Silvester 2009/2010 ist vorbei. Wir wünschen allen Lesern unseres Blogs ein gesundes & erfolgreiches neues Jahrzehnt(!) mit allerlei aufregenden Ereignissen.

Unsere Plastikbechern knallten 230 km südlich von Kabul, 10.000 Meter über Afghanistan aneinander. Mit Abstand das merkwürdigste Silvester, dass wir bis heute erlebt haben. Der Airbus 330 war zwar voll besetzt, aber die gute Stimmung schienen die Reisenden versehentlich mit auf´s Gepäckband gelegt zu haben. Keine Luftschlangen, kein Gejole, kein Garnichts. Hätten die Stewardessen keinen Sekt verteilt, niemand hätte den Jahreswechsel mitbekommen.

Ich muss aber zugeben, dass es ein seltsames Gefühl ist, zu wissen, welch brisante Situation 10 Kilometer unter einem herrscht und oben die Sau raus zu lassen. Vielleicht war´s auch richtig so.

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“Es tut mir leid, aber wir können Sie nicht mitfliegen lassen” sagte die Air Berlin-Mitarbeiterin beim Check-In.
Synchron klappten unsere Kinnladen auf den Tresen, der Puls begann zu rasen und über den Adrenalinspiegel brauche ich wohl nichts mehr zu sagen.

So begann unser Abenteuer schon mit einer echten Katastrophe. Wir haben schlichtweg übersehen, dass man unsere Reiseaktivitäten auch als illegale Einwanderung missverstehen könnte. Thailand benötigt für die Einreise entweder ein Visum oder den Nachweis, dass man spätestens 30 Tage nach Einreise auch wieder aus dem Land verschwindet. Und eben jene Konstellation konnten wir nicht vorweisen. Zwei Stunden blieben uns Zeit, den Supergau – das Verschieben der Reise –  zu verhindern.

31. Dezember 2009

Es ist der 31.12.2009, 17:15 Uhr. Dieses Posting erscheint genau in dem Moment, als unser Flieger die Startbahn in Berlin Tegel verlässt (bzw. dies planmäßig vorgesehen ist) und uns für geplante 8 Monate in eine andere Galaxis katapultiert. Der Soundtrack zum Verschwinden -- und das steht schon seit Monaten fest -- kann kein anderer sein, als der hier:

Übrigens, für alle die sich stets gefragt haben, was ich da für ´nen komischen Klingelton hab´, ist dieser Song die Antwort!


NOSLIW -- Ticket zu ´ner andren Welt

Die Koffer stehen gepackt bereit
ich hab Telefon, Gas und Strom, alles abbestellt
meinen Ausweis hab ich nicht dabei
weil ich verlass die Erde, weil sie mir schon lang’ nicht mehr gefällt
in dem System, zu dem ich navigier’
wartet das Paradies auf mich, wo’s allerhand zu gucken gibt
ich lass die dicken Jacken hier
ich nehm’ höchsten für den Flug was heiße Mucke mit

Ich hab ‘n Ticket zu ‘ner ander’n Welt
meine Sachen für den Trip sind gut verstaut
und ich freu mich drauf, weil mich hier nichts mehr hält
also düs’ ich los und sag euch leise ciao

(Auszug, gekürzt)

In diesem Sinne sagen wir Euch auf Wiedersehen, gehabt Euch wohl, lebt Eure Träume, bleibt gesund und im August treffen wir uns wieder. Bis daher wünschen wir Euch viel Spaß beim Lesen dieses Blogs, beim Schreiben toller Mails an uns und dem Folgen auf Twitter. Wir sind zwar weit weg, aber doch nur einen Klick entfernt.

Bye, bye!

30. Dezember 2009

Jetzt ist es vorbei! Es gibt kein Zurück mehr. Alles muß passen. Nichts darf dazwischen kommen. Oder doch? Vielleicht ist es die erste Erkenntnis der Reise, dass es unmöglich ist, 8 Monate im Voraus zu planen. Die Rucksäcke stehen gepackt bereit, die Heimatbasis wurde bestmöglich eingewiesen und doch können wir uns nicht vom Gefühl befreien, nicht an alles gedacht zu haben. Ein Gefühl, dass uns so noch nicht untergekommen ist. Stets wussten wir, was uns auf unseren Touren abverlangt wird. Doch die Checkliste, um für alle Eventualitäten ausgestattet zu sein, wäre zu lang und der Rucksack zu schwer. Sich mit dem Gefühl anzufreunden, ins Ungewisse zu starten, lässt langsam den Bauch kribbeln und die Vorfreude steigen. Die letzte Nacht bricht an. Das letzte Mal in bekannter Umgebung einschlafen.

Heute haben wir bei unserem Globetrotter des Vertrauens, dem Reisecenter Paul in Wittenberg, neben unserer letzten Ausstattung auch gleich noch einige praktische Touren für Bangkok erworben. Unser Auto steht nun ohne Nummernschilder abgemeldet in der Gegend rum. Unsere Bankkonten wurden um das notwendige Bargeld erleichtert.

Morgen früh, am 31.12. um 10:30 fährt die Bahn in Richtung Berlin ab. Um 17:15 Uhr startet der Flieger. Alles was danach kommt, ist unbekannt. Online wie offline.

30. Dezember 2009

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Im Moment geht es holterdiepolter, was die Frequenz des Countdowns angeht aber das Bloggen ist momentan eher Priorität P. Es ist im Moment kurz vor zwei Uhr Nachts, knapp 48 Stunden vor Landung in Bangkok und wir sind gerade aus dem verschneiten Gera Heim gekommen.

Den schwersten Abschied zu begehen galt es, als wir gerade unsere beiden Fellträger in ihrem Winter-, Frühjahrs- und Sommerquartier abgegeben haben. Dank toller Unterstützung durch den Materiallieferanten und unserer Freundin Sandra, haben die beiden Schlappohren nun für  einen adäquaten Ersatz für unsere HASENFARM. Als die Tür hinter uns ins Schloß fiel stellten wir fest, dass sich 8 Monate doch ganz schön lange anfühlen können. Aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es die beiden sehr gut haben werden. Da lässt es sich mit gutem Gewissen reisen und eine Erfahrung für die neue Hasenbesitzerin wird es zudem auch noch. Großen Dank an dieser Stelle!

Das morgige Finale in Deutschland wird sicher mächtig turbulent, gilt es noch einmal den Rucksack zu packen, die Familie in die Abläufe einzuweihen und krampfhaft das Gehirn nach Lücken in der Planung zu durchwühlen…

29. Dezember 2009

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Der erste große Abschied ist vollzogen. Wir haben der schönsten Stadt Deutschlands den Rücken bzw. das Heck gekehrt und als wollte es uns Hamburg besonders schwer machen, legte sie schönstes Sonnenwetter mit strahlend blauem Himmel auf. Aber es nützt nix, Hamburg, bei dem was wir vorhaben, hältst du uns mit deiner malerischen Skyline nicht zurück. Auf Wiedersehen im September 2010! Wir sind mal gespannt, was sich bis dahin verändert haben wird.

In der zweiten Heimat angekommen, galt es die neue Luxusherberge für die Namenspatronen dieses Blogs aufzuhübschen. Zwar hält die Industrie eine reichhaltige Auswahl an Hasenställen bereit, was dem passionierten Hasenfreund und Pseudoheimwerker aber überhaupt nicht genügen kann. Und so wurde bis spät in den Abend geschraubt, gesägt, geklebt und geflucht.

BTW, trotz intensivem Aussortieren unseres Gepäcks, ist die Anzeige auf der Waage noch immer in schwindelerregenden Höhen. Jetzt können eigentlich nur noch die Schuhe zu hause bleiben – oder der Rücken muss da jetzt durch. Wir werden sehen, wie wir uns entscheiden.

Mittlerweile hat auch der letzte Freund/Bekannte/Feind mitbekommen, dass wir “wech machen” und so stapeln sich die Abschiedmails in unserem GMail-Account. Es wird schön sein, diese hin und wieder rauszukramen und sich an den Wünschen zu erfreuen. Weiter so! Wir lieben Mails!

Eine ganz besondere Überraschung schickte uns A. aus H. an der S. Sie hat eines unserer Shirts von der “HASENFARM” erworben – und wir haben´s nicht mal gemerkt. Auch diesem Vorbild dürfen gerne mehr von Euch folgen. Dann ist die Welt nicht nur reicher an schön angezogenen Menschen,  sondern wir können die erworbene Provision in leckeres Essen an kleinen Garküchen reinvestieren.

27. Dezember 2009

Unser letzter Tag. In Hamburg. Von standesgemäßem Abschiednehmen keine Spur. Der Tag war geprägt von renitentem Rumgewusel, Weggeräume, Gesuche und Finden. Mein letztes ausgelagertes Einrichtungsmöbel, mein geliebter Kicker, wurde vom Kai geholt und bei uns verstaut.

Ich würde Stein auf Bein behaupten, an alles gedacht zu haben, erwarte aber schon den Moment, wenn ich mir morgen, in Richtung zweiter Heimat fahrend, mit der flachen Hand gegen den Kopf schlage.

Am Spannendesten war mit Sicherheit unser heutiges Abendessen. Konsequente Resteverwertung aller im Haushalt verbliebenen Genußmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mindestens 1 Jahr nach unserer Rückkehr liegt, bescherte uns dank meisterlicher Komposition der Chefköchin eine leckere wenn auch ungewöhnliche “Henkersmahlzeit”. Morgen früh räumen wir dann das Feld und finden uns bei Berlin wieder ein, die letzten Vorbereitungen zu treffen.

26. Dezember 2009

Jetzt reicht eine Hand, um die Zeit runter zu zählen. Waren es vor Kurzem nicht noch zwei Monate? Habe ich nicht gestern erst gekündigt? War es nicht erst Vorgestern, als ich zeitgleich mit meiner Freundin das Wort “Weltreise” in den Mund nahm? Heute liegt mein zukünftiges Zuhause ausgebreitet vor mir im Wohnzimmer und ich frage mich, wie das für 8 Monate reichen kann. Gleichzeitig überlege ich jedoch angespannt, welches Gepäckstück ich noch zu hause lassen kann, damit mein Rücken so wenig wie möglich zu tragen hat. Nicht nur für Euch Leser, sondern auch aus versicherungstechnischer Nachweispflicht habe ich mein gesamtes Reisegepäck abgelichtet.

rucksackinhalt

Zwar zeigt die Waage angenehme 15 kg an, beim Blick auf die Gewichtsverteilung, fällt mir unangenehm auf, dass ich Kleidung zu Lasten von elektronischen Zubehör einsparen muss. Erstmals wird mir bewusst, wieviele Netzteile und Ladegeräte man zum Existieren braucht. Selbst meine beiden Sony-Cybershot-Kameras verlangen nach zwei unterschiedlichen Ladesystemen. Da half nur der Griff zu Seitenschneider und Lötkolben und schon konnte ich 200 g Gewicht in Form von abgetrennten Kabeln einsparen. Dennoch muss ich nun Ladekabel für Kamera, Handy und Laptop durch Asien tragen.
Ich bin gespannt, welche der o.g. Reiseausstattung ich in 8 Monaten wieder in Deutschland einführen darf.

Den Nachmittag des 2. Advent nutze ich – wie man das halt so macht am heiligen Fest – mit dem Putzen unseres Zweirad-Fuhrparks. Irritiert war ich über die Männer, die auf dem halben CleanCar-Areal ihre Statussymbole (hey, die Autos!) polierten und besaugten. Was zum Henker machen die am 2. Advent dort? Flucht vor der Familie? Oder verreisen die auch alle und konservieren ihre Fahrzeuge für die nächsten Monate? Sei´s drum. Ich für meinen Teil habe die Bikes dank Hochdruckwaschung und W40-Besprühung rostunempfindlich eingemottet.

Heute Abend überraschten uns noch zwei gute Freunde mit einer Flasche Wein. Im völligen Wohnungschaos leerten wir den Glaskörper und verabschiedeten uns mit vielen Vorsätzen für das Wiedersehen Ende 2010. Man wird sehen, gell U.?!

25. Dezember 2009

So, jetzt kann ich sagen, in einer Woche bin ich in Asien. Mein Puls beschleunigt sich dabei merklich. Der heutige 1. Weihnachtsfeiertag hatte mit Weihnachten soviel zu tun, wie Irak mit Frieden.
Ich habe den Tag weitestgehend vor den Rechnern verbracht, um Musik zu kopieren, meine Webprojekte reisefertig zu übertragen, Accounts zu vereinfachen, das Geldbeschaffungssystem weiter auszuklügeln, Passwörter zu verschlüsseln und die letzten Beschwerdebriefe aus Deutschland vorzubereiten.
Chef-Kommentatorin Bella brachte mich gestern, beim Weihnachtsmahl auf die Idee, mein SKYPE-Konto (biberbeat) aufzuladen, um für 2 cent/Minute ins deutsche Festnetz zu telefonieren. Hab ich noch nie gemacht, klingt jedoch sehr spannend. Demnach bin ich auch, wenn online, über meinen Skype-Account erreichbar. Ebenso hab ich an dem Blog einige kleine Änderungen vorgenommen. Der Spendenaufruf rechts oben ist jetzt etwas plakativer formuliert. Damit dürfte jetzt jeder erkennen, was ich damit zu bezwecken versuche.

24. Dezember 2009

Heute Morgen überbrachte uns nicht der Weihnachtsmann die große Überraschung, sondern der Postbote. Überhaupt habe ich gerade den Eindruck, so eine Reise lässt sich nur mit guter postalischer Koordination vorbereiten. Richtig aufgeatmet habe ich, als mir ein Stapel Briefe aus dem Briefkasten entgegen fiel. Der Inhalt fühlte sich nicht nur nach Plastikgeld an. Am letzten postalisch erreichbarem Tag  landeten die letzten beiden Kreditkarten in meinem Besitz. Jetzt bin ich dank Traveller-Schecks, Bargeld, echten und gefakten EC-und Kreditkarten mit reichlich finanziellem Background ausgestattet.
Inzwischen ist meine Wohnung auch wieder ienigermaßen repräsentabel. Die meisten Kisten liegen nebst Inhalt in der Wertstofftonne, Wollmäuse wurden weggesaugt und der Rucksack sieht schon fast abreisefertig aus.

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