SPLASH! 2007 – erster Tag
Zum runden Jubiläum, dem 10., wollten die Veranstalter den Wettergott offenbar austricksen. Anstatt im August in Chemnitz, versammelt sich die europäische Hip-Hop-Gemeinschaft im Juli in Pouch bei Leipzig. Am Freitag schien die Rechnung aufzugehen. Zwar drohten dunkle Gewitterwolken den Besuchern, vereinzelte Regentropfen hatten nichts mit dem Dauerregen vom letzten und vorletzten Jahr gemein. Die präventiv mitgenommene Regenkleidung blieb fein im Rucksack. Und so ließ es sich trockenen Fußes zu Künstlern wie Dendemann, eMC, Snoop Dogg, Nosliw, Kool Savas nicken.
eMC mit Masta Ace heizten gut ein, der Platz rund um die Hauptbühne füllte sich und der Verdacht kam auf, dass sich trotz der verregneten Vorjahre wieder eine gestiegene Zahl an Beuschern das lange Wochenende frei nahmen. Dendemann und Kool Savas rissen mich persönlich nicht mit. Das mag daran liegen, dass ich Dende bereits in Hamburg mit selbem Repertoir sah und berliner Hip-Hop meinen Geschmack verfehlt. Die Vielzahl der Besucher sah das anderes und nickte engagiert.
Höhepunkt des Abends versprach Snoop Dogg “shizzle my nizzle” Dogg zu werden. Trotz einstündiger Verspätung warteten die Massen ruhig und vor der Bühne. Keine Pfiffe, keine Rufe als wenn es sich nicht schickt, den Rapper der Westcoast unter Druck zu setzen. Kaum auf der Bühne kam er auf Weed und Sex zu sprechen. Dinge, die als Gangsta-Rapper offensichtlich zum Mittelpunkt des Lebens gehören. Es gelang ihm nicht, die zu später Stunde bereits erschöpfteren Besucher in seinen Bann zu reißen – bei mir machte sich Müdigkeit breit.
Wer noch rechtszeitig den Absprung schaffte und sich in das Reggae-Zelt zu Nosliw begab, den erwartete Gegenteil von Snoop: treibende Reggae-Riddims, kritische Texte, Spuperstimmung und ein heiterer Nosliw sorgten für ein letztes Aufbäumen. Ein schönes Ende für den ersten Tag.
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