Arbeitsalltag einer Kultfigur: Der Techno-DJ

Sein Set bereitet der DJ vor, indem er den oder die mitgebrachten Plattenkoffer für sich möglichst gut erreichbar hinter dem Pult platziert, den oder die Koffer öffnet, die Platten rasch durchblättert, einige Platten herauszieht und auf Eck stellt, mitunter die eine oder andere Platte umsortiert und seinen Kopfhörer bereitlegt. (Jeder DJ hat einen eigenen Kopfhörer dabei, und wenn dieser nicht funktioniert, führt dies in der Regel zu mehr oder weniger panikartigen Reaktionen.)

Die Bundeszentrale für Bildung hat sich 20 Jahre nachdem die Spezies “DJ” die Bühne der Öffentlichkeit betreten hat mit deren Berufsbeschreibung beschäftigt. Herausgekommen ist der im Rahmen der Publikation “Aus Politik und Zeitgeschichte” erscheinenden Serie, mit Ausgabe “APuZ 52/2008, ein äußerst unterhaltsames Stück Literatur. Der Unterhaltungswert, so vermutet man, ist aber eher unbeabsichtigter Natur. Noch ein Beispiel gefällig:

Die unseres Erachtens für den “Lifestyle Techno” symptomatische Veranstaltung, der so genannte Rave, impliziert ein Tanz-Vergnügen, das so lange dauert, dass – tendenziell – jeder Teilnehmer an einem beliebigen Zeitpunkt in das Geschehen ein- und auch wieder aussteigen kann, ohne ein essentielles Ereignis zu versäumen. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Wie in der heutigen Politik üblich, fehlt in der Abhandlung die Berücksichtigung von modernen Veränderungen im Arbeitsumfeld des DJs. Wird das Procedere des Plattensortierens und -auflegens detailliert geschildert, sucht man den Umgang mit Laptop & Co. vergebens.  Das wird dann aber sicher in der 2. Auflage anno 2015 besprochen.

Dennoch ist diese Publikation als positiv zu bewerten, denn das ehemals als Hobby belächelte DJing bekommt nun eine Anerkennung und Bedeutung wie die eines Maurers, Arztes oder Taxifahrers.

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