Mein Leben mit Steve Jobs

Part I
Steve Jobs trat an einem eiskalten, regnerischen Dezembertag 2001 in mein Leben. Mit einem dicken Bündel Hundert-Euro-Scheinen in der Tasche suchte ich eine Reihenhaussiedlung in Hamburg-Langenhorn auf. Der Verkäufer auf eBay sicherte mir eine Originalrechnung zu und so tauschte ich an einer fremden Haustür das Bündel Geld gegen eine schwarze Papp-Box ein. Mein erster Kontakt mit einem Apple-Produkt – dem iPod der 2ten Generation.

In den Wochen vor dem Kauf brachte ich meine Musiksammlung mittels dieser neuen Software iTunes (Version 2) auf Vordermann. Name, Titel, Genre, Wertung. Mit intelligenten Wiedergabelisten und so.
Der erste Kontakt zwischen dem iPod und meinem Windows XP-System verlief ungewohnt. Weil reibungslos. Ich kochte mir einen Tee und das technische Wunderwerk war vollgeladen mit Musik. Er und seine Nachfolgemodelle sollten mir bis heute nie wieder von der Seite weichen.

Damals erntete ich mit diesem sonderbaren Gerät verstörte Blicke: hunderte Euro für einen MP3-Player sei völlig überteuert. Dann auch noch in Weiß. Und 40 Gigabyte braucht ja auch keiner. Oft gehörte Sätze. Ließen mich kalt.

Während meine Freunde zeitgleich mittels Winamp, TotalCommander und sonstigen Dateiverwaltungsprogrammen versuchten, Überblick über ihre Musikdateien zu halten, hörte ich einfach nur Musik.

Part II
Es sollte bis zum 7.2.2007 dauern als Steve mein digitales Ich erneut grundlegend veränderte. Nach 16 Jahren wechselte ich die Seiten. Bis in die Leiterplatten der DOS- und Windowswelt vertraut, stand ein MacBook Pro fortan in meinen Diensten.

Damals erntete ich mit meiner Entscheidung, ein völlig überteuertes Laptop zu kaufen, verstörte Blicke. Windows-Programme laufen da doch nicht drauf. Kleinere Festplatte drin. Schicki-Micki.

Konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt meine Rechner zusammenbauen, Betriebssysteme optimieren, Registry-Einträge korrigieren, Viren bekämpfen, Fehler suchen, Abstürze verhindern, Komponenten austauschen, sorgte Steve mit seinem MacBook dafür, dass ich begann Programme zu nutzen, kreativ zu sein, Ideen zum Leben zu erwecken und Menschen kennenzulernen.

Part III
Erst in diesem Jahr ließ ich es ein letztes Mal zu, dass Steve Jobs mit einem seiner genialen Ideen mein Leben grundlegend beeinflusst. Das iPhone 4 gelangte in meinen Besitz.

Heute erntete ich mit meiner Entscheidung, ein absurd teures TelefonSmartphone zu kaufen, keine verstörten Blicke.

Ich hätte mir gewünscht, dass mich Jobs noch einige Jahrzehnte begleitet und ich ob seiner neuen, genialen Nutzungskonzepte und Geräte in Verzückung gerate.

Danke Steve!

httpv://www.youtube.com/watch?v=v-Z4ICFz2GI