signal zur Verhandlung gegeben wurde, bleibt fraglich, ob die GEMA von ihrer traditionellen Strategie abrückt und YouTube als Chance für Künstler begreift.

Solange sich beide Parteien ums Geld zanken, bleiben YouTube-Nutzer und Künstler auf der Strecke, da die Videos sukzessive gesperrt werden. Was die Nutzer dazu sagen, dürft jedem klar sein. Mich würde jedoch interessieren, was betroffene Künstler über diese Diskussion denken.

4. Januar 2009

Pünktlich zum Jahreswechsel treten Regelungen in Kraft, die nur ein Ziel verfolgen: die Umverlagerung von monetärem Besitz. Abgeltungssteuer, KfZ-Versicherungen, Bahn-Tarife und GEZ.

Das privatstaatliche Zwitterunternehmen hat sich schon vor Jahren mit dem Virus des modernen Ablasshandels infiziert und erhebt Gebühren auf alles, was irgendwie gebührenfähig erscheint. Neues Opfer der GEZ-Freibeuter ist das iPhone – und das, obwohl man mit dem Gerät keine flash-basierten Radio- oder TV-Stream der öffentlich-rechtlichen empfangen kann. Auf Nachfrage von iFun.de erklärte die GEZ, dass für das iPhone ab Januar 2009 trotzdem 5,76 Euro pro Monat fällig werden. Wer noch kein Erstgerät angemeldet hat, muss zahlen.

Und wieder einmal stellt man sich die Frage, warum man eine Pauschalabgabe abführen soll, die nur erhoben wird, weil man einen Dienst nutzen kann. Überträgt man das GEZ-Modell auf Autos, müsste jeder KfZ-Halter jährlich 2000 EUR Bußgeld bezahlen und 15 Punkte in Flensburg bekommen: man kann ja schließlich mit dem Auto rasen, Alkohol am Steuer trinken und beim Fahren mit dem Handy telefonieren.

Ebenfalls geäußert haben sich u.a.:

Die Videoplattform Youtube soll im Jahre 4 seines Bestehens seinen Betreibern neben Klagenauch Geld einbringen. Auch wenn Youtube inzwischen die sechsgrößte Internetpräsenz ist und minütlich um 13 Stunden Filmmaterial anschwillt, so bewegt sich deren Inhalt doch weitestgehend im rechtsfreien Raum. Dicht gefolgt von sinnfreien Inhalten.

Dass Youtube aber einen festen Platz im Netz des 21. Jahrhundert hat, zeigen Deutschlands Vorzeige-Gangster-Rapper aus Berlin. Bushido und Sido sind nämlich nicht nur unheimlich real und dissen sich und ihre Mütter, wie es sich für echte Rapper mit Inhaltsanspruch gehört, sondern nutzen dafür Youtube als Plattform, ihre Botschaften auszutauschen. Bushido disst Sido und Sido disst Bushido.

Hier hört man keinen Ruf nach finanzieller Entschädigung. Hier geht es um Werbung. Und da Werbung bekanntlich teuer ist, ist Youtube in diesem Fall recht und billig, kostenfrei Millionen potentielle Fans zu erreichen und den eigenen Kultstatus kostenfrei aufzubauen.

Auch wenn der intelligenz- und geschmacksbelegte Musikkonsument über derartige Aktionen den Kopf schüttelt, machen die beiden aus meiner Sicht vor, was anderen wieder zu fremd erscheint: sie machen sich das Medium Internet und Youtube zu Nutze. Sie steuern es so, dass ein maximaler Gewinn für sie herausspringt.

Kommen wir nochmals auf die millionenfach illegal hochgeladenen Inhalte zurück. Die Film- und Fernsehindustrie beschwert sich, dass ihnen wieder einmal nicht nachweisbares Geld durch die Fingel geht. Das haben wir ja vor ein paar Jahren schonmal gehört. Die alte Leier. Diesmal jedoch mit dem Unterschied, dass ich mich ernsthaft frage, wie die Verantwortlichen darauf kommen, dass irgendjemand ernsthaft das Geschäft schädigt, wenn er sich Filmausschnitte auf Youtube anschaut. Selbst die High-Quality hat mit hoher Qualität nur den Namen gemeinsam. Während die MP3-Dateien ohne klanglichen Verlust raubkopiert werden und nachvollziehbaren Schaden anrichten, kenne ich niemanden, der sich per Youtube-Schnipsel einen ganzen “James Bond” zusammenschneidet. Viel eher kommt man auf die Idee, sich die DVD, soweit sie existiert, zu bestellen. Den Beweis, dass nicht das Entfernen von Inhalten der Ausweg ist, zeigen Monty Python mit ihrem werbefinanzierten Kanal, die Videoausschnitte in sehr guter Qualität online stellen:

Diese und andere Videos seien völlig kostenlos zu sehen – eine Vorstellung, mit der sich die mittlerweile fünf verbliebenen Komiker zunächst gar nicht anfreunden konnten, wie dem Promotion-Videozu entnehmen ist. Die YouTube-Nutzer können aber auf Links zum Online-Händler Amazon klicken und dort Monty-Python-DVDs erwerben. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, heißt es auf Python Online, die DVD-Verkäufe seien um 16.280 Prozent gesteigert worden. Die DVD The Complete Monty Python’s Flying Circus 16-Ton Megaset sei in der Amazon-Rangliste um 740 Plätze nach oben gestiegen und nehme nun Platz 5 ein. (Quelle: heise)

Dennoch gibt es Paradebeispiele für gestriges Gedankentum. Während es vom Musik-Marktführer Universal Music Ende des Jahres hieß, man sei hochzufrieden über die jährlich fließenden mehrere Dutzend Millionen Dollar aus Online- Werbeeinnahmen, scheitertenVerhandlungen mit dem Konkurrenten Warner Music vorerst an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Folge: Videos zum Beispiel von Madonna mussten YouTube verlassen. Als Folge dieser altertümlichen Vorstellung von Marketing, Werbung und Kundenaquise “geht YouTube inzwischen auch härter mit den eigenen Anwendern um. “Wer drei Mal gegen die Regeln verstoßen hat, fliegt raus”, erläutert Wiseman die “3-Strikes-Out”-Politik von Google. ” (Quelle: heise)

Und so kann man sagen, dass selbst unsere deutschen Mittelstand-Rapper aus Berlin erkannt haben, wie man seine jugendliche Zielgruppe erreicht: mit gefaktem Gangster-Style und Youtube.

19. Dezember 2008

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

John Ruskin (1819-1900)

Yo Fiddy, leihst Du mir 1 Million Dollar? Ich bin grad nicht flüssig, aber bei meinem Talent im Koksen Schauspielern und Singen bekommst Du das Geld sicher ganz schnell zurück! Würklich!! Bütte!!

So, oder so ähnlich hat das Naivschnittchen Lindsey Lohan den erfolgreichsten amerikanischen Rapper angeblich 2007 in seinem Candy-ShopKaravan gefragt. Dass die Dame offenbar soviel Talent im Umgang mit Geld wie Lehmann Brothers hat, wissen wir, aber Fifty konnte ihren inneren Werten offenbar nicht wiederstehen und lieh ihr das Geld. Auf das läpische Milliönchen konnte er ganz sicher für ein paar Monate verzichten. Nun gingen die Monate ins Land aber um die Zahlungsmoral der Dame ist´s scheinbar schlecht bestellt. Fifty schaltete seine Anwälte ein, um die Kohle eines Tages wiederzusehen. Vielleicht hat er ja Glück und ihr neues Album “Spirit in the dark”, welches dieser Tage veröffentlicht werden soll, spült wieder Geld in die leeren Kassen der Schuldnerin.

Bikecrash

Mein Rechtsbewusstsein gerät gerade ins Wanken. Ich habe schon vor ein paar Wochen über das Theater um die Übertragung der Tour de France - oder vielmehr um die Nicht-Übertragung – durch ARD und ZDF geschrieben. Aufgrund der immer und immer wiederkehrenden Dopingverstöße geriet die Sportveranstaltung immer mehr zum Schaulaufenradeln der Pharmaindustrie.

Wer nun aber denkt, ARD und ZDF kommen jetzt ungeschoren davon, der irrt. Fritz Pleitgen, Chef der EBU (European Broadcasting Union), weist auf die “Bindewirkung” des ARD-Verhandlungsauftrags hin. Sollten ARD und ZDF aus dem Vertrag aussteigen, drohen neben den Vertragskosten von über 20 Mio Euro auch noch mögliche “Schadensersatzforderungen wegen ausgebliebender Sponsorengelder”. Herr Pleitgen sagte in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”: “Wenn das ARD-Beispiel Schule macht, können wir den gemeinsamen Sportrechte-Erwerb vergessen”.

Ich meine: Wenn ARD und ZDF nichtaussteigen, können wir den ganzen Dreck vergessen. Die Rundfunkanstalten stehen mit der EBU in Vertragsbeziehung, ok. Nun ändert sich aber der Charakter der erworbenen Rechte inhaltlich. Plötzlich steht nicht mehr sportliche Höchstleistung im Mittelpunkt, sondern kriminelle und betrügerische Machenschaften der Vereine, Sponsoren, Pharmaunternehmen und Radfahrer. Das Gesamtbild verzerrt sich, die Vertragsparteien ARD und ZDF wollen die Reißleine ziehen und werden nun vertraglich genötigt, die Scheiße über den Äther zu senden. Und am Ende steht Marcel Reich-Ranici auf der Bühne und beschwert sich über den Dreck, der in der Glotze läuft. Großes Kino!

Dieses abartige Beispiel zeigt mal wieder eines – es geht nur um Kohle, Knete, Zaster. Offenbar steht das finanzielle Interesse weit über sauberem Sport und hochwertigen Sendeformaten. Das einzige Druckmittel, ein Überdenken im Umgang mit leistungssteigernden Substanzen herbeizuführen, wäre das Abgraben der finanziellen Mittel. Keine Übertragung, keine Fans, keine Werbung, keine Einnahmen: die Teams und die Industrie wäre am Arsch. Aber eben jener pupst ARD und ZDF an und sympathisiert so mit den Drogendealern im Radsport. Das ist ganz große Liga, Herr Pleitgen!

(via Turi)
(Foto: “Wreck” by tandemracer)

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