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oscar

(CC) by Alan Light

Als Florian Henckel von Donnersmarck bei der Oscarverleihung eben jene goldene Trophäe für seinen Film “Das Leben der Anderen” einstrich, da gerieten wir in Verzückung. Plötzlich war die Stasi ein tolerierter Helfershelfer. Der Film spielte im Kino beachtliche Erfolge ein und lief im Fernsehen zur Primetime. Und wir waren stolz wie Bolle.

Gerade zwei Jahre späte schnappt sich der nächste Deutsche den begehrtesten Preis für cineastische Höchstleistung. Jochen Alexander Freydank erhielt am 23.2.2009 den Oscar in der Kategorie bester Kurzfilm für sein 14minütiges Werk “Spielzeugland”. Zwei Jahre ackerte Freydank, um das Budget einzusammeln, um dann in nur fünf Drehtagen seinen Erfolg auf Speicherchips zu bannen. Sind wir stolz? Ja, sicher.

Worum geht es in dem Film?

Freydank erzählt (…) die Geschichte des kleinen Heinrich, der 1942 in Deutschland aufwächst. Als die Deportation seines jüdischen Freundes bevorsteht, erzählt ihm Heinrichs Mutter (Julia Jäger), dass die Nachbarn ins “Spielzeugland” verreisen. Heinrich beschließt, den Freund zu begleiten.

(Quelle: rp-online)

Beim Blick in die Fernsehzeitschrift darf man getrost die Frage stellen, ob bei den Programmverantwortlichen der deutschen geschlossenen Sendeanstalten noch alle Murmeln in der Birne rollen. Der 14minütige Oscar-prämierte Film läuft auf der ARD am Sonntag (01.03.) um 23.30 Uhr. Das dritte Programm wiederholt den Film am Dienstag (03.03. um 22.10 Uhr).
Für jeden anderen belanglosen Scheiß werden 14minütige Brennpunkte nach der Tagesschau eingeschoben, für Weltklasseleistungen deutscher Filmschaffender scheint dafür jedoch kein Platz zu sein.

Warum?
Auch wenn diese Frage nur durch die Verantwortlichen selbst beantwortet werden kann, darf man mutmaßen, dass man dem Zuschauer am Sonntag Abend nicht mit deutscher Geschichte belasten darf. Im Fall von Donnersmarck´s Stasi-Verfilmung schien man damit keine Probleme zu haben. Wieder einmal verschließt man in Deutschland die Augen und vergibt sich die Chance, sich qualitativ hochwertig mit der eigenen, braunen Geschichte auseinander zu setzen. Leidtragend sind neben dem Regisseur des Meisterwerks auch der interessierte Zuschauer, der seinen Horizont jenseits von Talkshow und Kochsendung hat. Und so sorgen Ignoranz und Angststarre von Entscheidern dafür, die Ausseinandersetzung mit deutscher Geschichte zu behindern. Hauptsache wir haben in Berlin ein riesiges, betonniges Mahnmal.

Und wieder einmal haben die öffentlich-rechtlichen in ihrem Bildungsauftrag versagt.

Warum nur sind die Outtakes, also die gesammelten Pannen beim Filmdreh, so wahnsinnig unterhaltsam? Schwingt da etwas ein gesundes Maß Schadenfreude mit?
Jedenfalls haben wir uns beim Ansehen der Outtakes des Durex-Werbespots “Get it on” vor Lachen weggeworfen!


Outtake1


Outtake2


Outtake3

(Hinweis von Nerdcore)

Alle Jahre wieder sitzen die Programmverantwortlichen der privaten und öffentlich-rechtlichen Anstalten in ihren Zellen und überlegen, mit welchen Programmeskalationen sie uns Konsumenten den Weihnachtsabend versauen können. Auch in diesem Jahr ist ihnen das offensichtlich ausgezeichnet gelungen und so stellten sie, um es mit Reich-Ranickis Ausspruch zu sagen, weihnachtlichen “Blödsinn” zusammen.

Phoenix, so scheint es, wollte sich als cineastisches Navigationsgerät aufspielen und startete den heiligen Abend mit der Dokumentation “Planet Erde” – als wenn der Weihnachtsmann nicht weiß, auf welchen Planeten er kommen soll.
Während dann unter Deutschlands Tannenbäumen langsam die Tränen ob der falschen Geschenke trockneten und die ersten Streitereien auf Hochtouren liefen, zeigte sich RTLII als Botschafter der Hoffnung: getreu dem Motto “Es geht noch schlimmer” schaltete man live nach Guantanamo für Blöde – “Big Brother”. Thema des Abends: “Aktmalerei”. Phoenix unterdessen zeigte “Planet Erde”.
Zur Primetime wurde dann aus vollen Rohren versucht, die Weihnachtsstimmung zu zerschießen. Das ZDF schickte Marianne und Michael zur Randgruppenbefriedigung ins Rennen, die auf einer abgeschiedenen Alm, volksmusikalischen Grusel verbreiteten. Auf RTL wurde in “The Quest” eine abgebrochene Lanze gesucht (nicht zu verwechseln mit Markus Lanz, denn den wird niemand suchen bzw. gar nicht erst vermissen) und auf Phoenix lief “Planet Erde – Eis- und Meereswelten”. Passend dazu ließ Pro7 die “Titanic” untergehen. Wenigstens verstand es Pro7 eine weihnachtliche Botschaft zu verbreiten: “Esst, denn Fett schwimmt oben!”

Bei all den Themenverfehlungen grenzt es nahezu an ein Wunder, dass niemand auf die Idee kam, mit Sexfilmen die Weihnachtsstimmung anzuheizen. Schade, denn schließtlich ist Weihnachten das Fest der Liebe!

Kinetic Typography

“Kinetic Typography” ist die Kunst, gesprochene Mono- oder Dialoge in bewegte Typografie zu verwandeln. Die kinetische Typographie konzentriert sich dabei auf das Zusammenspiel von Zeit, Emotion und Effekt. Mit Hilfe von einfachen Modifikationen des Fonts erhält dieser eine nie zuvor von einem Text ausgehende Dynamik. In Kombination mit dem gesprochen Wort und den – besonders bei Filmszenen – Geräuschen entwickelt sich so ein visuell unterstütztes Bild im Kopf des Betrachters.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass kinetische Typografie den Leser stärker beeinflussen, aber auch seine Lesegeschwindigkeit erhöhen kann.
Ich habe hier 10 großartige “Kinetic Typography”-Videos aufgeführt. Neben der unsichtbaren cineastischen Leistung bestechen diese Videos durch großartige künstlerische Effekte.

Ein wunderbarer Kurzfilm zum Wochenendbeginn: Ein reichlich frustrierter Schreibtischtäter mit Unzulänglichkeiten in der Bedienung eines Kopierers macht unerwartet Bekannschaft mit einem schwarzen Loch. Die sich ihm damit bietenden Möglichkeiten sind groß, nur sein Gehirn ist dafür zu klein. Eigentlich auch ein schöner Werbespot für ein haftsstreifenproduzierendes Unternehmen.


DirektLoch

verursacht von: Phil and Olly / UK / 2008

14. November 2008

Die Mauer

Schaut Euch das an, Ihr, die Ihr mit den Linken sympatisiert, die PDS vermisst und gerne wieder mal SED wählen möchtet. Ihr, die Ihr glaubt, Sozialismus ist eine feine Sache, bei der sich alle lieb haben und Ringelreihen tanzen.
Das hier ist kein Film von einer Fahrt durch das atomunfallverseuchte Tschernobyl, wo Natur und Infrastruktur dem Verfall überlassen wurden.
Das ist eine Kurzdokumentation des real-existierenden Sozialismus.
Das ist nicht Sibirien oder Mecklemburg-Vorpommern.

Das ist Berlin! 1988. Ein Blick aus der S-Bahn in den Osten. Kein Fake. So sah es aus. Und so wird es aussehen, wenn es wieder heisst “Alle Macht dem Volke!”.

Being WOK, der Film heisst nur “Being W” (die polemische Titelergänzung konnte ich mir nach dem Film nicht verkneifen). ARTE zeigt derzeit, in Vorbereitung des bevorstehenden Machtwechsels in Amerika, die 2008 veröffentlichte, unauthorisierte Biografie des 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Tagline zum Film verrät bereits, dass es keinesfalls eine öde Dokumentation im klassischen Sinn ist: “The Greatest Movie about the Greatest President of the Greatest Nation on the Face on the Earth.”
Hochkarätig besetzt, erlebt der Zuschauer nochmals die Schlüsselmomente in Bush´s Leben vor und während seiner Tätigkeit als Präsident – und niemand wird am Ende in seinem Fernsehsessel sitzen und glauben, was er da gerade gesehen hat: wie Demokratie mit Füßen getreten wird, wie Frieden auf der Welt mit Krieg hergestellt werden soll, wie dreist gelogen wird und was für eine Dumpfbacke der mächtigste Mann der Welt ist.

Der französische Journalist und Starkomiker Karl Zéro und Filmemacher Michel Royer präsentieren mit ihrem Dokumentarfilm “Being W.” die nicht autorisierte Biografie von George W. Bush, US-Präsident und aus Sicht des Satire-Duos größter amerikanischer Schauspieler aller Zeiten. Dabei stellt sich als “Dabbeljus’” Glanznummer heraus, dass er in der Lage ist, die Menschen die unglaublichsten Dinge glauben zu lassen. (Quelle: ARTE)

ARTE strahlt dieses Meisterwerk und “Must-have-seen” nochmals aus:
04.11.2008 um 09:55
06.11.2008 um 00:30

Der französische Original-Trailer (dank O-Ton von Georgy auch ohne franzmännische Sprachkenntnisse zu verstehen)

DirektDabbelju

(Bild: “George Bush stencil graffiti” by orangeacid)

27. Oktober 2008

Es ist nicht immer das Offensichtliche, was uns fasziniert, auch wenn wir dies denken. Oft ist das was wir sehen nur Marionette. Marionette eines Strippenziehers im Hintergrund. Selten wird einem dies so deutlich vor Augen geführt, wie an Tagen, an denen eben jener Strippenzieher plötzlich hinter seinem Vorhang hervortritt.

Heute war eben jener Tag, an dem der Kameramann Frank Banuscher diesen Schritt tat. Zugleich verließ er mit diesem Schritt auch das Irdische und hinterlässt uns sein Meisterwerk: Diner for One.


DirektMrs.Sophy

(via WebIdeas)

YouPorn Einstiegsseite

Auf den Service von Filmportalen wie youporn und redtube muss ich wohl nicht näher eingehen. Neu war mir aber, dass jenen Anbietern die Weiterbildung ihrer Besucher am Herzen liegt. Dabei meine ich aber nicht die vordergründige Aneignung von Kopulationstechniken. Vielmehr können auch Minderjährige durchaus vom Besuch jener Seiten profitieren.
All jene Unter-18-Jährige, die “zufällig” auf die Seiten kommen, müssen eine knallharte Altersabfrage über sich ergehen lassen, damit die Schutzbefohlenen nicht versehentlich mit pornografischen Inhalten konfrontiert werden. Wer bei der Altersabfrage “versehentlich” auf den Button “leave” klickt, landet nicht etwa am Ende des Internets sondern, welch Überraschung, auf der Startseite von Wikipedia.
Welch geniale Verlinkung! Mich würde mal interessieren, wieviel Besucher Wikipedia jeden Tag von diesen Seiten erhält.

(Danke Renton für den Hinweis)

Kaum eine Titelmusik erreicht so schnell Kultstatus, wie die von James Bond. Mit Erscheinen der neuen Abenteuer des Spezialagenten, huldigen wir den britischen Geheimdienst für die Entsendung von 007 und die mehrfache Rettung der Welt vor dem Bösen mit der “Collection de´ 007″ – die Titelmusiken aller Bond-Filme.
Der neue Titelsong von Jack White (White Stripes) und Her-Sexyness Alicia Keys reiht sich wunderbar in die Tradition der Ohrwürmer ein. Ob er sich jedoch so tief einbrennen wird, wie die Klassiker, werden wir erst in ein paar Jahren wissen.

Quantum of Solace, 2008
Jack White & Alicia Keys – “Another Way to Die”

Direkt007

verlinkt

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