Geschichtsträchtiges Zusammentreffen aus hüftsteifer TV-Blondine und Houser Fast Eddy. So also sah es damals aus, als ich im Sandkasten buddelte und eine Musikrichtung entstand, die mich später in ihren Bann zog und mich bis heute nicht wieder los gelassen hat.

(via Noisefloor Chicago)

Sein Set bereitet der DJ vor, indem er den oder die mitgebrachten Plattenkoffer für sich möglichst gut erreichbar hinter dem Pult platziert, den oder die Koffer öffnet, die Platten rasch durchblättert, einige Platten herauszieht und auf Eck stellt, mitunter die eine oder andere Platte umsortiert und seinen Kopfhörer bereitlegt. (Jeder DJ hat einen eigenen Kopfhörer dabei, und wenn dieser nicht funktioniert, führt dies in der Regel zu mehr oder weniger panikartigen Reaktionen.)

Die Bundeszentrale für Bildung hat sich 20 Jahre nachdem die Spezies “DJ” die Bühne der Öffentlichkeit betreten hat mit deren Berufsbeschreibung beschäftigt. Herausgekommen ist der im Rahmen der Publikation “Aus Politik und Zeitgeschichte” erscheinenden Serie, mit Ausgabe “APuZ 52/2008, ein äußerst unterhaltsames Stück Literatur. Der Unterhaltungswert, so vermutet man, ist aber eher unbeabsichtigter Natur. Noch ein Beispiel gefällig:

Die unseres Erachtens für den “Lifestyle Techno” symptomatische Veranstaltung, der so genannte Rave, impliziert ein Tanz-Vergnügen, das so lange dauert, dass – tendenziell – jeder Teilnehmer an einem beliebigen Zeitpunkt in das Geschehen ein- und auch wieder aussteigen kann, ohne ein essentielles Ereignis zu versäumen. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Wie in der heutigen Politik üblich, fehlt in der Abhandlung die Berücksichtigung von modernen Veränderungen im Arbeitsumfeld des DJs. Wird das Procedere des Plattensortierens und -auflegens detailliert geschildert, sucht man den Umgang mit Laptop & Co. vergebens.  Das wird dann aber sicher in der 2. Auflage anno 2015 besprochen.

Dennoch ist diese Publikation als positiv zu bewerten, denn das ehemals als Hobby belächelte DJing bekommt nun eine Anerkennung und Bedeutung wie die eines Maurers, Arztes oder Taxifahrers.

Über diese Veröffentlichung schreiben auch:

Die Videoplattform Youtube soll im Jahre 4 seines Bestehens seinen Betreibern neben Klagenauch Geld einbringen. Auch wenn Youtube inzwischen die sechsgrößte Internetpräsenz ist und minütlich um 13 Stunden Filmmaterial anschwillt, so bewegt sich deren Inhalt doch weitestgehend im rechtsfreien Raum. Dicht gefolgt von sinnfreien Inhalten.

Dass Youtube aber einen festen Platz im Netz des 21. Jahrhundert hat, zeigen Deutschlands Vorzeige-Gangster-Rapper aus Berlin. Bushido und Sido sind nämlich nicht nur unheimlich real und dissen sich und ihre Mütter, wie es sich für echte Rapper mit Inhaltsanspruch gehört, sondern nutzen dafür Youtube als Plattform, ihre Botschaften auszutauschen. Bushido disst Sido und Sido disst Bushido.

Hier hört man keinen Ruf nach finanzieller Entschädigung. Hier geht es um Werbung. Und da Werbung bekanntlich teuer ist, ist Youtube in diesem Fall recht und billig, kostenfrei Millionen potentielle Fans zu erreichen und den eigenen Kultstatus kostenfrei aufzubauen.

Auch wenn der intelligenz- und geschmacksbelegte Musikkonsument über derartige Aktionen den Kopf schüttelt, machen die beiden aus meiner Sicht vor, was anderen wieder zu fremd erscheint: sie machen sich das Medium Internet und Youtube zu Nutze. Sie steuern es so, dass ein maximaler Gewinn für sie herausspringt.

Kommen wir nochmals auf die millionenfach illegal hochgeladenen Inhalte zurück. Die Film- und Fernsehindustrie beschwert sich, dass ihnen wieder einmal nicht nachweisbares Geld durch die Fingel geht. Das haben wir ja vor ein paar Jahren schonmal gehört. Die alte Leier. Diesmal jedoch mit dem Unterschied, dass ich mich ernsthaft frage, wie die Verantwortlichen darauf kommen, dass irgendjemand ernsthaft das Geschäft schädigt, wenn er sich Filmausschnitte auf Youtube anschaut. Selbst die High-Quality hat mit hoher Qualität nur den Namen gemeinsam. Während die MP3-Dateien ohne klanglichen Verlust raubkopiert werden und nachvollziehbaren Schaden anrichten, kenne ich niemanden, der sich per Youtube-Schnipsel einen ganzen “James Bond” zusammenschneidet. Viel eher kommt man auf die Idee, sich die DVD, soweit sie existiert, zu bestellen. Den Beweis, dass nicht das Entfernen von Inhalten der Ausweg ist, zeigen Monty Python mit ihrem werbefinanzierten Kanal, die Videoausschnitte in sehr guter Qualität online stellen:

Diese und andere Videos seien völlig kostenlos zu sehen – eine Vorstellung, mit der sich die mittlerweile fünf verbliebenen Komiker zunächst gar nicht anfreunden konnten, wie dem Promotion-Videozu entnehmen ist. Die YouTube-Nutzer können aber auf Links zum Online-Händler Amazon klicken und dort Monty-Python-DVDs erwerben. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, heißt es auf Python Online, die DVD-Verkäufe seien um 16.280 Prozent gesteigert worden. Die DVD The Complete Monty Python’s Flying Circus 16-Ton Megaset sei in der Amazon-Rangliste um 740 Plätze nach oben gestiegen und nehme nun Platz 5 ein. (Quelle: heise)

Dennoch gibt es Paradebeispiele für gestriges Gedankentum. Während es vom Musik-Marktführer Universal Music Ende des Jahres hieß, man sei hochzufrieden über die jährlich fließenden mehrere Dutzend Millionen Dollar aus Online- Werbeeinnahmen, scheitertenVerhandlungen mit dem Konkurrenten Warner Music vorerst an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Folge: Videos zum Beispiel von Madonna mussten YouTube verlassen. Als Folge dieser altertümlichen Vorstellung von Marketing, Werbung und Kundenaquise “geht YouTube inzwischen auch härter mit den eigenen Anwendern um. “Wer drei Mal gegen die Regeln verstoßen hat, fliegt raus”, erläutert Wiseman die “3-Strikes-Out”-Politik von Google. ” (Quelle: heise)

Und so kann man sagen, dass selbst unsere deutschen Mittelstand-Rapper aus Berlin erkannt haben, wie man seine jugendliche Zielgruppe erreicht: mit gefaktem Gangster-Style und Youtube.

26. Dezember 2008

Der coole Trend, bekannte Songs im Lipdub nachzusingen und mit individueller Choreografie zu versehen, ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. So wünschte das Team von “Welt Kompakt” seinen Lesern frohe Weihnachten in einer lippensynchronen Darbietung des Weihnachtsklassikers und springt auf den Zug, moderner Wege der Zielgruppen- und Netzweltgewinnung. Seht hier:


DirektLink

Damit reiht sich die Redaktion ein in die bunte Schar kreativer Köpfe, die ihr nicht vorhandenes gesangliches Talent gekonnt kaschieren und so manchem Song ein neues, lustiges Video verpassen. Hier sind noch einige andere Lipdub-Produktionen, die uns in diesem Jahr über den Bildschirm flimmerten:

Katie Perry – “I kissed a girl”

DirektKuss

Snoop Dogg – “Ain´t no fun”

DirektRap

Panic at the Disco – “Nine in the afternoon”

DirektPanik

Britney Speas “Baby one more time”

DirektJungfrau

University Lipdub

DirektStudenten

Und zum Schluss der Klassiker des Jahres:
Michael Jackson – “Thriller”

Potentiometer
DJs sind nicht zu beneiden. Besonders all jene, die sich anschicken, Weihnachtsfeiern oder sonstige Heterogenzielgruppenveranstaltungen zu beschallen.
Während sich der Club-DJ sicher sein kann, dass mindestens 90% der Leute wegen der Musik in den Club kamen, tappt der Firmenfeiern-Beschaller von Anbeginn im Dunkeln. Wie ist die Stimmung in der Firma? Was für eine Alterstruktur sehe ich da gerade vor mir? Wie ist Sozialgefüge? Welchen Musikgeschmack haben die Mitarbeiter?

Gestern Abend hatten wir wieder mal so einen Kandidaten, dem wir es besonders schwer gemacht haben, der es uns schwer gemacht hat. Oldies haben ihre Daseinsberechtigung, sie wecken jugendliche Gefühle und das Tanzbedürfnis, aber dazu bedarf es möglichweise einen höheren Alkoholpegel, um direkt am Anfang gespielt zu werden. Gerade wenn man nicht weiß, wie man die Feiergesellschaft einschätzen soll, macht es keinen Sinn fünf Oldies in Folge rauszuballern. Besonders nicht, wenn gerademal ein einstelliger Prozentsatz der Anwesenden auf der Tanzfläche steht. Das anfängliche Austesten des Musikgeschmacks hätte möglicherweise eine interessante, partyfördernde Erkenntnis gebracht.

Schlussendlich beging der DJ zudem einen Fehler, der unverzeihlich ist. Die Musikanlage war deutlich überlastet, die Lautsprecher schrieen und die Unterhaltungen wurden zur Belastung für Ohr und Stimmband. Gegen diesen Anwendungsfehler konnte selbst das Denon-Mischpult nichts unternehmen. Und so wundert es nicht, dass ich kurz nach Mitternacht umringt von Kollegen am Bahnsteig stand und auf die U-Bahn in Richtung Bett wartete.

Ansonsten war´s eine sehr angenehme Feier. Danke Boss.

Wie sind Eure Erfahrungen mit DJs auf Weihnachtsfeiern und Firmenfesten?

Die Ärzte - Jazzfäst-Tour

Ich bin bei der FAZ auf ein sehr interessantes Interview mit Farin Urlaub (Die Ärzte) gestoßen. Dass Punkmusiker mehr als nur Alkohol, Drogen und Frauen im Kopf und am Leib haben, beweist Herr Urlaub schon seit einigen Jahren. Neben intelligenten Songs, übertreffen seine Statements und Meinungen die zuweilen die von manch Volksvertretern.
Umso mehr weckte folgende Aussage zum Thema neuartiger Musikvertriebskonzepte meine Aufmerksamkeit:

Ein Fortschritt ist das für uns nicht unbedingt. Der schlaue Steve Jobs hat mit seinem iPod ganz schlechte Bedingungen für Künstler zur Norm gemacht. Total unfair und schlimmer als manche Labels in den 80er Jahren. Das Wenige, was der digitale Vertrieb kostet, steht in keinem Verhältnis zu dem, was Apple einstreicht. Reich wird man als Band damit nicht, deswegen muss man das Geld mit Konzerten und Merchandising reinholen. Ich glaube, wir landen in Zuständen wie vor 100 oder 120 Jahren: Musik an sich ist wertlos. Nur das Konzert oder die gedruckte Note kostet etwas.

Leider detailliert das Interview diese Aussage nicht weiter, was ich jedoch spannend gefunden hätte. Ich bin insofern irritiert, dass die Musikindustrie dem illegalen Download einen Riegel vorschieben möchte, es weit und breit jedoch keinen adäquaten Anbieter gibt, der die Interessen beider Seiten (Kunde & Industrie) zu vertreten weiß. So scheint Apple mit seinem iTunes-Store und der iPod-Anbindung zumindest ein vom Kunden akzeptiertes Vertriebskonzept entwickelt zu haben. Bisher schien mir, bis auf wenige Ausnahmen, das Konzept auf Zustimmung seitens der Künstler zu stoßen.
Von daher würde mich mal Analyse von Einnahmen zwischen klassischen Vertriebsmodell und Apple´s iTunes interessieren.

15. Dezember 2008

shure se110

In 10 Tagen ist es soweit. Wir werden zufrieden, kugelrund gefuttert unter dem getöteten Tannenbaum sitzen und mit Mutti und Vati Weihnachtslieder zwitschern. Wenn wir Glück haben, halten wir Geschenke in Händen, mit denen wir mehr anfangen können, als sie am nächsten Werktag umzutauschen.
Wir Hasenfarmer haben schon vor ein paar Wochen bekanntgegeben, dass wir Dich beschenken. Neben den Profi-Kopfhörern der Firma SHURE legen wir auch noch ein PC-Spiel zum neuen James Bond-Kinofilm auf den Gabentisch.

Nun gibt es nur noch eine kleine Aufgabe zu erfüllen und mit Fortunas Gnade liegt ein Päckchen von uns unter deinem Baum:

Hier steht, wie du an die heiße Ware kommst.

Und weil Weihnachten ist, wünschen wir uns, dass die Blogger und Bloggerinnen, die schon bei unserer Wordle-Parade ganz hervorragende Arbeit geleistet haben, mitmachen. Und das sind:

freeQnet, Bastie.Silke, Andreas Rodler, 9mal6, Gedankendeponie, presently, alpha666.de, Westaflex, Blogaddict, Das blonde Alien, funkygog Blog, -= DAiLY FRAGGLE =-, 110th Street, 49 Suns, maxfriedrich.de, kunze-web.de, Songtext-Lyrics.net, Mendener.Net, Pegasus’ Traum, Captain-obvious, nerdTainment, Stephan A. aus B., Candy College, eisitu, Dentaku, acidlevel, Rebellenidyll, Mikas kleine Welt, Das DanyWeb, Elke Zedlitz, Hertleins Kolumnen, Guitar-Blog, A Blog about nothing, Willipedia.net, emblog (m-project), Hyde and Seek, Tinkerbell’s Weblog, bloghouse.org, Spontis, iGuts, UPLOAD – Magazin für digitales Publizieren, pistenstuermer.de, Payamo.de, vizekönigin

Du liebst Musik. Was liegt da näher, als Dich mit einem supa-dupa-Kopfhörer der Edelschmiede SHURE zu beglücken. Also, hau´ in die Tasten!

Peter Fox

Gestern Abend hat sich der rote Fuchs aus Berlin mit seiner Trommelgruppe geschickt, dem tristen, gefriebrandverursachendem Hamburger Wetter den Kampf anzusagen. Herr Fox schlug in der Stadt der Füchse in der Großen Freiheit 36 mit ebenso großartigem Gefolge auf. Der Mann ist gerade so angesagt, dass sogar Cosma Shiva Hagen und Smudo dem Spektakel lauschten!

Und ein Spektakel war es wirklich: durch die großartigen Trommler der Truppe “Cold Steel” ist der Abend erst so richtig Klasse geworden. Die 4 Männer haben mit großartiger Musik, heißen Hüftschwungen und coolerChorgeographie voll überzeugen können. Überraschender Weise zeigte sich der Frankfurter Sänger J-Luv als Backgroundsänger, der vor ein paar Jahren mit eigenem Album “Threeshot” am Start war.
Leider tappte der Fuchs in jene Falle, die allen Künstlern auflauert, die gerade ihr erstes Album auf dem Markt haben. Ein Konzert mit 12 Tracks ist und bleibt zu kurz. Zwar versuchte Peter Fox mit Remixen von Timbaland und Seeed dem frühzeitigen Ende der Show vorzubeugen, gelungen ist ihm das jedoch nicht. Warum er nicht mal alle Songs des Albums “Stadtaffen” gespielt hat, bleibt sein Geheimnis. Und so machten sich bereits nach 75 Minuten die Rowdies an den Abbau der Bühne.

(Bild: “Red Fox” by mikebaird)

iPhone-App: FourTrack Was wäre die Musikgeschichte ohne den legendären 4-Spur-Rekorder MPC von Akai. Kaum ein Hip-Hopper oder Oldschool-Techno-Produzent lässt diese Kiste als Startausrüstung seiner musikalischen Laufbahn unerwähnt. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ebene jener 4-Spur-Rekorder in den Gadgets des 21. Jahrhunderts einnistet. Und so bekommen jetzt iPhone und iPodTouch ihre Killer-Applikation zum Erstellen “komplexer” 4-Spur-Tracks. Sonoma Wire Works hat den Brückenschlag zwischen den Welten mit seiner Applikation FourTrack (App Store Link) geschaffen.

FourTrack kann Klangfragmente über Mikro oder WiFi laden. WiFi sorgt zudem dafür, dass die erstellten 4-Spur-Tracks auf einen lokalen Rechner geladen und von dort aus weiter verarbeitet werden können. Erstere Eingangsquelle macht die Applikation zu einer interessanten Alternative zum Fieldrecording. Besonders Klangexperimente in urbanen Räumen lassen sich damit durchaus leicht erstellen.

FourTrack Features:

  • Track Count – 4
  • Track Length – unlimited
  • Recording Quality – 16 bit, 44.1 kHz
  • Calibrated Meters – accurately monitor record and playback levels
  • Recording Clip Lights – ensure input levels do not cause distortion
  • Calibrated Faders – accurately adjust playback level of each track
  • Pan Control – move tracks from left to right
  • Time Line – seek to anywhere in your song instantly
  • Shuttle Wheel – accurately move within your song
  • Slide-to-Record – prevents over-writing your tracks
  • Latency Compensation – accurate to within 1ms
  • Compressor-Limiter – automatically fattens sound of the output mix
  • Song List – unlimited song count
  • WiFi Sync – copy recordings to a desktop computer

Als Alternative zu den komplexen Produktionsumgebungen auf einem Laptop, kommt diese App nicht in Frage. Aber für die Kreativen dieser Zeit könnte es eine willkommene Anwendung sein, mit dem iPhone bzw. iPodTouch nicht nur zu Konsumieren, sondern auch zu Produzieren.

(via De:Bug)

shure se110

Die Firma SHURE hat uns ein Exemplar des Premium-Kopfhörers SE110 im Wert von ca. 100 EUR gesponsort. Da wir schon mit einem Paar SHURE E3 ausgestattet sind, haben wir uns gedacht, wir schenken ihn dir. Was du machen musst, um sie zu gewinnen, steht hier geschrieben.

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