Eine bekannte internationale Getränkemarke lud zum Tanz mit dem Gründungsvater des Techno und seinem Sohn. Suzi Wong heizte der nicht vorhandenen Menge vorab ordentlich ein. Eine sehr leckere Auswahl an treibenden, aber nicht zu monotonen Tracks ließ die Füße wippen. Leider konzentrierte sich das Publikum anfangs nur auf den Barbereich. Entsprechend Promillelastig war dann auch die Stimmung, als gegen 2 Uhr Blake Baxter im weißen Muscle-Shirt das Pult übernahm und seine knackigen Beats abzulassen. Die Massen setzten sich in Bewegung, leider auch die Alkis. Schnell vergin die Zeit, bis er von Juan Atkins abgelöst wurde. Dieser spielte stylegetreu weiter und entlockte dem einen oder anderen einige Freudenschreie. Leider stört mich in der Tanzhalle, dass es keine Trennung zwischen Barbereich und Tanzfläche gibt. So passiert es doch häufiger, dass man sich beim Tanzen mit dem ein oder anderen fehlgeleiteten Gast beschäftigen muss. Da mich am nächsten Tag mein Chef auf Arbeit erwartete, überließ ich die beiden Helden dem verbliebenen Publikum und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.

6. Februar 2005

Gestern Abend beehrte der Meister persönlich die Hamburger Crowd. Vorab hatte ich das Vergnügen in einer kleine Runde guter Freunde leckeres Essen und noch leckereren Wein genießen zu dürfen. gegen Mitternacht erhielt ich dann den Anruf, dass sich der Meister den Decks nähere und ich mich nun allmählig in Richtung Hauptbahnhof bewegen zu hätte. Satte 20 EUR gab es am Einlass des alten Postgebäudes abzugeben. Dank eines guten Freundes blieb mir dieser Aderlass aber erspart. Die Auswirkungen des etwas überzogenen Preises konnte ich anhand des gegenwärtigen Publikums schnell ausmachen: Jungs und Mädels, die von Mama und Papa gesponsert wurden mischten sich bunt unter Leute, die sich jetzt, im hohen Alter, auch mal wieder was “gooviges” antuen wollten. Sprich: eine illustre Gesellschaft hanseatischen Geldadels, in der man den klassischen Techno-Jüngling vermisste. Herr Väth spielte ein melodiegetragenes und doch nach vorne gehendes Set und die geniale Echtzeit-Videoperformance sorgte für eine nette, aber nicht zu euphorische Feiernacht. Unmittelbar nach seinem Set leerte sich die Halle augenblicklich, so dass auch ich das Weite suchte. Summa sumarum war´s nicht schlecht, aber der Preis und die Leute hemmten die Stimmung.

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