In der Zeit vom 4.10. – 12.10. bietet sich den Einwohnern von Toronto ein beeindruckendes Bild. Das “Projekt Blinkenlights” macht Halt in der größten kanadischen Stadt. Unter dem Namen “Stereoscope“ wird das Rathaus in einen gigantischen Bildschirm mit 960 Pixeln (=Fenstern) verwandelt.
Dazu werden die Fenster des Gebäudes von innen halbtransparent gemacht und mittels spezieller, dimmbarer Leuchtmittel bestrahlt. Jedes Fenster repräsentiert somit einen Pixel. Hinter der simplen Idee steckt ein komplexer technischer Aufbau. Neu bei diesem Aufbau ist, dass die Leuchtmittel kabellos miteinander verbunden sind.
Dank ausgefeilter Datenanbindung, ist es dem Publikum möglich, interaktiv auf das Projekt Einfluss zu nehmen. Mittels SMS-Signalen kann man Computerspiele auf der “Gebäudefront” spielen (remember Pong), Nachrichten per SMS übermitteln und eigene Animationen entwerfen.

Wer gerade nicht in Toronto ist, kann sich mittels Webcam live von diesem grandiosen Projekt beeindrucken lassen: Live-Cam

Hinter dem Projekt Blinkenlights steckt der CCC, der im Jahre 2001 erstmal diese Form der Objektinstallation in Berlin, im Haus des Lehrers vorführte. Weiterführende Informationen, Hintergründe und Videos finden sich auf der Webseite der Blinkenlights.


Richie Hawtin 2008 DJ Setup from Dean Koch on Vimeo.

Richie Hawtin, in Berlin lebender Kanadier und Pionier elektronischer Tanzmusik, hat schon früh eigene Wege jenseits des Konventionellen gesucht. Jetzt lässt er einen Blick zu auf seine DJ-Umgebung im technischen Sinn.

Während der plattenauflegende DJ im Grunde blind auflegen kann, da er sich beim Beatmixing und Scratchen auf seine Ohren verlassen muss und sein Mischpult im Schlaf beherrscht, sollte Hawtin stets bei gutem Sehvermögen sein, ist doch der Bildschirm seine digitale Schaltstelle und Plattenkiste. Es dürfte sogar nahezu überflüssig werden, sich auf sein Gehör zu verlassen, zeigt die Software doch alles wellenformgenau an. Selbst die Beeinflussung der Drehregler am Mischpult bildet die Software, Traktor übrigens, ab. Der Bildschirm wird zum zentralen Gestaltungselement des nächtlichen Auflegens.
Man fragt sich, welche Fähigkeiten in einer solchen Umgebung wichtiger sind: das Gefühl für Musik oder das Verstehen der Technik.

(via djmq)

15. September 2008

Geek 2.0

Nicht nur das Web liegt in Versionsnummer 2.0 vor, auch der Nutzer entwickelt sich dank technischem Fortschritt unaufhaltsam weiter. Manche intellektuell und technisch, andere wiederum nur technisch.
Während man im Windows 3.0-Zeitalter den typischen Geek anhand von Fachzeitschrift, Taschenrechner, Casio G-Shock-Digitaluhr sowie modischem Fehlgriff ausmachen konnte, setzt der Geek 2.0 auf Understatement. Laptop im Zeichen des Apfels, mobile Gadgets und Lederarmband setzen Akzente und verpassen dem Geek sogar eine Art Sexappeal. Meint zumindest GeeksAreSexy. Ganz nebenbei dürfte sich so manch ein Nutzer wundern, dass er plötzlich in die Schublade “Geek-Sein” geschoben wird. Der unsichtbare Arm der Vertechnifizierung umschlingt langsam jeden Nutzer und macht ihn zu einer Geisel.

Digitale ÜberwachungDas Netz der totalen Überwachung wird immer dichter. Neben Straßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden, macht die totale Überwachung nunmehr nicht einmal Halt vor dem intimsten Bereich. Eine dänische Firma hat sich darauf spezialisiert, kleine Kameras zu vertreiben, die für die Observierten in der Wohnung absolut unauffällig platziert werden können. Im DIY-Kit enthalten sind neben Kamera mit Infrarotbeleuchtung auch 10 Meter Kabel enthalten.
Man kann das Set jedoch nur im Komplett-Set mit dem entsprechenden Wohncontainer beziehen. Im Gegensatz zu Big Brother und dem IKEA-Nils bietet dieses Kit wirklich spannende Unterhaltung. Den Vögeln beim Selbigen, dem Nestbau, der Brut und der Aufzucht der Jungen zuzusehen, dürfte besonders für manchen Netz-Junkie eine sehr interessante Erfahrung sein. Wie die internationale Vereinigung der Vögel den Angriff auf die Privatsphäre sieht, ist nicht übermittelt.

Office 2007_Funktionsleiste

Es hätte ein schöner Tag werden können, wenn unser Admin heute Morgen nicht die Infomail durch´s Haus geschickt hätte, dass im Q4 ein neuer Zeitvernichter eingeführt wird. Microsoft´s Office 2007 kommt. Hat die Krake nun endlich auch unseren Laden erwischt.

Apple konnte das Drama der neuen Menü- und Symbolleistenstrukturierung abwenden und zwang Microsoft zum Beibehalten der alten Struktur, PC-Nutzern bleibt die Anpassung an das neue System – aus Ribbons und Tabs – nicht erspart. Angeblich soll durch den verstärkten Einsatz von Symbolen das Arbeiten viel intuitiver werden. Da werden sich die Controller dieses Landes mächtig freuen, wenn sie ihre Zahlenkolonnen jetzt anhand bunter Symbole formatieren dürfen. Zwar sei Microsoft´s neue Benutzerführung viel intuitiver, bedeutet diese revolutionäre Schritt jedoch finanzielles Investment und sinkende Produktivität.

Wie sich das menschliche Gehirn Abläufe und Funktionen einprägt, kann ich als Bisystem-Nutzer (PC & Mac) täglich erleben. Wie oft habe ich zu hause schon eine fast fertige Mail ins Jenseits befördert, als ich bei der Eingabe des Empfängernamens eingeben wollte und PC-gewohnt <AltGr>+<Q> in Erwartung des “@”-Zeichens drückte. Beim Mac heisst diese Kombi <Apfel>+<Q> und sorgt für das Programmende. Wer nun, wie ich, die seit der Windows Version 3.0 implementierte Menüstruktur “Datei”, “Bearbeiten”, “Ansicht”, “Hilfe” u.s.w. mehr verinnerlicht hat, als den Namen seiner Freundin, wird Zeit benötigen, sich zurechtzufinden. Multipliziert man den zeitlichen Mehraufwand mit der Anzahl der Arbeitnehmer in Deutschland dürfte eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung auf die Unternehmen zukommen.
Zudem kosten die RemoteApps und Videotutorials zum Erlernen der neuen Funktionen viel Zeit – Arbeitszeit. Frage ich mich nur, wann sich der ausgelastet Arbeitnehmer die z.T. 30minütigen Videos und umfangreichen Tutorials ansehen sollen. Mir fällt es schwer zu glauben, dass die neue Führung einen signifikanten Anstieg der Produktivität beim Erstellen von täglichen Charts und Serienbriefen verursacht, wenn schon heute die Schweißperlen auf der Stirn auftauchen, wenn es darum geht, mit Outlook-Adressen einen Serienbrief zu füttern oder der SVerweis zwei Tabellen abgleichen soll.

Letztendlich frage ich mich, warum überhaupt so viele Firmen den Wechsel wagen. Microsoft spielt seine uneingeschränkte Vormachtstellung als Platzhirsch der Office-Anwendung aus, um ein neues Bedienerkonzept einzuführen, die Nutzer umzuerziehen und die anderen Softwareentwickler unter Druck zu setzen.

Ich bin gespannt auf die Erfahrungen nach der Umstellung.

Speed_Vest

Wenn man auf dem Fahrrad wieder einmal durch die Fußgängerzone fliegt oder von hysterischen Autofahrern gejagt wird, kann es hilfreich sein, die Umgebung über seine Momentangeschwindigkeit zu unterrichten. Sei es, um die Aussichtslosigkeit der Verfolgung anzuzeigen, oder blankes Erstaunen auszulösen.
Mit abgebildetem Kleidungsstück gelingt dieses Vorhaben augenscheinlich sehr gut. Große elektroluomeszierende Kabel leuchten dem Hintermann die mittels Funksensor empfangene geschwindigkeit. Die Batterien halten 6 Stunden. Nach Serienproduktion sieht das Ganze zwar noch nicht aus. Aber Hut ab für diese geniale Erfindung.

Wer Lust und Geschickhat, sich dieses Gadget nachzubauen, der werfe einen Blick auf Mykle Systems.

(via Robert)

16. August 2008

Mein iPod vierter Generation ist gerade dabei, seinen Geist aufzugeben und es seinem Bruder gleich zu tun. Wie bei seinem Kollegen auch, trat der Fehler während des Haltens in der Hand auf. Beim Scrollen durch das Musikarchiv versagte plötzlich das berührungsempfindliche “Rad”. Nach einigen Minuten Wartezeit reagierte der Bereich zu 90% auf die Fingerbewegungen. Nur ein kleiner Bereich auf 6 Uhr ist berührungsunempfindlich. Dummerweise erhöht das System nun nicht mehr die Scrollgeschwindigkeit, weil es denkt, ich halte zwischendurch immer mal wieder an. Bei xx-tausend Songs und x-tausen Interpreten ist das nervig hoch 10.

Was ich von Apple in dieser Angelegenheit zu erwarten habe, weiß ich seit meinem letzten intensiven Schriftwechsel, als im Monat 11 die Festplatte des iPods crashte. Nämlich nix. Nullkommanix.

Derzeit beschäftigen sich die Jungs von podmod.de mit der Reparatur des gecrashten Modells. Der HD-Controller hat offenbar seinen Geist aufgegeben und die Festplatte in das Verderben gestürzt. Für ca. 85 EUR bekomme ich jedoch einen neuen Controller, die gefixte Festplatte und gleich noch eine neue Batterie. Damit sollte der 60GB-iPod noch mindestens bis zur Generation VII überleben. Selbigen Weg werde ich für den “Unsensiblen” wohl auch einschlagen.

Was mich besonders gefreut hat: Apple-Händler I riet mir zur Verschrottung des iPods, Apple-Händler II gab mir den Tipp, mich an podmod.de zu wenden. Wer von den beiden Händlern handelt kunden- und serviceorientiert?

3. August 2008

Es soll Menschen geben, die kommen Abends nicht ins und Morgens nicht aus dem Bett. Verschiedene Weckhilfen schlagen regelmäßig Fehl und stürzen das Opfer mangelhafter Wecktätigkeiten in morgendlichen Stress. Unser Eins lässt sich derzeit mit dem quietschenden Sound des Sony-Ericsson 770i wecken. Selbst wenn ich davon wach werde, ist der Tag nach danach verrissen.

Einen Ausweg verspricht Ausgefallene-Ideen.com, denn das Team verlost unter allen Morgenmuffeln einen Wecker der besonderen Art: der Boynq WakeUp iPod-Lautsprecher funktioniert, wie der Name es bereits erahnen lässt u.a. mit dem heimischen iPod:

20. Juli 2008

Rubel

Samstag Nachmittag, gegen 16 Uhr. Jeder normale Mensch sucht sich ein Café und genießt selbigen mit leckerem Kuchen. Die Anderen rennen zu IKEA. Wohlwissend, wie der Einkauf verlaufen wird. Man darf auch gerne zwischen Männer- und Frauenerwartungen unterscheiden. Während die Männer die Erwartung pflegen, direkt in die Abhol- und Lagerhalle zu gehen, um die bereits zu Hause im Katalog zusammengestellte Kollektion zu verladen, bittetfordert die Begleiterin den Gang durch die Ausstellung. “Nur mal schauen” hört man da und im Nachsatz die Bemerkung “Aber nimm mal eine Tragetasche mit.” Aha, nur mal schauen! Der Mann, genervt, trabt hinter der Begleiterin her und nickt gelangweilt zu ihren Fragen. Nachdem das Paar mit einer prall gefüllten Tasche endlich die Lagerhalle erreicht hat, trocknen auch endlich die Schweißtropfen auf der Stirn des Mannes, der die Pakete verlädt, um sich wenige Schritte später in einer ca. 2 km langen Warteschlange unter tausenden Gleichgesinnter wiederzufinden. Zwar sind 90% aller Kassen geöffnet, aber die aus Schweden importierte Entspannung der Verkäufer sorgt dafür, dass man in aller Ruhe neue Freundschaften mit Wartegenossen knüpfen kann.
Richtig lustig wird es, wenn dann auch das passiert, was mir gestern wiederfahren ist. Nach einer gefühlten Stunde Wartezeit (es waren in Wirklichkeit 59 Minuten) , als ich dem Ruhepol “Kassierer” endlich meine EC-Karte überreichen durfte, verweigerte das Karten-Lesegerät seinen Dienst. “Karte leider nicht lesbar” – 1a. Dumm nur, dass ich kein Bargeld bei mir hatte. Der Kassierer reagierte leicht irritiert, als ich die neue Garnitur Bettbezug für zusammen vierzig Euro mit finsterer Miene und liegen lies und ohne Antwort auf den gejodelten Wochenendsgruß abzog. Hätte er sich schenken können. Die Kunden nach mir standen dann sicher noch einige Minuten länger, da der Betrag ersteinmal von einer dafür legitimierten Person ausgebucht werden musste. Wenigstens etwas Spaß!
Summa summarum habe ich also ca. 2 Stunden damit verbracht, neues Bettzeug nicht zu kaufen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich all den Einzelhändlern mit elektronischen Zahlungmöglichkeiten auf den Weg geben: Wenn auch nur eine Karte nicht lesbar ist (die es Minuten zuvor im Laden nebenan noch war), dann schickt das bef*#*#e Gerät an den Hersteller zurück. Ich zahle Beträge ab 20 EUR stets mit Plastik und im Jahre 2008 erwarte ich, das im Rahmen von Servicedefinition zu können. Oder könnt ihr auf den Umsatz verzichten?

Sitzfehler am Laptop

Orthopäden dürften sich über den derzeitigen Siegesmarsch der Laptops freuen, profitieren sie doch in wenigen Jahren durch die vielerorts zu sehenden Haltungsverrenkungen hipper Laptopanwender. Wer seinen alten Desktop-Rechner durch einen schicken kleinen Klapprechner ersetzt, wird selbigen auch am sonst arbeitslosen Schreibtisch verwenden. Dann dürfte der Nutzer wie in der mittleren Zeichnung vor seinem Rechner kauern. Die Alternative, sich selber tiefer zu legensetzen, schlägt dank einsetzender Knie- und Armschmerzen fehl.
Und weil ich mein Geld lieber in neue Gadgets investiere, habe ich mich im Netz umgesehen, welche Möglichkeiten es gibt, mein MacBookPro höher zu legen. Meine Wahl im sehr übersichtlichen Markt fiel recht schnell auf den mStand der Firma Rain Design.

Raindesign mStand

Die Oberfläche des massiven Metallständers ist der des MBP nachempfunden und passt sich somit perfekt auf dem Schreibtisch in den Technikpark ein. Der Klapprechner wird um 18 cm angehoben und das Display erscheint dadurch frontal vor meinem Auge. Besonders in der Kombination mit Funkmaus und -tastatur macht der Ständer Spaß. Die Konstruktion ist lobenswerter Weise so durchdacht, dass man bei der Arbeit vom Ständer nur die frontal-mittig befindliche Halterung sieht. Auch sonst drängt sich keine klobige Halterung auf. Das MacBook Pro verliert dadurch nichts von seinem kühlen Charme. Rutschfeste Elemente geben dem Rechner sicheren Halt. Die Aussparung für die Öffnung des MacBooks ist für meine Finger leider etwas zu schmal, so dass ich das Laptop beim Öffnen vom Ständer nehmen muss.

Raindesign mStand

Ein besonders nettes Element ist der in die obere Ablage eingefräste Wassertropfen – halt wie beim Regen. Macianer lieben solch kleinen Feinheiten im Design.

Raindesign mStand

Dank des mStand kann man noch länger als bisher an seinem Laptop arbeiten, ohne sich ungesunden Verrenkungen hinzugeben. Der Preis von knapp 70 Euro ist für das Material, was man erhält, gerechtfertigt.

Rain Design Webseite

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