Am 21. Februar 2009 wurde zum 18. Mal der größte deutsche Musikpreis, der ECHO, verliehen. Die deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, zeichnete in diesem Rahmen die erfolgreichsten deutschen Künstler aus.
Während der ECHO in den vergangenen Jahren eher zum Programmwechsel motivierte, hatte man schon im Vorfeld der diesjährigen Verleihung den Eindruck, man besinne sich auf mehr Internationalität. Schon das Rahmenprogramm versprach Extraklasse. Neben Ur-Rocker Udo Lindenberg waren internationale Stars wie Katy Perry, Amy MacDonald, Razorlight, U2 und Depeche Mode angekündigt.
Und so war´s: U2, Start-Act, rocken wie in vergangenen Tagen und präsentierten live-gesungen und gespielt ihre erste Single “Get on your boots” aus dem bald erscheinenden Album. Aber auch die Toten Hosen lieferten mit ihrem gefühlvollen, instrumentalem Song eine beeindruckende Performance. Ernsthaft zweifeln, ob der ECHO wirklich in Deutschland stattfindet, konnte man beim Duett von Lionell Richie und Stefanie Heinzmann, die den Motown-Klassiker “Ain´t no mountain high enough”.
Florian Silbereisen, als Laudator für den besten Newcomer National hatte einen durchaus schweren Auftritt, wollten die Fans ihn nicht so bejubeln, wie eigentlich in seiner sonstigen Zielgruppe, der Gehwagenracer. Dennoch schaffte er es, mit einem gekonnten Gag in Richtung Oliver Pocher für Stimmung zu sorgen. Depeche Mode, die nebenbei Stefanie Heinzmann die Show stahlen, als sie während der Preisübergabe auf die Bühne kletterten und so die Fans in Aufregung versetzten, sorgten für Gänsehaut. Präzise Synthies und beeindruckende Stimme von Dave Gahan. Das Warten auf ihr neues Album “Sound of the Universe” fällt so sehr schwer.
Aber wo Licht ist, da war auch in diesem Jahr Schatten. Alex C sorgte 1a für eine Vergewaltigung der Ohren indem er Swing mit Beklopptenmukke kreuzte. Einen weiteren dicken Minuspunkt heimsten sich all jene Promis und Pseudo-Promis ein, die im Publikum sitzenden ihre Lachmuskeln an der Garderobe abgegeben haben und unsere deutschen Komiker in der Luft hängen ließen.
Aber den größten Respekt des Abends verdienen die folgenden Künstler, die nominiert waren und all jene, die in der Gunst der Jury und der Voter gewannen:
Kategorie “Künstler National Rock/Pop”
gewonnen: Udo Lindenberg
Herbert Grönemeyer
Thomas Godoj
Peter Maffay
Schiller
Kategorie “Künstlerin National Rock/Pop”
gewonnen: Stefanie Heinzmann
Sarah Connor
LaFee
Annett Louisan
Ina Müller
Kategorie “Bester Hip-Hop/Urban”
gewonnen: Peter Fox
Bushido
Culcha Candela
Fettes Brot
Sido
Kategorie “Best Newcommer National”
gewonnen: Thomas Godoj
Peter Fox
Michael Hirte
Stefanie Heinzmann
Adorno
Kategorie “Künstler International Rock/Pop” Männer
gewonnen: Paul Potts
David Garrett
Jack Johnson
Lenny Kravitz
Kid Rock (wieviel Kohle hat er für die Nominierung gezahlt, würde mal interessieren)
Kategorie “Künstler International Rock/Pop” Frauen
gewonnen: Amy Winehouse
Amy MacDonald
Duffy
Leona Lewis
Madonna
Kategorie “Gruppe National Rock/Pop”
gewonnen: Ich + Ich
beFour
Rosenstolz
Scooter
Söhne Mannheims
Kategorie “Künstler/Künstlerin/Gruppe National Rock/Alternative”
gewonnen: Die Ärzte
Der W.
Die Toten Hosen
In Extremo
Schandmaul
Kategorie “Gruppe International Rock/Pop”
gewonnen: Coldplay
Maroon 5
One Republic
Pussycat Dolls
Yael Naim & David Donatien
Kategorie “Bester Live-Act National”
gewonnen: Die Toten Hosen
Söhne Mannheims
Ich + Ich
Fettes Brot
Clueso
Kategorie “Deutschsprachiger Schlager”
gewonnen: Helene Fischer
Howard Carpendale
Semino Rossi
Michael Wendler
Amigos
Kategorie “Künstler/Künstlerin/Gruppe Volkstümliche Musik”
gewonnen: Kastelruther Spatzen
Captain Cook und seine singenden Saxophone
Hansi Hinterseer
Monika Martin
Nockalm Quintett
Kategorie “Beste Jazzproduktion des Jahres”
gewonnen: Till Brönner
E.S.T.
Melody Gardot
Jazzkantine
Lyambiko
Kategorie “Bestes Video National”
gewonnen: Rosenstolz “Gib mir Sonne”
Beatsteaks “Hey du”
Eisblume “Eisblumen”
Peter Fox “Alles neu”
Lafee “Ring frei”
Polarkreis 18 “Allein, allein”
Kategorie “Bester Newcomer International”
gewonnen: Amy MacDonald
Gabriella Cilmi
Zisterzienser Mönche
Duffy
Leona Lewis
Kategorie “Erfolgreichstes Produzententeam National”
Gewonnen haben Peter Fox und The Krauts für ihr Album “Stadtaffe”. In der Begründung heisst es: “…Auf geradezu kongeniale Weise ist es ihnen gelungen, Texte und Kompositionen in eine zeitgemäße, authentische Klanglandschaft einzubetten. Sie haben eindrucksvoll vor Ohren geführt, wie Berlin und viele andere Großstädte in Deutschland heute klingen.” WORD!
Kategorie “Bester nationale DVD-Produktion”
gewonnen: Helene Fischer
Söhne Mannheims
Howard Carpendale
Bushido
Die Toten Hosen
Kategorie “Bester Song des Jahres”
Kid Rock “All summer long”
Duffy
Katy Perry
Schnuffel
Amy MacDonald
Kritikerpreis
Peter Fox
Lebenswerk
Die Scorpions
Abräumer des Abends war also Peter Fox mit seinen insgesamt 3 Auszeichnungne, gefolgt von der Schlager-Sahne Helene Fischer. Auch wenn man irritiert zu sein scheint, die Zielgruppe für volksnahe Musik ist weitaus größer als man zu denken scheint. Schließlich ist unsere Bevölkerungspyramide nicht ohne Grund gekippt. Und so ziehen wir den Hut vor dieser speziellen Musik.
Auch einen Hut ziehen durften wir vor den Stylingeskapaden der Barbara Schöneberger. Als Gegentrend zu Hungerhaken im deutschen Fernsehen zeigte Frau Schöneberger, dass man Leibesfülle auch gewagt verpacken kann.
Kannst du die Entscheidungen der Jury teilen? Wer hätte deiner Meinung nach abräumen sollen/müssen?
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schrieb am 21. Februar 2009 um 01:23 Uhr:
Kategorie “Künstler National Rock/Pop”
gewonnen: Udo Lindenberg
schrieb am 21. Februar 2009 um 13:30 Uhr:
[...] W.” zusammen? Schon im Vorfeld war dies unter den Teppich gekehrt worden. Auf der offiziellen ECHO-Seite (von der auch wir übrigens damals die Informationen mit den Nominierten entnommen haben) [...]
schrieb am 21. Februar 2009 um 06:57 Uhr:
[...] mal so. Die deutsche Phono-Akademie hat die erfolgreichsten deutschen und internationalen Künstler mit einem Preis versehen und die 3 Engländer waren geladen, eine Showeinlage zwischen den Preisverleihungen zu füllen. [...]