Wie groß ist eigentlich der Zusammenhang zwischen Nachrichtensprecher und Glaubwürdigkeit der vorgetragenen Meldungen? Eine Selbstbeobachtung.

Betrachten wir zunächst die verschiedenen Protagonisten der deutschen Nachrichtenlandschaft. Da hätten wir Peter Klöppel, der dank durchtrainierter Mimik selbst harmlose Banalitäten in beunruhigende Schreckensmeldungen verwandelt. Einige Stunden vor Peter Klöppels Erscheinen präsentiert Katja Burkhard die Belanglosigkeiten der ersten Tageshälfte. Ihr Markenzeichen scheint eine Haut- und Haarbehandlung zu sein, bei der selbst die Puppen im Tagesangebot von HSE24 vor Neid erblassen.
Den beiden glattgeschliffenen SchauspielernSprechern die vorgetragenen Nachrichten als wahr abzukaufen, wäre als ob man einem Versicherungsvertreter an der Tür einen Vertrag unterschreibt. Also unmöglich.

5. März 2008

Was durfte man in der Samstagsausgabe des Tagesspiegels lesen? Die Denker der Neuzeit fühlen sich durch die verordnete Rücksichtnahme auf Nichtraucher in ihrer Schaffensphase gestört. Pascale Hugues schreibt in ihrer Kolumne

…alles geht viel leichter, wenn man an einer Zigarette zieht.

Und eine Historikerin beklagt sich:

Damit werden wir aus unseren Gedanken gerissen.

(Zitate: Tagesspiegel)

Es tut mir leid – insbesondere für all jene, die ihr Sein und Handeln nur mit Hilfe eines verbrennenden Stück Pflanze organisiert bekommt. So ausufernd intellektuell können die zu Wort kommenden nicht sein, da sie mit ihren Äußerungen den Nichtrauchern einen geistigen Nachteil unterstelle. Das verbale Schwelgen in einer Zeit, wo gegenseitige Rücksichtnahme im öffentlichen Raum beim Anzünden der Tabakröllchen endete, ist unpassend.

Was, liebe Frau Hugue, sollte also dieser Artikel? Eine Diskussion in Deutschland aufleben lassen, die inzwischen längst abgeschlossen ist, aus Westen nochmal nachtreten, den Nichtrauchern mindere geistigen Fähigkeiten unterstellen? Ich wünsche der Tagesspiegel-Redaktion mehr Feingefühl bei der Auswahl zukünftiger Texte.

Das in Anlehnung an “Generation Golf” kürzlich erschienen Buch “Generation Doof” fragt “…wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. ” (Zitat: Amazon.de). Anfang der Woche ergab sich die Möglichkeit, die Autoren Stefan Bonner und Anne Weiss bei JB Kerner zu erleben. Wer aufgrund von Schlaf, Desinteresse oder TV-Abneigung nicht Zeuge dieses Ereignisses werden durfte, kann sich in der ZDF Mediathek diesen Ausschnitt noch ansehen. Ein besonderes Stück sonderbarer Selbstvermarktung.
Die Autoren, dynamische Anfangdreißiger und in der Sendung sowas von gut drauf, treten den lebendigen Beweis an, dass wir es in Deutschland wirklich mit einer Generation der Verblödenden zu tun haben. Die Opposition bildeten Hellmut Karasek, Wigald Boning und Barbara Eligmann, die alle Hände voll zu tun hatten, die Verbalattacken gegen die Gesellschaft abzuwehren. Herr Kerner blieb anfangs unscheinbar, ließ sich im Laufe der Sendung zum Beziehen von Contra-Positionen hinreißen.

22. Februar 2008

Die Redaktion der Tagesschau reagiert betroffen auf den Tod der 46 Passagiere. Im Moment dieser Trauer scheint entging dem Redakteur, dass der Tathergang nicht mit dem Foto korrespondiert. Oder umgekehrt.

So steht im Bericht:

… Die Maschine der venezoelanischen Fluggesellschaft Santa Barbara war auf dem Weg von Mérida nach Caracas…

…und illustriert wird:
Karte_Venezuela
Warum hat niemand dem Pfeil gesagt, dass er falsch herum abgebildet ist?

(Zitat & Karte: tagesschau.de)

Die Kastelruther Spatzen erhielten ihren elften Echo.
Da fragt man sich doch, wie sich der Absatzeinbruch bei Musik der Generation, die auch ohne Internet leben kann, entwickelt? Woher bekommt diese Zielgruppe ihren “Stoff” und vor allem, in welcher Darreichungsform? Kassette, CD, MP3?
Liebe Sony, BMG und Universal, sag doch mal!

18. Februar 2008

Was hätte dieser kalte, verregnete Tag langweilig werden können, wäre da nicht heute Morgen aus den quäckigen Lautsprechern meines Laptops die Ansage gekommen, dass Holger Klein heute Abend wieder den Blue Moon auf Fritz moderiert. Und so blieb zwar das Wetter unverändert, aber meine Laune klarte auf.

Also Holger, keine Drohung, aber ich lungere heute Abend vor´m RadioRechner!

Holger schreibt hier und hier.

Original und Fälschung
Ladies and Gentlemen. Die Gewinner des diesjährigen Plagiarius-Awards stehen fest. Wir bitten Sie um Buh-Rufe und Pfiffe für die PreisträgerVersager:

Platz 1: Shantou Lian Plastic Products Co. Ltd., Guangdong, V.R. China
Platz 2: Vertrieb: Mesa Products B.V., AG Doetinchem, Niederlande
Platz 3: Heinrich Winkelmann GmbH & Co. KG, Ahlen

Was ist eigentlich mit den Chinesen los? Erwartungsgemäß hätten sie nicht nur die Führerschaft einnehmen, sondern auch die ersten drei Plätze belegen müssen. Aber offensichtlich scheint man auch im europäischen Umland mit der Wahrung geistigen Eigentums nicht so genau zu nehmen. Zugegeben, einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Wettkopieren haben wir Verbraucher selbst. Schließlich zwingt der Verbraucher, mit dem Ruf nach billigen Preisen bei gleich hohem Qualitätsstandard und Design, den Handel und das produzierende Gewerbe, andere Wege zu gehen. Und der eine oder andere verläuft sich.
Da hilft nur gesunder Menschenverstand und Respekt vor der Leistung anderer. Und beides ist bekanntlich hier und da knapp.

David Beckham enthauptet
Erstaunlich mit welcher Kreativität sich Menschen ausgestattet sehen und was sie daraus machen. Am 30.01.2008 führte der “Decapitator” wie in seinen Aktionen zuvor eine Enthauptung durch. Diesmal traf es David Beckham, der auf der Rückseite der thelondonpaper das Motorola Razr bewarb.
Hier gibt es das Video der Aktion.

5. Februar 2008

Sehr geehrter Herr Akın,

ich habe mich mit Ihrem Werk “Auf der anderen Seite” beschäftigt. Ich sah es mir an und versuchte, zu verstehen. Interessante Parallelhandlung, guter Schnitt, präzise Dialoge, spezielle Drehorte. Die verschiedenen Charaktere bieten eine abwechslungsreiche Dramaturgie. Sie zeichnen ein Bild der Türken, wie ich es noch nicht sah.

Aber bitte Herr Akın, was soll denn das für ein Ende sein? Ich hab´s nicht verstanden.

Herzlichst Ihr
H

4. Februar 2008

KinoLive
Die abgebildete Werbung könnte man auch für einen Augenoptiker verwenden. Oder warum sonst schaut die PatientinDarstellerin beim Betrachten eines Trailers auf die Tastatur des MacBook Pro?

verlinkt

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