nieder mit neutraler Presse

Der Nachteil, wenn man Besuch aus Deutschland bekommt, ist, dass man durch mitgebrachte Journale und Zeitungen wieder einen Blick auf das Treiben im Land bekommt. Nicht, dass uns Deutschland nicht interessiert, aber: es interessiert uns eigentlich nicht.

Dennoch hat es ein Bericht geschafft, sich in unsere Reiseberichte zu drängeln:

Da steht unter der Überschrift “Privatsender schlagen ARD/ZDF konkrete Sparideen vor“, dass der Verband der Privatsender VPRT in einem 10seitigen Brief an die neue Arbeitsgruppe der CDU-geführten Bundesländer einige Sparvorschläge bei ARD und ZDF zusammengestellt hat. Es geht dabei um die Einsparung von “von mindestens einer Milliarde Euro”. Im Schwerpunkt stehen dabei die Übertragung von Sportveranstaltungen, das Senden von Blockbustern und das Einstellen der Digitalkanäle.

Hat diesen Brief tatsächlich jemand gelesen? Beschäftigt sich tatsächlich jemand mit diesem offensichtlichen Versuch, die Marktposition der Privaten zu stärken? Ist es in Deutschland jetzt üblich, dass konkurrierende Unternehmen der Regierung Sparvorschläge für die Behandlung der Wettbewerber unterbreitet?

Ich nenne das Vorgehen verdammt dreist und schädlich für neutrale Berichterstattung! Es ist was faul im Staate Deutschland.


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  1. Gravatar Icon Jan

    schrieb am 26. August 2010 um 09:24 Uhr:

    Servus ihr Wahlasiaten auf Zeit ;-) ,

    ich denke, hier geht´s eher um die dreiste Forderung der ÖR Sender, sich insgeheim ein paar extra Taler durch eine nett formulierte Gebührenerhöhung zu verdienen, was von den Würdeträgern oder auch “Volksvertretern” mitgetragen wird (deswegen die Forderung der privaten an die Bundesregierung).

    Falls ihr es nicht mitbekommen haben solltet, wird hierzulande über eine Haushaltsabgabe in voller Höhe der Fernsehgebühr diskutiert (bzw. ist es eigentlich schon beschlossen), so daß es die bisherige Staffelung nach Gerätetyp nicht mehr geben soll. Wer also bisher nur ein Radio oder einen PC angemeldet hatte, darf zukünftig den vollen Betrag löhnen, unabhängig davon, ob er einen Fernseher besitzt oder nicht. Es dürfte also für die ÖR eine lukrative Mehreinnahme darstellen (auch wenn sowas immer bestritten wird – die Idee ist ja auch vollkommen abwegig ;-) ), wobei der riesige und teure Verwaltungsapparat GEZ dennoch bestehen bleiben soll.

    Insofern sehe ich schon eine gewisse Marktverzerrung, da sich ARD und ZDF ja durchaus auch in Segmenten tummeln, die eigentlich den Privaten vorbehalten sein sollten (gerade was Werbung anbelangt, gibt´s doch kaum noch Unterschiede zu den Privaten, mal von der Primetime abgesehen).

    Es ist auch interessant zu sehen, dass die Gebühren in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind und man sich immer neue Dinge einfallen läßt, um das zu rechtfertigen – mit Grundversorgung hat das in meinen Augen recht wenig zu tun und von daher kann ich die Privaten durchaus verstehen, wenn sie dem entgegenwirken wollen, wenn die Politik dem schon keinen Riegel vorschiebt.

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