U wie unterirdisch
Bisher hat das “U” in Verbindung mit der Buchstabenfolge “96″ eher positiv neuronale Vernetzungen beeinflußt. Als Alex Christensen 1992 mit seinem Projekt “U96″ die Titemusik zum Leinwandklassiker “Das Boot” in den damals neuen technoiden Mantel einhüllte und ein Monster schuf, da war man angefixt, tanzte nachts in Nebelblitzlichtgewitter und wirbelte mit den Armen durch die Luft. Der Mann öffnete mit seinem neuen Sound eine Tür, durch die viele gute und schlechte Künstler liefen, um ihre Berufung für Techno auszuleben.
Nun schreiben wir das Jahr 2008 und der Alex ist wieder am Start. Diesmal ist aber etwas anders. Er nennt sich Alex C. und irgendwann zwischen 92 und 08 scheint er sein Talent verloren zu haben. Wie sonst könnte man sein neues Machwerk “Du bist so Porno” erklären – vom Ertragen ganz zu schweigen. Überhaupt scheint er Probleme im zwischenmenschlichen Zusammensein zu haben. In seinem Album “Euphorie” verarbeitet er mit der Mehrheit der Titel sexuelle Themen: “Doktorspiele”, “So geil so”, “Sex an der Bar” und sein Anmach-Song “Du hast den schönsten Arsch der Welt” um nur einige zu nennen. Gemeinsam haben die Titel nicht nur den plumpen Inhalt sondern auch musikalische Inzucht zwischen Blümchen und Scooter (wobei ich Scooter noch besonderes Talent unterstelle).
Es ist traurig zu sehen, wie sich ein Künstler, der offenbar im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, selbst zugrunde richtet und seinen einstige Pionierrolle in den Müll wirft. Es scheint mal wieder das zwischen Daumen und Zeigefinger zu sein, was zu diesem Drama führte. Schade.


















