Dreck.
Na, na, na. So kann man doch nicht über die alte Loveparade reden. Was einst in Berlin seinen Ursprung hatte, lebt im Pott weiter. In diesem Jahr war mein einzigster Kontakt zur Loveparade, die nächtliche Abmoderation auf VIVA – mit Gülcan und Collien. Die Vorstellung, dass dieses einzigartige, jährliche Treffen zigtausend Jugendlicher seine Heimat verloren hat, nagt sehr. Neben internen Zerwürfnissen in der Organisation der Veranstaltung, schürte der Berliner Senat durch jährlich aufflammende Diskussion um Müll und Grünflächenbesudelung das Gefühl, in der Stadt unwillkommen zu sein. Gut, Berlin ist aber auch stark gebeutelt von diesen Menschansammlungen, wie z.B.:

Gezahlt hat die Sause in oben genannten Beispielen ja wohl kaum der jeweilige Organisator. Eine Stadt, egal wie pleite sie ist, braucht Großereignisse, um Umsatz und Kundenfrequenz zu generieren. Da ist die Kommune nicht anders, als ein Handelsunternehmen. Heute tanzt die Parade da, wo es eigentlich nicht viel zu zerstören gibt: im betonesken Pott. Die Bilder im TV zeigen tausende bunter Menschen, eingefercht in tristen Betonfassaden. Ich weiß nicht, ob ich darüber glücklich sein soll. Der Stadt tut es sicher gut, aber der Geist der Veranstaltung ist fort. Die Aufmerksamkeit ist geschwunden und die bereits genannten Moderatorinnen scheinen die Wächterinnen des Vorhofs der Musikhölle zu sein.
Berlin ist ärmer, seit 2007 die Metropole Ruhr die Großveranstaltung mit offenen Armen empfing.
Die Szene ist ärmer, weil Berlin der Ort war, ist und sein wird, an dem elektronische Musikgeschichte geschrieben wurde, wird und werden wird.