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24. Dezember 2009

Romuald Karmakar hat einen Film über und mit Ricardo Villalobos gedreht. Heute bin ich in der aktuellen Groove drauf aufmerksam geworden und würde sagen, rein anhand des Protagonisten udn der Philosophie von Karmakar, ist “VILLALOBOS” ein Pflichttermin für elektronisch orientierte Musikfanatiker.
Der 110 Minütige Film kommt mit sagenhaften 65 Schnitten aus und ist damit equivalent zu Villalobos, der für episch lange Tracks bekannt ist.
Schon der Trailer mit seinem erstaunlich schnittfreien Erscheinen und des treibenden Beats lockt mich ins Kino. Fragt sich bloß, wo ich den sehen kann, hier in Hamburg.

6. Dezember 2009

Arte zeigte den von John Webster gedrehten Dokumentarfilm “Anleitung zur Katastrophe”. Der Dokumentarfilmer versuchte ein Jahr lang mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf den Konsum von Erdöl und Erdölprodukten zu verzichten, ohne ihren mittelständischen Lebensstil aufgeben zu müssen

Dieser Enthaltsamkeitsbeschluss mit dem Ziel, zur Weltverbesserung beizutragen, hat ungeahnte Folgen, aus denen ein überaus witziges, gesellschaftskritisches Protokoll entstanden ist. Die Familie lernt in diesem Jahr nicht nur, ihre eigenen Werte zu hinterfragen, zugleich werden auch ihre Willenskraft und das Familienglück selbst auf eine harte Probe gestellt.

Jeder, der auch nur einen Gedanken an die Zukunft unseres Klimas verschwendet, sollte sich diese durchaus unterhaltsame 60 Minuten ansehen, um zu verstehen…dass es uns Menschen niemals gelingen wird, unser Handeln so zu verändern, dass dieser Planet eine Überlebenschance hat. Das mag pessimistisch und hart klingen, aber mir kann keiner erzählen, dass die Mehrheit der Bevölkerung bereit ist, sich ebenfalls auf ein Experiment wie John Webster einzulassen.

Hier geht´s zum Film auf ARTE +7 (verfügbar bis zum 12.12.2009)


CAPITALISM: A LOVE STORY

Michael Moore ist zurück. Die Turbulenzen am Finanzmarkt, die Immobilienkrise haben ihn zurück auf den Plan gerufen. Ich hatte das Glück, seinen Film im Sneak Preview zu sehen.

Eines vorweg: Wer seine früheren Werke wie Fahrenheit 9/11 oder Bowling 4 Columbine nicht mag, den wird auch sein neues Werk kalt lassen. Moore ist wieder polemisch, sarkastisch, gespielt naiv, provokant und alles andere als objektiv. Aber genau desweg mag ich ihn und seinen Film.
Diesmal wird Moore zum Sprachrohr des von der amerikanischen Finanzkrise betroffenen Otto-Normal-Bürger an, der zum Obdachlosen oder entlassen wird. Moore legt klar und deutlich das Kernproblem der Gesellschaft frei: Geldgier.

  • Warum war es möglich, dass sich staatlich fitgespritzte Banken direkt nach dem Bail-Out Learjets und Prämien in Millionenhöhe leisteten? Weil das Finanzministerium von Banken geleitet wird.
  • Warum werden Menschen auf die Straße gesetzt, weil sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können und anschließend verfällt das Haus?
  • Warum werden einst staatliche Gefängnisse privatisiert und dann wieder teuer vom Staat angemietet?
  • Warum sind Strafgefangene Wirtschaftsgüter?

Unterhaltsam ist das cineastische Werk von Moore nicht, dafür wirkt es nach und beantwortet Fragen, die sich viele vielleicht noch nie gestellt haben.

Günter Wallraff ist ein Verwandlungskünstler: mal ist er Bild!-”Reporter”, mal Kohlekumpel Ali und ein anderes Mal Call-Center-SklaveAgent. Und jedes Mal, wenn er auftaucht führt er uns vor Augen, was in unserer Kultur schief läuft. Nun ist Wallraff wieder -- zuerst ab und dann -- aufgetaucht: als Schwarzer, als Afrikaner. In seinem Werk “Schwarz auf Weiß” hält er unserer Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt, wie Rassendiskriminierung in Deutschland im Jahre 64 nach Adolf aussieht.
Fazit: finster. Noch finsterer als die Hautfarbe der Opfer.

Einen beeindruckenden, faszinierenden und erschreckenden Auszug aus seinen Erfahrungen kann man bei der ZEIT lesen. Ich empfehle dies hier ausdrücklich.

Man könnte jetzt gehässig sein und vermuten, Wallraff habe sich bei diesem Thema bewusst für den Dreh einer Doku neben der Veröffentlichung als Buch entschieden hat, um den gefilmten Rassisten überhaupt Zugang zu seinem Experiment zu ermöglichen.

Für alle, die gerne mal ein Buch in die Hand nehmen: Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere
Für alle, die gerne mit Popcorn in der Hand konsumieren: “Schwarz auf Weiß” ist ab 22.09.2009 im Kino

Der Trailer

Heute Morgen um zwanzig nach Mitternacht endete für die deutsche Fernsehfraktion eine Legende. Nach 15 Jahren und 332 Folgen schloß die Notaufnahme E.R. des Countys ihre Pforten. Und wie es nach dem Verschwinden von Legenden üblich ist, sinniert der Mensch über das Hätte und Wäre. And so I did:

Unterhält man sich mit Fans der ersten Stunde, gerät man gegenseitig ins Schwärmen über Peter Benton, Mark Greene, John Carter und Dough Ross. Es ist erstaunlich, welch detailliertes Wissen man noch heute über eben jene Protagonisten aufzusagen weiß.
15 Jahre begleitete uns nun dieses – für die damaligen Verhältnisse – revolutionäre Serienformat. Oft kopiert und selten erreicht, setzte E.R. in den Anfangsjahren Maßstäbe bei der cineastischen Umsetzung. Da gab es durchaus eine gehörige Portion Intrigen und Machtspiele, Liebe und Hass, Erfolge und Niederlagen. Aber die Haupthandlung drehte sich im Schwerpunkt stets um die Abläufe in Chicagos Cook County General Hospital. Die beeindruckende Zahl von 116 Auszeichnungen und weiteren 262 Nomierungen unterstreicht die Extraklasse dieser von Michael Crichton erschaffenen Serie.
Doch auch E.R. entwickelte sich über die Jahre hinweg zunehmend weg von den klassischen Handlungs- und Charaktereigenschaften. Mehr Geklüngel rückte in den Vordergrund, die Behandlung rückte in den Hintergrund und in immer kürzer werdenden Abständen kamen neue Charaktere ins Spiel. Der Charakter der Serie änderte sich.

Und so musste man sich gestern Abend manch Träne  verkneifen, als plötzlich Benton, Waever, Carter, Luis und Corday wieder auf der Bildfläche erschienen, um an die gute alte Zeit zu erinnern. Selbst der verstorbene Mark Greene war in Person seiner erwachsenen Tochter allgegenwärtig. Dennoch gelang es den Machern nicht, eine Brücke für die zwei völlig verschiedenen Generationen zu bauen. Am Ende saß man irgendwie verloren in seinem Sessel. Man wurde zurückgelassen mit einem unfertigen Bild, das nie vollendet werden wird. Und so bleibt ein melancholisch-fader Geschmack zurück, dass eine so großartige Serie nicht das ihr zustehende großartige Ende erhalten hat.

Vielleicht trifft auch hier das Sprichwort zu: Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist. Dennoch, es war eine tolle Zeit!

Journalisten schnappen sich Kameraleute und reisen an die Hotspots dieser Welt, um aufregende, investigative Reportagen zu recherchieren und mit heißen Bildern zurückkommen. Im Fall von “The War Tapes” lief es anders. Die beauftragte Journalistin Deborah Scranton nahm jedoch nicht einen Kameramann in den Irak mit, sondern übergab die Kameras an drei Soldaten im Kampfeinsatz.
Auf den Aufzeichnungen sieht man brennende Autos, verbrannte Körper von Zivilisten, Kinder, die Zigaretten verkaufen. Aus den mehr als 1000 Stunden Material entstand ein etwas anderes “Touristenvideo”. Besonders hart ist der Beginn des Films, erinnert er mit der angeschnittenen Waffe am unteren Bildschirmrand doch so sehr an Duke Nukem – nur das die Bilder echt sind.

(via Kraftfuttermischwerk)

Mal ehrlich, niemand glaubt wirklich, dass die Worte “Michael Douglas” und “Porno” tatsächlich in einem Kontext genannt werden können. Nicht mal zu Zeiten, als er mit seinem faltigen Popo Sharon Stones Intimbereich in “Basic Instinct” verdeckte, hätte jemand freiwillig das P-Wort benutzt, um Michael Douglas Performance zu beschreiben. Und erst recht nicht jetzt, nachdem er durch eine unbekannte Anzahl an chirurgischen Versuchen, seinen Alterungsprozess aufzuhalten, kaum wiederzuerkennen ist, hätte ich diese Aussage gewagt.

Nun begab es sich aber aus einer Laune der Langeweile, mich mal wieder ins Kino zu begeben, um die rumheulenden Film- und Lichtspielindustrie meinen Wochen-Lohn in den Rachen zu werfen. Zielobjekt des Abends: “Der Womanizer”. Zwar spielt der angeblich so sexy Matthew McConaughey die Hauptrolle, aber Michael Douglas stiehlt ihm lässig die Show. Nicht dass ihr denkt, er macht sich nackig oder so. Nein er spielt den Geist eines verstorbenen Frauenheldes. Und obwohl er nur wenige Minuten seine Interpretation(!) im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht darbietet, hab ich mit Tränen in den Augen mein Popcorn verschüttet.

Ich hätte ihm nur wegen den paar Minuten den Preis für sein Lebenswerk verliehen.

1979 sangen die Buggles, dass die Videos die Radiokultur töten. MTV, spielte zum Sendestart jenes Video. Im Jahr 2009 werden wir dank unzähliger Videoplattformen, leistungsfähiger Technik und einfachen Bearbeitungstools mit Millionen Videos überhäuft. Viel Crap ist dabei, aber auch viele Perlen. Auch wenn Avril Lavinge auf YouTube mehr als 1 Million Mal angeklickt wurde, heisst das nicht, dass das Video der Reißer ist.

Die Aufgabe: Teile deine echten Video-Fundschätzchen mit anderen Nutzern.

Schreibe einen Beitrag über dein Lieblingsvideo, binde es ein oder verlinke darauf und setze einen Trackback auf diesen Beitrag. Bis zum 30.06. sammele ich die Fundstücke und mache, wie schon bei meinen anderen Blogparaden ein hübsches Abschluß-Dingens.
Dabei spielt es keine Rolle, was für eine Art Video es ist (jedoch nichts, was gegen geltende Gesetze verstößt) oder auf welcher Plattform es liegt. Es kann ein Stummfilm sein, ein Comic oder ein High-Tech-Reel.

Danke für´s Mitmachen. Ich bin gespannt.

Ich schicke mein derzeitiges Lieblingsvideo ins Rennen. Es ist ein beeindruckendes Dokument halsbrecherischer Fahrradfahrkunst, untermalt mit großartiger Musik. Ich könnte es mir jeden Tag ansehen!

Ein beeindruckendes Video hat der Fotograf Vincente Sahuc von einer der größten Städte des Erdballs erstellt. New York gilt als busy, hektisch und laut. Was aber Erstaunliches passiert, wenn man den Film “Leben” plötzlich einfach mal in Slow-Motion ablaufen lässt, zeigt das Video auf beeindruckende Art. Sehr groß ist auch die Wahl des Songs, der der Zeitlupenstudie zusätzlich Stimmung einhaucht: U2 – “Numb”.
Und wer glaubt, das Video sei mit einer hochtechnisierten HD-Kamera produziert worden, der irrt. Er wurde nur in 512×384 Pixel auf einer CASIO EXILIM EX-F1 aufgezeichnet.
Und nun zurücklehnen und genießen:


New York 2008 from Vicente Sahuc on Vimeo.

(via MC Winkel)

3. März 2009

spielzeugland

Zu später Stunde strahlte das öffentlich-rechtliche Fernsehen den oscar-prämierten Kurzfilm “Spielzeugland” aus. Über die Gründe, warum der ausgezeichnete Film nicht zu besserer Sendezeit ausgestrahlt wurde, spekulierte man schon hier.

Der Film erzählt die Geschichte des deutschen Jungen Heinrich, dessen bester Freund, ein Jude, deportiert wird. Die Mutter lügt, ihm in gutem Glauben zu lassen, er fahre ins Spielzeugland. Da für Kinder Spielzeuge gleich nach dem Schlaraffenland auf der Beliebtheitsskala rangieren, setzt Heinrich alles daran, mit seinem Freund auf die Reise zu gehen.
Am Morgen der Deportation der jüdischen Familie ist auch Heinrich verschwunden. Seine Mutter macht sich verzweifelt auf die Suche und scheint am Bahnhof in einem mit Juden vollgeferchten Wagon ihren Sohn wiedergefunden zu haben. So scheint es…

Gekonnt springt der Film zeitlich zwischen unterschiedlichen Zeitpunkten hin und her. Es gelingt ihm nicht nur die komplexe und mit überraschender Wendung versehene Handlung in nur 14 Minuten begreifbar zu machen, er führt dem Zuschauer auch auf erschreckende Art die Unmenschlichkeit der NS-Diktatur anhand der Geschichte unschuldiger Kinder vor Augen. Der Film ist ein emotionales Mahnmal für die Betroffenen, die Mutigen und die Schuldigen dieser Zeit.

Es ist sehr bedauerlich, dass die Programmdirektoren nicht die Courage besitzen, wie die Hauptdarstellerin am Ende des Films. Wer wissen möchte, was sich hinter den rätselhaften Andeutungen verbirgt, der suche in seinem örtlichen Independentkino nach Vorführungsterminen oder schreibe an die Intendanten von ARD und ZDF. Einen Link auf eine Kopie des Film vermeiden wir aus Respekt vor der hervorragenden Leistung aller Mitwirkenden.

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