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Mitte der neunziger Jahre stand ich in der Destillery Leipzig, im stockdunklen, bassgeschwängertem Keller. Heiko Laux, Begründer des Kanzleramtes, legte neueste Platten auf und ich tat, was mit der DJ-Kultur so fest verbunden ist, wie Siamesiche Zwillinge – ich stand am DJ-Booth und versuchte im Schein der Nadelbeleuchtung vom drehenden Plattenaufdruck abzulesen, welche Scheibe gerade läuft. Als Deck-Shark wurde ich und all jene Musik-Junkies genannt, die den Club als lauteste Plattenvorhör-Station betrachteten und das DJ-Pult belagerten, wie die Fliegen den Kuhfladen.

Im Jahr 2009 gehört der Deck-Shark jedoch zu einem der Verlierer der digitalen Musikrevolution, sieht er ausser 2 neutralen Impulsplatten nur noch die Rückseite eines Laptops. Richie Hawtin jedoch scheint sich aktiv gegen das Verschwinden dieser Personen einzusetzen und entdeckt dabei gleich noch einen neuen Vertriebskanal für Tanzmusik.

Sein neuester Clou: er lässt TraktorPro, die Abspiel- und Musikverwaltungssoftware, über Twitter die aktuellen Titelinformationen twittern. Damit erhält jeder Follower auf seinem mobilen Empfangsgerät den aktuell gespielten Titel in der Form “is now playing:…” mitgeteilt. Nicht mehr, nicht weniger. Banal!

Stelle dir vor, mit deinem mobilen Empfangsgerät im Club zu sein und plötzlich einen großartigen Track zu hören – früher hatte man nie die Chance, die Emotion und Stimmung in das Leben ausserhalb des Clubs zu transferieren (oder nur durch einen zufälligen Fund im Plattenladen), kann man heute den Tweet einfach als “Favorit” markieren. Am Ende des Abends kann man sich mit dieser Favoritenliste vor Beatport setzen und ebene jene Tracks kaufen, die in der Nacht zuvor geflasht haben. Damit eröffnet Richie Hawtin besonders neuen und unbekannten Künstlern einen neuen Vertriebskanal.

Haben wir Mitte der 90er die Hardwax-Faxausdrucke nach heißen Neuerscheinungen abgesucht, schickt uns heute der DJ seine heißen Track direkt per Twitter zu. Schöne neue Welt!

DeckSharking der Zukunft: @rhawtin

(inspiriert von De:Bug)

Potentiometer
DJs sind nicht zu beneiden. Besonders all jene, die sich anschicken, Weihnachtsfeiern oder sonstige Heterogenzielgruppenveranstaltungen zu beschallen.
Während sich der Club-DJ sicher sein kann, dass mindestens 90% der Leute wegen der Musik in den Club kamen, tappt der Firmenfeiern-Beschaller von Anbeginn im Dunkeln. Wie ist die Stimmung in der Firma? Was für eine Alterstruktur sehe ich da gerade vor mir? Wie ist Sozialgefüge? Welchen Musikgeschmack haben die Mitarbeiter?

Gestern Abend hatten wir wieder mal so einen Kandidaten, dem wir es besonders schwer gemacht haben, der es uns schwer gemacht hat. Oldies haben ihre Daseinsberechtigung, sie wecken jugendliche Gefühle und das Tanzbedürfnis, aber dazu bedarf es möglichweise einen höheren Alkoholpegel, um direkt am Anfang gespielt zu werden. Gerade wenn man nicht weiß, wie man die Feiergesellschaft einschätzen soll, macht es keinen Sinn fünf Oldies in Folge rauszuballern. Besonders nicht, wenn gerademal ein einstelliger Prozentsatz der Anwesenden auf der Tanzfläche steht. Das anfängliche Austesten des Musikgeschmacks hätte möglicherweise eine interessante, partyfördernde Erkenntnis gebracht.

Schlussendlich beging der DJ zudem einen Fehler, der unverzeihlich ist. Die Musikanlage war deutlich überlastet, die Lautsprecher schrieen und die Unterhaltungen wurden zur Belastung für Ohr und Stimmband. Gegen diesen Anwendungsfehler konnte selbst das Denon-Mischpult nichts unternehmen. Und so wundert es nicht, dass ich kurz nach Mitternacht umringt von Kollegen am Bahnsteig stand und auf die U-Bahn in Richtung Bett wartete.

Ansonsten war´s eine sehr angenehme Feier. Danke Boss.

Wie sind Eure Erfahrungen mit DJs auf Weihnachtsfeiern und Firmenfesten?

LL Cool J in HamburgRapper „Ladies Love Cool James“ aka LL Cool J soll im neuen “The Club 40/40″ in Hamburg auftreten. Zwar lässt die Eigenpromotion der Clubbetreiber Schlimmstes ahnen:

“The Club 40/40″ Hamburgs lang erwarteter neuer Club (40/40) ist endlich in der Hanse Stadt Hamburg und zeigt den Hamburgern und den Norddeutschen wie man richtig feiert. The Club 40/40 ist eine Verbindung von unterschiedlichen Musikrichtungen und Künstlern. Hamburgs neuester Club 40/40 verbindet Hip Hop, R&B, Electrofunk und Crunk (Dirty South) mit verrückten Beats die von Schwergewicht Deejas aufgelegt wwerden. Man sollte natürlich nicht vergessen was 40/40 heißen soll es ist ein Zeichen für die Schönheit, Glamour und die Beliebtheit die ein neuer Club wie The Club 40/40 ausstrahlen kann. Für alle Norddeutschen die sich nach einem neuen verrückten aber Glamorösen Event gesehnt haben, ist The Club 40/40 das neue Mittel um die Wünsche erfühlt zu bekommen.
Um zu merken was man bis Heute verpasst hat… (Quelle: Hamburgparty.de)

Nee, is klar. Hamburg hat ja sonst echt nichts zu bieten.

Seien wir gespannt ob und wie der Auftritt von LL Cool J am 20.09.2009 im Cafe Keese wird. Frühes Kommen sichert die besten, wenn nicht sogar überhaupt die Plätze.

St. PauliniDer Männer-Technik-Gadgets-Laden Gravis hat sich einen hochgradig suchtverursachenden Werbegag einfallen lassen. Analog den legendären Panini-Sammelalben, hat Gravis ein Online-Sammelalbum erschaffen. Besammelt und beklebt werden darf “St. Paulini – Das Online-Sammelalbum des FC St. Pauli von 1910 e.V.”.
Die Bilder rund um den legendären Kiez-Club und Weltpokalsiegerbesieger wurden liebevoll Guido Schröter gezeichnet: Der Clou: auch wenn es ein Online-Sammelalbum ist, kann man fehlende Sticker tauschen – zwar nicht in auf dem Schulhof, aber man kann. Anhand von Codes kommt man an die Sticker, die entweder ins Album eingeklebt  oder mit anderen Sticker-Jägern auf der Online-Plattform getauscht werden können.

Die Codes gibt es u.a. bei Gravis, im Gravis St. Pauli Podcast des letzten Spiels, auf dem Gravis Flyer, auf Karten, die während eines Spiels verteilt werden oder für Freundschaftswerbungen.

Insgesamt muss man 75 Bilder sammeln und wenn das Album voll ist, soll es lt. Angaben von Gravis eine Möglichkeit geben, sein Schätzchen auch in “Echt” zu bekommen. Nichts Genaues weiß man noch nicht.  Neben dem eigentlichen Sammelspaß dürfte der Gravis-Kunde hochgradiges Interesse an den Wochen- und Monatsgewinne (Trikots und iPods) und als Hauptgewinn ein Mac-Book haben.

Mit dieser Aktion hat Gravis den Nerv seiner Zielgruppe getroffen: technisch versiert, verliebt in Details und Sinn für Underdogs.

Wenn Du jetzt auch von der Sammelmanie infiziert wurdest, dann lass mir bitte deine E-Mail zukommen. Ich lade dich dann sehr gerne ein. Das bringt mir 5 neue Codes und dir das gute Gefühl, Teil der Fangemeinde zu sein.

(via Hyde and Seek)

Berlin Calling

Paul Kalkbrenner ist DJ Ickarus und tourt durch die Clubs der Welt. Kurz vor Veröffentlichung seines aktuellen Albums landet er nach einem drogenlastigen Auftritt in einer Berliner Nervenklinik. Ein Besuch, der die Würfel neu mischt.

Nein, das ist kein Auszug aus Paul Kalkbrenners Biografie. Das ist der Kernplott des neuen Films von Regisseur Hannes Stöhr. Kalkbrenner, der im wirklichen Leben tatsächlich als Superstar-DJ bezeichnet werden kann, spielt an der Seite von Corinna Harfouch die Tragikkomödie.

Am 26.9. um 22:30 Uhr ist Premiere in Hamburg und ich bin gespannt, wie sich Paul Kalkbrenner im Handlungsfeld jenseits der Musikproduktion schlägt. Seine Platten jedenfalls hinterließen in meinem Regal bisher stets einen sehr guten Eindruck.

Der offizielle Trailer zum Film.
Die offizielle Seite zum Film.

8. Juni 2008

ED2000 - Minirocker

Einen weiteren großen Paukenschlag bereitet das Kollektiv “Gumbofrisstschmidt” vor und kündigt unter dem Titel “Minirocker” ED2000 von Dangerous Drums aus Berlin an. Am Samstag 21.06.2008, 23 Uhr versammele sich das Partyvolk im Vereinsheim Hammonia e.V. in der Sternschanze 7, Hamburg. Die Location ist an Aussergewöhnlichkeit kaum zu übertreffen. Ein kleines, rund erbautes Häuschen, was eher an die alten Toilettenhäuschen erinnert, verspricht der perfekte Platz für eine Party jenseits des Hamburger Mainstreams zu werden.
Weitere Infos zu ED2000 gibt auf seinem MySpace-Profil.

13. Mai 2008

slices-logo

Gestern erreicht mich folgende Ankündigung, die mich mit den Füßen scharren ließ:

WE CALL IT TECHNO!

A documentary about Germany´s early Techno scene and culture.

A film by Maren Sextro & Holger Wick

Inspiriert durch neue Klänge, neue Technologien und die politischen Ereignisse der Zeit entsteht Anfang der 90er Jahre in Deutschland eine Szene, die euphorisch den Beginn einer neuen Ära feiert. In Berlin, Frankfurt und auch in vielen anderen Städten Deutschlands basteln die Aktivisten an einer neuen Musik- und Clubkultur rund um die Koordinaten Techno und House.
Auf der Berliner Loveparade 1991 treffen die lokalen Szenen erstmals aufeinander. Der Trend gerät zur Bewegung. Ein deutscher Summer of Love, der schlagartig Lebensläufe ändert und Karrieren loskickt. Das „Prinzip Techno“ steht für Experimentieren, Grenzüberschreitung und Selbermachen. Aus Fans werden DJs oder Party-Veranstalter. Labels werden gegründet, Plattenläden eröffnet. Die Szene wächst. Eine eigene Welt entsteht. Netzwerke abseits der etablierten Strukturen werden gespannt. Für einen Moment lang scheint alles möglich…
WE CALL IT TECHNO! erzählt von der heftigen Entstehungsphase der ersten Popkultur, die maßgeblich in Deutschland entstanden ist.
Mit exklusiven Interviews und umfangreichem, weitgehend unveröffentlichtem Film- und Fotomaterial aus den Jahren 1988-1993!

Inkl. Kommentaren von Alex Azary, Armin Johnert, Ata, Elsa for Toys, Hell, Jürgen Laarmann, Mark Reeder, Mike Ink., Mijk van Dijk, Ralf Niemczyk, Sven Väth, Talla 2XLC, Tanith, Triple R, Upstart, Wolle XDP und vielen anderen.

Das Machwerk gibt es am Mittwoch, den 28.05.08 in Offenbach zu sehen und schon jetzt vorzubestellen.

Nun wohne ich erstens) zu weit von Offenbach entfernt, um zu den Weltpremierern zu gehören und zweitens) kaufe ich nicht gerne etwas von dem ich nicht weiß, ob es sein Geld wert ist. Die aufgezählten Protagonisten versprechen auf jeden Fall tiefründige Einblicke in die Szene, die sich in IHrer Geburts- und Jugendphase befand.
Wer von Euch bei der Premiere dabei sein wird, kann hier ja gerne einen kurzen Bericht abliefern, ob sich der Kauf lohnt. Bisher bin ich mit den Produktionen aus dem SLICES-Umfeld stets sehr zufrieden.

 Hamburg del Mar

Die Durststrecke ist vorüber. Nachdem wir, anders als im letzten Jahr, bis Anfang Mai auf ein positives Signal der interkontinentalen Luftzirkulationen warten mussten, ist es nun da – das Hoch. Und wenn man jetzt noch zu den Glücklichen gehört, die ihren Arbeitgeber erfolgreich um temporäre Freistellung von der Knechtschaft baten, kann kommen was will. Das Jahr ist gerettet. Tagelang keine Wolken, Temperaturen so angenehm, dass der Wasserhaushalt des Körpers nicht ins Wanken gerät und ein zarter Hauch von Luftmassenbewegung. Das derzeitige Alleinstellungsmerkmal Urlaub wirkt sich vor allem beim Besuch von neuzeitlichen Strandsimulationsanlagen im Inland positiv aus. Die Beachclubs sind wärend der Tageszeit übersichtlich besucht, die Bedienungen noch freundlich und die Strandkörbe bitten, Platz zu nehmen.
Das Gefühl des emotionalen Auftauens zu beschreiben ist kaum möglich, aber es gab mal zwei junge Hip-Hopper, die einen Song mit begleitendem Video dazu gemacht haben. Und heute passt der wie die Faust auf Auge!

Ladies & Gentlemen: Drumz pleaze!

DJ Jezzy Jeff and The Fresh Prince – “Summertime”

Tresor - True Spirit

Anlässlich der im April 2005 bevorgestahenden Papstwahl sowie dem Schließen eines der Techno-Keimzellen machte ich mich auf, um dem musikalischen Abschiedszeremoniell beizuwohnen. Der Tresor schloß seine Pforten in der Leipziger Straße 126, um an anderer Stelle wiedergeboren zu werden. Über die letzten Tage und Wochen habe ich hier, hier und hier schon berichtet. Und weil mir gerade danach ist, hier noch einmal die audiovisuelle Aufbereitung eines der letzten Abende:


GoogleDirektTresor

Zascha Moktan im Stage Club Hamburg

Gestern war Mädels-Abend und deswegen haben wir bei dieser äußerst musikalischen jungen Dame vorbeigeschaut. Was vom Abend hängen gebliebe ist? … eine Hammerstimme und großartige Songs! Diese Frau hat das Potential für die ganz großen Bühnen! Ich bin froh sie vor ein paar hundert Leuten im Stage Club gesehen zu haben. Zascha Moktan ist in Ami-Land im Vorprogramm von Alicia Keys aufgetreten und als Bewundererin selbiger kann ich sagen sie steht ihr in nichts nach. …Das Konzert fand ich sogar noch wesentlich besser als das letzte von Frau Keys, was sicher auch an der entspannten und intimeren Atmosphäre lag und es war nicht so amerikanisch durchgestylt. Der Club an sich ist nichts für ein volles Haus. Ab der dritten Reihe konnte man die Band leider nur als zwei-Meter-Hühne erkennnen. Trotzdem war die Stimmung gut, was nicht zuletzt auch mit an einem Song lag der laut Plattenfirma nicht auf das Album passt. “Feel me” hat Zascha nur nach Protesten live spielen dürfen. Der Song ist der Hammer – Latinorhythmen und Soul gemixt – perfekter Sommersound und nicht weit von ihrem ersten Hit “Ouch” entfernt! Gerade abwechslungsreiche Künstler versprechen Qualität und Potential, in Zukunft tolle Musik zu produzieren. Was für Deppen sitzen eigentlich in diesen Musikverlagen? Versteht denn keiner, dass dieser Einheitsbrei nie lange Erfolg haben kann? Oder ist dies gewollt? Es scheint den Firmen doch nur um´s schnelle Geld zu gehen!
Als Fazit bleibt zu sagen: Es war ein toller Abend, es ist eine großartige Sängerin und ich freu mich auf mehr!

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