Ist Obama eine Gefahr für uns?

Obama Whitehouse

Eines vorweg: Barack Obama ist für mich der Held des ausgehenden ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Her hat Politik neu definiert. Er hat uns bewiesen, dass Politik Spaß machen kann, als wir Nachts vor dem Fernseher saßen, um die Abstimmungsergebnisse zu sehen – obwohl wir nicht mal wählen durften. Nicht vorstellbar, dass wir dies bei einer Wahl in Deutschland getan hätten. Ich hatte Gänsehaut, als er auf die Bibel schwor. Ich bin stolz, meinen Kindern und Enkeln erzählen zu können, dass ich die Wahl und Vereidigung von Amerikas erstem schwarzen Präsidenten erlebt zu haben. Große Kinderaugen werden mich ansehen, so wie ich es einst tat, als mir meine Eltern von der ersten Mondlandung oder dem Mord an Kennedy erzählten.

ABER!

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Sicher, Obama steht vor einem Haufen Scherben, die sein Amtsvorgänger ihm hinterlassen hat. Er muss handeln und seinen Worten Taten folgen lassen. Die Welt hängt in diesen Tagen wie euphorisiert an seinen Schritten. Wandel in der Abtreibungspolitik, Guantanamo ausgesetzt, Überarbeitung der Irak-Krieg-Strategie. Bam, bam, bam – Ohbama gibt mächtig Gas. Und die Welt jubelt!
Macht man sich jedoch frei von den ganzen Endorphinen, stellt man ein beängstigendes Gleichnis zu anderen historischen Amtseinführungen fest. Auch wenn ich die Politik Obama´s begrüße, rate ich uns, mit Abstand die kommenden Schritte Obamas genau und unvoreingenommen zu bewerten. Er ist nur ein Demokrat mit konkreten politischen Absichten, er ist nicht der Messias.
George W. Bush war ein Depp und Taugenichts – bis zum 11.9.2001. An diesem Tag begann seine politische Karriere Fahrt aufzunehmen. Er peitschte Gesetze im Namen des Terrors durch und die Menschen huldigten ihn für seinen verbissenen Kampf gegen den Terror. Selbst als Amerika den Irak überfiel kannte der Jubel der Amerikaner keine Grenzen. Bush nutzte die Emotion der Menschen für die Verfolgung seiner Ziele – so dumm sie auch waren.
In den zwanziger Jahren wurde Europa durch den ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrise geschüttelt. Die Menschen waren verzweifelt und brauchten Führung durch diese unsicheren Zeiten. Ein uns namentlich bekannter Führer, der menschlich ein Vollversager war, blendete die Menschen, in dem er ihnen Veränderung (Change) versprach. Das Ende kennen wir.

Nein, Obama hat mit den beiden genannten Beispielen nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Dennoch zeigt sich, dass wir Menschen extrem beeinflussbare Geschöpfe sind. Im Jahr 2009 stecken wir in weltweiter Terrorangst, Krieg und Finanzproblemen. Die Rahmenbedingungen sind erstaunlich ähnlich.

Wir sollten daher über all dem Jubel die Skepsis nicht vergessen!