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5. Oktober 2009

Gestern Abend drängten sich wieder knapp 10 Millionen Menschen vor den Bildschirmen, um den Kommissaren Freddy Schenk und Max Ballauf in Köln beim Ermitteln zuzusehen. Und dabei werden Sie Zeugen einer Straftat – ausgeübt von den Kommissaren selber. In der Einstiegsszene zu ”Platt gemacht” kippt ein Obdachloser von einer Parkbank und bleibt vor den Augen der Polizisten regungslos liegen.

Nachdem Ballauf wenige Sekunden später bei dem Opfer ist, diagnostiziert er Herzstillstand. Und was macht man in einer solchen Situation? Wiederbelebung mit Herz-Lungen-Massage durchführen. Was das ist und wie´s geht sieht man beim DRK.

Und was macht der geschulte Kriminalist? Teilnahmslos daneben sitzen und seinem Kollegen cool zurufen, er möge mal ´nen Krankenwagen rufen. Dieses Verhalten fällt meiner Einschätzung nach in die Kategorie “Unterlassene Hilfeleistung” und ist strafbar.

Da wird deutlich, dass das Fernsehen einen Bildungsauftrag hat. 10 Millionen Menschen, die nun der Meinung sind, dass man im Fall eines Herzversagens nur den Krankenwagen rufen muss – unfassbar. ARD Fail!

Sein Set bereitet der DJ vor, indem er den oder die mitgebrachten Plattenkoffer für sich möglichst gut erreichbar hinter dem Pult platziert, den oder die Koffer öffnet, die Platten rasch durchblättert, einige Platten herauszieht und auf Eck stellt, mitunter die eine oder andere Platte umsortiert und seinen Kopfhörer bereitlegt. (Jeder DJ hat einen eigenen Kopfhörer dabei, und wenn dieser nicht funktioniert, führt dies in der Regel zu mehr oder weniger panikartigen Reaktionen.)

Die Bundeszentrale für Bildung hat sich 20 Jahre nachdem die Spezies “DJ” die Bühne der Öffentlichkeit betreten hat mit deren Berufsbeschreibung beschäftigt. Herausgekommen ist der im Rahmen der Publikation “Aus Politik und Zeitgeschichte” erscheinenden Serie, mit Ausgabe “APuZ 52/2008, ein äußerst unterhaltsames Stück Literatur. Der Unterhaltungswert, so vermutet man, ist aber eher unbeabsichtigter Natur. Noch ein Beispiel gefällig:

Die unseres Erachtens für den “Lifestyle Techno” symptomatische Veranstaltung, der so genannte Rave, impliziert ein Tanz-Vergnügen, das so lange dauert, dass – tendenziell – jeder Teilnehmer an einem beliebigen Zeitpunkt in das Geschehen ein- und auch wieder aussteigen kann, ohne ein essentielles Ereignis zu versäumen. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Wie in der heutigen Politik üblich, fehlt in der Abhandlung die Berücksichtigung von modernen Veränderungen im Arbeitsumfeld des DJs. Wird das Procedere des Plattensortierens und -auflegens detailliert geschildert, sucht man den Umgang mit Laptop & Co. vergebens.  Das wird dann aber sicher in der 2. Auflage anno 2015 besprochen.

Dennoch ist diese Publikation als positiv zu bewerten, denn das ehemals als Hobby belächelte DJing bekommt nun eine Anerkennung und Bedeutung wie die eines Maurers, Arztes oder Taxifahrers.

Über diese Veröffentlichung schreiben auch:

YouPorn Einstiegsseite

Auf den Service von Filmportalen wie youporn und redtube muss ich wohl nicht näher eingehen. Neu war mir aber, dass jenen Anbietern die Weiterbildung ihrer Besucher am Herzen liegt. Dabei meine ich aber nicht die vordergründige Aneignung von Kopulationstechniken. Vielmehr können auch Minderjährige durchaus vom Besuch jener Seiten profitieren.
All jene Unter-18-Jährige, die “zufällig” auf die Seiten kommen, müssen eine knallharte Altersabfrage über sich ergehen lassen, damit die Schutzbefohlenen nicht versehentlich mit pornografischen Inhalten konfrontiert werden. Wer bei der Altersabfrage “versehentlich” auf den Button “leave” klickt, landet nicht etwa am Ende des Internets sondern, welch Überraschung, auf der Startseite von Wikipedia.
Welch geniale Verlinkung! Mich würde mal interessieren, wieviel Besucher Wikipedia jeden Tag von diesen Seiten erhält.

(Danke Renton für den Hinweis)

30. September 2008

Das ist ein Gastbeitrag des Sultan, Mitzwanziger, angehender Lehrer zum Hamburger Volksbegehren “Eine Schule für alle”. Bildung geht uns alle an und für cleveren Nachwuchs jenseits der “Generation Doof” gilt es neue Wege zu gehen. Manch ein Weg wird kein leichter sein, aber Wege entstehen bekanntlich beim Gehen.

alte Bücher
(CC) by Lin Pernille

Die mediale Wirksamkeit undurchsichtigerer Reformen sind Grund und Anlass vieler so genannter Experten, ob nun politischer oder auch ökonomischer Natur, sich diesen zu bedienen um ein kurzen Moment des Ruhmes zu erhaschen, auch wenn es sich dabei nur um einen Gastauftritt bei Anne Will oder einen Eintrag bei Spiegel-Online handelt. Aus diesen Wirren heraus ergeben sich allerdings durchaus ernst gemeinte Reformbeiträge die ein konkretes Ziel verfolgen.
Ein positives Beispiel ist für mich die geplante Neuerung des Hamburger Schulsystems. Repräsentative Studien zeigen schon seit Jahren, dass Deutschland im internationalen Schulvergleich immer die hinteren Plätze belegt. Doch da des Deutschen liebstes Kind nicht etwa unsere Sprösslinge sind, sondern noch immer König Fußball diesen Platz einnimmt, werden lieber Projekte zur Frühförderung der fußballerischen Kompetenz ins Leben gerufen und diese umfangreich subventioniert um möglichst schnell wieder im internationalen Vergleich bestehen zu können.

21. Februar 2008

Eine Schule für alle
DIE LINKE hat in den vergangenen Wochen im Rahmen des Wahlkampfs die Allee-Bäume Hamburgs im unteren Stammbereich mit absurden Thesen beschlagen. Beschlagen scheinen nicht nur die Bäume sondern auch die Ideengeber zu sein. Deutschlands Jugend hechelt in Pisatests regelmäßig den anderen Länderteams hinterher und als probates Mittel zur Abwehr wird eine Gesamtschule vorgeschlagen. In dem Wahlprogramm muß man Sätze wie “die beliebteste Schule in Deutschland” lesen. Seit wann ist Schule beliebt? Und vor Allem, bei wem?

Das es mit um die Bildung in Deutschland nicht zum Allerbesten bestellt ist, dürfte seit Pisa-Studie und Rütli-Hauptschule bekannt sein. Doch was Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) jetzt als Schirmher initiiert, würde einem Schüler mit den Worten “Sechs, setzen!” beurkundet werden:

Vattenfall klärt an Brandenburger Schulen über Klimaschutz auf. Schirmherr der “Klimaakademie” ist Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD). Umweltschützer sind entsetzt, denn Vattenfall verursacht die meisten CO2-Emissionen im Land.

(Quelle: Frontal21/ZDF.de)

Harald Lesch
Bild: SciFi

Wer genug hat, von den reißerischen, inhaltslosen Wissenschaftssendungen, die der Reihenfolge nach von Pro7 über VOX zu N24 springen und sich meist in gigantomanischen Ausdrücken zu überbieten scheinen, dem sei Harald Lesch empfohlen. Irgendwann, mitten in der Nacht, bin ich beim Versuch, den sexy Sportclips und Call-In-Shows zu entfliehen, auf BayernAlpha gelandet und da stand ein Professor und erklärte irgend etwas von Physik. Trotz fortgeschrittener Stunde und abgewählter Naturwissenschaft im Abi, ließ ich die Fernbedienung los und hörte ihm gebannt zu. Verstanden habe ich zwar nicht alles, aber schon die Tatsache, mitten in der Nacht einen Physikprofessor halbnackten, schwitzenden Girlies vorzuziehen sagt viel über seine Art der Wissensvermittlung.

Jetzt gibt´s Harald Lesch auch bei SciFi zu sehen und dank eines Hinweises von Holgi bei hr2 zu hören (hier, hier und hier).

Reinhören/sehen empfehlenswert. Auch für Pädagogen. Dann klappts auch mit Pisa.

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