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Tresor - True Spirit

Anlässlich der im April 2005 bevorgestahenden Papstwahl sowie dem Schließen eines der Techno-Keimzellen machte ich mich auf, um dem musikalischen Abschiedszeremoniell beizuwohnen. Der Tresor schloß seine Pforten in der Leipziger Straße 126, um an anderer Stelle wiedergeboren zu werden. Über die letzten Tage und Wochen habe ich hier, hier und hier schon berichtet. Und weil mir gerade danach ist, hier noch einmal die audiovisuelle Aufbereitung eines der letzten Abende:


GoogleDirektTresor

The Ritz-Carlton Berlin
Ich hatte mir vorgenommen, den eintägigen Aufenthalt im The Ritz-Carlton Berlin aus der Perspektive eines Mitglieds der High-Society, der Upper-Class zu schreiben. Doch es kam anders. An den Folgen habe ich noch heute zu knabbern.

Das Ende des Wahlkampfes in der Hansestadt hat heute mit dem Öffnen der Wahllokale ein friedliches Ende gefunden. Berichte über die Zahl der Toten und Verletzten liegen uns derzeit noch nicht vor. Frühestens mit Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses kann mit Sicherheit über den Erfolg des Truppeneinsatzes resümiert werden.
Warum wir das deutsche Politiktheater als Wahlkampf bezeichnen? Ich weiß es nicht. In einer Demokratie vom Kampf um die Stimme des Wählers zu reden klingt paradox. Selbst der konflikaffine GIAmerikaner nennt seinen Spendenmarathon nicht “War” (Krieg) sondern schlicht “election” (Wahl).

Die eigentlichen Gewinner stehen aber schon jetzt fest:

  • Werbeagenturen, Druckerein und Werbeflächenvermieter: In den letzten Monaten verdeckten stetig größer werdende Plakate die freie Sicht in alle Richtungen. Die Kandidaten als Close-Up oder umgeben von Menschen, Kampfausrufe, die manch einer auch beim dritten Lesen nicht zu verstehen vermochte. “DEMOKRATIE WAGEN” – was für ein Wagen?
  • Schüler, Studenten und jungpolitisches Fußvolk: denn jemand muß ja Nachts raus in die Kälte und im hanseatischen Regengestürm die Stadt vollzukleben.
  • die Mineralölindustrie: Was wurde in den letzten Wochen umhergereist. Nachdem Hessen und Niedersachsen erfolgreich handgeschüttelt wurde, fiel der Schwarm aus Berlin über Hamburg herein. Jeden Tag neuer, noch höherer Besuch. In Berlin stand derweil das Tagesgeschäft still.
  • die Servicekräfte in den Regierungsgebäuden in Hamburg und Berlin: siehe vorheriger Punkt
  • der CCC: dank der Bemühungen im Vorfeld wurde der Wahlstift doch nicht eingesetzt
6. Februar 2008

Dreckschleuderquartett
Das passende Ventil zum 2008er Umweltzonenplakettenklebewahn bietet das Dreckschleuderquartett. Der passionierte Umweltschänder spielt gegen den Computer, liebevoll als Automarie betitelt. Ziel des Spiels: immer die Fahrzeugeigenschaft zu wählen, die am schnellsten dazu führt, dass es kein Morgen mehr gibt.
(gefunden bei Thomas Promny)

Eigentlich wollte ich hier drüber schreiben. Hab´s dann fast verdrängt, bis mir Johnny den Beitrag heute in mein Gehirn zurückrief. Darum nun viel zu spät mein Beitrag.
Da hat die Berliner Polizei vermutet, im Technoclub werden Drogen konsumiert und ist offenbar brutal gegen Besucher vorgegagen. Ca. 10% der Angetroffenen waren tatsächlich mit Drogen bestückt. Es gibt 2 Aspekte, die mir bei den Schilderungen durch die Hirnrinden gingen:
1.) Nachdem die Loveparade trotz weltweitem Terrors genau das Gegenteil verstrahltversprüht hat, entschied man sich, diese Institution aus Berlin zu verbannen. Ernst Reuter sagte 9. September 1948 vor dem Reichstag:” Ich Völker der Welt… Schaut auf diese Stadt” (Quelle: berlin.de). Heute möchte man das also lieber nicht. Ebenso werden Anhänger der Musik wie Junk behandelt. Ich würd sagen: “Ihr Völker der Welt…. Schaut bitte weg!”
2.) “In einer großangelegten Razzia wurde am späten Samstagabend das Münchner Oktoberfest vom Sondereinsatzkommando des Drogendezernats x gestürmt. Der Einsatzleiter sagte gegenüber der Presse, man vermutet, dass Besucher Drogen konsumieren. Tatsächlich waren von den 100.000 Überprüften 99.950 Personen alkoholisiert. Bei 71.236 Personen konnte der Konsum von Tabak nachgewiesen werden. Den Festgenommenen drohen hohe Haftstrafen” (Quelle: Hirn, Ausgabe 10/2025)

7. Juni 2007

Tresor
Wer sich trotz der hervorragenden Atmosphäre des neuen Tresors nochmal in die heiligen Hallen in der Leipziger Straße zurückversetzen lassen möchte, dem sei mein Video empfohlen. Hier.

Wwwwwwwwwwww – aaaaaaaaaaaaaaa – hhhhhhhhhhhhhhh – nnnnnnnnnnnnnnn – ssssssssssssss – iiiiiiiiiiiiiiiii – nnnnnnnnnnnnnnn – nnnnnnnnnnnnn!!!!!!!!!!!!!!!
Ein schwach beleuchteter Tunnel führt dich in den Keller. Je weiter du durch den Tunnel läufst, desto hämmernder wird die Musik, die dir entgegen rast. Dein Puls steigt. Es ist dunkel. Du biegst um eine Ecke und wirst frontal von unmenschlich harten Frequenzen umgeblasen. Deine Haut vibriert, die Haare schwingen im Rythmus der Bässe. Blitze zucken. Die dunkeln Silhouetten tanzen in abgehackten Bewegungen. Am Ende des Raumes steht hinter dicken Stahlgittern, in diffus-rotem Licht der DJ. Willkommen im Tresor Berlin, Köpenicker Straße!

Dimitri Hegemann hat mit seinem Team Großes vollbracht. Techno lebt wieder, so wie es nur im Tresor möglich ist. Das Paradies ist wieder ein Ort auf Erden.
Tresor Berlin

18. Dezember 2006

Mit einem Schlag ist Weihnachten bei mir. Nicht wegen dem winterlichen Wetter. Auch nicht wegen der verlassenen Innenstädte am Samstagnachmittag. Nein, auch nicht wegen meinem Kontostand, der wegen nicht gekaufter Geschenke nicht weiß, wohin.
Nein, es ist wegen dem Tresor. Der war tot. Für mich bis heute. Bis ich das las und dann das. Der macht also wieder auf. Ick freu´ mich jetzt schon auf den Frühling. Nicht wegen dem warmen Wetter. Nicht wegen der bunten Blumen. Und auch nicht wegen der fliegenden Pollen…
Via Blogsen.
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22. Mai 2005

Am Samstag hat es mich dank einer Einladung nach Berlin zum Red Bull BC-ONE 2005 verschlagen – der Weltmeisterschaft im Breakdancen, bzw. BBoying. Im entkernten Palast der Republik traten die 16 weltbesten BBoys im One-on-One-Battle gegeneinander an. Eigentlich bin ich kein großer HipHop-Fan, aber ich ziehe vor Respekt meinen Hut. Was ich dort zu sehen gab kann ich nicht beschreiben. Moves, wie sie die Physik, im Speziellen die Schwerkraft, eigentlich nicht zulassen dürfte. Diese Art der Kultur fehlt mir im Techno leider etwas. Haltet die Augen offen, wo die WM im nächsten Jahr stattfindet und geht hin. Es lohnt sich!

Heute erreichte mich endlich mal wieder ein Highlight elektronischer Musik, gepresst auf schwarzes Gold. In einer der letzten Tresor-Nächte spielte K.Hand eine Platte, die ich auch auf meinem Tresor-Video (siehe Rubrik “Tresor”) gebannt habe. Der Globus kochte. Schnell stellte sich heraus, dass das Magdeburger Label KarateKlub dahinter steckt. Mein Tipp läuft auf den Track, der der Platte ihren Namen gibt. Ein trockener, aber unheimlich schiebender Beat lässt definitiv jeden ins Grooven geraten. Dazu fordert die soulige Stimme jedes Baby zum Umdrehen auf. Break. Weiter schiebt der Bass und die High-Hats flirren weiter. Eine Bombe auf dem Plattenteller. Genial, dass das Teil auch noch aus Sachsen-Anhalt die Welt erobert. Ihr könnt die Platte hier hören und kaufen:

verlinkt

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