24. Dezember 2009

Heute Morgen überbrachte uns nicht der Weihnachtsmann die große Überraschung, sondern der Postbote. Überhaupt habe ich gerade den Eindruck, so eine Reise lässt sich nur mit guter postalischer Koordination vorbereiten. Richtig aufgeatmet habe ich, als mir ein Stapel Briefe aus dem Briefkasten entgegen fiel. Der Inhalt fühlte sich nicht nur nach Plastikgeld an. Am letzten postalisch erreichbarem Tag  landeten die letzten beiden Kreditkarten in meinem Besitz. Jetzt bin ich dank Traveller-Schecks, Bargeld, echten und gefakten EC-und Kreditkarten mit reichlich finanziellem Background ausgestattet.
Inzwischen ist meine Wohnung auch wieder ienigermaßen repräsentabel. Die meisten Kisten liegen nebst Inhalt in der Wertstofftonne, Wollmäuse wurden weggesaugt und der Rucksack sieht schon fast abreisefertig aus.

24. Dezember 2009

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Heute endete für mich die Zeit bei meinem langjährigen Arbeitgeber. Abschiede, manche für immer, manche nur zeitlich begrenzt, bestimmten den Tag. Jetzt ist die Zeit angebrochen in der sich mein unmittelbar verfügbarer Freundes-& Bekanntenkreis schlagartig reduziert: eine neue Erfahrung, die sich trotz der bevorstehenden Zeit, nicht gut anfühlt.
Inzwischen sind auch alle Dokumente, Sperrlisten und sonstigen finanzbezogenen Informationen kopiert und gesichert. Ausserdem hat die komplette Reisebekleidung ihren letzten heimischen Waschgang hinter sich. Damit ist der letzte Schritt getan, um die Rucksäcke final zu packen.

22. Dezember 2009

So langsam wird´s ernst. Nicht nur der vorletzte Arbeitstag, zwei Tage vor Weihnachten und 2 Hände vor “Lift-Off” zerrüttet sich der gewohnte Alltagsablauf. Besonders schmerzhaft sind derzeit die Abschiede von guten Freunden. Heute gab´s mit zwei der ganz besonderen Sorte das “letzte Mittagsmahl” im Mangia e Bevi. Auch wenn ich weiß, dass ich ja irgendwann wiederkomme, ist das Pausieren zwischenmenschlicher Beziehungen kein Leichtes.
Inzwischen ist auch das OK für die Aufnahme einer Verkehrrechtschutzversicherung eingetroffen, was mir meine gelegentlichen motorisierten Ausflüge im chaotischen Linksverkehr in manchem Land absichern wird. Aktuell schreibe ich für die fleißigen Verwalter meiner Wohnung und der Post entsprechende Dokumentationen, damit im Notfall zu wissen ist, wer zu informieren ist.
Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Übermorgen ist Weihnachten. Auf dem Gefühl bin ich momentan aber taub.

21. Dezember 2009

Die letzten persönlich zu informierenden Geschäftspartner sind nun auch eingeweiht.
Die letzte Routine in Hamburg wurden heute beendet.
Die Post hat sich ohne viel Aufsehen dazu bereit erklärt, das merkwürdige Schreiben von Vorgestern verschwinden und meinen Nachsendeantrag aktivieren zu lassen.
Die Pflanzen meiner Wohnung haben im kuscheligen Süden ein neues Heim gefunden.

Hat zwar nichts mit meiner Reise zu tun, aber dem Hamburger Straßenräumdienst erteile ich eine 6-, da keiner meiner Radwege geräumt war. Dafür bekommen alle Autofahrer heute eine 1+, da sie nicht gehupt haben, als ich anstatt dessen ihre Fahrbahn als Radweg missbrauchte.

20. Dezember 2009

Bei frostigen Temperaturen und elterlichem Besuch beschränkte sich meine heutige Vorbereitung auf das Verteilen von gescannten Pässen, Führerscheinen, geheimen Dokumenten und Belanglosigkeiten auf diversen digitalen Speichermedien. Das Auslaufen der letzten Finanzbeschaffungsmaßnahmen (ebay) erhöhte mein Budget unmerklich.

19. Dezember 2009

Während Hamburg einschneit, trudeln die letzten Kontounterlagen für mein Zweitkonto ein. Für Erheiterung sorgte heute mein spezieller Freund, die Deutsche Post AG. Mein Nachsendeantrag wurde Anfang der Woche von mir, old-schoolig analog, eingereicht. Heute vermelden die Postzusteller in einem Antwortschreiben “E I L T – Bitte unterschreiben und zurücksenden.” Angeblich habe ich den Atrag nicht unterzeichnet. Lustig, denn auf dem Durchdruck pragt in dickem Strich meine Unterschrift. Also freue ich mich, am Montag in der Postfiliale stehen und einer Erklärung lauschen zu dürfen.

18. Dezember 2009

Heute habe ich mich dann endlich dazu entschieden, mein literarisches Unterhaltungsprogramm zusammenzustellen. Während ich in heimischen Gefilden eher sachorientierte Dokumentationen lese, galt es für die bevorstehende Reise etwas anspruchsvollere Kost auszuwählen.
Aldous Huxley´s “Schöne neue Welt” stand von Anfang an auf meiner Wunschliste. Aber mit diesem schmalen Schmöker komme ich, so meine Befürchtung, gerade mal über die ersten paar Wochen. Also befragte ich ein literarisches Duett und bat im existenzielle Literatur, die nicht nur Zeit totschlägt sondern auch Gehirnzellen anregt. Herausgekommen sind die Buchempfehlungen HENRY MILLERs “WENDEKREIS DES KREBSES” sowie GEORG BÜCHNERs “LENZ”.

Zwei Blindkäufe auf Empfehlung bester Freunde. Was kann man da eigentlich falsch machen, ausser sie nicht zu lesen?

17. Dezember 2009

Inzwischen ist es wieder möglich, die Holzplatte des Schreibtischs zu erkennen. Die Aktenordner hingegen quellen aus, da so ziemlich jeglicher Papierkram jetzt so abgelegt ist, dass ich ihn in 1 Jahr wiederfinde. Die Kombination aus Vorweihnachtszeit und Reisevorbereitung ist, rückblickend betrachtet, ein sehr opferfordernder Zeitpunkt. Neben der sonst üblichen Weihnachtshektik mit Geschenkejagd, Glühweinbesäufnissen und Weihnachtsfeiern zwängt sich jetzt auch noch die Notwendigkeit, seine Zelte abzubrechen. Beim nächsten Mal mach ich das wohl eher in den zwei toten Monaten Januar und Februar.

17. Dezember 2009

Die Zahl des Tages lautet 35. Soviel Grad Celsius sagt der Wetterbericht für Bangkok am Tag unserer Ankunft voraus.

Da ließ sich der heutige Ganztagsfrost recht gut ertragen. Anstrengend hingegen ist das nach wie vorherrschende Chaos in den eigenen 4 Wänden. So langsam ist aber auch die letzte Wäsche getrocknet und kann final in den Nylon-Wandschrank (=Rucksack) einsortiert werden.

15. Dezember 2009

Täglich werde ich von Freunden befragt, wie der Stand meiner Reisevorbereitung ist. Zu lesen gab es in den letzten Tagen nicht sehr viel, was eindeutiges Resultat der “Neuigkeiten” ist: Streß. Naja, eigentlich ist es kein Streß, es ist eher aufgeregtes, hektisches, Zusammensammeln von Dutzenden Informationen, Unterlagen und Vervollständigen des Gepäcks.

Eigentlich haben wir alle notwendigen Angelegenheiten abgeschlossen, jetzt muss nur noch das Chaos in der Wohnung beseitigt werden. Neben Nachsendeantrag ist die Abmeldung beim Arbeitsamt erledigt. Die Karten für unser neues Konto kommen, das wissen wir heute schon, zu spät und stehen uns erst ab Februar zur Verfügung. Die technischen Komponenten sind final zusammengetragen und auch die Bekleidung hat ihren letzten Waschgang in einer deutschen Miele hinter sich gebracht.

Heute habe ich alle existenziellen Dokumente kopiert und gescannt – egal was passiert, wir können und den Botschaften gegenüber ausweisen und die Beschaffung der verlorenen Dokumente beschleunigen – aber das soll bitte nur Theorie bleiben. Danke!

Ab heute versuche ich, täglich einen kurzen Abriss der letzten, heißen Phase zu liefern, auch wenn ich mir unsicher bin, ob es die Weihnachts- und Abschlußfeiern und die zu erledigenden Aufgaben überhaupt erlauben.

PS: Ich habe für alle Besucher ab sofort eine kleine Bedienungsanleitung zusammengetragen, die sich oben auf dieser Seite befindet und kurz erklärt, was sich hier wo befindet und wozu das alles da ist. “Bloglesen leicht gemacht.”

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