19. Dezember 2008

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

John Ruskin (1819-1900)

toter Stoffhase

Furchtbar!! Zum Glück gibt es diese und diese Figuren nicht zu kaufen.

(via DasistdasEnde)

25. November 2008

Hätte ich das vorher gewusst, ich hätt´ ´ne Serie drauß gemacht.

Nach gut 3 Jahren habe ich mich neu verliebt. In BradAlice, ihr sexy Mobilfunk-Tarif hat mich erwischt. Ich erhalte zu meinem bestehenden Festnetzanschluss kostenfrei bis zu 4 SIM-Karten mit denen ich untereinander kostenfrei telefonieren kann. Anfang des Jahres musste ich diesen folgenschweren Entschluß meinem bisherigen Mobilfunkanbieter MOBILCOM mitteilen. Die Kündigung tritt Ende Dezember in Kraft.

Als Kündigungsbestätigung erhielt ich die obligatorischen Trauerbekundungen. Im Januar!

Im März rief der erste CallCenter-Mitarbeiter an und fragte mich nach den Gründen des Wechsels aus. Wir waren uns schnell einig, dass Mobilcom meiner Entscheidung nichts entgegenzusetzen hat. Er selbst nutzt Alice-Mobil. Er notierte meine bereitwillige Auskunft in seinem System und wir wünschten uns ein schönes Leben.

Im Juni erhielt ich den nächsten Anruf von Mobilcom. Man wolle mir ein neues Handy anbieten, da ich schon so lange dabei bin. Von meiner Kündigung wusste die Dame leider nix. Macht nix, ich wies darauf hin, dass dies das letzte Gespräch sein soll. Ich bin ein geduldiger Mensch.

Im September zeigte sich, wie Mobilcom “letztes” Gespräch definiert. Ein Herr wollte mich nach Gründen zu meinem Wechsel befragen. Super! Gab´s zwischenzeitlich einen Datencrash bei Mobilcom, der meine Bitte nach Unterlassen weiterer Belästigung gefressen hat? Gesäuert miefte ich den Mitarbeiter an, dass jetzt aber wirklich Schluß zu sein habe.

Letzte Woche platzte mir der Kopf, als mitten im Meeting mein Handy mit unterdrückter Nummer um Aufmerksamkeit bettelte. Ich ging ran und mir stand eine Mobilcom-Telefonterroristin vorm Ohr. Sie hatte Glück, ich wollte meinen Geschäftspartner nicht erleben lassen, wie es ist, wenn ich ausraste. Freundlich und bestimmt drehte ich ihr den Hahn ab.

Ich freue mich schon darauf, wenn mich am letzten Tag vor Inkrafttreten der Kündigung Mobilcom ein letztes Mal belästigt und versucht, mich von meinem Vorhaben abzubringen. Hoffentlich bin ich dann nicht zufällig in der Nähe des CallCenters. Sonst….

Lutz Heilmann, Mitglied des Bundestages der Linken, der letzte Woche durch das Landgericht Lübeck eine einstweilige Verfügung gegen wikipedia.de erwirkte, hat diese nun zurückgezogen. Vorangegangen war ein massives Aufbäumen der vereintein Netzwelt gegen den Politiker.

Ein Artikel in der Wikipedia enthielt aus Sicht des Herrn Heilmann rufschädigende Informationen über ihn. Sein Versuch, sich dagegen zu wehren, endete in der Sperrung der kompletten Domain. Der Artikel selbst war von der Sperrung hingegen nicht betroffen, da wikipedia.de nur weiterleitende Aufgabe hat.

Ist Herr Heilmann nun der Bösewicht? Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: Nein, ist er nicht. Ich sympathisiere nicht mit links- und rechtsextremen Parteien, aber objektiv betrachtet, scheint mir die Reaktion nachvollziehbar zu sein. Nebenbei hat uns Herr Heilmann jedoch ein paar spannende Dinge aufgezeigt, über die nachzudenken sich lohnt.

  • Wer im Netz falsche Angaben über seine Person findet, hat per se große Probleme, eine Richtigstellung zu erwirken bzw. generell dagegen vorzugehen. Das Beispiel von wikipedia und Rottenneighbour.com zeigt, dass man sich aufgrund des Serverstandortes und des damit geltenden Rechtsraumes so gut wie nicht gegen Defamierung, Verläumdung und Rufschädigung schützen kann. Zwar lebt das Netz von dezentraler Dateneingabe, aber es besteht die Gefahr, dass der Wahrheitsgehalt der Informationen stark fragwürdig ist. Informationen, die nicht auf gestützen Informationen basieren, richten u.U. Schaden an. Über die von Herrn Heilmann beanstandeten Aussagen urteile ich nicht.
  • Gerichte scheinen in diesen Tagen Probleme beim Erkennen und Bewerten der Tragweite ihrer Entscheidung zu haben. Mal eben so das deutsche Zugangsportal zu einer der größten internationalen Wissenssammlungen zu sperren ohne dabei jedoch den betroffenen Artikel anzugreifen, gehört in die Kategorie “Dummfug”.

Herr Heilmann hat uns einen Dienst erwiesen. Er hat mit seiner (hoffentlich) unbeabsichtigten Handlung eine Diskussion losgetreten, die, wenn sie von negativen Anfeidungen gegen ihn und seine politische Gesinnung bereinigt, durchaus als Basis für ein Umdenken der Rechtssprechung dienen kann.

16. November 2008

Secret Service

Nein, auf George W. Bush hacken wir hier und heute mal nicht rum. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, es gab in dieser Woche andere Personen, die unsere Missgunst auf sich zogen. Und all jenen widmen wir diesen Beitrag.

Diese Herrschaften, Abgeordnete im deutschen Bundestag, Vertreter des Volkes, haben in dieser Woche ihre Unfähigkeit im Umgang mit Demokratie bewiesen.
Mit ihrem “JA” zum neuen BKA-Gesetz haben sie dem BKA Befugnisse einer Geheimpolizei verschafft. Und so eine geheime Bundespolizei hatten wir doch schon einmal. Damals nannte sie sich Geheime Staatspolizei (GeStaPo). Na, dämmerts?

Ladies & Gentlemen – bleiben Sie sitzen und bekunden Sie Ihre Abneigung bitte für:
Albert Rupprecht, Alexander Dobrindt, Alfred Hartenbach, Alois Karl, Andrea Nahles, Andrea Astrid Voßhoff, Andreas Jung, Andreas Lämmel, Andreas Schmidt, Andreas Steppuhn, Andreas Storm, Andreas Weigel, Anette Hübinger, Anette Kramme, Angelika Krüger-Leißner, Anke Eymer, Annette Faße, Annette Widmann-Mauz, Antje Blumenthal, Antje Tillmann, Anton Schaaf,

Wikipedia

Stell dir vor, du bist eine öffentliche Person, bist Mitglied des Bundestages und Volksvertreter. Da kann es schon mal passieren, dass sich jemand für dich und deine Vergangenheit interessiert und diese Informationen veröffentlicht. Schließlich möchte das Volk wissen, durch wen es vertreten wird. Sein legitimes Recht.

Lutz Heilmann (DIE LINKE) vertritt da aber eine etwas andere Auffassung. Jetzt hat er per einstweiliger Verfügung die Domain wikipedia.de sperren lassen:

Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, “die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten”, solange “unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org” bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.

Warum? Im Wikipedia-Beitrag zu seiner Person könnte der Verdacht entstehen, er sei bei der Staatssicherheit tätig gewesen. Zitat: “Im Oktober 2005 enthüllte Der Spiegel Heilmanns Stasi-Vergangenheit, die er verschwiegen hatte.”. Er selbst schreibt auf seiner offiziellen Seite in seiner Biografie: “1985 bis 1990 Wehrdienst/ Wehrersatzdienst bei der Abteilung Personenschutz des Ministeriums für Staatssicherheit” (Quelle). Die Diskussion um Amtsträger mit Stasi-Vergangenheit ist hinreichend bekannt.

Dennoch schockiert dieses Vorgehen und die richterliche Entscheidung. Der Wikimedia Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens, der über die Anwendung der Wikipedia aufklärt. Betreiber der Enzyklopädie, die die unerwünschten Daten des Herrn Heilmann enthält, ist die in der Anbieterkennzeichnung der Enzyklopädie genannte Wikimedia Foundation, eine in Florida, Vereinigte Staaten, inkorporierte Stiftung mit Sitz in San Francisco.

Vor dem Hintergrund, welch ungeheure Macht das Internet inzwischen auch für die Politik hat (vgl. Obama & die Macht des Netzes), kann ich Herrn Heilmann nur für diese wunderbare Eigentor beglückwünschen. Er ist der Depp, die Wikipedia der Sieger.

Weitere Meinungen zum Thema:

Update: Die Entrüstungswelle ist durch die Blogosphäre durch. Herr Heilmann äußert sich bei Zoomer.de über die Hintergünde:

Lutz Heilmann selbst erklärte im Gespräch mit zoomer.de, dass Ende der vergangenen Woche in seinem Wikipedia-Artikel mehrere “falsche Tatsachenbehauptungen” eingetragen waren …”. Nachdem diese Behauptungen (…) wiederholt als vermeintliche Tatsachen in seinem Wikipedia-Artikel auftauchten, habe er sich wegen Rufschädigung zu diesem Schritt gezwungen gesehen. “Weil ich keine andere Möglichkeit sah, habe ich diese einstweilige Verfügung beantragt”, so Heilmann. “Sobald die falschen Behauptungen bei Wikipedia verschwunden sind, ist die Sache aber erledigt.” Dann werde er auch die einstweilige Verfügung zurückziehen. “Das Allerletzte was ich will, ist die Meinungsfreiheit einzuschränken.”

Und nun darf darüber gestritten werden, ob der Schritt, das Eingangsportal Wikipedia mit Zugang zu seinen über 10 Millionen Artikeln zu blockieren, legitim ist. Mich würde im Speziellen die Meinung von rottenneighbour.com-Geschädigten interessieren…

Barack Obama mit Mac

Was für eine coole Sau ist Obama eigentlich?
Bei René bin ich über dieses Bild gestolpert und vor Lachen und Staunen nicht mehr zu mir gekommen.
Ich meine, ehrlich, die Berater Obama´s haben ihre Hausaufgaben in Bezug auf die New generation sehr gut gemacht. Da posiert der Präsident Amerikas ganz cool neben dem Kultobjekt No. 1 – dem Mac und dann frisst auch noch ein aufgeklebeter Pacman – Kindheitserinnerung Vieler – den Apfel. CrazySexyCool!

By the way – ich wusste auch nicht, dass:

  • He says his worst habit is constantly checking his BlackBerry
  • He collects Spider-Man and Conan the Barbarian comics
  • He has read every Harry Potter book
  • He enjoys playing Scrabble and poker

Andere unbedeutende Dinge über Obama findet man beim Telegraph.

14. November 2008

Die Mauer

Schaut Euch das an, Ihr, die Ihr mit den Linken sympatisiert, die PDS vermisst und gerne wieder mal SED wählen möchtet. Ihr, die Ihr glaubt, Sozialismus ist eine feine Sache, bei der sich alle lieb haben und Ringelreihen tanzen.
Das hier ist kein Film von einer Fahrt durch das atomunfallverseuchte Tschernobyl, wo Natur und Infrastruktur dem Verfall überlassen wurden.
Das ist eine Kurzdokumentation des real-existierenden Sozialismus.
Das ist nicht Sibirien oder Mecklemburg-Vorpommern.

Das ist Berlin! 1988. Ein Blick aus der S-Bahn in den Osten. Kein Fake. So sah es aus. Und so wird es aussehen, wenn es wieder heisst “Alle Macht dem Volke!”.

7. November 2008

Barack Obama hat wie kein anderer Präsidentschaftskandidat die Internetnutzer an sich gebunden. Beeindruckend die Zahl jener, die ihm online gefolgt sind:

Auf dem obamaschem Flickr Fotostream kann man sich ein Bild davon machen, wie Familie Obama die Wahl am Fernsehen verfolgte. Gestellt oder nicht, ganz unweb2.0ig sitzen die Obamas wie die Simpsons auf der Couch. Irgendwie passt dieses Bild überhaupt nicht zu dem Bild, was im Vorfeld vermittelt wurde. Aber dabei ist es nicht weniger sympathisch. So sieht´s wohl bei vielen Amerikanern zu hause aus.

Obama Simpsonized

by Barack Obama

    Homosexual Kiss

    Die Welt liegt sich in den Armen und feiert den Wahlsieg von Barack Obama und keiner merkt, dass parallel die Steinzeit wieder in Amerika Einzug hält. Mit der Präsidentschaftswahl waren die Wähler aufgerufen, über Proposition 8, den Status der gleichgeschlechtlichen Ehe abzustimmen.

    Proposition 8 is a California State ballot proposition which amends the state Constitution by overturning a California Supreme Court decision and eliminating same-sex marriage. (Wikipedia)

    Zwar haben sich die Einwohner Kaliforniens mit 61% der Stimmen für den Wechsel, für Obama ausgesprochen, aber dennoch in der Volksabstimmung gegen die Ehe zwischen Frau und Frau und Mann und Mann ging ihnen scheinbar “Change” doch zu weit. 52% der Bevölkerung sprach sich gegen eine Ehe unter Homosexuellen aus. Scheinbar waren die Wähler mit einem Tabubruch schon dicke bedient. Bleibt abzuwarten, was die Zeit mit sich bringt. Möglicherweise ja “Change”.

    (Bild: “Honecker kissing Bezhnev on the berlin wall” by Will Palmer)

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