--> FestivalFestival | HASENFARM

Alle Jahre trommeln die Organisatoren der Grünanlage die Hamburger Frohnaturen zusammen, um im Schanzenpark den Elch zu vertreiben. Im Schatten von Wasserspeicher und Fernsehturm trafen sich auch heute Hunderte – man könnte sogar vermuten es waren Tausende – um im strahlenden Sonnenschein zu bassgeschwängertem Sound von Solomun, Jay Pauli, Polder und Djuma Soundsystem steil zu gehen. Wer sich nicht im Kessel des Schanzenparkes, unmittelbar im Bereich der Soundbeschallung aufhielt, der suchte sich im näheren Umfeld einen freien Platz auf der Wiese. Gegen 17 Uhr wurde es jedoch mit freien Plätzen schon verdammt eng. Überhaupt hatte ich das Gefühl, man hatte soviele Besucher wie noch nie. Die Schanze war übervoll mit Menschen aller Couleur, selbst Berliner Schnauzen kreuzten meinen Weg.
Und wer nach 22 Uhr noch Lust und Zeit hatte, der durfte im Waagenbau weiterfeiern. Weiter geht die Festivalsaison am 7.6. Dann jedoch nicht an dieser Stelle und mit anderem Line-Up. Augen auf halten!

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An dieser Stelle noch mein Respekt für die Jungs, die dem Träger der “Thor Steinar”-Jacke ihre Meinung sagten und damit ihre Gesundheit auf´s Spiel setzten.

19. April 2009

Leidenschaft, als Wochenthema des Projekt 52, setzt sich bekanntlich aus den Worten “Leiden” und “schaft” zusammen. Es ist also etwas, dass im alten Sprachgebrauch Leiden schafft. Dennoch assoziieren wir mit dem Begriff das Positive.
Viel spannendert, als das Foto, ist möglicherweise die Interpretation des Leidenschaftlichen an sich, lässt sich doch alles, was wir tun, ins Leidenschaftliche steigern.

Dem Klassiker von Leidenschaft – die zwischenmenschliche Beziehung – musste in unserer Bildwahl die Leidenschaft nach guter Musik weichen. Besonders jetzt, wo die Festivalkalender den Feier-Campern die Sommerplanung auferlegen, schien es uns das passendesMotiv zu sein, einen Blick über den Campingplatz beim SPLASH-Festival 2007 auf der Halbinsel Pouch vorzustellen.
Während im Hintergrund die phatten Hip-Hop-Beatz über das flache Grasland wummerten, lagen die erschöpften Homies in ihren Zelten. Und wenn man sich dieses Foto in seiner Anmutung eines geräumten Schlachtfeldes ansieht, kann man von wahrer Leidenschaft für Musik und Festivals sprechen, denn wer tut sich so was schon aus 08/15-Laune an?

leidenschaft

Am Donnerstag, den 12.02.2009 treffen sich in 175 Städten rund um den Erdball aktive und neugierige Twitterer auf so genannten Twestivals. Auf diesen ehrenamtlich organisierten Treffen sollen neben Real-Life-Networking in erster Linie Spendengelder für das Charity:Water-Projekt gesammelt werden. Die Initiatoren erwarten je Standort eine Einnahme von ca. 4000$, was einer Gesamteinnahme in Höhe von 700.000$ entsprechen würde. Dieses Geld fließt zu 100% dem Projekt zu.

Charity:Water ist eine nichtkommerzielle Organisation, die in unterentwickelten Ländern Trinkwassersysteme einrichtet, die die Menschen mit sauberem und gesundheitlich unbedenklichem Wasser versorgt.

Jennifer Connelly in charity: water Public Service Announcement from charity: water on Vimeo.

Man darf gespannt sein, wie sich der Abend entwickelt. Haben die Organisatoren doch weitestgehend auf den Microblogging-Dienst Twitter gesetzt, als sie diese Festivals organisierten. Wieviele Twitterer hinter ihrem Account in die wirkliche Welt hervortrteten, um mit anderen in Sätzen, die hoffentlich länger als die restriktiven 10 Zeichen lang sind, zu diskutieren, bleibt abzuwarten. Bemerkenswert ist diese Idee allemal.

In Deutschland gibt es Twestivals in den folgenden Städten:

Wo ist Berlin? Die Medienhauptstadt Deutschlands lässt sich lumpen?

(via Osocio)

Grünanlage

Das war es nun. Mein erstes Festival, ein Technofestival, unter freiem Himmel und draußen. Gute 14 Jahre zeigte ich mich dem Tanzen unter freiem Himmel (Loveparade ausgenommen) gegenüber resistent. Als eingefleischter Anhänger der elektronischen Musik verschlug es mich vor 2 Jahren erstmal überhaupt auf eine mehrtägige Open-Air-Veranstaltung, dem SPLASH!. 3 Tage wachHip-Hop und keiner verstand, warum ich dort soviel Spaß hatte und dennoch die Nature Ones, Sonne Mond und Sterne und Fusions dieses Landes mied. Ich konnte mir nicht vorstellen, mehrere Stunden, ja vielleicht sogar Tage das monotone Bassschlagen zu ertragen und – was der eigentliche Grund ist – die anderen Besucher bei Tageslicht zu sehen. Mir hat damals der Anblick der Raver Morgens um 8 Uhr am vorletzten Tresor-Abend schon gereicht. From dusk till down sozusagen. Bei Hip-Hop war das anders. Jede volle Stunde neue Beatz und Rhymz, andere Typen und die Drogen der Besucher machen eher relaxt als aggresiv.

Gestern jedoch machte ich mich zum nahegelegenen Grünanlage-Festivalchen auf, um meine Theorie unter Realbedingungen zu verifizieren. Ein Zelt und eine Freilichtbühne wurden bespielt. Ich vermied es, im Hellen zu kommen, um nicht gleich die erste Dosis Abturn zu bekommen und das Experiment zu gefährden. Aber was soll ich sagen, nach nur 4 Stunden saß ich wieder in meinem Auto und fuhr nach Hause. Was war geschehen?

Das, was ich stets vorhergeahnt hatte. Techno – und darum geht es – kommt in meinem Verständnis aus der Dunkelheit eines Kellers. Die Musik ist schroff, laut und kompromisslos. Die akustische Ebene wird durch die Visuelle gestützt. So wie die Musik, sollte die Lichtlandschaft nur aus minimalen aber dennoch gehirnmanipulierenden Sequenzen bestehen. Beide Komponenten in einem geschlossenen Raum lassen die Wirkung der Musik entfalten und den Tänzer eins mit sich und der Musik werden. So meine philosophische Betrachtung der Musik.
Techno hat nichts mit Rasen, Wiesen, Bäumen und frischer Luft zu tun. Ein kleines Zelt im Dickicht am Rande einer Industrieanlage und mangelhafte Beleuchtung rauben der Musik die Seele. Die umgebenden Leute zu sehen und teilzuhaben an ihren Gesprächen geht auch nicht. Das Gefühl, jeden Moment einen Vogelschiss oder andere vom Himmel herabfallenden Dinge ab zu bekommen, machen mich nicht locker. Vom Wind wollen wir mal ganz schweigen.
Und so wachte ich heute Morgen zwar enttäuscht aber dennoch bestätigt auf, schloss meinen beiden 1210er wieder an, schloß Tür und Fenster, lauschte dem Kratzen der Nadel auf dem Vinyl bis die Bassdrum durch die Kupferleitungen meiner AKGs schossen. Die Musik kann so schön sein – wenn nur der Rahmen stimmt.

Am kommenden Wochenende findet in Hamburg auf der Elbinsel Wilhelmsburg das GRÜNANLAGEN-Festival statt. Das Line-Up lässt dem Anhänger elektronischer Musik keine Wahl: Carl Craig, Dj T, Extrawelt, H.O.S.H., Mathias Schaffhäuser, Oliver Huntemann, Oliver Koletzki, Pan-Pot, Steve Bug u.v.m. versprechen zwei Tage der musikalischen Extraklasse zu werden. Die Tickets kosten im VVK 18 EUR und sind damit vergleichbar günstig. Ich würde mich freuen, den einen oder anderen aus der Blog- und Twitterwelt zu treffen. Teilnahmebekundungen bitte hier in die Kommentare oder twittern.

Mehr Infos gibt es unter www.gruenanlage-festival.de

12. Juni 2008

Die Ärzte - Jazzfäst-Tour

Musikalischer Exkurs. Nicht nur wegen der Akustik, sondern auch wegen dem zu erwartenden Publikum. In Ülzen geben Mando Diao und Sportfreunde Stiller der besten Band der Welt die Mikros in die Hand. Und wir sind gespannt. Die Ärzte besuchen im Rahmen ihrer “Jazzfäst”-Tour das nördliche Deutschand. Die Örtlichkit – der Albrecht-Thaer-Platz vor dem Hunderwasserbahnhof – lässt mich schon grübeln, wie das sich wohl gestalten mag. Warten wir es mal ab. Gecampt wird aber im Vorgarten von Freunden. Wir woll´n ja nicht gleich übertreiben.

o2 WorldTour & CocoonAm Sonntag, den 18.05.2008 fährt o2 im Rahmen deder World Tour auf der Trab-Arena Hamburg gemeinsam mit Cocoon ein Open-Air-Festival mit einem Line-Up der Meisterklasse auf:

Pig&Dan
Extrawelt live
Frank Lorber
Johannes Heil live
Pascal FEOS
Raresh

Cocoon beste DJs rocken von 11.30 – 23.00 Uhr die Arena. Und das Beste daran ist: es ist kostenlos!

20. April 2008

Was passiert, wenn ein finnischer Elektronikkünstler das Land nach einer alten Gerätschaft abgrast, die irgendwann zwischen 1982 und 1983 gebaut wurde und wegen fehlendem Zielgruppeninteresse eingestampft wurde?

Es entsteht Großartiges.

Jori Hulkkonen machte sich auf die Suche und fand zehn Roland TB-303. Dazu versammelte er neben einer TR-808 und einem Mischpult auch noch weitere Elektronikkünstler (Jesper Dahlbäck, Kalle Karvanen, Aku Raski, J-P Parikka, Janne Puurunen, Kimmo Oksanen, Petri Salonen, Tuomas Toivonen, Johannes Auvinen, Tatu Peltomäki), um im Stil eines klassischen Orchesters, eine Symphonie aufzuführen – nur mit den genannten Analogmonstern. Dieser Auftritt fand im Rahmen des Festivals für neue Musik (UMF) am 5. Oktober 2007 in Turku, Finnland statt und wurde “So Run The Tears Like Wine” – The Acid Symphony Orchestra getauft.

Sähkö Recordings hat das Ereignis aufgezeichnet. Und da es dieses einzigartige Setup nicht auf analogem oder digitalem Tonträger geben wird, sollte man sich beeilen und sich die Gänsehaut hier und hier abholen.

Aber Vorsicht! Es entstehen ähnliche Gefühlsregungen, wie bei Hardfloor´s “Lost in the Silver Box”.

Aciiiiid!

SPLASH! 2007

Das also war es, das SPLASH! 2007 und diesmal machte es seinem Namen keine Ehre. Die Sonne sorgte am Sonntag für gebruzelte Haut, kurze Röcke und intime Einblicke in Arbeiten deutscher Tätowierer. In den Zelten entwickelten sich subtropische Klimazonen. Da ließ der Auftritt von T.O.K. aus Kingston Gefühle wie am Strand von Jamaica aufkommen. Stones Throw und Dilated People bekamen wir nur am Rand mit.
Gegen Abend als sich die Zeltplätze leerten und die Besucher zur Hauptbühne gingen, erhöhte sich die Vorfreude auf die Höhepunkte des Tages – The Roots und Freundeskreis. Wie gut, dass man über Geschmack nicht streiten kann, weil jeder seinen eigenen hat. The Roots sind bei uns eigentlich ganz weit vorn, aber live waren wir enttäuscht. Es kamen kaum Begeisterungsfunken bei uns an. Und selbst ihr großer Hit wurde nur für eine Strophe angespielt. Max Herre kam mit Joy Denalane und Afrob aus Stuttgart. Mit musikalisch solider Arbeit, bedankte er sich für die letzten 10 Jahre und beendete das 10. SPLASH! weitaus dezenter als es die Chemnitzer Philarmoniker im letzten Jahr taten.

Fazit: Drei schöne Tage mit vielen bunten Eindrücken, dicken Sounds und netten Leuten. Musikalisch gab es leider zu wenige Höhepunkte – was aber eine Geschmacksfrage ist. Bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren die Lust, das Geld und die Vision haben, um 2008 wieder drei tolle Tage mit uns zu kopfnicken. Big up for SPLASH! 2008.

Um es vorweg zu nehmen: es hat ein Mal geregnet. 5 Minuten. Die Sonne schien sogar. IAM sorgte aufgrund gesundheitlicher Abwesenheit für eine Veränderung in der Reihenfolge der Auftritte. So rutschten alle Künstler ca. 45 Minuten nach hinten. Da die Headliner Curse, Talib Kweli und Redman erst ab zehn Uhr die Bühne bevölkern sollten, gaben wir uns am frühen Abend dem Abendprogramm hin und stellten schnell fest, dass es keins gab. Kein MC-Battle auf einer offenen Bühne, kein Skateboarding, nur am Rande ein par Grafittisprüher. Da wurde das Warten etwas lang. Dafür gab es dann aber in der Dunkelheit Überraschungen am laufenden Band. Curse´s la Familia entpuppte sich u.a. als Stieber Twins, die gemeinsam Klassiker und Neuheiten ablieferten. Nachdem gestern Snoop Dogg als amerikanischer Superstar eher publikumsdistanziert seinen enttäuschenden Auftritt absolvierte, rissen Talib Kweli und Redman alle Sympatien an sich und retteten die Ehre der Amerikaner. Besonders Redman hatte sichtlich Spaß an seinem Auftritt. So rappte und scratchte er, sprang von der Bühne und machte Witze. Die zahlenmäßig deutlich über den Vorjahren liegende Besucherschaft dreht durch und krochen zufrieden in ihre trockenen Zelte.

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