11. März 2010

Wir sind heute in Kota Kinabalu mit dem lokalen Busverkehr unterwegs gewesen. Nichts Aussergewöhnliches. Mag man meinen!

Der Bus, äußerlich mit einem Schuhkarton auf Rädern vergleichbar, hatte seine beste Zeit auch schon zum Fall der Berliner Mauer hinter sich gelassen. Rohe Holzplanken als Fußboden, zerfledderte Sitzbezüge sowie Rattern und Klappern allerorten. Nachdem das Gefährt endlich ausreichend überfüllt war – hier wartet man mit dem Abfahren bis der Bus voll ist – schwang sich der Busfahrer hinters Steuer. Aussehend wie ein asiatischer Bob Marley, mit wirrem Haarteil und vollverspiegelter Brille jagte er die Kiste auf den Highway. Nach wenigen Minuten begann er plötzlich, am Radio herumzuschrauben, um den Entertainmentfaktor zu erhöhen.
Aus Richtung des Fahrers quäkte uns aus einem lose umherschwingendem Billiglautsprecher so etwas wie Gesang entgegen. Kein Angenehmes für unsere Ohren. Plötzlich rumorte es im Heck und noch bevor wir verstanden, was da vor sich geht, ballerte eine gewaltige Basswelle durch den Innenraum. Haben die doch vollen Ernstes eine gigantische Bassrolle in den Schrottkasten reingeschraubt!

Die anderen Passagiere waren sichtlich unbeeindruckt von der Low-Frequency-Performance, die sich irgendwo unter den hinteren Sitzen entlud. Selbst der alte Mann, den ich verwirrt ansah, schien weder überrascht noch störte es ihn.

So schliffen wir in dem suizidal anmutenden Fahrzeug über Kinabalus Highway, vorne quäkte der Billiglautsprecher vor sich hin und von hinten vibrierte es, dass unsere Brustkörbe zitterten.

Vergreift sich DJ Hell da etwa an David Bowie? Nein, was da so ähnlich klingt, ist Bryan Ferry von Roxy Music. 80th meets NEO-Electro. Gespannt darf man auch auf die Versionen von Carl Craig, Simian Mobile Disco & Tim Goldsworthy sein. Stylisch-minimalistischer Track der auch dem Auge schmeichelt.

24. Dezember 2009

Romuald Karmakar hat einen Film über und mit Ricardo Villalobos gedreht. Heute bin ich in der aktuellen Groove drauf aufmerksam geworden und würde sagen, rein anhand des Protagonisten udn der Philosophie von Karmakar, ist “VILLALOBOS” ein Pflichttermin für elektronisch orientierte Musikfanatiker.
Der 110 Minütige Film kommt mit sagenhaften 65 Schnitten aus und ist damit equivalent zu Villalobos, der für episch lange Tracks bekannt ist.
Schon der Trailer mit seinem erstaunlich schnittfreien Erscheinen und des treibenden Beats lockt mich ins Kino. Fragt sich bloß, wo ich den sehen kann, hier in Hamburg.

Die Headline sagt schon alles. Diese Auflistung ist quasi eine Sammlung musikalischer Eckpfeiler meiner Entwicklung und der elektronischen Tanzmusik. Nur ein kleines Stück von dem, was in den letzten 20 Jahren an Tnträgern erschienen ist, hat mich so nachhaltig bewegt, dass ich beim Anhöre der folgenden Tracks meistens noch weiß, wann und wo ich sie zum ersten Mal gehört habe.

HINWEIS IN EIGENER SACHE: Die folgende Auflistung ist subjektiv und ungeordnet. Zudem weise ich ausdrücklich darauf hin, dass Musik keinen Rückschluß auf Persönlichkeit, Charakter oder sonstige Qualifikationen zulässt. Die Aussage, “wer Metall hört, frisst Menschen” ist falsch! Wer sich die folgenden Tracks anhören möchte, den fordere ich auf: “Open your mind” und begib dich auf diese sonderbare Reise -- eine Reise durch die Entwicklung eines deutschen Musikgenres der Wiedervereinigung.


Hole in One -- X-Paradise
Im Video “Techno City” verarbeitet, ist es quasi mein erster “Chill-Out”-Track.
Zum ersten Mal gehört: im Wohnzimmer bei meinen Eltern, spät Abends.


Tyrell Corp. -- Running
Wie ein so minimaler Track solche gewaltige Energie übermitteln kann, fasziniert mich auch Jahrzehnte nach dessen Erscheinen.
Zum ersten Mal gehört: in der CD-Abteilung des örtlichen Hit-Musik-Ladens.

Als David Hasselhoff mit “I´ve been looking for Freedom” die Berliner Mauer zum Einsturz brachte, schaffte er unerwarteten Nährboden zum Wachstum einer neuen Musikkultur. Bis heute ist elektronische Musik, kurz “Techno”, die letzte große Revolution im Musikbusiness. Zudem stellt sie eine kulturelle Entwicklung dar, die vor allem in und aus Deutschland maßgeblich bestimmt und vorangetrieben wurde. Das Zusammentreffen der beiden differenten Jugenkulturen aus Ost und West löste eine solche Energie aus, wie wir es von der Kollision von Atomkernen her kennen. Besonders in Berlin gab es den Raum, um diese Untergrundkultur aufzubauen und zu entwickeln.
1993 zeigten einige Fernsehsender die Dokumentation “Berlin Techno” -- ein Schlüsselfilm meiner musikalischen Vergangenheit, nach dessen Anschauen nichts mehr so war wie zuvor:


Techno City 1993 -- Part 1


Techno City 1993 -- Part 2


Techno City 1993 -- Part 3

5. November 2009

Noch ein Dokument mit historischer Bedeutung. 3Sat betrachtet den Mauerfall aus musikalischer Sicht. Beeindruckend, wie schnell sich damals im einstigen Todesstreifen kreative Menschen ihre Nischen gesucht haben und so legendäre Clubs wie der Tresor daraus hervorgegangen sind.

Hach, was habe ich da für Nächte verbracht. Pflichtvideo ab Minute 1:00 |

29. Oktober 2009

Gerade auf Facebook dem “Zzzzra” über den Weg gesurft. Hätte ich mal nicht seine Videos angeklickt. Jetzt höre ich mindesten eine Woche nichts anderes mehr. Mehr von Zzzzra gibt es auf deepindub.com.


Zzzzra -- “Grotesque”

24. Oktober 2009

Auch wenn ich den Song schon kannte, sah ich heute zum ersten Mal das Video (man mag´s kaum glauben: auf MTV). Es beweist einmal mehr, welch beeindruckende Paarung ein großartiger Song und ein perfektes Video ergibt. Der intensive und durchdringende Sound von Wilson´s Stimme kombiniert mit der roughen, eintönigen Landschaft, der Vintage-Look und die Unschärfen in der Kameraführung sowie die Story ergeben ein großes Kino in wenigen Minuten.
Und so machte das Video den Song zu meiner heutigen “Anti-grauer-Herbst-Tag-in-Hamburg”-Waffe.


Charlie Winston “Like a Hobo”

Wer mehr Geheimwaffen haben möchte, der kann sich das Album “HOBO” hier bestellen.

Fiddy kommt mit seinem neuen Album “Before I Self Destruct” am 23. November in die Stores. Vorab findet sich auf seiner offiziellen Youtube-Seite seine Erst-VÖ, “Crime Wave”. Ein kleinkrimineller Stadtrundgang durch die bekanntesten Stadtteile New Yorks. Harlem, Bronx, Long Island sind nur einige Stationen an denen die beiden Protagonisten ihre Dealer aufsuchen und maltretieren.
Mal abgesehen vom typischen Gangsta-Handlungsplot ist das Video mächtig dick. Posiges Intro, lange Vocal-Szene, der Track, der sich eher unauffällig im Hintergrund abspielt und recht präzise Videotechnik. Alles in Allem ein optoakustisches Machwerk, dass durchaus meine Neugierde am neuen Album weckt.

Warum im Video unten rechts “This is 50″ steht, kann ich nicht erklären. Erinnert mich aber irgendwie an Michael Jackson´s “This is it”.


50 Cent -- “Crime Wave”

23. Oktober 2009

Gerade wieder beim Kartoffelschälen gehört und festgestellt, dass der Track auch nach 1000maligem Hören eine Adrenalinschleuder ist. Und dann dieses Apfelmännchen-Tresor-Globus-anmutende Video. Lecker. Schmecker.


The Hacker “Fadin’ Away (Dima Remx)”

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