Fuenf Jahre habe nichts mehr von ihm gehoeht. Damals, kurz nachdem ich zum ersten Mal mit dem Rucksack unterwegs war, machte auch er sich los, in Wanderstiefeln die Fremde zu erkunden.
Da war es nur logisch, ihn von unseren neuerlichen Plaenen zu unterrichten. Entsprechend gross war meine Freude, als ich die Mail von PayPal las, dass sich Philipp an unserer Aktion “Lass uns nicht verhungern” beteiligt und mit uns zu Abend essen moechte. Wie es sich fuer ehemalige Novizen im Reisegeschaeft gehoert, gebuehrt ihm das erste Essen in Laos.

einladung_philipp

Laap mit sticky Reis und dazu eine Flasche Beerlao sollte nicht nur mein erstes Abendessen, sondern auch gleich ein typisches laotisches Essen sein. Fuer Mel gab es Nudelsuppe mit Kokosmilch und – wenig typisch aber nicht weniger aufregend – Knobibrot. Das Brot – in siedendes Fett geworfen und mit sehr, sehr, sehr grob geschnittenen Zehen belegt – kann nur als Experiment bezeichnet werden. Die Nudelsuppe war lecker. Das eigentlich Highlight war meine Wahl: Huehnchen kleingeschnitten und mit frischer Minze und Bambussprossen versehen klingt harmlos. Fragte mich die Koechin vorher noch, ob ich es spicy mag, muss sie mein “Not too spicy” wohl missverstanden haben. Stell dir vor, die nimmst einen Schluck aus Glassplittern, Reisszwecken und Tabasco in den Mund und spuehlst den
ordentlich durch. Nach dem Runterschlucken kippst du noch reinen Alkohol hinterher. Dieses Brennen multiplizierst du mal 10 und du weisst, was gestern bei mir abging. Es war speziell. Das muss man der Koechin lassen. Ueber das nach Bier benannte Getraenk bedarf es nur: schmeckt wie Koelsch.

Es war also ein Essen, wie ich es mag: neu, ungewoehnlich, landestypisch. Manchmal bewerte ich das Neue hoeher als den guten Geschmack. Und da Philipp das Neue und Aufregende mochte, freuten wir uns, ihn im Geiste bei uns zu haben. Die Koechin hingegen freute sich ueber 58.000 Kip, was ungefaehr dem von Philipp bereitgestellten Betrag entspricht.

Kahp jai, Philipp

8. Januar 2010

laos

Die Ereignisse der letzten Tage in Fast Forward: 12 Stunden mit dem Nachtzug von Bangkok nach Ubon Ratchathani. Von dort mit zwei Paerchen aus Landshut und Wien auf der Ladeflaeche eines Pick-Ups mit 100 km/h zur Grenze nach Chong Mek, fuer 30USD Visum gekauft, Grenzuebertritt, mit dem Minivan weiter nach Pakse.
Dann sind wir von Pakse nach Sueden zu den 4.000 Inseln gefahren. Mit dem Boot ging es auf dem Mekong flussabwaerts, vorbei an badenden Wasserbueffeln, auf dei Insel Don Khon. Dort sitzen wir jetzt auf der Terrasse unserer Huette und blicken auf ein Stueck Mekong. Vom Ufer gegenueber klingt laotische Musik zu uns herueber, Voegel zwitschern, ab und zu faehrt ein Longtail-Boot an uns vorbei. Huehner laufen ueberall frei herum, die Bewohner gruessen uns freundlich und ein leichter Wind macht die 33ーC so angenehm, wie es nur moeglich ist.
Laos zeigt sich von seiner schoenen Seite.

Thermometer in Bangkok

14 Uhr Ortszeit, fast 40°C im Schatten auf der Dachterrasse am Pool. Heute Morgen kam eine Mail aus Gera, die die dortigen Temperaturen auf -10°C bezifferte. Damit wohnen unsere Langohren sagenhafte 50°C kälter als wir.
Bei derartigen Temperaturen haben wir uns nach einstündigem Aufenthalt am Pool wieder in unser klimatisiertes Zimmer zurückgezogen. Es ist nämlich der letzte Tag in der 5-Sterne-Suite.

Heute Morgen haben wir das Zugticket für unsere Weiterreise nach Laos gebucht. Morgen Abend, 18:55 setzen wir uns in den Expresszug, der uns in knapp 12 Stunden an die laotische Grenze bringen soll. Wir haben uns für einen 1st-Class-Sleeper entschieden, d.h. wir haben ein 2er-Abteil mit Betten und eigener Waschmöglichkeit. Dekadenz für knapp 25 EUR/Person. Mit der Abreise aus Bangkok wird sich die Frequenz und der Umfang neuer Beiträge im Blog drastisch verringern, da Laos in Bezug auf Internet extrem dünn ausgestattet ist. Und das ist auch gut so! Wir freuen uns auf die Zeit, abseits der Zivilisation. Und gerade jetzt, kurz nach Weihnachten, wisst ihr ja, dass Vorfreude die schönste Freunde ist.

16. Oktober 2009

lp_tibet_laos


Heute zeichnen sich für Euch da draußen die ersten Anzeichen für eine Reiseroute ab. Amazon brachte uns unsere Standard-Lektüre für Globetrotter. Der Lonely Planet begleitete uns bereits auf jeder unserer zurückliegenden Reisen und leistete dabei hervorragende Dienste. Ich habe mal gesagt, mit dem Buch ist man schon am Ziel bevor man losgefahren ist. Die sehr gute, lockere Schreibweise und die reichhaltigen Tipps & Tricks machen das Vorankommen in der Fremde deutlich leichter.

Nun also stehen Laos und Tibet auf unserer Reiserouten-Liste. Die Reihenfolge ist momentan noch recht unklar, wobei Laos wohl das erste Land sein wird, dass wir nach unserer Landung in Bangkok aufsuchen werden. Erfahrungen von Freunden lassen uns ein ruhiges, besinnliches Land erwarten, in welchem wir entspannt mit der neuen Art von Freiheit umzugehen lernen können.

Organisatorisches und politisches Highlight dürfte Tibet werden. Ich habe überlegt, ob ich vorab überhaupt darüber schreiben sollte. Nicht dass noch ein chinesischer Botschaftsangestellter das liest und uns das Visum verweigert. In Anbetracht der schwierigen Einreisesituation ist das ja nicht ganz unbegründet. Wie wir den Sprung nach Tibet schaffen wird uns das Internet und der Lonely Planet schon zeigen. Ob wir wirklich auf dem Dach der Welt landen, wird man sehen und dieses Blog bekannt geben.

Jetzt heißt es für uns, Tee kochen, Heizung an und Reiseführer lesen.

verlinkt

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Bloggeramt.de frisch gebloggt Das Blog Verzeichnis Blog Top Liste - by TopBlogs.de BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor blogoscoop blogtotal