6. Dezember 2009

Arte zeigte den von John Webster gedrehten Dokumentarfilm “Anleitung zur Katastrophe”. Der Dokumentarfilmer versuchte ein Jahr lang mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf den Konsum von Erdöl und Erdölprodukten zu verzichten, ohne ihren mittelständischen Lebensstil aufgeben zu müssen

Dieser Enthaltsamkeitsbeschluss mit dem Ziel, zur Weltverbesserung beizutragen, hat ungeahnte Folgen, aus denen ein überaus witziges, gesellschaftskritisches Protokoll entstanden ist. Die Familie lernt in diesem Jahr nicht nur, ihre eigenen Werte zu hinterfragen, zugleich werden auch ihre Willenskraft und das Familienglück selbst auf eine harte Probe gestellt.

Jeder, der auch nur einen Gedanken an die Zukunft unseres Klimas verschwendet, sollte sich diese durchaus unterhaltsame 60 Minuten ansehen, um zu verstehen…dass es uns Menschen niemals gelingen wird, unser Handeln so zu verändern, dass dieser Planet eine Überlebenschance hat. Das mag pessimistisch und hart klingen, aber mir kann keiner erzählen, dass die Mehrheit der Bevölkerung bereit ist, sich ebenfalls auf ein Experiment wie John Webster einzulassen.

Hier geht´s zum Film auf ARTE +7 (verfügbar bis zum 12.12.2009)

Heute vor 20 Jahren fiel sie, die Berliner Mauer. Heute vor 20 Jahren brach er zusammen, der Staat formerly known as DDR. Seit 20 Jahren sind wir frei.

Für alle, die heute denken oder sagen, sie würden gerne wieder in der DDR leben, dem sei empfohlen sich dieses Video anzusehen. Wer danach immernoch der Meinung ist, die DDR war ´ne coole Sache, der möge sich bitte bei der nächstgelegenen Strafvollzugsanstalt melden, sich freiwillig einsperren lassen und für immer die Klappe halten. Wie in der DDR.

Günter Wallraff ist ein Verwandlungskünstler: mal ist er Bild!-”Reporter”, mal Kohlekumpel Ali und ein anderes Mal Call-Center-SklaveAgent. Und jedes Mal, wenn er auftaucht führt er uns vor Augen, was in unserer Kultur schief läuft. Nun ist Wallraff wieder -- zuerst ab und dann -- aufgetaucht: als Schwarzer, als Afrikaner. In seinem Werk “Schwarz auf Weiß” hält er unserer Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt, wie Rassendiskriminierung in Deutschland im Jahre 64 nach Adolf aussieht.
Fazit: finster. Noch finsterer als die Hautfarbe der Opfer.

Einen beeindruckenden, faszinierenden und erschreckenden Auszug aus seinen Erfahrungen kann man bei der ZEIT lesen. Ich empfehle dies hier ausdrücklich.

Man könnte jetzt gehässig sein und vermuten, Wallraff habe sich bei diesem Thema bewusst für den Dreh einer Doku neben der Veröffentlichung als Buch entschieden hat, um den gefilmten Rassisten überhaupt Zugang zu seinem Experiment zu ermöglichen.

Für alle, die gerne mal ein Buch in die Hand nehmen: Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere
Für alle, die gerne mit Popcorn in der Hand konsumieren: “Schwarz auf Weiß” ist ab 22.09.2009 im Kino

Der Trailer

9. Oktober 2009

2005 lehnten sich die kreativen Werber der taz mit ihrem Werbespot etwas zu weit aus dem Fenstern. Zwar hatten sie mit ihrer Kernaussage recht, aber der “Bild” gefiel dies nicht. Also stoppte Bild die Ausstrahlung per einstweiliger Verfügung.

Auch wenn nun schon einige Jahre ins Land gegangen sind, hat der Spot auch heute noch seine Gültigkeit.

(via xFUCKERx)

5. Oktober 2009

Gestern Abend drängten sich wieder knapp 10 Millionen Menschen vor den Bildschirmen, um den Kommissaren Freddy Schenk und Max Ballauf in Köln beim Ermitteln zuzusehen. Und dabei werden Sie Zeugen einer Straftat – ausgeübt von den Kommissaren selber. In der Einstiegsszene zu ”Platt gemacht” kippt ein Obdachloser von einer Parkbank und bleibt vor den Augen der Polizisten regungslos liegen.

Nachdem Ballauf wenige Sekunden später bei dem Opfer ist, diagnostiziert er Herzstillstand. Und was macht man in einer solchen Situation? Wiederbelebung mit Herz-Lungen-Massage durchführen. Was das ist und wie´s geht sieht man beim DRK.

Und was macht der geschulte Kriminalist? Teilnahmslos daneben sitzen und seinem Kollegen cool zurufen, er möge mal ´nen Krankenwagen rufen. Dieses Verhalten fällt meiner Einschätzung nach in die Kategorie “Unterlassene Hilfeleistung” und ist strafbar.

Da wird deutlich, dass das Fernsehen einen Bildungsauftrag hat. 10 Millionen Menschen, die nun der Meinung sind, dass man im Fall eines Herzversagens nur den Krankenwagen rufen muss – unfassbar. ARD Fail!

Heute war für uns ein ganz besonderer Tag. Das Modeteam des Jugendradios FRITZ aus Berlin/Brandenburg hat sich in ihrer Kolumne unsere “Manufaktur für Fellersatzstoffe” vorgenommen. Herausgekommen ist ein wunderschönes Stück Akustik. Besonders geehrt fühlen wir uns, denn wir hören Radio Fritz so ziemlich immer, wenn ein Radio im Empfangsbereich steht. Und wer nicht weiß, wer FRITZ ist oder unser Snippet hören möchte, der klickt hier:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Zu Lesen gibt´s den Beitrag auch: hier

Und hier gibt´s die feinen Stoffe: www.hasenfarm.com

2. Oktober 2009

China feiert in diesen Tagen den 60. Jahrestag der Gründung. Im Rahmen der Paraden und Feierlichkeiten zeigen beeindruckende Bilder wie reich China ist. Wie reich an Menschen:

Boston.com: China feiert seien 60. Geburtstag

Was macht man als Künstler, wenn man in einer Fernsehsendung nicht live singen darf? Richtig, man beugt sich und singt Vollplayback. Klingt ja auch viel besser und die Zuhöhrer sind ja eh blöde. Stop! Muse sehen das anders.
Als man ihnen die Liveperformance auf Rai Due (das italienische Sat1?) verwehrte, vertauschten sie als Zeichen ihres Protests kurzerhand ihre Rollen: so saß der Sänger an den Drums und wirbelte entsprechend unmotiviert mit den Sticks, der Bassist spielt Gitarre und der Drummer gibt sich für den Sänger aus. Die Fans erkennen den Fake -- die Moderatorin hingegen nicht.
So führt man Qualitätsfernsehen richtig vor und bleibt seinen eigenen Qualitätsansprüchen treu! Respect Muse!

(via Popkulturjunkie)

chinchilli-day

Ich möchte ab sofort keine lahmen “Montage-sind-Mist”-Sprüche hören, denn ab sofort ist klar, was Montags abgeht: Montag ist “Chinchilli”-Tag, der Feiertag zur Huldigung der kleinen Fellknäule, die uns in heroischer Selbstaufopferung von Repression und Unterdrückung und so zur Befreiung aus den Fesseln von Banditen beigetragen haben.
Also, geht zu Eurem Chef und erklärt ihm, dass Ihr Montags den “Chincilli”-Tag zelebriert. Und falls er fragt, wie ihr feiert: “Party in Vegas!”.

(via Galoclandestino)

Es ist inzwischen schon gefühlte 20 Jahre her, als Duracell Plüschkaninchen Akkus in den Popo schob, sie lustig trommeln ließ und so für die Standkraft der eigenen Batterien warb. Dank der Sweetness und dem Plüsch blieb der Spot vielen -- insbesondere Kindern -- im Gehirn eingebrannt.

Lange Zeit war Pause. Keine Plüschhasen weit und breit. Und dann, plötzlich, brechen sie wieder über uns herein. Millionenfach. HasenGalore!!! Die Animation des Clips “Bunny Fusion” an sich ist nicht sonderlich neu oder spannend (erinnert mich irgendwie an Effekte aus dem Film “Die Mumie”), aber die umherfliegenden Bunnies rocken das Video definitiv. Dank der geballten Hasenpower hat man den damaligen Sprecher aus dem Off ins Off gejagt.

Mehr davon, Duracell!

Und nein, ich bekomme kein Geld von Duracell. Ich nutze Varta.

(via AotW)

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