24. August 2008

Es geht mir momentan mächtig auf die Nerven, mit welcher Ignoranz Leute derzeit rumrennen. Ob das nur bei mir so ist, weiß ich nicht. Aber es kotzt mich an.

1. Fall: Faulheit
Eine Kollegin fährt jeden Tag der Woche ihre 6 km mit dem Auto zur Arbeit, nennt Bequemlichkeit als Argument, verweist, auf die Benzinkosten angesprochen, auf keinen Diskussionbedarf. Eine andere Kollegin hebt die Daumen und applaudiert der Autofahrerin zu ihrer Einstellung. Mit soviel Dummheit geschlagen zu sein, ist ein schweres Schicksal. CO2, Klimaveränderung und Rohstoffknappheit gehören nicht zum Wortschatz vieler. Egoismus und Starrsinn verhindern ein Umdenken.

2. Fall: FSC
Die Gartensaison neigt sich dem Ende und so manch Schnäppchenmöbel wurde gekauft, genutzt und verbraucht. Im SSV verschleudern die Geschäfte derzeit die letzten Lagerbestände und Fehleinkäufe. Hach, es kann ja alles so billig sein. Aber gefühlte 0% der Kunden wissen, wo der Baum, aus dem die Möbel geschnitzt wurden, gefällt wurde. Fragt man man nach dem Wissenstand über “FSC”, blickt man in fragende Gesichter. Es spielt keine Rolle, ob der Regenwald weggesägt wird, hauptsache meine Gartenmöbel sehen chic aus und sind preiswert. Profitgier der Anbieter und Desinteresse der Kunden als Klimakiller.

3. Fall: Olympia
In diesen Minuten gehen die olympischen Spiele in China zu Ende. Ich wurde Zeuge zahlloser Diskussionen, bei denen sich junge Menschen desinteressiert gegenüber den Spielen äußerten und sich sogar gegen die Spiele in China aussprachen. Mögliche Chancen, die Situation in China zu verbessern und ein Umdenken von Teilen der Bevölkerung aufgrund der massiven Medienberichte herbeizuführen, wurden nicht gesehen. “Da ändert sich doch eh nichts.” – einer der meist gesprochenen Sätze. Bestätigt wurden derlei Einstellungen durch das miserable Bild, welches das IOC während den Spielen abgab. Eingeknickt vor laufenden Kameras.
Wegsehen, um nicht beunruhigt zu werden.

Merkt ihr´s noch alle?
Macht die Augen auf, sonst rennt ihr irgendwann gegen einen Wand. Aber dann heult nicht!

Ich kann sie nicht mehr sehen. Obwohl, sehen schon. Nur zuhören kann ich nicht mehr. Diese, von Haus aus interessanten, bei N24, n-tv u.a. Nachrichtensendern auf Heavy-Rotation laufenden Reportagen über die Superlativen dieser Welt. “Giganten auf Schienen”, “Giganten der Weltmeere”, “Die Reportage XXL”, “Das höchste Kettenkarussell der Welt” – irgend ein Superlativ muss mindestens im Titel vorkommen. An sich und im Speziellen für Männer bestens geeignete Themen.
Aber wenn man die Fernbedienung zu weit entfernt oder gar verlegt hat, dreht man nach wenigen Minuten des Zuhörens bereits durch. Man erfährt nämlich nicht, was passiert ist, sondern was passiert wäre. “Wäre der LKW nur 2 cm weiter rechts gefahren, wäre er vermutlich ins Rutschen gekommen und eine Katastrophe hätte stattgefunden. Giftgas… Dorf… Menschen… Tod… Tschenobyl…” – Er ist aber nicht 2 cm weiter rechts gefahren, sondern genau dort, wo er sollte. Also ist nichts passiert. Dennoch redet der Sprecher, als ob gerade die Türme des WTC zum zweiten Mal eingestürzt sind. Und so geht das im Minutenrythmus. Im Endeffekt erfährt man eigentlich nur, was alles Schreckliches hätte passieren können. Zudem werden nahezu alle metrischen Angaben maximiert. Aus einer Tonne werden eintausend Kilo, 28 Kubikmeter wachsen auf die gigantische Größe von Achtundzwanzigtausend Liter, 1 kg Zucker mutieren zu Millionen von kristallinen Atomen.
Am Ende der Reportage sitzt man schweißgebadet im Sessel und hat nicht den blassesten Schimmer, welche Leistungen die Dokumentierten wirklich vollbracht haben und traut sich nicht mehr auf die Straße – aus Angst, ein Sattelschlepper fährt versehentlich 2 cm zu weit rechts und löst den Supergau aus…

Sensationsgeilheit per excellence!

20. August 2008

Antwortschreiben Deutsche Bahn

Liebe Deutsche Bahn,

du bist unpünktlich, aber erwartest von mir Pünktlichkeit. Wenn ich ein günstiges Ticket kaufen möchte, muss ich Monate im Vorraus buchen, mir gibst du aber nur 30 Tage, um meine Entschädigung einzufordern. Das passt doch nicht zusammen!

Aber trotzdem danke ich dir, dass ich dir als Kunde wichtig bin und dennoch einen Gutschein erhalten habe. Momentan dürften Millionen anderer Kunden nur den Eindruck haben, dass sie nur zum Geldmelken da sind.

Parkhinweis

Neulich beobachtete ich eine erzürnte Radfahrerin bei dem Bekleben eines auf dem Radweg parkenden Autos mit abgebildetem Aufkleber. Wie bei einer Briefmarke bespeichelte sie die Rückseite und bappte ihn an die Beifahrerscheibe. Ob sie besser gelaunt hinfort radelte konnte ich nicht erkennen.

Ich, ebenfalls und wie immer mit dem Rad unterwegs, stellte mir hingegen die Frage, ob ich diese Aktion für gut befinden oder mich dagegen aussprechen soll. Oft genug blockieren parkende oder zu be- und entladende Autos die ohnehin schon bescheidene Infrastruktur der Radfahrer. Als Ausweg bleibt nur der Fußweg oder die Straße – eine Wahl zwischen Pest und Cholera: zwar ist die Kollision mit einem Fußgänger für den Radfahrer bei weitem nicht so schmerzhaft, wie der Aufprall auf einer Motorhaube, aber angenehm fühlt sich  anders an. Zudem neigen Fußgänger des öfteren zu sturzprovozierenden Handlungen gegenüber Radfahrern. Somit sitzt man nicht nur auf dem Rad sondern auch in der Zwickmühle.

Welche erziehungstechnischen Maßnahmen bleiben also übrig, um körperlich (und zuvor geistig) abwesende Autofahrer auf ihr rücksichtsloses und gesundheitsgefährdendes Verhalten aufmerksam zu machen? Das Hinterlassen von Nachrichten scheint somit eine zeitlich extensive Möglichkeit und ein probates Mittel zu sein. Zudem umgeht man damit eventuellen Auseinandersetzungen mit körperlich überlegenen Gestalten. Hingegen halte ich die brav gewählte Formulierung “Parke nicht auf unseren Wegen” für zu unterwürfig und damit ungeeignet. Welcher Porsche Cayenne-Fahrer wird nach dem Lesen einer solchen Nachricht sein Verhalten von Grund auf neu überdenken?

Aufruf zum Mitmachen: Stellt sich die Frage, welchen Ton man auf einem solchen Aufkleber anschlagen soll. Also rufe ich die Radfahrer unter Euch auf, in den Kommentaren passende Claims zu hinterlassen. Ich spiele mit dem Gedanken, zukünftig den prägnantesten in Form eines lickable Stickers an Hamburgs Falschparker zu verteilen.

Gestern kam ans Licht, dass die Organisatoren der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Peking bei der Fernsehübertragung auf moderne Bildmanipulation gesetzt haben, heute gibt es die nächste Folge aus der Serie “How to verdummen the halbe Welt”.

Dabei haben die Verantwortlichen auf ein altes deutsches Erfolgsrezept zurückgegriffen und “Milli Vanilli” zum Leben erweckt.

“Wir kombinierten die perfekte Stimme mit der perfekten Aufführung.” (Quelle: Süddeutsche)

Die stimmbegabte Yang Peiyi durfte aufgrund ihrer angeblich mangelnden Schönheit nicht vor die Kameras dieser Welt. Dafür wurde die hübsche aber akustisch unzureichend geeignete Lin Miaoke vor die Linsen gehalten. Und die Zuschauer schmolzen dahin.

“Wir wollten das perfekte Image bieten”, gab nun der Musikverantwortliche der Veranstaltung, Chen Qigang zu. “Das war eine Frage von nationalem Interesse. Das Kind musste gut vor der Kamera aussehen, expressiv sein”, sagte er weiter. (Quelle: Süddeutsche)

Sach ma, hackt´s noch, China?

Nur für´s Protokoll: Michael Phelps schwimmt übrigens auch nicht selber. In Wirklichkeit heimst Flipper gerade unter seinem Pseudonym die Preise ein. Dank digitaler Bildmanipulation ist das das Doping 2008. Sozusagen “Zuschauerdoping”.

Mir tun nur die Sportler Leid.

11. August 2008

Die Welt schaut auf TibetChina und China verarscht die Welt:

Ein kurzer Abschnitt der Fernsehübertragung von der Eröffnungsfeier war technisch manipuliert, wie sich jetzt herausstellte. Spektakuläre Bilder von mit Feuerwerksraketen erzeugten “Fußabdrücken” über der Stadt waren nicht live aufgenommen, sondern über ein Jahr mit Computeranimationen vorbereitet worden.
(Quelle: heise)

Was lassen wir uns eigentlich noch alles gefallen? Man könnte den Eindruck bekommen, die Strippenzieher reagieren ebenso ehrfürchtig vor China wie das Kaninchen vor der Schlange. Nicht genug, was im Vorfeld passiert ist, jetzt werden auch noch Millionen Menschen vor den Fernsehern arglistig getäuscht. Andererseits muss man den chinesischen Verantwortlichen hoch anerkennen, dass sie wissen, wie man die Menschen täuscht und in die Irre führt. Das hat damals in der DDR auch recht gut funktioniert. Mich wundert nur, dass der Mensch so was von blind ist, dass er sich immer und immer wieder an der Nase herumführen lässt und nicht mit der Faust auf den Tisch haut.
Ach so, ich hab vergessen, dass ich über China schreibe. Solange an 99,5% unseren Gebrauchsgütern “Made in China” steht, darf man glauben, die Täuschung geht in Ordnung. Der Abhängigkeit wegen.

Mir tun nur die Sportler Leid.

manchmal finde ich Eure Entscheidungen ganz toll. Aber manchmal frage ich mich, ob ihr noch alle Tassen im Schrank habt, oder seit ihr wirklich so bescheuert:

Erfolg für Deutschlands Eckkneipen-Wirte: Das Bundesverfassungsgericht hat das Rauchverbot gekippt. Bis 2010 müssen die Länder neue Regelungen finden.

Herzlichen Dank für dieses Hin und Her.

28. Juli 2008

Nachdem ich mir nach dem Kauf des Finanzverwaltungsprogramms derbe verkackeiert vorkam (siehe hier), kam heute die Antwort seitens Bank X. Und wie sollte es anders sein, der Kunde (=ich) ist der Dumme und alleine dafür verantwortlich:

Hallo,

es gibt eine Webseite, die die Funktionen der Standard- und der Professional-Version gegenüberstellt. Außerdem kann man beide Versionen als Demoversionen herunterladen und auch das Handbuch steht zum Download bereit. Man kann sich also vorher über die Leistungen beider Versionen informieren.

Das einzige, was ich Ihnen anbiete kann ist, daß Sie die Professional-Version für den Differenzpreis von 40.- Euro bekommen können.

Danke. Hier meine Antwort, der man den Puls förmnlich ansieht, den ich zum Zeitpunkt des Schreibens hatte:

Sehr geehrter Herr xxxxxxxxx,

vielen Dank für Ihre Information – die mich nicht wirklich weiterbringt. Ich habe mir die Demo-Version heruntergeladen und betrachtete die Einschränkungen in der Berichtsfunktion als Teil des Demos. Sie werden verstehen, dass es mir nicht in den Sinn kam, dass ich für 59 EUR eine Software erwerbe, die die Funktionalität des Onlineangebotes einer x-beliebigen Bank simuliert. Man darf in diesem Fall sicher die Frage nach der Seriösität des Angebotes stellen.

Ich beabsichtige die Software in dieser Woche im Rahmen der Gewährleistung umzutauschen und bitte Sie, den mit meiner Person verbundenen Lizenzschlüssel zu löschen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Bemühungen, mich von dieser Enttäuschung zu befreien.

To be continued…

Ein Programm, welches mir beim Wechsel vom PC auf den Mac abhanden gekommen war, ist ein ordentliches Finanzverwaltungsprogramm a la WISO Mein Geld. Nach Fragen, Beraten und Vergleichen der sehr überschaubaren Angebote für Mac OS X habe ich mich für Bank X (sprich: bänk ten) entschieden. Heute hielt ich das 59 EUR teure Finanzverwaltungsprogramm in meinen Händen und freute mich. Das sollte aber nicht lange so bleiben.

Um zu verstehen, was mir den Tag vermasselte, hier eine Gegenüberstellung:

WISO Mein Geld Standard: 39,95 EUR
WISO Mein Geld Professional inkl. Depotverwaltung: 49,95 EUR
Bank X Standard: 59,00 EUR
Bank X Professional: 99,00 EUR

Wer nun denkt, was ich dachte – die Standardversionen haben den gleichen Funktionsumfang – der irrt sich gewaltig. Da ich mein Depot direkt verwalte, erwartete ich mit einer Standard-Edition eine bequeme Kontenverwaltung mit HBCI zu erwerben. Ich benötige die automatische und manuelle Zuordnung von Kategorien je Buchung, eine Übersicht meines Vermögens und ein Reporting, welches mir Ein- und Ausgabenverteilung je Kategorie und Zeitraum zeigt.

All dies fand ich zu PC-Zeiten bei WISO Mein Geld. Auch bei Bank X findet man laut Werbung all diese Features:

  • Sie können die Daten weitergehend auswerten.
  • Überweisungen lassen sich in aller Ruhe vorbereiten und Sie behalten den Überblick über verwendete Transaktionsnummern etc.
  • Bank X kennt auch oft eine Abkürzung zu den Daten, die Sie nicht nehmen können, wenn Sie sich manuell durch die Menüs der Bank “quälen” müssen.

Die Installation verlief problemlos und bereits nach wenigen Minuten hatte ich meine Umsatzdaten auf dem Rechner. Die Zuordnung der Kategorien verlief zwar nicht so leicht wie bei WISO, aber wer vom PC auf den Mac wechselt, hat Übung mit neuen Abläufen. Doch dann verfinsterte sich meine Laune als ich ein weiteres Konto hinzufügte, manuell den Kontostand eintrug und nirgends mein Gesamtvermögen ablesen konnte. Es fehlt schlicht die oberste Aggregationsebene in der Kontenverwaltung. Also F12 drücken und manuell ausrechnen. Dann wollte ich “Daten weitergehend auswerten”. Diese Menüpunkte sind gegraut und nicht verfügbar. Auch der Datenexport ist mir verschlossen. Der Blick in das Handbuch zeigt warum: “PRO” steht vor der Erläuterung dieser Features! 99,00 EUR sind fällig, wenn ich meine Daten in einem Reporting oder in Excel haben möchte.
Ich fasse kurz zusammen: Für 59 EUR erhält man ein Programm, welches den Umfang eines durchschnittlichen und kostenfreien Onlineangebotes einer x-beliebigen Bank kaum übersteigt. Für Standardleistungen, die über diesen Service hinweg gehen, soll man 99 EUR löhnen. Für 30 EUR mehr erhält man bei Apple ein komplettes Betriebssystem!

Fazit: Finger weg von Bank X. Lieber Parallels und Windows XP auf einer externen Platte mit dem WISO Mein Geld laufen lassen. Da hat man eine erstklassige Software.

Ich habe mich an den Hersteller von Bank X gewandt, um entweder ein kostenfreies Upgrade zu bekommen oder die Rückgabe zu erwirken. Update folgt.

Beleuchtung bei REWE

Man kann diese Frage durchaus mit JA beantworten. Schaut man sich in den alltäglichen Lebenssituationen um, dann merkt man, dass an jeder Ecke gelogen und betrogen wird. Ziel der Machenschaften sind wir in unserer Rolle als Kunde. Von der Werbung wollen wir hier mal nicht reden, denn was dort getäuscht wird, holt niemanden hinter dem Kamin hervor.
Gestern bei der Lebensmittelbeschaffung im örtlichen REWE war offenbar eine Lampe in der Obst- und Gemüseauslage defekt. Und so wechselten die Gurken ihre Grünfärbung im Takt des Lampenblinkens von mattem Mint auf sattes Grün, die Tomaten blinkten von blassrosa zu kräftigem Rot – je nachdem, ob die Beleuchtung aus oder an war. Nicht dass mir die Täuschungsmanöver der Lebensmittler, mittels besonderer Spektralfarben die Lebensmittel gesünder aussehen zu lassen, neu wären, verlogen ist es trotzdem. Man könnte mit seinem Gemüse in die Schnapsabteilung laufen, um dort – unter Normalbeleuchtung – zu prüfen, ob die Tomaten wieder einmal voll Wasser strotzen oder wirklich saftrot sind. Macht aber niemand, weil´s krank aussieht.

Airwaves

Des weiteren ist mir bei meinem Streifzug durch die sonst ignorierten Warensortimente eine doppelte Dreistigkeit in die Finger gekommen.  55 Dragees des Mundgeruchbeseitigers Airwaves werden vom Hersteller Wrigleys in eine überdimensionale Dosierbüchse gepackt in der nach groben Schätzungen eigentlich die doppelte Menge Platz hat. Ja haben wir denn zu viel Öl (Grundstoff zur Kunststoffproduktion) auf der Welt? Dass die Amerikaner ein gestörtes Verhältnis zu ökologischem Denken haben, ist seit Kyotovorzugaukeln ist dreist. Man stelle sich vor wie günstig das Produkt wäre, würden die 50% Verpackungsmehraufwand aus dem Preis gerechnet werden. Aber der Kunde scheint es auch so zu kaufen. Öl scheint noch nicht teuer genug zu sein (Gerade melden die Nachrichten den Rekordstand von Benzin in Deutschland bei >1,60 EUR).

Aufwachen allerseits!

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