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(Quelle: Abgespeist)

Zwei Drittel der Deutschen sind zu dick. Damit übernimmt Deutschland die Führung im europäischen Verbund. Maßgeblichen Einfluß auf die Reduktion der Körperfülle sollten die Unternehmen haben, die den Großteil der konsumierten Nahrungsmittel in Umlauf bringen. In England hat das Eingreifen der Regierung dazu geführt, dass der Konsument anhand eines simplen Ampelsystems erkennen kann, welche Inhaltsstoffe in welchen Mengen enthalten sind und ob das Essen “gut” oder “schlecht” ist. In Deutschland hat der Verbraucherschutzminister Seehofer diese Chance dank massiven Einwirkens der Lobby verschlafen.

Und so kommt es, dass Kinder-Riegel mit der „Extra-Portion Milch“ wirbt.

Die soll Eltern offenbar den Eindruck vermitteln, sie könnten ihren Kleinen Kinder-Riegel ohne schlechtes Gewissen in größeren Mengen zum Naschen geben. Schließlich enthält er ja Milch und damit ganz viel Kalzium. Allerdings müsste ein Kind 13 Riegel essen, um seinen Tagesbedarf an Kalzium zu decken. Und hätte damit dann auch 48 Stück Würfelzucker und ein halbes Paket Butter verspeist.

Noch mehr solcher Beispiele, die uns weiterhin den Spitzenplatz der Fettleibigen sichern, findet man auf Abgespeist und auf vielen Verpackungen im Supermarkt. So sieht es aus, wenn die Politik ihren Job nicht versteht und die Industrie stumpf auf Gewinn hinarbeitet. Der DickeDumme ist dann der Kunde – wie in Amerika seit Jahren vorgelebt und bisher von uns selber kopfschüttelnd missbilligt.

Willkommen im Jetzt Deutschland!

28. April 2008

Flyer Pink&Blond

Es ist ja schon schlimm, heute als “Boy & Girl” tituliert zu werden. Die Verstümmelung der eigentlichen Formulierung, ein pinkes Oberteil zu tragen oder blonde Haare zu haben, ist kritisch. Auf Dancefloors zu tanzen, gehört inzwischen zu Normalität im deutschen Sprachgebrauch. Aber dass auf einem Flyer extra erklärt werden muss, was die oder das unmittelbar voranstehend abgedruckte und beworbene “Exotic Roof” ist, geht mir definitv einen Schritt zu weit.

Dass der Hamburger Kiez international ist, ist gut und schön, aber solche lingustischen Verrenkungen kann sich auch der PAT-Club in der Großen Freiheit schenken.

apfelquak verlost - und ich spende

Das muß man sich mal vorstellen: Im Irak bomben sich die Menschen weg, in Israel werden Mauern zwischen Völker gezogen, in China wird geprügelt, in Afrika verhungern Kinder. Und in Deutschland verschickt jemand anonym an die Top 100 der Blogcharts des Landes Überaschungspäckchen mit Zahnbürste, Rasierer und einem Handy(!). Das nennt sich virales Marketing. Ich nenne das verrückt.

Apfelquak hat auch ein solches Geschenk bekommen, aber er spendiert es. Dieser Beitrag stellt meine Bewerbung, um das im Losverfahren weiterzugebenden Päckchens dar. Im Falle meines Gewinns werde ich das Objekt bei eBay versteigern und den Erlös – erstmals in meinem Leben – spenden. Als Begünstigten suche ich mir eine Naturschutzorganisation aus. Ich werde an dieser Stelle berichten.

So, und nun wünsche man mir Glück bei der Verlosung.

(Quelle: apfelquak)

Update: Die Trackback-Adresse war falsch. Das Gewinnspiel läuft bei admartinator)

27. März 2008

Spiegel und Stern meldeten, Lidl interessiert sich besonders für seine Mitarbeiter. Auf ganz besondere Art. Ich unterstelle, Herr Schäuble wird blass vor Neid geworden sein, denn Lidl weiß jetzt:

Wie… hoch das Guthaben auf der Handykarte eines Mitarbeiters ist.
Wo…Mitarbeiter tätowiert sind.
Was…für Freunde ein Mitarbeiter so hat.
u.v.m.

Die Observation und Profilerstellung diene laut Lidl jedoch nur einem Ziel: der Feststellung von Fehlverhalten.
Bei dem Aufschrei, der gestern durch die Nachrichtenagentur-, Magazin- und Verbraucherlandschaft ging, konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, man sei überrascht. Was wiederum mich überrascht.
Auf dem Weltmarkt explodieren die Preise für Rohstoffe. Gold erreichte vor kurzem sein Allzeithoch, die Chinesen finden das Milchtrinken trendy und lutschen unseren Kühen die Euter leer und in Mexiko erleiden die Menschen Hunger, weil der Mais anstatt für Burritos jetzt als Biosprit in Autos Verfeuert wird.
Uns kunden Kunden stellen sich im örtlichen Supermarkt die Nackenhaare auf und wir drohen mit Kaufverweigerung, wenn sich der Preis von H-Milch an der zweiten Nachkommastelle erhöht. Oder finden es toll, wenn wir aus Südamerika importiertes Bio-Obst für unter nem Euro bekommen. Was also bleibt einem Unternehmen übrig, die Teuerung so abzupuffern, dass wir kaufen und die Mitarbeiter – wenn auch dürftig – bezahlt werden können? Es konsolidiert Warenflüsse, knebelt Lieferanten und optimiert wo es nur geht. Oder es optimiert Warenflüsse und knebelt Lieferanten? Und weil eben der in Deutschland angestellte Mitarbeiter der Kostentreiber  vor dem Herrn ist, gilt es, auch diesen zu controllen, zu benchmarken und ggf. zu feuern. Alles für einen günstigen Preis, alles für den Kunden.
Bleibt die Frage offen, wie Lidl mit den gewonnen Kundendaten umzugehen pflegt?

13. März 2008


Die entscheidende Stunde istward gekommen und zwar am 31.03.2007, als in Sydney neben 2,2 Millionen Menschen auch 2100 Unternehmen den Strom für eine Stunde abschalteten. Auch Deutschland beteiligte sich am 08.12.2007 an dieser “Earth Hour”. Die Bewohner Sydneys konnten während dieser einen Stunde den Stromverbrauch um 10,2% senken und erzielten den selben Effekt, als hätte man 48.000 Autos für 1 Jahr stillgelegt.

Das Engagement Australiens scheint besonders groß zu sein, da es von den Auswirkungen des Klimawandels sehr stark betroffen ist. Zwar steht die Überflutung der Küstenregionen noch nicht an, aber das Verglühen der im Landesinneren gelegenen Gebiete sorgt für Handlungsbedarf.
Australiens Politiker haben der Industrie eien klare Ansage unterbreitet, wenn es um den Verkauf von herkömmlichen Leuchtmitteln, umgangssprachlich Glühbirnen, geht – er wurde schlichtweg untersagt und nur noch Energiesparlampen dürfen in Verkehr gebracht werden.

Australiens Beispiel beweist wieder einmal den Wahrheitswert der Weissagung der Cree: “Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann!”

In Deutschland sind wir noch lange nicht soweit, ja ich würde sogar behaupten, wie haben uns von Amerika ein wenig abgeschaut. Die Lobby der Energieerzeuger- und verschwender hat die Politik fest im Griff, so dass effektive Maßnahmen, aus Angst nicht wiedergewählt zu werden, nicht stattfinden. Unser Bundesumweltminister Sigmar Gabriel besitzt beim Thema “Umweltschutz” und “CO2″ soviel Feingefühl wie ein…(mir fällt nichts passendes ein). Für seinen Individualflug von Mallorca nach Deutschland hat er nicht nur nichts bezahlt, sondern auch 40 Tonnen CO2 ausgeblasen – das Flugzeug, nicht Herr Gabriel. So sieht vorgelebter Umweltschutz 2008 in Deutschland aus. Und das Volk muss bunte Aufkleber kaufen.

Übrigens könnte man in Deutschland durch das Abschalten von Stand-by-Geräten jährlich ca. 1,4 Milliarden Euro einsparen, berichtet Das Strommagazin.

23. Januar 2008

Was weiß der US-Präsidentschaftskandidat McCain, was wir nicht wissen? In einem Video auf DailyWebb.com berichtet er von einem Treffen mit dem deutschen Präsident Putin.
Liebe Amerikaner,  diesen Mann solltet ihr nicht wählen!

20. Januar 2008

“Ich find´s ja auch nicht gut, aber dagegen machen kann ich auch nichts” so oder ähnlich lautende Aussprachen habe ich in den letzten Wochen häufiger gehört. Meist im Rahmen von politischem Gedankenaustausch.

Dabei wird deutlich, wie schwiegrig es ist, in einer Demokratie zu leben. Es bedarf weit mehr, als nur aller vier Jahre zur Wahl zu gehen und die “Bild!” zu lesen. Es bedarf Interesse, Recherche und Aufmerksamkeit. Und Mut. Was nützt die freie Meinungsäußerung, wenn man nicht weiß, was im Land vorgeht, wozu man seine Meinung äußern sollte, welchen Standpunkt man vertritt. Es kann nicht erwartet werden, dass sich jeder mit jedem Thema beschäftigt, aber es muß Empfangsbereitschaft für Themen geben und das Interesse, mitzuziehen. Zu sagen, “Ich hab nichts zu verbergen” oder “Das interessiert ich nicht.” ist das verbale Ablegen der demokratischen Mündigkeit.

Wenn aber ein Grundinteresse vorhanden ist, kommt als vermeintlich letztes k.o.-Kriterium die Ohnmacht, nichts dagegen tun zu können. Während im diktatorischen Burma Mönche verprügelt werden, weil sie im stillen Protest auf die Straße gehen, meinen wir, das lieber nicht zu tun. Aus Angst? Wovor? Dem im Grundgesetzt verankerten Grundrecht der Demokratie zu folgen?

Es ist Zeit, sich seinen Möglichkeiten bewußt zu werden, den Staat mit den demokratischen Mitbestimmungschancen zu prägen.

In diesem Sinne, einfach mal dem folgenden Video der Ärzte zuhören und drüber nachdenken.


Duden, wir haben ein Problem. Und dagegen kann auch die Rechtschreibreform nichts ausrichten.

Mario Barth würde sagen: Deutsch – Klugscheißer / Klugscheißer – Deutsch

Bayern im tropischen Regenwald

Das lässt sich sehr einfach ausrechnen: Bayern hat ca. 70.552 km2 Fläche, der tropische Regenwald maß 1982 ca. 9.500.000 km2. Ergibt das Resultat, dass Bayern ca. 135 mal in den Regenwald passt. 1950 hätte man das Bundesland noch 227 mal in den Regenwald bekommen. Nicht weil die Bayern expandiert sind, sondern weil der Regenwald geschrumpft ist. 2014 wird man Bayern nur noch 80 mal auf der Restfläche unterbekommen, wenn wir so weitermachen.

Und damit die anderen Bundesbürger ausserhalb von Bayern jetzt nicht in den Taschenrechner beißen, hier die Angaben, wie oft das jeweilige Bundesland in die Regenwaldfläche von 1982 gepasst hätte:

  • Baden-Württemberg: 266 mal
  • Berlin: 10.686 mal
  • Brandenburg: 327 mal
  • Bremen: 23.515 mal
  • Hamburg: 12.583 mal
  • Hessen: 450 mal
  • Mecklenburg-Vorpommern: 410 mal
  • Niedersachsen: 201 mal
  • Nordrhein-Westfalen: 279 mal
  • Rheinland-Pfalz: 479 mal
  • Saarland: 3.696 mal
  • Sachsen: 518 mal
  • Sachsen-Anhalt: 465 mal
  • Schleswig-Holstein: 604 mal
  • Thüringen: 585 mal
18. August 2007

Ich bin gerade von der Reeperbahn mit der U-Bahn nach Hause gefahren. Mit mir im Abteil saßen 3 Kinder im Alter zwischen ca. 8-10. Diese hatten einige Fragen an mich: Wo sie umsteigen müssen, wie lange eine Tageskarte gültig ist und wo ich aussteige. Ich hatte die ganze Zeit nur eine Frage im Kopf: Was zur Hölle macht ihr um kurz nach Mitternacht alleine hier???

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