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CAPITALISM: A LOVE STORY

Michael Moore ist zurück. Die Turbulenzen am Finanzmarkt, die Immobilienkrise haben ihn zurück auf den Plan gerufen. Ich hatte das Glück, seinen Film im Sneak Preview zu sehen.

Eines vorweg: Wer seine früheren Werke wie Fahrenheit 9/11 oder Bowling 4 Columbine nicht mag, den wird auch sein neues Werk kalt lassen. Moore ist wieder polemisch, sarkastisch, gespielt naiv, provokant und alles andere als objektiv. Aber genau desweg mag ich ihn und seinen Film.
Diesmal wird Moore zum Sprachrohr des von der amerikanischen Finanzkrise betroffenen Otto-Normal-Bürger an, der zum Obdachlosen oder entlassen wird. Moore legt klar und deutlich das Kernproblem der Gesellschaft frei: Geldgier.

  • Warum war es möglich, dass sich staatlich fitgespritzte Banken direkt nach dem Bail-Out Learjets und Prämien in Millionenhöhe leisteten? Weil das Finanzministerium von Banken geleitet wird.
  • Warum werden Menschen auf die Straße gesetzt, weil sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können und anschließend verfällt das Haus?
  • Warum werden einst staatliche Gefängnisse privatisiert und dann wieder teuer vom Staat angemietet?
  • Warum sind Strafgefangene Wirtschaftsgüter?

Unterhaltsam ist das cineastische Werk von Moore nicht, dafür wirkt es nach und beantwortet Fragen, die sich viele vielleicht noch nie gestellt haben.

obama

(CC) by jurvetson

Ich habe es gahnt. Nicht, dass Obama den Friedensnobelpreis erhält, sondern wie die Mehrheit der Amerikaner darauf reagiert. Eher Skepsis und Ablehnung, höchstens verhaltene Anerkennung werden seit der Bekanntgabe über den großen Teich kommuniziert. Popularität anstatt Leistung wird dem Präsidenten vorgeworfen.
Dabei können Amerikaner richtig euphorisiert sein: noch vor ein paar Jahren jubelte das Volkes, als es seine Truppen in den Krieg schickte.

Die Reaktion der Amerikaner ist jedoch nachvollziehbar. Pauschalisierend sind die Amerikaner dafür bekannt, dass Aussenpolitik nicht wirklich stattfindet, hält man sich selbst doch für den Mittelpunkt im Völkerverbund. Und so kann es ihnen einfach nicht gelingen, die internationale Bedeutung von Barack Obama auch nur ansatzweise zu erfassen. Während sich selbst Medwedew und Castro anerkennend über die Auszeichnung äußern, ist der Amerikaner zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Verständlich: krisengeschüttelt und sich einer sozialen Wende konfrontiert sehend, scheinen viele Einwohner mit dem neuen Ton nicht umgehen zu können – so meine Interpretation.

Würde in Deutschland unser amtierender Kanzler – egal von welcher Partei – mit dieser Auszeichnung gewürdigt, wir wären stolz (remember: wir sind Papst). Dabei verschenken die Amerikaner im Moment eine Menge Bonuspunkte, die ihnen im internationalen Auftreten einiges erleichtern würden.

Auf meinen Reisen durch Asien und Süd- und Mittelamerika habe ich häufig erlebt, dass mir die Menschen erst dann freundlich gegenüber traten, als ich mich als Nicht-Amerikaner zu erkennen gab. Mit Obama´s Auszeichnung ist ein weiterer Schritt getan, das blutbefleckte Ansehen der USA in der Welt zu säubern – doch Obama allein wird das nicht schaffen. Dazu braucht er sein Volk – dass, so scheint es, ist momentan aber noch immer zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Inzwischen dürfte es sich unter den meisten Amerikaner herumgesprochen haben, dass außerhalb ihrer Landesgrenzen noch andere Länder existieren und seit der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten traut man manch einem Amerikaner sogar zu, Versand zu besitzen. Was im Grunde gar nicht so selbstverständlich ist, blickt man in die Lehrpläne amerikanischer Universitäten. OnlineColleges.net hat die kuriosesten Studienfächer amerikanischer Universitäten aufgelistet und wir haben die Studiengänge mal frei ins Deutsche übersetzt:

15. Argumentieren mit Richterin Judy: Populäre ‘Logik’ in TV Gerichts-Shows (University of California, Berkeley)
14. Unterwasser-Korbflechten (University of California, San Diego)
13. Von YouTube lernen (Pitzer College)
12. Philosophie und Star Trek (Georgetown University)
11. Die Kunst des Gehens (Centre College)
10. Soap-Operas: Familie und soziale Rollen (University of Wisconsin)
9. Der Spaß am Müll (Santa Clara University)
8. Die Wissenschaft der Superhelden (University of California at Irvine)
7. Zombies in beliebten Medien (Columbia College, Chicago)
6. Die Wissenschaft von Harry Potter (Frostburg State University)
5. Cyberporn und Gesellschaft (State University of New York at Buffalo)
4. Simpsons und Philosophie (University of California-Berkeley)
3. Die Insektenkunde der “The Far Side” (Oregon State)
2. Mythos und Science Fiction: Star Wars, Matrix und Herr der Ringe (Centre College)
1. Die Strategie von “StarCraft” (University of California, Berkley)

Da der Originalartikel am 25.2. geschrieben wurde, gehe ich mal davon aus, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelt. Auch wenn´s so aussieht.

(via iamkhayyam auf Twitter)

Obama Whitehouse

Eines vorweg: Barack Obama ist für mich der Held des ausgehenden ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Her hat Politik neu definiert. Er hat uns bewiesen, dass Politik Spaß machen kann, als wir Nachts vor dem Fernseher saßen, um die Abstimmungsergebnisse zu sehen – obwohl wir nicht mal wählen durften. Nicht vorstellbar, dass wir dies bei einer Wahl in Deutschland getan hätten. Ich hatte Gänsehaut, als er auf die Bibel schwor. Ich bin stolz, meinen Kindern und Enkeln erzählen zu können, dass ich die Wahl und Vereidigung von Amerikas erstem schwarzen Präsidenten erlebt zu haben. Große Kinderaugen werden mich ansehen, so wie ich es einst tat, als mir meine Eltern von der ersten Mondlandung oder dem Mord an Kennedy erzählten.

ABER!

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Sicher, Obama steht vor einem Haufen Scherben, die sein Amtsvorgänger ihm hinterlassen hat. Er muss handeln und seinen Worten Taten folgen lassen. Die Welt hängt in diesen Tagen wie euphorisiert an seinen Schritten. Wandel in der Abtreibungspolitik, Guantanamo ausgesetzt, Überarbeitung der Irak-Krieg-Strategie. Bam, bam, bam – Ohbama gibt mächtig Gas. Und die Welt jubelt!
Macht man sich jedoch frei von den ganzen Endorphinen, stellt man ein beängstigendes Gleichnis zu anderen historischen Amtseinführungen fest. Auch wenn ich die Politik Obama´s begrüße, rate ich uns, mit Abstand die kommenden Schritte Obamas genau und unvoreingenommen zu bewerten. Er ist nur ein Demokrat mit konkreten politischen Absichten, er ist nicht der Messias.
George W. Bush war ein Depp und Taugenichts – bis zum 11.9.2001. An diesem Tag begann seine politische Karriere Fahrt aufzunehmen. Er peitschte Gesetze im Namen des Terrors durch und die Menschen huldigten ihn für seinen verbissenen Kampf gegen den Terror. Selbst als Amerika den Irak überfiel kannte der Jubel der Amerikaner keine Grenzen. Bush nutzte die Emotion der Menschen für die Verfolgung seiner Ziele – so dumm sie auch waren.
In den zwanziger Jahren wurde Europa durch den ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrise geschüttelt. Die Menschen waren verzweifelt und brauchten Führung durch diese unsicheren Zeiten. Ein uns namentlich bekannter Führer, der menschlich ein Vollversager war, blendete die Menschen, in dem er ihnen Veränderung (Change) versprach. Das Ende kennen wir.

Nein, Obama hat mit den beiden genannten Beispielen nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Dennoch zeigt sich, dass wir Menschen extrem beeinflussbare Geschöpfe sind. Im Jahr 2009 stecken wir in weltweiter Terrorangst, Krieg und Finanzproblemen. Die Rahmenbedingungen sind erstaunlich ähnlich.

Wir sollten daher über all dem Jubel die Skepsis nicht vergessen!

Das war´s. Die Show ist vorbei. Wir haben´s hinter uns gebracht und glücklicherweise überlebt. George W. Bush ist kein Präsident mehr und kann die Welt nicht mehr unterjochen. Hier eine kleine visuelle Sammlung in Andenken an die durchgedrehteste Fettbemme, seit dem braunen Österreicher.

Die letzten Minuten:

Wir danken dir:


DirektBlumentopf

Wir machen uns Sorgen:

Beeile dich W., damit du noch erleben kannst, wie es isch anfühlt, als freier Bürger in einer freien Welt zu leben. Wir wissen, dass es um deinen Gesundheitszustand nicht gut bestellt. Ist. Die Ärtzte sagen, du wärest dement (was übrigens auch der Rest der Welt glaubt).


DirektDiagnose

11. Januar 2009

Dass die amerikanischen Gefängnisse dank unter Terrorverdacht Stehenden überfüllt sind, wusste man hierzulande. Aber dass die Inhaftieren nicht mal genug Essen bekommen und dann zu solchen Sättigungsbeilagen greifen, schockiert dann doch.

Barack Obama mit Mac

Was für eine coole Sau ist Obama eigentlich?
Bei René bin ich über dieses Bild gestolpert und vor Lachen und Staunen nicht mehr zu mir gekommen.
Ich meine, ehrlich, die Berater Obama´s haben ihre Hausaufgaben in Bezug auf die New generation sehr gut gemacht. Da posiert der Präsident Amerikas ganz cool neben dem Kultobjekt No. 1 – dem Mac und dann frisst auch noch ein aufgeklebeter Pacman – Kindheitserinnerung Vieler – den Apfel. CrazySexyCool!

By the way – ich wusste auch nicht, dass:

  • He says his worst habit is constantly checking his BlackBerry
  • He collects Spider-Man and Conan the Barbarian comics
  • He has read every Harry Potter book
  • He enjoys playing Scrabble and poker

Andere unbedeutende Dinge über Obama findet man beim Telegraph.

7. November 2008

Barack Obama hat wie kein anderer Präsidentschaftskandidat die Internetnutzer an sich gebunden. Beeindruckend die Zahl jener, die ihm online gefolgt sind:

Auf dem obamaschem Flickr Fotostream kann man sich ein Bild davon machen, wie Familie Obama die Wahl am Fernsehen verfolgte. Gestellt oder nicht, ganz unweb2.0ig sitzen die Obamas wie die Simpsons auf der Couch. Irgendwie passt dieses Bild überhaupt nicht zu dem Bild, was im Vorfeld vermittelt wurde. Aber dabei ist es nicht weniger sympathisch. So sieht´s wohl bei vielen Amerikanern zu hause aus.

Obama Simpsonized

by Barack Obama

    Homosexual Kiss

    Die Welt liegt sich in den Armen und feiert den Wahlsieg von Barack Obama und keiner merkt, dass parallel die Steinzeit wieder in Amerika Einzug hält. Mit der Präsidentschaftswahl waren die Wähler aufgerufen, über Proposition 8, den Status der gleichgeschlechtlichen Ehe abzustimmen.

    Proposition 8 is a California State ballot proposition which amends the state Constitution by overturning a California Supreme Court decision and eliminating same-sex marriage. (Wikipedia)

    Zwar haben sich die Einwohner Kaliforniens mit 61% der Stimmen für den Wechsel, für Obama ausgesprochen, aber dennoch in der Volksabstimmung gegen die Ehe zwischen Frau und Frau und Mann und Mann ging ihnen scheinbar “Change” doch zu weit. 52% der Bevölkerung sprach sich gegen eine Ehe unter Homosexuellen aus. Scheinbar waren die Wähler mit einem Tabubruch schon dicke bedient. Bleibt abzuwarten, was die Zeit mit sich bringt. Möglicherweise ja “Change”.

    (Bild: “Honecker kissing Bezhnev on the berlin wall” by Will Palmer)

    Thank you!

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