8. September 2009

Ich habe seit heute einen neuen Traum-Job. Nicht wegen der Selbstverwirklichung, dem mördermäßigen Gehalt oder der unglaublichen sozialen Anerkennung, sondern schlicht und ergreifend wegen der Bezeichnung: “RAMP AGENT”.

Na, zu viel versprochen?

Und wer jetzt nicht sofort weiß, was ein Ramp Agent so macht: der reißt auf Flughäfen den Passagieren die Bordkarte ab, bevor sie in die Maschine einsteigen.

30. August 2009

Trotz Sommerpause unsererseits können wir es uns nicht nehmen lassen, am dieswöchigem Fotothema des Projekt 52 teilzunehmen. Geht es doch um “Fellmonster”. Also, keine vielen Worte sondern nur unser Bild.

p52_fellmonster

Spitzname: “Monsterbacke”

blankenese2009

So, das war´s. 12 Wochen intensivere Vorbereitung liegen hinter mir. Sonntag Nachmittage, die ich im Volkspark rundendrehender Weise verbracht habe. Mittagspausen, die einem Lauf im Stadtpark weichen mussten. Und ein fiebriges “Irgendwas”, das mir letzte Woche in die Suppe spucken wollte.
Heute Morgen 10:20 Uhr ging es dann auf die 21 Kilometer in und durch das Blankeneses Stadt- und Waldgebiet. Blankenese, das muss einem Auswärtigen erklärt werden, ist quasi das L’Alpe d’Huez von Hamburg. Entsprechend bergig war auch der Streckenverlauf. Zuerst ging es ebenerdig am Ufer der Elbe flussaufwärts, um dann langsam aber bestimmt in die höher gelegenen Regionen von Hamburg´s Nobelviertel vorzudringen. Dann, wenn bei der Mehrheit der Leser die Vorstellungskraft an das Bewältigen der Strecke zu Fuß aufhört, bei Kilometer 13 begann das eigentliche “Highlight” – die Schinderei. Im Waldgebiet um Blankenese hieß es Treppensteigen, in Täler hinablaufen nur um an deren Ende wieder auf den nächsten Berg zu kraxeln. Sympathisch der Mitläufer, der mich frustriert fragte, ob denn endlich mal Schluß sei mit dem Rauf und Runter.

Dank sonnigem Wetter, gut gelaunten Zuschauern und der abenteuerlichen Streckenführung verging die Zeit, rückblickend, wie im Flug. Und so durchlief ich nach 02:00:08 Stunden die Ziellinie. Gute Voraussetzungen für den nächsten Halbmarathon – die 2-Stunden-Grenze knacken.

Und so bewahrheitete sich das Motto des Laufs bei mir: “Schön Gelaufen”

Inzwischen ist die Queen Mary II zu einer festen Institution in Hamburg geworden. Bei jeder ihrer Hafeneinfahrten drängen sich die Zuschauer zu Abertausenden an der Hafenkante.
Jetzt hat die QMII ihr eigenes Timelaps-Video bekommen – ein phantastischer Zeitraffer ihres Einlaufs in den Hafen und das Trockendock von Blohm+Voss.

The Queen Mary II arrives in Hamburg. Time lapse movie from Max Moos on Vimeo.

(via MC Winkel)

24. August 2009

Es ist sicher der reine Zufall, dass am Steuer des Autos eine Frau sitzt.

(via VincentChow)

OMG, worauf habe ich mich da eingelassen? Dass es in Blankenese, Hamburgs Nobelviertel, alpeske Zustände hat, wusste ich. Aber dass ich in Vorbereitung auf den 7. Blankeneser Halbmarathon ein spezielles Höhentraining hätte einbauen müssen, konnte ich doch nicht ahnen.
Das Video lässt Crosslauf-ähnliche Verhältnisse erahnen und beim Anblick der Treppen schmerzen meine Oberschenkel schon jetzt. Aber irgendwie kribbelts auch. Noch 1 Woche, dann werden wir sehen, ob die Zielzeit von 2:00 Stunden realistisch geschätzt war.

Heute Morgen um zwanzig nach Mitternacht endete für die deutsche Fernsehfraktion eine Legende. Nach 15 Jahren und 332 Folgen schloß die Notaufnahme E.R. des Countys ihre Pforten. Und wie es nach dem Verschwinden von Legenden üblich ist, sinniert der Mensch über das Hätte und Wäre. And so I did:

Unterhält man sich mit Fans der ersten Stunde, gerät man gegenseitig ins Schwärmen über Peter Benton, Mark Greene, John Carter und Dough Ross. Es ist erstaunlich, welch detailliertes Wissen man noch heute über eben jene Protagonisten aufzusagen weiß.
15 Jahre begleitete uns nun dieses – für die damaligen Verhältnisse – revolutionäre Serienformat. Oft kopiert und selten erreicht, setzte E.R. in den Anfangsjahren Maßstäbe bei der cineastischen Umsetzung. Da gab es durchaus eine gehörige Portion Intrigen und Machtspiele, Liebe und Hass, Erfolge und Niederlagen. Aber die Haupthandlung drehte sich im Schwerpunkt stets um die Abläufe in Chicagos Cook County General Hospital. Die beeindruckende Zahl von 116 Auszeichnungen und weiteren 262 Nomierungen unterstreicht die Extraklasse dieser von Michael Crichton erschaffenen Serie.
Doch auch E.R. entwickelte sich über die Jahre hinweg zunehmend weg von den klassischen Handlungs- und Charaktereigenschaften. Mehr Geklüngel rückte in den Vordergrund, die Behandlung rückte in den Hintergrund und in immer kürzer werdenden Abständen kamen neue Charaktere ins Spiel. Der Charakter der Serie änderte sich.

Und so musste man sich gestern Abend manch Träne  verkneifen, als plötzlich Benton, Waever, Carter, Luis und Corday wieder auf der Bildfläche erschienen, um an die gute alte Zeit zu erinnern. Selbst der verstorbene Mark Greene war in Person seiner erwachsenen Tochter allgegenwärtig. Dennoch gelang es den Machern nicht, eine Brücke für die zwei völlig verschiedenen Generationen zu bauen. Am Ende saß man irgendwie verloren in seinem Sessel. Man wurde zurückgelassen mit einem unfertigen Bild, das nie vollendet werden wird. Und so bleibt ein melancholisch-fader Geschmack zurück, dass eine so großartige Serie nicht das ihr zustehende großartige Ende erhalten hat.

Vielleicht trifft auch hier das Sprichwort zu: Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist. Dennoch, es war eine tolle Zeit!

Nachdem ich heute zum abertausendsten Mal einer Kollegin erklären musste, dass sich hinter der Zeitangabe “Viertel zwei” nicht etwa “Viertel vor Zwei”, “Viertel nach Zwei” oder gar “Viertel vor Drei” verbirgt, sondern schlicht “13:15 Uhr”, erhielt ich eine interessante Zusammenstellung, die eindrucksvoll die regionalen Besonderheiten verdeutlicht und mich von meiner Missionarstour abbringen sollte, den Hamburgern die korrekte Formulierung der Uhrzeit beizubringen.

Als mittlerweile seit 10 Jahren in Hamburg Lebender, kann ich aus Erfahrung sagen, dass ich nahezu alle genannten Punkten zustimmen kann.

Woran man merkt, dass man aus Hamburg kommt?

  • Du grüßt zu jeder Tageszeit mit “Moin” und verabschiedest Dich mit “Tschüß”
  • Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du an sonnigen Tagen drinnen bist
  • Bei 20c° im Schatten fängst Du an zu schwitzen
  • Bei “Schanze” denkst Du nicht an Skisprung oder ähnliches
  • Du bestellst überall Alsterwasser, nicht “Radler”
  • Du gehst auf Distanz, wenn Du diese Autokennzeichen siehst –> PI / SE / WL / RZ / OD
  • Du fährst gen Süden über die Elbe und bist in Süddeutschland
  • Was für Dich “Berge” sind, sind für Süd-Elbianer höchstens Hügel
  • Wenn jemand mit Dir zum Dom will denkst Du nicht an eine Kirche
  • Du hast einen großen Verschleiß an Regenschirmen
  • Wörter wie “Feudel”, “klönen”, “klötern”, “muksch” etc. gehören zu Deinem Wortschatz (für alle “Nicht-waschechten-Hamburger”:  Wischmopp, unterhalten, klappern, eingeschnappt)
  • Du wirst woanders im Bäcker schräg angeguckt wenn du ein Franzbrötchen bestellst
  • Wenn jemand sagt: “Wir treffen uns beim Michel!” fragt keiner, wo Michel denn wohnt
  • Du bist stolz darauf, dass Hamburg mehr Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen hat
  • Du bist stolz darauf, dass Deine Stadt die größte “Grünstadt” Europas ist
  • Unter “großer Freiheit” hast Du konkrete Vorstellungen, u.a.. musst Du wenn Du diese erreichen wills erst mal an den Nutten vorbei ;-)

Und wer jetzt mit einem zustimmenden Nicken und einem breiten Grinsen dasitzt, der ist bestimmt nicht fern von Hamburg.

Gestern lud der große Sportartikelhersteller die norddeutschen Frauen zum Women´s Run auf die Hamburger Trabrennbahn ein. Quasi Frauensauna beim Laufen. Je nach Konditionsgefüge konnte sich Frau für 5 km oder 8 km Distanz entscheiden. Die Strecke führte über die Trabrennbahn und dann durch den schönen Volkspark.
Da jede Teilnehmerin ein rosa Lauf-Shirt erhielt, wurde das Veranstaltungsgelände in ein rosarotes Menschenmeer gehüllt. Entsprechend hatten die paar anwesenden Männer nicht viel zu lachen, dafür aber zu applaudieren und Gepäck zu tragen.

Und wer jetzt denkt, wenn Frauen laufen, kommt nix Anständiges bei raus: die schnellste Frau hat den Kilometer in 2:42 Minuten absolviert. Sie kam nach knapp 20 Minuten wieder in´s Ziel! Insgesamt ein wirklich schönes Event, nimmt es evtl. weniger ambitionierten Teilnehmer die Angst, sich zu blamieren und bietet ihnen die Möglichkeit, auch einmal in den Genuss des Gefühls zu kommen, mit einigen Hundert teilnehmern zu laufen.

Hier einige Eindrücke aus Männerperspektive:

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Wochenaufgabe im Projekt 52 war, es ist zwar schon etwas her, irgendetwas, dass sich 100 Meter von zu Hause entfernt, zu fotografieren. Und weil hier bei uns eine Menge los ist, haben wir uns an einem ganz normalen Samstag auf die Autobahnbrücke, 7 km nördlich vom Elbtunnel gestellt und eine ganz normale Verkehrssituation im Bild festgehalten – Stau auf der A7.

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