Die Sache mit Blumen und Frauen

ranunkel

Es gibt viele Anlässe, an denen Mann mit voller Wucht in einen Fettnapf springt, kommt er nicht mit selbstgepflückter Botanik Heim zu seiner Liebsten. Anlässe blumenlos verursachter Beziehungsdramen sind unter anderem Valentinstag, Geburtstag, Hochzeitstag und der Weltfrauentag. Gerne vergessen ist auch die Macht von blühenden Primeln, wenn Mann sein schlechtes Gewissen beruhigen oder sich das weibliche Gegenüber gefügig machen möchte.
Wenn Mann dann aber doch irgendwann auf den schmalen Pfad kommen, Blumen unter der weiblichen Bevölkerung zu verschleudern wird es für ihn gleich dreifach schwer.

Während die Finanzkrise dieser Tage Unternehmenswerte im Akkord dahinrafft, scheinen die Preise für tote Blumenstiele wie Riesenlauch zu wachsen. Und so kann man für zwei krautige Ranunkelbündel getrost eine Deutsche-Bank-Aktie auf den Tresen der Blumenfachangestellten legen. Hat Mann sich überwunden, seinen Wochensalär gegen das Unkraut zu tauschen, droht weiteres Ungemach.
Sobald sich der sich Anhänger des männlichen Geschlechts mit einem Pflanzenbündel in die Öffentlichkeit bewegt, beginnen wildfremde Menschen verschmitzt zu lächen. Bei seinem Spießrutenlauf kann Mann die auf den Gesichtern niedergeschrieben Anfeindungen förmlich ablesen: “Ha, fremdgegangen der alte Sack.” oder “Hochzeitstag vergessen, die Sau.”, um nur einige zu nennen. Aus Angst davor, sieht man daher des öfteren Männer, sich mit Sonnenbrille und aufgestellten Kragen aus Blumenhandlungen stehlen, als seien sie gerade im Begriff einen Sexshop zu verlassen.

Hat Mann den finanziellen Albtraum und die öffentliche Demütigung überwunden, erwartet ihn noch eine letzte Station auf dem Weg in seine persönliche Hölle – in Form des ihn empfangenen Hausdrachens. Dieser begrüßt ihn mit der feinfühlig formulierten, investigativen Frage: “Blumen? Du hast ein schlechtes Gewissen! Was hast du mir zu sagen?”. Die sich affektiv auf der Stirn des Opfers bildenden Schweißperlen stürzen die Beziehung dann zumeist in eine mittelschwere Krise.

Dennoch rufen wir alle Männer auf, sich der Schmach und der Erniedrigung hinzugeben, denn so ein Strauß Blumen ist jenseits der skizzierten Szenarien eine wunderbare Bereicherung des täglichen Alltages – egal ob mit oder ohne Partnerin. Und wenn dann so ein Haufen Ranunkeln auch noch nach 2 Wochen in voller Blütenpracht steht, kann Mann sich sicher sein, sein Geld besser in Blumen als in Aktien angelegt zu haben, denn keine Blüte verwelkt in diesen Tagen so schnell, wie ein Unternehmen Insolvenz anmeldet. In diesem Sinn – seid mutig!


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