Nein, wir schreiben hier jetzt nicht wie unheimlich witzig der Oliver Pocher ist, wenn er behauptet, Berlin ohne Türken sein ruhig, sicher und sauber. Viel, viel komischer ist das, was unsere gewählten Volksvertreter, namentlich verantwortlich Ursula von der Leyen, in dieser Woche für einen Riesenwitz vom Stapel haben laufen lassen.
Um den illigal tätigen Kinderpornografen das Handwerk zu legen, beschlossen sie ein Gesetz zur systematischen Zensur des Netzes. Die Einzigen die laut darüber lachen können, sind wohl die Kinderficker selber. Wissen sie doch, dass für sie keine Gefahr vom geistigen Vakuum der Leyen ausgeht. Einmal mehr zeigt sich eindrucksvoll, wie sehr die aktuelle Regierung mit den neuen Technologien intellektuell überfordert ist.
Warum?
Ursula von der Leyen sagte publikumswirksam: “Nur versierte Internet-Nutzer mit krimineller Energie können künftig Sperrungen von Seiten umgehen.” (Quelle)
Und so sieht das dann aus -- in 27 Sekunden!
Und das, liebe Ursula, kann selbst mein 70jähriger Vater -- und, hey, der ist definitiv nicht kriminell! Super Ursula, du unterstellst also 90% der Internetnutzern kriminelle Energie. Deine Wiederwahl ist verdammt fraglich!
Kleiner technischer Exkurs:
Eine Internetadresse, sagen wir mal “www.hasen-farm.de” ist erstmal nichts anderes, als eine Aneinanderreihung von 4 Zahlenblöcken. Z.B. 123.43.79.05. Da sich ja kein Mensch die ganzen Nummernblöcke merken kann, wenn er im Netz surft, lösen so genannte DNS-Server diese Zahlenkolonnen auf. Dank ihrer Hilfe kann man www.hasen-farm.de eintippen und landet auf dem Server 123.43.79.05 -- ohne das man es merkt.
Nun gibt es aber nur eine handvoll Nameserver. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass kinderpornografische Seiten durch DNS-Server bei einem Zugriffsversuch gesperrt werden. Klingt logisch: Die Verknüpfung von Name und Zahlenblock (siehe oben) wird z.B. bei www.kinderporno.de auf dem DNS zerbrochen. Somit ist die Seite nicht erreichbar. Da aber nicht alle DNS-Server in Deutschland stehen, wird´s mit der Umsetzung etwas schwierig.
Will man diesen tricky Versuch der Regierung umgehen, gibt man schlicht und einfach einen anderen DNS-Server ein. Der (evtl. im Ausland) stehende Server löst die Zahlenblöcke korrekt auf und schwups landet man auf der gesuchten Seite. Das ist noch nicht mal illegal und wie im o.g. Video zu sehen, in Sekunden zu schaffen.
Diese Beschreibung ist sehr vereinfacht, aber sie soll zeigen, wie “wirkungsvoll” diese Sperre ist.
Ich sehe schon den Frist-Level-Support-Angestellten von “Timbuktu-Online”, wie er verdutzt guckt, wenn am Telefon die Stimme erklingt: “Hello, my Name is Uschi von der Leyen und I want you to ausmachen die Webseite www.uschi-nackt.co.tb”. Der muss anschließend seinen Bildschirm putzen, weil ihm vor Lachen der Speichel draufgeflogen ist.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass mit dem neuen Gesetz gleichzeitig die Unschuldvermutung aufgehoben wurde und der willkürlichen Zensur in Deutschland Tür und Tor geöffnet wurde. Und darum:
BUNDESREGIERUNG 2009: FAIL!!!
Quellen:
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schrieb am 27. April 2009 um 14:46 Uhr:
Nachtrag:
Heute erreichte mich die Mail eines Systemadmininstrators, der sich etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt hat. Unter Verweis auf den Bericht auf heise (http://www.heise.de/newsticker/foren/S-hinter-verschlossenen-Tueren/forum-157782/msg-16647215/read/) schreibt er mir:
“Ich habe mal etwas nachgelesen, was unsere Trottel da oben im Schilde führen: die Umleitung auf einen anderen DNS Server bringt nur vorübergehend etwas, da in der nächsten Ausbaustufe jeder DNS-Zugriff auf den DNS-Server des Providers umgeleitet werden soll (Stichwort Zwangsproxy). Wenn das tatsächlich durchkommt, bliebe die einzige Möglichkeit diesen Unsinn zu umgehen, über einen verschlüsselten Tunnel seine DNS Anfragen auf einen ausländischen Server umzuleiten.
Ist schon ein starkes Stück, was da geplant wird. Was mich daran vor allen Dingen so maßlos aufregt ist die Tatsache, dass jedem, der durch welchen Zufall auch immer auf eine Seite mit Stop Schild gerät eine Hausdurchsuchung droht, weil die IP-Adressen in Echtzeit überwacht werden sollen. Also wenn das durch´s Bundesverfassungsgericht kommt, dann kann man eigentlich wirklich nur noch auswanderen (nur nicht nach China – die sind uns in dieser Hinsicht noch um einiges voraus
). Eine echte Schweinerei!”
Wer kann dem noch was hinzufügen?
schrieb am 27. April 2009 um 15:05 Uhr:
Mensch das ist doch wie immer in der Politik, kurzfristige Showeffekte, wo in Wirklichkeit nix dahinter ist. Genauso ein Windei ist doch die Abwrackprämie, die werden alle noch sehen was wir davon am Ende haben…
Vielleicht war die Idee gar nicht mal so verkehrt, aber die Umsetzung ist Mist!
schrieb am 27. April 2009 um 20:36 Uhr:
[...] Ideen der Bundesregierung in Bezug auf die Sperrung von Internetseiten zu erheben. Ich habe an dieser Stelle meinen Unmut über diesen Wahnsinn bereits [...]
schrieb am 27. April 2009 um 21:02 Uhr:
[...] ausreicht und mittels weniger einfacher Handgriffe umgangen werden kann, kann man unter anderem bei der Hasenfarm sehr eindrucksvoll nachlesen. Eine Sperrung von Internetseiten hat nahezu keinen Einfluß auf die körperliche und seelische [...]