Man hat es nicht leicht, wenn die eigene Marke zum weltweiten Inbegriff von Schönheit, Reichtum und High-Society geworden ist. Luis Vuitton geht es dieser Tage so. Aller Nasen lang sieht man Millionärstöchter, Stars und Möchtegern-Promis mit Hündchen auf dem Arm und dem braunen, mit “VL” übersähtem, Täschchen in die Kameras dieser Welt grinsen. Deren Namen aufzuzählen lohnt sich nicht, denn nur die Wenigsten können sich diese merken. Luis Vuitton jedenfalls dürfte reichlich von der Beliebtheit seine Taschenentwürfe profitieren.
Dumm nur, dass Tasche nicht gleich Tasche und Hündchen nicht gleich Hündchen ist.

So hat die Dafur-Aktivistin und Designerin Nadia Pleser ein T-Shirt und ein Poster entworfen, um Spendengelder zu sammeln und so die notleidenden Kinder in der Krisenregion in Afrika zu unterstützen. Anzusehen sind die Bilder hier. Ein kleines, abgemagertes Kind trägt einen Pfiffi und ein Handtäschchen und erinnert dabei sinnbildlich an die oben beschriebenen Klienten.
Luis Vuitton scheint sich an diesem Bild zu stören und schickt – nein, keinen Spendenscheck – sondern seine Anwälte ins Rennen:

22. April 2008



YoutubeDirektAkne

Wer ahnt schon beim Griff zur morgentlichen Gesichtspflege, welch katastrophale Entscheidung er damit getroffen hat. Wenn man sich vorstellt, durch die Nutzung von Körperpflegeprodukten ganze Wälder zu vernichten, wäre der Tag schon im Arsch, bevor er begonnen hat. Aber so ist es leider.

Greenpeace zeigt in seinem neuen Video in nur 1:26 Minuten anhand der Entstehungsgeschichte von Unilever produzierten Pflegeserie “Dove”, welch weitreichende Konsequenzen mit der Anwendung verbunden sind. Unilever kauft Palmenöl von Produzenten, die den indonesischen Regenwald zerstören, um Plantagen darauf zu errichten. Aufgrund der Tatsache, dass Unilever der größte Nutzer von Palmenöl weltweit ist, ruft Greenpeace die Firma zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen auf.

Großartiges Video, toller Schnitt, aber verdammt erschreckend.

Mehr zu der Greenpeace-Kampagne findet man hier.

(Quelle: Osocio)

6. April 2008

Schildkröte im Aquarium

Erna, so wurde die im Park gefundene falsche Landkartenschildkröte getauft, schwimmt seit gestern in ihrem neuen Zuhause. Dreihundert Liter Wasser, verteilt auf eine Olympiabahn von 150 Meter sollten sie fit halten. Also, falls mal wieder jemand mit seinem in einem Anfall von Irrsinn gekauften Haustier überfordert ist, einfach Aussetzen und hoffen, dass es einem Finder mit Verantwortungsbewußtsein in die Arme krabbelt.

Hamburg. Dem engagierten Einsatz des Systemadministrators eines hamburger Unternehmens ist es zu verdanken, dass die bevorstehende Klimakatastrophe aufgeschoben ist.
Mittels einer einfachen Software gelang es dem Verantwortlichen, die Computer der Angestellten nach Büroschluß vollautomatisch abzuschalten. Damit begegnet er dem ökologischen Fehlverhalten der Angestellten, die aus Faulheit oder Bequemlichkeit oder Doofheit ihren Rechner die Nacht über durchlaufen ließen.
Die so eingesparte Energie und der verminderte CO2-Ausstoß verzögert das bevorstehende Verglühen des Planeten im Orbit.

Wir werden den Systemadministrator für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes vorschlagen. Wirklich!

27. März 2008

Spiegel und Stern meldeten, Lidl interessiert sich besonders für seine Mitarbeiter. Auf ganz besondere Art. Ich unterstelle, Herr Schäuble wird blass vor Neid geworden sein, denn Lidl weiß jetzt:

Wie… hoch das Guthaben auf der Handykarte eines Mitarbeiters ist.
Wo…Mitarbeiter tätowiert sind.
Was…für Freunde ein Mitarbeiter so hat.
u.v.m.

Die Observation und Profilerstellung diene laut Lidl jedoch nur einem Ziel: der Feststellung von Fehlverhalten.
Bei dem Aufschrei, der gestern durch die Nachrichtenagentur-, Magazin- und Verbraucherlandschaft ging, konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, man sei überrascht. Was wiederum mich überrascht.
Auf dem Weltmarkt explodieren die Preise für Rohstoffe. Gold erreichte vor kurzem sein Allzeithoch, die Chinesen finden das Milchtrinken trendy und lutschen unseren Kühen die Euter leer und in Mexiko erleiden die Menschen Hunger, weil der Mais anstatt für Burritos jetzt als Biosprit in Autos Verfeuert wird.
Uns kunden Kunden stellen sich im örtlichen Supermarkt die Nackenhaare auf und wir drohen mit Kaufverweigerung, wenn sich der Preis von H-Milch an der zweiten Nachkommastelle erhöht. Oder finden es toll, wenn wir aus Südamerika importiertes Bio-Obst für unter nem Euro bekommen. Was also bleibt einem Unternehmen übrig, die Teuerung so abzupuffern, dass wir kaufen und die Mitarbeiter – wenn auch dürftig – bezahlt werden können? Es konsolidiert Warenflüsse, knebelt Lieferanten und optimiert wo es nur geht. Oder es optimiert Warenflüsse und knebelt Lieferanten? Und weil eben der in Deutschland angestellte Mitarbeiter der Kostentreiber  vor dem Herrn ist, gilt es, auch diesen zu controllen, zu benchmarken und ggf. zu feuern. Alles für einen günstigen Preis, alles für den Kunden.
Bleibt die Frage offen, wie Lidl mit den gewonnen Kundendaten umzugehen pflegt?

Vor drei Stunden musste ich wieder Geld investieren – in Diesel, an der Tankstelle, nicht in der Parfümerie. Neben meinem Wagen stand auch ein VW Touareg V6 TDI aus “KLE” an der Station, tankte zwar nicht, ließ aber seinen Motor laufen. Da nur der Beifahrer im Auto saß, vermutete ich den Umweltschänder an der Kasse. Und siehe da, auf meine Frage hin, wem der Wagen gehöre, meldete sich der Besitzer mit gebrochenem Deutsch. Hingewiesen auf das Verbot, an Tankstellen den Motor laufen zu lassen sowie das ökologisch destruktive Verhalten, begann er sogleich mich anzumachensich zu empören. Ein sinngemäßer Dialog:
Er: Wer sagt das?
Ich: mein gesunder Menschenverstand.
Er: Aber der Beifahrer ist drin.
Ich: Aber er fährt nicht.
Ende der Diskussion.

Es gehört wohl zum Liefervertrag des fast 47.000 EUR teueren Wagen, seinen Verstand für ökologisches Handeln in Zahlung zu geben. Bei einem Verbrauch von 9,6 l/100km und einem CO2-Ausstoß von 250g/km braucht man das auch nicht.

13. März 2008


Die entscheidende Stunde istward gekommen und zwar am 31.03.2007, als in Sydney neben 2,2 Millionen Menschen auch 2100 Unternehmen den Strom für eine Stunde abschalteten. Auch Deutschland beteiligte sich am 08.12.2007 an dieser “Earth Hour”. Die Bewohner Sydneys konnten während dieser einen Stunde den Stromverbrauch um 10,2% senken und erzielten den selben Effekt, als hätte man 48.000 Autos für 1 Jahr stillgelegt.

Das Engagement Australiens scheint besonders groß zu sein, da es von den Auswirkungen des Klimawandels sehr stark betroffen ist. Zwar steht die Überflutung der Küstenregionen noch nicht an, aber das Verglühen der im Landesinneren gelegenen Gebiete sorgt für Handlungsbedarf.
Australiens Politiker haben der Industrie eien klare Ansage unterbreitet, wenn es um den Verkauf von herkömmlichen Leuchtmitteln, umgangssprachlich Glühbirnen, geht – er wurde schlichtweg untersagt und nur noch Energiesparlampen dürfen in Verkehr gebracht werden.

Australiens Beispiel beweist wieder einmal den Wahrheitswert der Weissagung der Cree: “Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann!”

In Deutschland sind wir noch lange nicht soweit, ja ich würde sogar behaupten, wie haben uns von Amerika ein wenig abgeschaut. Die Lobby der Energieerzeuger- und verschwender hat die Politik fest im Griff, so dass effektive Maßnahmen, aus Angst nicht wiedergewählt zu werden, nicht stattfinden. Unser Bundesumweltminister Sigmar Gabriel besitzt beim Thema “Umweltschutz” und “CO2″ soviel Feingefühl wie ein…(mir fällt nichts passendes ein). Für seinen Individualflug von Mallorca nach Deutschland hat er nicht nur nichts bezahlt, sondern auch 40 Tonnen CO2 ausgeblasen – das Flugzeug, nicht Herr Gabriel. So sieht vorgelebter Umweltschutz 2008 in Deutschland aus. Und das Volk muss bunte Aufkleber kaufen.

Übrigens könnte man in Deutschland durch das Abschalten von Stand-by-Geräten jährlich ca. 1,4 Milliarden Euro einsparen, berichtet Das Strommagazin.

Hayan Maani #1

Dass es nicht mit einem Klick getan ist, die begangene Abholzung des Regenwald rückgängig zu machen, dürfte selbst den Raubbauern vor Ort klar sein. Der im Amman arbeitende Hayan Maani verdeutlicht dieses Problem mit seinen aktuellen Arbeiten. Besonders bei der OSX-Gemeinde dürfte diese Werbung gut ankommen. Und auch ein Blick auf seine Webseite sei empfohlen, da er sich u.a. auch kritisch mit politischen Themen der arabischen Welt ausseinander setzt.

Hayan Maani #2 Hayan Maani #3

(Quelle: Hayan Maani, via Werbeblogger)

28. Februar 2008

Schildkröte
Falsche Landkartenschildkröte
(Graptemys pseudogeographica pseudogeographica)

Es ist schon erstaunlich, was sich so in den deutschen Stadtparks herumtreibt. Eigentlich beheimatet in Nordamerika, scheint dieses Weibchen die kalten und für sie lebensfeindlichen Pfützen im Unterholz zu bevorzugen. Wenn man sich vor Augen führt, dass diese Tiere gerne Temperaturen im Bereich von >25°C bevorzugen und besonders hohe Ansprüche an Wasserqualität und Futter haben, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass der Fundort Volkspark von ihr nicht freiwillig gewählt wurde.
Wieder einmal zeigt sich, dass es Menschen gibt, bei denen im Hirn nicht mehr alles in Ordnung ist.

16. Februar 2008

großer Soldatenara

Zwei Große Soldatenaras (Ara ambigua) im Wert von 20.000 Euro! Da fällt mir nichts mehr ein. Es ist traurig diese wunderschönen, großen Vögel in der Gefangenschaft zu sehen. Noch vor wenigen Monaten haben wir diese Tiere in Freiheit über den Dschungel fliegen sehen.

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