Aufgrund technischer Unzulänglichkeiten meines Fahrrades, bin ich seit ca. 2 Wochen gezwungen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Beziehungsbedingt habe ich zwei verschiedene Ausgangsorte. Der eine liegt ca. 4 km, der andere gut 10 km vom Ort des Schaffens entfernt. Beide haben eines gemeinsam: scheinbar fährt jeder Hamburger diesen Weg. Somit ein durchschnittlicher Weg für folgende, erstaunliche Dokumentation.
Mein Auto verfügt dank Hochtechnisierung über eine Durchschnittsgeschwindigkeitsanzeige. Mein Rad ebenfalls. Als ich mal wieder an einer roten Ampel, kurz vor Erreichen der Arbeitsstätte, verharrte, klickte ich mich durch die Statusanzeigen des Bordcomputers und fand heraus, dass ich die zurückgelegte Strecke mit sagenhaften 23 km/h absolviert hatte. Auch bei der abendlichen Heimfahrt zeigte mir die Anzeige stolze 22,5 km/h im Durchschnitt. Erstaunlich. Selbe Werte erreiche ich mit meinem Rad auch – trotz fahrradfeindlicher Radwege und Ampelschaltungen.
Fragt man die Mitglieder der alltäglichen Autokorsos nach Gründen ihrer Partizipation an den Blechversammlungen, bekommt man schnell als Grüne Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Unabhängigkeit genannt. Das mit der Schnelligkeit kann ja nicht sein (siehe oben). Bequemlichkeit akzeptiere ich als Grund. Aber auch bei Unabhängigkeit kann ich nur ein Veto einlegen. Schließlich kann ich als Radfahrer frei entscheiden, ob ich langsam oder schnell, links- oder rechtsrum fahre, wann ich spontan am Straßenrand anhalte, um einer hübschen Frau einem neuen Sportwagen hinterher zuschauen. Manch ein Auffahrunfall wurde druch die Polizei schon, so verursacht, erfasst. Ähnliche Unfälle bei Radfahrern sind mir nicht bekannt.
Jetzt werden aber mindestens die Hälfte der Leser sagen: “Ja, aber bei der Geschwindigkeit auf dem Rad musst du aber gut trainiert sein.”. Ja, ihr habt Recht. Aber vom Schaltknüppelbedienen bekommt ihr keine Beinmuskeln. Es ist eine Frage der Kontinuität, seinen Körper an die neue Fortbewegung zu gewöhnen. Und auch der Geist muß verarbeiten, dass man sich nicht mehr an der CO2-Diskussion beteiligen muss. Es ist nur eine Frage des Wollens, nicht des Könnens.

10. Juni 2007

Montagshase 2007-06-10
Demnächst Rekordhalter im Hochsprung.

Grönemeyer

Während manch ein junger, medial gehypter oder gecasteter Künstler beim Füllen von Arenen in der Größe der Dorfhalle von Kiehlehiele an die Kapazitätsgrenzen seiner Fangemeinde stößt, werden andere Musiktitanen erst bei Größenordnungen von 50.000 Menschen und mehr locker. Gestern Abends schien es Herbert Grönemeyer in der VeltinsArena AufSchalke so gegangen zu sein. Das Haus war brechend voll und bereit, sich dem Lokalhelden hinzugeben. Eine durchdachte Bühnengestaltung – weit in die Zuschauer hineinreichend, ein stimmiges Bühnenbild – Videos mit und ohne Grönemeyer aber stets passend zu den Titeln geschnitten und nicht zuletzt unerschöpfliche Sangeslust, ließen die Angereisten zu Hochform auflaufen. Wir wurden auf eine Reise von Bochum über Männer, Mensch, Alkohol und Currywurst bis Zeit, dass sich was dreht mitgenommen. Alle folgten euphorisch und bewegten Grönemeyer und Band zu fast 3 Stunden Bühnenpräsenz. Erlebnisse lassen sich schwer beschreiben, Worte schaffen es nicht, das Erlebte auszudrücken. So auch gestern. Es war ein Abend voller Adrenalin, Gänsehaut und feuchten Augen. Schön, dass es so etwas in Zeiten von Casting-Shows noch gibt. Menschen, die echte Musik so zelebrieren – auf beiden Seiten der Bühne.

7. Juni 2007

Tresor
Wer sich trotz der hervorragenden Atmosphäre des neuen Tresors nochmal in die heiligen Hallen in der Leipziger Straße zurückversetzen lassen möchte, dem sei mein Video empfohlen. Hier.

7. Juni 2007

Montagshase 2007-06-04
Wegen Überbeschäftigung erst am Donnerstag, aber inzwischen schon 1150 g.

Im Rahmen des Nichtraucherschutzes wird derzeit darüber debattiert, wie man mit den Drogensüchtigen umgehen muß. Auch Unternehmen stellen sich die Frage. Ich bin Nichtraucher und reagiere bewußt auf Rauch als Gesundheitsrisiko. Ich habe mal drüber nachgedacht.
Der Weg geht dahin, das Rauchen überall zu verbieten. Ist das richtig? Sollte man nicht vielmehr die unerwünsche Belästigung von Nichtrauchern durch Raucher abschaffen? Der derzeit angestrebten Nebeneffekt, dass viele Raucher aufgrund des Ausschlußes aus der Öffentlichkeit freiwillig das Rauchen beenden, könnte durch erhöhte Steuerbelastung von Zigaretten (z.B. 10 EUR/Schachtel) auch noch vergoldet werden. Das Grundproblem beim Rauchen ist doch, dass Nichtrauchern jede freie Entscheidungsmöglichkeit, sich den krebserregenden Abgasen zu entziehen, genommen wird. Es gibt aber genug Nichtraucher, die sich gerne einnebeln lassen. Durch die geplanten Maßnahmen beschränkt man meiner Meinung nach die Raucher in ihrer, im Artikel 2 des Grundgesetz verankerten, Freiheit der Person. Andererseits beschränken Raucher Nichtraucher in gleichem Maß.
In vielen Orten gibt es für Drogensüchtige Stützpunkte (z.B. Fixstern). Da wäre es doch angebracht, spezielle Räume für Raucher zu schaffen. Im Umfeld eines Unternehmens ist jedoch auf eine Zeiterfassung zu achten. So stellt man es Rauchern und Nichtrauchern frei, sich darin ihren Lungenteerung hinzugeben. Die Kosten für die Unterhaltung derartiger Räume können auch auf die Raucher umgelegt werden. Schließlich werden ja aus den Erlösen der KFZ-Steuer Gelder für den Straßenbau genutzt.
Somit kann Rauchen, trotz Wahlmöglichkeit der Nichtraucher, zum wirtschaftlich sehr interessanten Faktor avancieren. Einfach mal drüber nachdenken und Vorschläge machen.

6. Juni 2007

Vom Rhein an die Elbe. So stand zu lesen, dass am 16.06.2007 die erste Ehrensenf-Party am Strand bei Oevelgönne stattfinden wird. Ich bin gespannt.

6. Juni 2007

Nach G8- und Fahrraddemobedingten Verschiebungen plant die Crew von Elbcoast Psycles die Cruise´n Grill für den 23.06.2007. Motto “Demonstrieren für breitere Radwege”. Treffpunkt an o.g. Datum ist der Hauptbahnhof. Infos kann man bei Elbcoast finden. Ich bin dabei und liefere an dieser Stelle Bericht ab.

6. Juni 2007

Ich habe den Eindruck, mit obiger Aussage stehe ich ziemlich alleine da. Derzeit schreibt alles, was eine Tastatur bedienen kann, über G8, Demonstrationen, Blockaden, Polizisten und das gesamte Primborium. Was mich an der gesamten G8-Thematik erstaunt, ist die Tatsache, dass sich plötzlichen Menschen zum gemeinsamen, öffentlichen Demonstrieren treffen. Was bei der nationalen Spionageplanung von Minister Schäuble eher im Netz und auf politisch korrekter Ebene in den Talksendungen ausgetragen wird, kommt bei G8 auf die große Bühne des medialen Theaters. Könnte nicht mal jemand die G8-Demonstraten nach Abschluß des Gipfel zum öffentlichen Auftreten gegen Vorratsdatenspeicherung bewegen? Ich könnte mir vorstellen, dann trauen sich auch Demo-Scheue auf die Straße und die Bewegung gewinnt an Fahrt.

3. Juni 2007

Nach Jahren der Abstinenz erschienen Naughty by Nature wieder auf der Bühne. Der Abend im Hamburger Mandarin-Kasino startete spät und ganz weit unten. Ob die Veranstalter der besseren Dramaturgie wegen vor den Höhepunkt (Naughty by Nature) einen musikalischen Tiefpunkt setzten, bleibt unbeantwortet.

So offenbarten sich den Oldschool-Hip-Hop-Anhängern als Vorband “KWA”. Weil Amerikanisierung im Trend ist und die Namenpaten “N.W.A.” (Niggers with Attitude) für die amerikanische und internationale Hip-Hop-Bewegung eine enorme Bedeutung hatten, dachten sich die Hamburger Jungs, “KWA” klingt ähnlich. Fehlte nur noch die passende Übersetzung. Und die lautet “Kanacken wollen alles”. Kein Witz! Ehrlich! Und so wurde über so sozialkritische Themen Männerbärte und Hupen beim Autofahren gerappt. Ganz tiefer Sinn. Ganz weit unten und extrem peinlich!

Für Naughty by Nature war es daher ein Leichtes, das Haus zu rocken und die Leute zum springen zu bringen. Eckpunkte waren “OPP” und “HipHopHorray”. Dazwischen allerlei Adaptionen und Huldigungen anderer Künstler, bevorzugt tote, wie Biggy und 2Pac. Alkohol und Joint sowie das etappenweise Freilegen des Oberkörpers rückten das zuvor vermasselte Bild von Hip-Hop wieder gerade. Am Ende war der Anfang wieder vergessen und alles gut.

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