20. September 2008

…Was mit Spannung, Spiel und Überraschung! Wie wäre das:

WWF - Animal souvenier

“Kaufe keine exotischen Tiere als Souvenirs”

(via Osocio)

BLÖD: Benzin viel zu billig

In der aktuellen ADAC Motorwelt (September 2008) bin ich auf die beiden abgebildeten Charts gestoßen. Während ca. 51% der deutschen Arbeitnehmer weniger als 10 km Arbeitsweg haben, wählen jedoch knapp 64% das Auto als Transportmittel. Nur 32% nutzen umweltverträglichere Alternativen. Verfolgt man die Entwicklung der Kraftstoffpreise und den stetig wachsenden Unmut der Konsumenten, fragt man sich, warum sich dieses Bild so darstellt. Dabei scheint sich der Verbraucher selbst ein Bein zu stellen.

So lang ist der Arbeitsweg der Deutschen:
ADAC_Chart_1
So kommen die Deutschen zu ihrem Arbeitsplatz:
ADAC_Chart_2

Folgendes “Worst-Case-Szenario” spielt sich demnach täglich auf deutschen Straßen ab:

Der Durchschnittsverbrauch aller in 2007 zugelassenen Fahrzeuge berägt ca. 7 l/100km (Quelle: Kraft-Bundesamt). Entwicklungstechnisch bedingt nehme ich einen durchschnittlichen Verbrauch von 8 l/100km an. Bei Kurz- und Stadtfahrten dürfte dieser Wert aber sehr optimistisch gewählt sein. Die Agentur für Arbeit vermeldet im Juli 2008 ca. 27 Mio. sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. 40 Mio. sind als erwerbstätig gemeldet.
Ich unterstelle, dass von den 64% sozialversicherungspflichtigen Kurzstreckenfahrern die Hälfte durchaus ohne großen körperlichen Aufwand zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommen könnten. In urbanen Ballungsräumen würde dieser Schritt sogar zeitliche Vorteile mit sich bringen, fährt man doch bequem am Stau vorbei. Somit fahren 32% der Arbeitnehmer aus Faulheit oder Bequemlichkeit unnütz mit dem Auto durch die Gegend. Diese 8,6 Mio. Arbeitnehmer, die mit ihrem 8-Liter-Fahrzeug-2×5 km pro Tag zurücklegen, verursachen einen Kraftstoffverbrauch von knapp 6,9 Mio. Liter pro Tag. Bei einer Preislage von 1,45 EUR/Liter Kraftstoff, bläst der deutsche Arbeitnehmer täglich knapp 1 Mio. EUR pro Arbeitstag in die Luft bzw. in die Taschen der Mineralölkonzerne. Eine Summe, die auch in Urlaub, Unterhaltungselektronik oder Blumen für die Ehefrau angelegt werden könnte.

Zwar vermelden Nahverkehrsunternehmen einen Anstieg der Personenzahlen, die befördert wurden, aber das Potential ist noch viel größer. Erkennt man, dass Angebot und Nachfrage preisbeeinflussende Wirkung haben, hat der Deutsche die Preisbildung an den Zapfsäulen zwar in der Hand, weiß aber nicht damit umzugehen. Oder – ich komme auf meine eingangs aufgestellte These zurück – der Kraftstoff ist noch zu billig, als dass man seinen fetten Arsch auf´s Rad schwingt. Wohlstandskrankeit “Bequemlichkeit”.

Bereits hier konnte man das großartige Video “Deine Unterschrift hat mehr Macht, als du denkst.” von Amnesty International sehen. Jetzt veröffentlicht AI einen weiteren Spot in ebenso beeindruckender Machart, diesmal unter dem Titel “Ink”.


DirektLink

Dieser Spot ist weit mehr als Werbung und Kunst!

(via Osocio)

11. September 2008

Ich empfehle, dringend Taschentücher bereit zu legen, bevor der Film läuft:


DirektLink

“Globare Klimaerwärmung. Wenn wir aufgeben, geben sie auf. www.quercus.pt

Im Zoo freut man sich wie Bolle, wenn der kleine Eisbär “Kurt” tapsig durch den Knast eiert. Kinder wollen Plüschnachbauten und selbst hartgesottene Kerle werden sentimental. Zurück nach Hause geht es dann im S.U.V. mit 5-Liter-Turbo-Maschine und Allrad. Nicht durch´s Gelände, sondern durch den Stau auf der Asphaltpiste. Was ist nur los in unserer kranken Welt?

(via Osocio)

 

Biotonne mit Plastikmüll

Da möchte man doch am liebsten laut “Hilfe” schreien. Plastiktüten in der Biotonne. Was glauben die Menschen, sind Plastiktüten? Biologisch wertvolle, verrottende Produkte, die dem Kompost zugeführt werden müssen? Oder herrscht der Glaube, dass bei der Stadtreinigung ein Team aus usbekischen 1-EUR-Jobbern den ganzen Biomüll Hamburgs nochmal durchsortiert.
Einfach bescheuert!

24. August 2008

Es geht mir momentan mächtig auf die Nerven, mit welcher Ignoranz Leute derzeit rumrennen. Ob das nur bei mir so ist, weiß ich nicht. Aber es kotzt mich an.

1. Fall: Faulheit
Eine Kollegin fährt jeden Tag der Woche ihre 6 km mit dem Auto zur Arbeit, nennt Bequemlichkeit als Argument, verweist, auf die Benzinkosten angesprochen, auf keinen Diskussionbedarf. Eine andere Kollegin hebt die Daumen und applaudiert der Autofahrerin zu ihrer Einstellung. Mit soviel Dummheit geschlagen zu sein, ist ein schweres Schicksal. CO2, Klimaveränderung und Rohstoffknappheit gehören nicht zum Wortschatz vieler. Egoismus und Starrsinn verhindern ein Umdenken.

2. Fall: FSC
Die Gartensaison neigt sich dem Ende und so manch Schnäppchenmöbel wurde gekauft, genutzt und verbraucht. Im SSV verschleudern die Geschäfte derzeit die letzten Lagerbestände und Fehleinkäufe. Hach, es kann ja alles so billig sein. Aber gefühlte 0% der Kunden wissen, wo der Baum, aus dem die Möbel geschnitzt wurden, gefällt wurde. Fragt man man nach dem Wissenstand über “FSC”, blickt man in fragende Gesichter. Es spielt keine Rolle, ob der Regenwald weggesägt wird, hauptsache meine Gartenmöbel sehen chic aus und sind preiswert. Profitgier der Anbieter und Desinteresse der Kunden als Klimakiller.

3. Fall: Olympia
In diesen Minuten gehen die olympischen Spiele in China zu Ende. Ich wurde Zeuge zahlloser Diskussionen, bei denen sich junge Menschen desinteressiert gegenüber den Spielen äußerten und sich sogar gegen die Spiele in China aussprachen. Mögliche Chancen, die Situation in China zu verbessern und ein Umdenken von Teilen der Bevölkerung aufgrund der massiven Medienberichte herbeizuführen, wurden nicht gesehen. “Da ändert sich doch eh nichts.” – einer der meist gesprochenen Sätze. Bestätigt wurden derlei Einstellungen durch das miserable Bild, welches das IOC während den Spielen abgab. Eingeknickt vor laufenden Kameras.
Wegsehen, um nicht beunruhigt zu werden.

Merkt ihr´s noch alle?
Macht die Augen auf, sonst rennt ihr irgendwann gegen einen Wand. Aber dann heult nicht!

Japan, das Land der aufgehenden Sonne, Heimat modernster Unterhaltungselektronik, Zivilisationschaos, Ort an dem Leute wegen Überarbeitung sterben und kulinarischer Ursprung von Sushi.
Japan das Land, an dem die Schmerzfreiheit zu Hause zu sein scheint. Anders lässt sich diese Werbung kaum erklären:

japanische Sushi-Restaurant-Werbung
Advertising Agency: MatosGrey, São Paulo, Brazil
Creative Directors: Silvio Matos, Leandro Castilho
Art Director: Guy Costa
Copywriter: Leandro Castilho
Illustrator: Pamplace, Candido
Photographer: Paulo Mancini
Quelle: Ads of the World

Das Bild ist eine Werbung für das Sushi-Restaurant “Kosushi – for those who really like fresh food”. Ich muss brechen! Warum? Darum:

Die Hai-Bestände an der Ostküste der USA sind in den letzten 15 Jahren massiv zurückgegangen. Die Zahl der Hammerhaie sank um 89%, die der Fuchshaie um 80%, die der Weissen Haie um 79%. Die Populationen der Makos, Blauhaie und Tigerhaie sanken um 40-65%. Die Bestände der Sandbankhaie wurden in den letzten 10 Jahren durch Überfischung um 85-90% reduziert.
Kanadische Forscher melden einen Rückgang vom Ozeanischen Weissspitzenhai um 99%. Sie wurden in gewissen Regionen schon beinahe ausgelöscht.
Sämtliche Hai-Arten sind weltweit in ihrem Bestand massiv bedroht. Insgesamt sind 82 Hai- und Rochenspezies auf der so genannten “Roten Liste” der World Conservation Union eingetragen. (Quelle: Visiondive.de)

Wenn sich die Japaner mit ihren sozio-kulturellen Engagement selber hinrichten (oder damit gar glücklich sind), ist das ihre ANgelegenheit, aber mit der Tötung bedrohter Tierarten Werbung zu betreiben, ist inakzeptabel. Schade, dass es die Weltgemeinschaft nicht schafft, die Lobby auszuschalten und gegen die Fangpraktiken Japans vorzugehen. Der Einfluß der Wirtschaft und die Abhängigkeit von Japan schieben dem umweltbewussten Denken und Handeln einen gewaltigen Riegel vor.
Macht Fotos von Haien und denkt euch eine gute Entschuldigung aus, damit ihr wisst, was ihr antwortet, wenn euch eure Kinder fragen, was ein Hai war und warum es ihn nicht mehr gibt.

SPLENDID LEAF FROG - Agalychnis calcarifer
© Piotr Naskrecki/Minden Pictures/J.H. Editorial

Yann Arthus-Bertrand, der bereits beeindruckende Momentaufnahmen der Erde aus der Vogelperspektive unter dem Namen “The Earth from Above” veröffentlichte, fasziniert und erschreckt zugleich mit unglaublichen Aufnahmen von bedrohten Tierarten im Rahmen der Wanderausstellung “Alive”.

“Alive” is not only beautiful pictures of animals. It is also about our lifestyles, with facts and figures, and presents the paths we should follow in the future. We are all responsible for our planet. It is up to each and every one of us to realize that we must act by taking some simple and obvious measures. Let us all adopt more meaningful everyday gestures. Now is the time.

Jedem Foto sind sehr beunruhigende Informationen zu den verschiedensten umweltrelevanten Themen zugeordnet. So steht z.B. geschrieben, dass das sich die Industrienationen im Kyoto-Protokoll zur Senkung des CO2-Ausstoßes um 5% vereinbart haben, jedoch eine Senkung von 50% notwendig ist. Die USA als größter Produzent von Treibhausgasen hat das Protokoll nicht unterzeichnet.

Die Wanderausstellung “Alive”, die derzeit in Prag gastiert, verursacht beim Betrachter zwangsweise einen Konflikt bei der Verbindung zwischen beeindruckender Schönheit der Natur und den katastrophalen Folgen des Handelns der Menschheit. Die faszinierenden Fotos kann man auf www.goodplanet.org sehen. Leider sind dort die Ergänzungstexte nicht abgebildet, so dass man die Ausstellung dann doch persönlich besuchen sollte.

Webseite von Yann Arthus-Bertand

Surfrider Kalenderblatt

Was stimmt nicht auf diesem Kalenderblatt? Richtig. Der Strand ist nicht so, wie er auf Kalendern sonst üblicherweise aussieht. Vielmehr hat man das Mädchen an einen x-beliebigen Strand gepackt, der von Müll nur so überschwämmt ist.

Die Arbeit der Agentur Y&R France hat den “Bronzenen Löwen” in Cannes in der Rubrik Design gewonnen. Erstellt wurde er im Auftrag der “Surfrider Foundation“. Die Gruppe wurde 1984 von ein paar californischen Surfern gegründet, die es satt hatten, dauern mit Müll zu surfen. Sie setzen sich heute für die Reinhaltung der Meere ein. 1990 hat der dreifache Surf-Weltmeister Tom Curren den Europa-Ableger des Vereins gegründet.

(Via Osocio)

Es folgt ein Monolog, den jeder verstehen wird, ausser Autofahrer.
Fragt man Stadt- und Verkehrsplaner nach ihren Rezepten gegen verstopfte innerstädtische Straßen, kommt in den meisten Fällen das Argument der intelligenten Verkehrsleitung auf den Tisch. So verkünden genannte Verantwortliche in unregelmäßigen Abständen von ihren Erfolgen gegen den bevorstehenden Verkehrsinfarkt. Dank neuer Ampelschaltungen und videogestützten Geschwindingkeitsregulierungen werden immer neue Rekordwerte in der erziehlten Durchschnittsgeschwindigkeit vermeldet. Und was macht der Hamburger Autofahrer gegen 16 Uhr? Richtig, er steht im Stau. Wo? Egal. Irgendwo ist immer einer. Anderen Städten geht es nicht anders.

Was fällt auf?

verlinkt

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