Mac vs. PC – eine wahre Geschichte

Mac

Es war ein verschneiter Tag im Februar. Morgens hatte es geschneit und am Nachmittag hatte sich der Schnee zu einer rutschigen Schicht auf dem Kopfsteinpflaster verfestigt. Ich wurde durchgeschüttelt und jeder Schlag, den ich auf meinem Rad ab bekam, durchzuckte mich weit stärker, als sonst üblich. Ich hatte eine besondere Fracht in meiner Hand.

Der 7. Februar 2007 ging als Tag in meine persönliche Geschichte ein: der Tag als ich “das” Obst kaufte.

Meinen 2002er PC Marke Eigenbau hatte ich längst über. Windows XP zickte in regelmäßigen Abständen, iTunes benötigte fast Tage, um zu starten und die regelmäßigen Bluescreens taten ihr übriges, mich einem Apple MacBook Pro zuzuwenden.

Nun kann man sagen, ich sei nicht in der Lage gewesen, mein vorhandenes System zu warten und zu optimieren, aber genau das ist es, was ich eben nicht mehr wollte. Ich kannte mich aus, wusste, wie ich Prozessoren einbauen, Kühler befestigen und das System leistungsoptimiert konfigurieren muss. Aber genau das wollte ich eben nicht mehr. Ich wollte arbeiten, bloggen, Musik hören, Chatten und Grafiken bearbeiten – und das alles gleichzeitig, mobil und stylisch.

Dem frühen Wechsel von PC zu Mac stand in erster Linie der Geldbeutel im Weg. Legt man bei Apple doch einen Stapel Geld auf den Tisch, mit dem man einen Teraflop-Rechner Marke “PC” erwerben könnte. Nach dem Erwerb steht dann noch das Verständnis vom Umgang mit dem Rechner im Weg. Wer jahrelang auf PC getrimmt ist, hat Probleme, die Arbeitsweise eines Macs zu verstehen. Ich rief völlig aufgeregt einen Freund an, als ich keine Funktion zum Deinstallieren von Programmen fand. Dass es so etwas unter OS X nicht gibt, begriff ich anfangs nicht.
Mit anfänglichen Entzugserscheinungen reagierte ich auf das Fehlen von Registry und Boot-Optimizer. Überhaupt hatte ich den Eindruck, OS X verweigere mir den Zugriff auf das Kernsystem. Wenig später wurde mir klar, dass sich dahinter ein Konzept verbirgt. Eben jenes Konzept, weswegen ich gewechselt bin. Der Mac macht seinen Job und mache meinen – ganz klassische Arbeitsteilung.

Inzwischen zucke ich verlegen mit den Achseln, wenn mir jemand Fragen zum Inneleben eines XPs oder Vistas fragt. Ich antworte nur noch lapidar: Ich hab ein Mac, da brauche ich so was nicht zu wissen. Und während ein Premium-PC aus dem Jahre 2007 heute höchstens noch den Gegenwertes eines Döners und die Leistungsfähigkeit einer Rennschnecke hat, arbeitet der Mac ebenso schnell wie am ersten Tag. Von Zeit zu Zeit lasse ich ihn, sich selbst optimieren und mache dann weiter mit dem, weshalb ich der PC-Welt den Rücken zugewendet habe – ich arbeite mit ihm und nicht in ihm.