Who the fuck is Jakob M. Mierscheid?

Mierscheid

Ich habe mich erschrocken, als ich heute die Follower-Mail von Twitter bekam, Jakob M. Mierscheid, Mitglied des Bundestages, SPD-Abgeordneter folge mir.

Beim Blick auf sein Profilfoto legte sich meine Stirn in Falten. Ein Uraltfoto mit laienhaft eingemalter Brille ließ mich aufschrecken. Noch absurder wurde es, als ich seine offizielle Seite beim Deutschen Bundestag aufrief.

Wer bzw. was bitteschön ist das?

Ich bin medial präsent. Gelegentlich mehr als manchem lieb ist.

Ich bin bunt und schillernd, vieldimensional und leicht zu begreifen, aber
schwer zu packen; ich bin also holografisch.

Damit bin ich real und gehöre zur Realität der Republik.
Manche sagen, ich sei ein Phänomen, es gebe mich nur virtuell.

Gibt es in der Politik in Berlin denn noch ein anderes Leben und eine andere
Realität?

Bei der Wikipedia verließen sie mich dann völlig:

… ist ein fiktiver deutscher Politiker (SPD) und seit 1979 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Ein fiktiver Politiker? Hab ich hier was verpasst?

Kennst du den Kerl?
Wer den erfunden hat? Und vor allem, läuft der Erfinder noch frei herum?

Über Antworten würde ich mich mächtig freuen. Ansonsten muss ich wohl zum Arzt.


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11 Kommentare bis jetzt, schreibe hier auch etwas.

  1. Gravatar Icon alohastone

    schrieb am 9. Januar 2009 um 18:19 Uhr:

    Karl Ranseier ist tot.

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  2. Gravatar Icon Andreas Rodler

    schrieb am 9. Januar 2009 um 19:07 Uhr:

    Wer gibt dem doofen falschen Politiker das Gesicht von Karl? Eine Freichheit!

    AntwortenAntworten
  3. Gravatar Icon der nils

    schrieb am 9. Januar 2009 um 20:42 Uhr:

    mir ging’s nach der benachrichtigung von twitter ähnlich… pure verwirrung.

    AntwortenAntworten
  4. Gravatar Icon ich

    schrieb am 9. Januar 2009 um 20:21 Uhr:

    bekam auch so ne follower nachricht, hatte auch ein bisschen gegoogled aber nicht viel rausbekommen. hat mich echt gewundert das es fiktive bundestagsabgeordnete gibt. wer wählt die?

    AntwortenAntworten
  5. Gravatar Icon Jakob Maria Mierscheid

    schrieb am 9. Januar 2009 um 17:48 Uhr:

    Danke für die Diskussion. Ich freue mich jederzeit über Mail ;)

    AntwortenAntworten
  6. Gravatar Icon Viktoria Wasserträger

    schrieb am 9. Januar 2009 um 16:32 Uhr:

    Viktoria Wasserträger in Büro Jakob Mierscheid, MdB, 7. November 2008. Pressemeldung

    Jakob Mierscheid hatte zum Jahrestag der Oktoberrevolutiont seine sechs südkaukasischen Freunde zusammengerufen. Er wollte nach dem Südossetien-Krieg über Vernunft in der Zukunft reden.

    Sie kamen alle:
    1) Georgi Phantomaschwili aus Tiflis
    2) Hussein Alibiew aus Baku,
    3) Kari Katurian aus Eriwan
    4) Levon Illusian aus Stepanakert (Karabach)
    5) Fazil Ironijow aus Suchumi (Abchasien)
    6) Iwan Satirow aus Tzchinwali

    Jakob leitete ihr Gespräch ein. Er sagte, daß jetzt seit 20, bzw. 15 Jahren bewaffnete Konflikte den Südkaukasus beherrschen. Der biete sich seiner Umgebung als ein Klavier mit sechs Tasten an. Und die Umgebung sorge dafür, dass die Tasten dauernd angeschlagen würden. Und so sorgten sie für die grauslichen Disharmonien, die man ständig und stetig aus dem Südkaukasus höre.

    Internationale (UNO und OSZE) und nationale Diplomatien bemühten sich um dieses Klavier. Die internationalen erzeugten die Illusion, die Konflikte um Karabach, Abchasien und Ossetien seien lösbar. Aber nach jeder Konferenz, die angeblich ein Fenster der Gelegenheit geöffnet, oder ein neues Blatt in der Geschichte der Konfliktbeendigung aufgeschlagen habe, seien alle Streitigkeiten wieder aufgeflammt, Grenzzwischenfälle erneut eingetreten, verleumderische Vorwürfe der Konfliktparteien gegeneinander wieder erhoben worden.

    Die Vorgeschichte der Konflikte sei aber noch immer so umstritten wie zu Beginn, der Verlauf der Konflikte sei genauso Gegenstand des Streits geworden. Zueinander passende Lösungsvorschlage hätten die Konfliktparteien weder einzeln noch gemeinsam hervorgebracht. Und die internationalen und nationalen Diplomaten von außerhalb des Südkaukasus hätten sich regelmäßig über ihre Erfolgschancen getäuscht. Die meisten hätten aber trotz ihrer Mißerfolge dann Karriere gemacht, für sie hätte sich der Konflikt gelohnt.

    Auch die humanitären Organisationen könnten über Mangel an Beschäftigung auf Grund der Konfliktverläufe nicht klagen. Und die Nachbarstaaten des Südkaukasus hätten sogar wachsenden Einfluß auf unterschiedliche Teile des Konfliktgebietes.

    Außenstehende also könnten den status quo als für sie günstig betrachten, auch wenn im geopolitischen Streit weder die USA noch Rußland, noch die Türkei, nicht Iran und auch nicht Europa Vorherrschaftsehrgeiz hätten durchsetzen können.

    Dann fragte Jakob seine Freunde, wie sie es für die nächsten 15 -20 Jahre denn miteinander halten wollten. In dem vergangenen entsprechenden Zeitraum sei es dem Südkaukasus als ganzem nur schlechter gegangen. Es gebe mehr Vertriebene, mehr Auswanderer und mehr Militärausgaben und mehr Armut. Und die wenigen Rei- chen verbreiteten mehr Illusionen über die Zukunft.

    Vielleicht sollte man den Streit über die Vergangenheit in eine ferne Zukunft verschieben und in der nahen Zukunft lieber die Zusammenarbeit zur Verbesserung des Alltagslebens aller Menschen im Südkaukasus suchen. Und zwar bei ungelösten Konflikten. Dann würden sich ja vielleicht auch die “Sezessionsvölker” ein wenig eingeladen fühlen, statt bedroht. Das gelte vor allem dann, wenn den Minderheiten, die bisher keine Sezession versucht hätten, alle die Rechte eingeräumt würden, die die drei Völkerrechtssubjekte beim Eintritt in UNO, OSZE, Europarat zu beachten versprochen hätten.

    Phantomaschwili, Alibiew, Kari Katurian, Illusian, Satirow und Ironijow stimmten Jakob Mierscheid zu. Er habe die Klavierfunktion ihrer Heimatgebiete und ihr jeweiliges Verhalten richtig eingeschätzt. Und es mache keinen Sinn das “Weiter-So” zu praktizieren. Darum wollten sie nach Hause fahren und im Obama-Stil sprechen: Ja sie könnten Frieden halten. Ja, sie könnten ihre Nachbarn davon überzeugen. Ja, sie wünschten allen im Südkaukasus lebenden Menschen einen besseren Alltag. Ja, sie wollten diesen Wandel zum friedlichen und solidarischen Zusammenleben. Ja sie könnten so die Konflikte entschärfen. Ja, sie könnten das.

    Und am Ende sagten sie es sogar auf Englisch: Yes, we can change!!!

    Jakob Mierscheid wünschte ihnen viel Erfolg beim Versuch, ihre jeweiligen Regierungen zum selben Sprachgebrauch zu bewegen und dann noch zu meinen, was sie sagten!

    AntwortenAntworten
  7. Gravatar Icon Alex

    schrieb am 9. Januar 2009 um 23:04 Uhr:

    Auch mir folgt Herr Mierscheid nun per Twitter – ich nehm’s mit Humor.

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  8. [...] Er selbst sieht sich als eine “der Säulen des Staatswesens” und ist – bei aller Verwirrung, gepaart mit ersten Vorwürfen, die sein Twittereinstieg erzeugt haben mag – überzeugt: [...]

  9. Gravatar Icon NargilemPoker

    schrieb am 9. Januar 2009 um 15:52 Uhr:

    Folgendes habe ich dazu in Erfahrung gebracht :

    In anderen Ländern ist digitale Kommunikation mit den Wählern beinahe schon Pflicht für innovative Politiker, in Deutschland dagegen nutzen Abgeordnete diese Möglichkeiten nur unzureichend. In Kooperation mit politik-digital.de hat das fiktive Mitglied des Deutschen Bundestages, Jakob Maria Mierscheid (SPD), im April 2005 daher ein eigenes Internet-Tagebuch (“Weblog”) gestartet. Dort veröffentlichte er über ein Jahr lang regelmäßig Persönliches, Menschliches und Politisches.

    AntwortenAntworten
  10. Gravatar Icon Rudolf Homann

    schrieb am 9. Januar 2009 um 16:47 Uhr:

    Jetzt wird es immer mysteriöser. Jakob Maria Mierscheid hat Koalitionsverhandlungen mit Kanzlerkandidat Horst Schlämmer aufgenommen.

    AntwortenAntworten
  11. Gravatar Icon Petra

    schrieb am 9. Januar 2009 um 22:08 Uhr:

    Hey, schau doch einfach mal meinen Artikel auf unserer Vereins-Homepage an. Ist eine Zusammenfassung über ihn:
    http://www.heimatverein-hundheim.de
    Unter “Veröffentlichungen”.
    Viel Spaß
    Petra

    AntwortenAntworten

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